Lorne Greene wurde am 12. Februar 1915 unter dem Namen Lyon Himan Green und Sohn osteuropäisch-jüdischer Einwanderer im kanadischen Ottawa1) geboren. Der Vater Daniel Green, ein gelernter Sattelmacher, betrieb eine Werkstatt für orthopädische Maßschuhe; wann sein Sohn anfing, den Vornamen "Lorne" zu verwenden bzw. dem "Green" ein"e" hinzufügte, ist unklar. Nach dem Besuch der "High School" ergriff er ab 1932 zunächst ein Studium zum Chemie-Ingenieur an der "Queen's University"1) in Kingston1) (Ontario), später wechselte er das Fach und studierte bis 1937 die Sprachen Deutsch und Französisch. Bereits während seines Studiums interessierte er sich für die Schauspielerei, wirkte bei Studentenaufführungen mit und betätigte sich beim "Radio Workshop".
So war es nicht weiter verwunderlich, dass Greene nach seinem Examen ("Bachelor1) of Arts") einen anderen als zunächst geplanten, beruflichen Weg einschlug. "Seine sonore Stimme verhalf ihm dazu, im staatlichen, kanadischen "Radio CBC"1) ("Canadian Broadcasting Corporation") als Nachrichtensprecher zu arbeiten. Dort wurde er bald Chefsprecher und der populärste Nachrichtensprecher in Kanada." notiert Wikipedia. Rasch wurde er bekannt, avancierte zur "Voice of Canada" (Spitzname: "The Voice of Doom") und übernahm auch Aufgaben als Sprecher in Hörspielen sowie in Dokumentarfilmen, eine Tätigkeit, die ihn im Verlauf seiner gesamten Karriere begleitete. In dieser Zeit entstanden mit ihm als Sprecher/Erzähler beispielsweise Kurz-Dokumentarfilme wie "Churchill's Island"1) (1941), "The"Battle of Brains" (1941), "Warclouds in the Pacific"1) (1941), "Trans-Canada Express" (1944) oder "Fighting Sea-Fleas" (1944). Während des 2. Weltkriegs diente er als Offizier bei der Fliegertruppe der "Royal Canadian Air Force"1), nach 1945 konnte er seine Laufbahn erfolgreich fortsetzen und arbeitete nun freiberuflich bei "Radio CBC" sowie für den privaten, von dem Unternehmer Jack Kent Cooke1) betriebenen Sender "CKEY" in Toronto1). Unter anderem gründete er die "Lorne Greene Academy of Radio Arts", war Mit-Initiator des "Jupiter Theatre" in Toronto, wo er sich sowohl als Schauspieler als auch Regisseur an mehr als 50 Produktionen beteiligte.

Lorne Greene, aufgenommen 1969 in London
Quelle: Wikimedia Commons bzw. Wikipedia
Urheber: Allan Warren1) (www.allanwarren.com);
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Lorne Greene, aufgenommen 1969 in London; Quelle: commons.wikimedia.org bzw. Wikipedia; Urheber: Allan Warren (www.allanwarren.com); Diese Datei ist unter der Creative Commons-Lizenz Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported lizenziert. Es ist erlaubt, die Datei unter den Bedingungen der GNU-Lizenz für freie Dokumentation, Version 1.2 oder einer späteren Version, veröffentlicht von der Free Software Foundation, zu kopieren, zu verbreiten und/oder zu modifizieren; es gibt keine unveränderlichen Abschnitte, keinen vorderen und keinen hinteren Umschlagtext. Der vollständige Lizenztext ist im Kapitel GNU-Lizenz für freie Dokumentation verfügbar.
Anfang der 1950er Jahre verließ Greene Kanada zog in die USA, wo er in Broadway-Produktionen auftrat, vor allem beim Fernsehen bzw. in unzähligen Serien ein breites Betätigungsfeld fand. Zudem konnte er in Hollywood1) Fuß fassen, sein Leinwanddebüt gab er in dem von Victor Saville1) nach dem Roman-Bestseller "The Silver Chalice" des kanadischen Autors Thomas B. Costain (1885 – 1965) inszenierten Streifen "The Silver Chalice"1) (1954, "Der silberne Kelch", auch "Basilus – Held von Rom") als Simon Petrus1) an der Seite von Titelheld Paul Newman. Es folgten Auftritte in Produktionen wie dem Krimi "Tight Spot"1) (1955, "In die Enge getrieben") mit Edward G. Robinson und Ginger Rogers, dem Melodram "Autumn Leaves"1) (1956, "Herbststürme") mit Joan Crawford und Cliff Robertson und dem unter anderem mit Lana Turner gedrehten Spielfilm "Peyton Place"1) (1957, "Glut unter der Asche") nach dem Enthüllungsroman "Die Leute von Peyton Place" ("Peyton Place") von Grace Metalious1). Greene tauchte in dem von George Sherman1) mit Guy Madison1) als Deputy Steve Burden gedrehten Western "The Hard Man"2) (1957, "Reif für den Galgen") auf, gehörte zur Besetzung von Anthony Quinns einzigen, mit Yul Brynner als der Pirat Jean Laffite1) realisierten Regie-Arbeit "The Buccaneer"1) (1958, "König der Freibeuter") oder zeigte sich unter der Regie von Michael Curtiz1) in dem Western "The Hangman"1) (1959, "Der Henker") mit Robert Taylor als Deputy Marshal Mackenzie "Mac" Bovard, genannt "Der Henker" als dessen Vorgesetzter Marshal Clum Cummings.
