Leny Marenbach
Leny Marenbach wurde am 20. Dezember 1907 in Essen geboren. Dort gab sie später im Alter von 16 Jahren ihr Bühnendebüt, spielte unter anderem das Klärchen in Goethes "Egmont" und die Luise in Schillers "Kabale und Liebe". Danach war sie drei Jahre am Schauspielhaus Zürich verpflichtet, weitere Theaterstationen wurden Darmstadt, das "Theater in der Josefstadt" in Wien und in München die "Kammerspiele".
Zum Film kam die junge Schauspielerin Mitte der 1930er Jahre und war erstmals als "Jana, das Mädchen aus dem Böhmerwald" (1935) auf der Leinwand zu sehen. Ungeheure Popularität erlangte sie dann ein Jahr später mit ihrem zweiten Film bzw. der Spoerl-Adaption "Wenn wir alle Engel wären"1) an der Seite des Ufa-Stars Heinz Rühmann2) (1902 – 1994), mit dem sie ab 1936 eine kurze Liebesbeziehung hatte. Doch Rühmann war zu der Zeit noch mit seiner jüdischen Frau Maria Bernheim (1897 – 1957) verheiratet, die kurz darauf eine zu ihrem Schutz eingefädelte Scheinehe mit dem die schwedische Staatsbürgerschaft besitzenden Schauspieler Rolf von Nauckhoff2) (1909 – 1968) einging. 1938 ließ sich Rühmann scheiden, doch da war die Affäre mit Leny Marenbach bereits merklich abgekühlt.
 
Hauptrollen in einer Reihe weiterer erfolgreicher Unterhaltungsfilme schlossen sich an, so erneut an der Seite Rühmanns in "Der Mustergatte
"1) (1937) und "Fünf Millionen suchen einen Erben"3) (1938). Unter anderem zeigte sie sich mit Johannes Riemann in der musikalischen Komödie "Ehe in Dosen" (1939), mit Iván Petrovich in dem Krimi "Zentrale Rio"1) (1939), mit Paul Hartmann in dem Melodram "Irrtum des Herzens"1) (1939). Bis Mitte der 1940er Jahre erlebte man die Schauspielerin, welche vor allem durch ihr natürliches Spiel das Publikum begeisterte, beispielsweise in "Frau nach Maß"1) (1940) an der Seite von Hans Söhnker, in "Was will Brigitte?"1) (1941) hatte sie Albert Matterstock als Partner, mit dem sie bereits für das Abenteuer "Ziel in den Wolken"1) (1938) vor der Kamera gestanden hatte. In "Friedemann Bach"3) (1941), einem "sentimentalen Künstlerdrama, das von historischen und biografischen Tatsachen weit entfernt ist"4), mimte sie die Comtesse Antonia Kollowrat, in die sich der Protagonist (Gustaf Gründgens) verliebt. In der heiteren Geschichte "Ein Zug fährt ab"1) (1942) kam sie als Kinderfotografin Helene Wagner daher, die über Umwegen ihr Glück mit dem Architekten Michael (Ferdinand Marian) findet, in der Komödie "Die Wirtin zum Weißen Rößl"1) (1943) flirtete sie mit Karl Schönböck. Als schöne Kunsthistorikerin Vika von Demnitz gab es in der Komödie "Wildvogel"1) (1943) ein Happy End mit Filmpartner Volker von Collande, zusammen mit Carl Raddatz und Hansi Knoteck tauchte sie in dem Heimatfilm "Das war mein Leben"1) (1944) auf oder war die alleinerziehende Käthe Westhoff, die sich in Hans Deppes Familienkomödie "Wie sagen wir es unseren Kindern?"1) (1945) in ihren Nachbarn, den Architekten Thomas Hofer (Mathias Wieman) verliebt; der Streifen gelangte jedoch erst am 21.12.1949 in die Kinos.
  
Nach Ende des 2. Weltkrieges widmete sich Leny Marenbach verstärkt ihrer Arbeit für das Theater, gab Gastspiele, ging mit Rezitationsabenden auf ausgiebige Tourneen und begann auch wieder Filme bei der DEFA zu drehen. Dem einstigen Kassenstar wurden zwar mehrere weibliche Hauptrollen übertragen, die der Marenbach jedoch auf der Leinwand kein wirkliches Comeback verschafften. Eine schöne Rolle hatte sie 1949 an der Seite Willy Fritschs in der musikalischen Komödie "Hallo – Sie haben Ihre Frau vergessen", in Martin Hellbergs anti-westlichen Propagandafilm "Geheimakten Solvay
"1) erlebte man sie 1953 als Frau des Schlossers und Gewerkschafters Hannes Lorenz alias Wilhelm Koch-Hooge, in dem Lustspiel "Wer seine Frau lieb hat" (1955) als Partnerin von Albert Garbe. Im westdeutschen Kino konnte sie nicht Fuß fassen, sie übernahm vereinzelt kleinere Aufgaben in TV-Produktionen, stand unter anderem für den Mehrteiler "Am grünen Strand der Spree"3) (1960) als Frau von Zehdenitz vor der Fernsehkamera. Neben immer seltener werdenden Aufgaben am Theater – nur noch sporadisch trat sie seit Mitte der 1960er Jahre an Westberliner Bühnen wie dem "Theater am Kurfürstendamm" auf – arbeitete Leny Marenbach auch für die Synchronisation und als als Sprechern beim Sender "Rias Berlin".

Der ehemalige Ufa-Star Leny Marenbach, die kurzfristig mit dem Kameramann Walter Pindter3) (1911 – 1989) verheiratet war, starb am 26. Januar 1984 – von den Medien relativ unbeachtet – in Berlin (West) an Herzversagen und wurde auf dem Städtischen Waldfriedhof in Berlin-Dahlem beigesetzt → Foto der Grabstelle bei knerger.de.
Aus der Verbindung mit Walter Pindter stammt ein Sohn. 

Siehe auch www.cyranos.ch, Wikipedia, www.film-zeit.de
Fotos bei www.virtual-history.com
Link: 1) Murnau Stiftung, 2) Kurzportrait innerhalb dieser HP, 3) Wikipedia
4) Lexikon des internationalen Films
 
Kinofilme
Filmografie bei der Internet Movie Database
(Link: Murnau Stiftung, Wikipedia, filmportal.de)
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