| Paul Albert Krumm |
|
Paul Albert Krumm wurde am 28. Dezember 1927 in Berlin geboren
und verbrachte dort auch seine Kindheit und Jugend. Nach dem Abitur studierte
er Theaterwissenschaft, gleichzeitig ließ er sich an der
Schauspielschule von Hilde Körber ausbilden. Sein Bühnendebüt gab
Paul Albert Krumm 1945 am Theater Mecklenburg, dem er drei Jahre
lang als Ensemblemitglied angehörte, weitere Theaterstationen wurden unter
anderem das Staatstheater Schwerin, das Düsseldorfer Schauspielhaus
und das Landestheater Detmold sowie verschiedenste Berliner
Bühnen. Zeitweilig spielte er am der Berliner "Bühne der Jugend"
sowie bei dem von Bertolt Brecht gegründeten "Berliner Ensemble",
1959 wurde er zum Spielleiter am Berliner "Theater in der Kongreßhalle"
berufen, ein Jahr später zum Spielleiter am "Theater am Kurfürstendamm"
und "Jungen Theater" in Hamburg, 1961 erhielt er die Ernennung
zum Oberspielleiter des Berliner Theaters "Die Vagantenbühne". Seit Ende der 50er Jahre arbeitete der Schauspieler für das Fernsehen, avancierte rasch zu einem vielbeschäftigten Darsteller auf dem Bildschirm, musste seine Karriere wegen eines schweren Herzleidens im Verlaufe der Jahre jedoch mehrmals länger unterbrechen. Meist interpretierte er gebrochene Charaktere oder Außenseiter, denen er mit seinem facettenreichen Spiel in vielen TV-Spielen einen nachhaltigen Eindruck verlieh, noch heute hat man seine leise, charakteristisch-heisere Stimme im Ohr. Zu seiner TV-Filmografie zählen Literaturadaptionen wie Sylvain Dhommes Kafka-Verfilmung "Das Schloß" (1962), Falk Harnacks "Jeder stirbt für sich allein" (1962, nach Fallada), Rolf Hädrichs "Die Schlinge" (nach Marek Hlasko), oder Peter Zadeks "Der Kirschgarten" (1966) von Anton Tschechow. In vielen Krimis mimte Paul Albert Krumm hintergründige Figuren, sowohl in Einzelproduktionen als auch populären Serien wie "Der Alte", "Der Kommissar", "Kriminalmuseum", "Die Krimistunde" oder "Tatort"; in der allerersten legendären "Tatort"-Folge "Taxi nach Leipzig", die am 20. November 1970 mit Hauptkommissar Trimmel alias Walter Richter über den Bildschirm flimmerte, war er mit dabei, mimte den vermögenden Chemiker Erich Landsberger, der in tödliche Machenschaften verstrickt ist; weitere "Tatort"-Auftritte hatte er in der Schimanski-Episode "Miriam" (1983) und "Freiwild" (1984) mit Kommissar Walther (Volker Brandt). In nachhaltiger Erinnerung bleibt Paul Albert Krumm mit seiner Rolle des undurchsichtigen Peter Linton, der in dem dreiteiligen Thriller "Der Verräter" zum Spielball von Agentengruppen wird, auch für Herbert Reineckers Krimi-Trilogie "Babeck" (1968) stand er vor der Kamera. 1971 verkörperte er eindrucksvoll und äußerst sensibel die Titelfigur in Georg Tresslers Dokumentarspiel "Dostojewski Psychogramm eines Spielers", Diethard Klante besetzte ihn in seinem Psychodrama "Defekte", ein Jahr später spielte er in Wolfgang Staudtes Thriller "Satan ist auf Gottes Seite", nach dem Roman von Hans Herlin. Zu einem der letzten Fernsehauftritte des Schauspielers gehört Hansgünther Heymes Verfilmung des Paul Kornfeld-Bestsellers "Blanche oder Das Atelier im Garten" (1985), wo er neben Elke Petri, welche die Titelfigur spielte, als Anwalt Feding und väterlicher Freund von Blanche brillierte. Vereinzelt übernahm Paul Albert Krumm auch Aufgaben für das Kino: Bereits 1948 hatte er in dem DEFA-Streifen "Unser Mittwochabend" mitgewirkt, Hans Wolff gab ihm eine kleine Rolle in der sentimentalen Geschichte "Gefangene Seele" (1952), Rudolf Jugert in dem Abenteuer "Die Feuerrote Baronesse" (1959) mit Dawn Addams und Joachim Fuchsberger. Weitere Arbeiten für die Leinwand waren unter anderem Alfred Vohrers Thriller "Sieben Tage Frist" (1969, mit Horst Tappert und Joachim Fuchsberger), Rolf Olsens "Das Stundenhotel von St. Pauli" (1970, mit Curd Jürgens), die internationale Produktion "Cannabis" (1970), ein Krimi mit Serge Gainsbourg Jane Birkin und Curd Jürgens, sowie Hans W. Geissendörfers Horrorsstreifen "Jonathan Vampire sterben nicht" (1970) nach Motiven des Vampir-Romans "Dracula", in dem Paul Albert Krumm eindrucksvoll den blutrünstigen und grausamen Grafen spielte. Der charismatische Schauspieler Paul Albert Krumm starb am 1. Januar 1990 in Düsseldorf wenige Tage nach seinem 62. Geburtstag. |
| Siehe auch wikipedia.org; Filmografie bei der german.imdb.com |
|
|
|
Um zur Seite der Publikumslieblinge zurückzukehren, bitte dieses Fenster
schließen. Home: www.steffi-line.de |