Überwiegend in "B-Movies"1) eingesetzt, gelang ihm der Durchbruch zum populären Schauspieler jedoch nicht, erst das Fernsehen machte ihn zum Star. Bereits in der Episode "The Vivian Carter Story" aus der Abenteuer-Serie "Wagon Train"3) hatte Greene als Christopher Webb einen Witwer mit drei Söhnen gespielt, sollte mit einer solchen Figur in einer weiteren Serie nun auch international berühmt werden ließ – "Bonanza": Ab Mitte September 1959 mimte er in dieser legendären Western-Serie bis Januar 1973 bzw. 14 Staffen (431 Folgen) lang den verwitweten "Ponderosa"1)-Patriarchen" Benjamin "Ben" Cartwright, Vater von Adam (Pernell Roberts1)), Eric "Hoss" (Dan Blocker1)) und Joseph Francis "Little Joe" (Michael Landon). Nach dem Tode Dan Blockers (10.12.1928 – 13.05.1972) in der Rolle des schwergewichtigen und gutmütigen Hoss Cartwright kam es zum Ende der Kultserie. "Es wurde zwar noch eine weitere Staffel produziert; sie stieß aber auf geringes Interesse und wird bei Wiederholungen teilweise ausgespart." vermerkt Wikipedia. "Bonanza" zählt zu den erfolgreichsten Western-Serien überhaupt und der "Ben Cartwright" bleibt für immer mit dem Namen Lorne Greene verbunden, der für Millionen Zuschauer/-innen als "Pa" zum überzeugendsten Vater der TV-Geschichte wurde; synchronisiert wurde Greene übrigens von Friedrich Schütter. Am 24. Januar 1969 wurde "Bonanza" mit einem "Bambi"1) in der Kategorie "Beliebteste Fernseh-Serie" ausgezeichnet, Lorne Greene nahm den Preis in München persönlich auch im Namen seiner "Filmsöhne" entgegen. Seine Popularität nutzte der Schauspieler für Auftritte in zahlreichen Fernseh- und Talk-Shows, wo er ein gern gesehener Gast war, und auch als Sänger versuchte er sich: 1964 kam die LP "Welcome to the Ponderosa" auf dem Markt, für die er den Song "Ringo"1) aufnahm und damit einen internationalen Hit landete; die Single-Auskoppelung erreichte in den USA und in Kanada jeweils Platz 1 der Musikcharts; 1965 folgte die LP "The Man".
  
Mit den sich anschließenden Serien konnte Greene nicht mehr an die früheren "Bonanza"-Erfolge anknüpfen, er übernahm beispielsweise die Titelrolle des ehemaligen Polizisten, jetzt Privatdetektivs Wade "Griff" Griffin in der Krimiserie "Griff"3) (1973/74) oder zeigte sich als Plantagen-Besitzer John Reynolds in zwei Folgen des Quotenrenners"Roots"1) (1977). Lediglich mit der Science-Fiction-Serie "Battlestar Galactica"1) (1978–1980; "Kampfstern Galactica") und seinem Part des Commander Adama war er noch einmal in aller Munde. Auf der Leinwand präsentierte er sich nur noch selten, man sah ihn beispielsweise in zwei Katastrophenfilmen: Als Botschafter Warren Richards trat er in der japanischen, nach dem Roman "Japan sinkt"1) ("Nippon Chimbotsu") von Sakyō Komatsu1) realisierten Produktion "Der Untergang Japans"1) (1973) in Erscheinung, in "Earthquake"1) (1974, "Erdbeben") mit unter anderem Charlton Heston als Stewart Graff und Ava Gardner als dessen dem Alkohol verfallene Ehefrau Remy als deren Vater Sam Royce bzw. Stewarts Boss.
Zu Greenes letzten Arbeiten vor der Kamera zählte das TV-Biopic "A Time for Miracles" (1980, "Zeit für Wunder") über das Leben der von Kate Mulgrew1) verkörperten Elizabeth Ann Seton1) (1774 –  1821), der ersten in den Vereinigten Staaten1) geborenen Heiligen1), wo er den Erzbischof der Diözese Baltimore1) John Carroll1) (1735 – 1815) darstellte, die Action-Serie "Code Red" (1981/82) mit der Figur des Feuerwehrchefs bzw. Familienvaters Joe Rorchek sowie Episodenrollen unter anderem in den Serien "Police Squad!"1) (1982, "Die nackte Pistole") mit Leslie Nielsen1) und "Highway to Heaven"1) (1985, "Ein Engel auf Erden") mit "Bonanza"-Sohn Michael Landon. Mit dem am 26. Januar 1987 erstmals ausgestrahlten TV-Western "The Alamo: Thirteen Days to Glory"1) ("Alamo – 13 Tage bis zum Sieg") über die Schlacht von Alamo1) und der Rolle des Generals Samuel "Sam" Houston1), dem 1. Präsidenten1) (1836–1838) der unabhängigen Republik Texas1), verabschiedete sich Greene vom Publikum → Übersicht Filmografie (Auszug).
  
Lorne Greene starb am 11. September 1987 im Alter von 72 Jahren im "Saint Johns' Hospital" im kalifornischen Santa Monica1) nach einer Lungenentzündung an Herzversagen; zuvor hatte er sich einer einer Magenoperation unterziehen müssen. Die letzte Ruhe fand er auf dem jüdischen Friedhof "Hillside Memorial Park Cemetery"1) in Culver City1) (Kalifornien). Auf der Grabplatte ist auch sein Filmname verewigt, die Inschrift lautet "The World's Best Loved Father. BEN CARTWRIGHT/The Great Voice of Canada Finally Stilled, But Silenced Never/The Dear Voice Of Our Loving Husband, Father And Grandfather Will Sing In Our Hearts Forever." → Foto der Grabstelle bei knerger.de sowie findagrave.com.
Aus seiner ersten, 1938 in Toronto mit Rita Hands geschlossenen Ehe hinterließ er die 1945 geborenen Zwillinge Belinda "Linda" Susan und Charles. Die Verbindung wurde 1960 geschieden, ein Jahr später heiratete er  1961 Nancy Deale; aus dieser Ehe ging die 1968 geborene Tochter Gilian Donia hervor. Tochter Linda Greene-Bennett veröffentlichte im November 2004 eine Biografie über ihren Vater mit dem Titel "My Father's Voice: The Biography of Lorne Greene".
  
Ein ihm am 12. Februar 1985 anlässlich seines 70. Geburtstages für das Schaffen beim Fernsehen gewidmeter "Stern" auf dem "Hollywood Walk of Fame"1) (1551 Vine Street)  erinnert heute an einen Schauspieler, der beim TV-Publikum nachhaltige Spuren hinterließ. Auf dem 1998 eröffneten "Canada's Walk of Fame"1) in Toronto ist er seit 2015 ebenfalls mit einem "Stern" vertreten. Zu erwähnen ist zudem, dass auch Greene am 24. Februar 1983 in Berlin im Rahmen der Verleihung der"Goldenen Kamara"1) mit der "Ehrenkamera" ("30 Jahre Fernsehen") geehrt wurde → "Goldene Kamera 1982" sowie Awards bei der Internet Movie Database. Außerdem ernannte man ihn am 28. Oktober 1969 zum "Officer of the Order of Canada"1) (OC) für seine "Verdienste um die darstellenden Künste und die Gemeinschaft", zweithöchste Stufe des "Order of Canada"1) und Kanadas höchste Auszeichnung für Zivilpersonen. Ende Mai 2006 brachte die "Canada Post"1) eine 51-Cent-Briefmarke mit seinem Konterfei in der erstmals aufgelegten Reihe "Canadians in Hollywood" heraus und würdigte damit vier Landsleute, die in Hollywood einen bleibenden Eindruck hinterließen – neben Lorne Greene, der seine kanadische Staatsbürgerschaft nie aufgab, John Candy1) (1950 – 1994), Mary Pickford (1892 – 1979) und Fay Wray1) (1907 – 2004).
Siehe auch Wikipedia (deutsch), Wikipedia (englisch);
Fotos bei Wikimedia Commons, virtual-history.com
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Filme (Auszug)
Filmografie bei der Internet Movie Database
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