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Lambert Hamel wurde am 7. Juni 1940 in Ludwigshafen geboren und wuchs auch dort auf. Nach dem Abitur studierte er in zwischen 1960 und 1962 in Heidelberg und Köln Philosophie, Germanistik und Theaterwissenschaften, anschließend absolvierte er eine Ausbildung an der "Westfälischen Schauspielschule" in Bochum. 1963 gab er am Hamburger "Deutschen Schauspielhaus" sein Bühnendebüt mit der Figur des Thomas Diafoirus in Molières "Der eingebildete Kranke" in einer Inszenierung von Fritz Kortner1) (1892 – 1970).
Lambert Hamel als Bürgermeister Hermann Bullwieser zusammen mit Johann von Bülow (Dorfpolizist Ulli) in der TV-Komödie "Willkommen im Westerwald" (2008); Copyright SWR Wenig später wechselte Hamel an das Schauspielhaus Bochum (1964), folgte dann einem Ruf Arno Assmans an die Bühnen der Stadt Köln, wo er die nächsten vier Jahre auf der Bühne stand. 1968 ging er zu Helmut Henrichs an das "Bayerische Staatsschauspiel München", ab 1973 wurden die "Münchner Kammerspiele" seine künstlerische Heimat, zur Spielzeit 2001/02 wechselte der Schauspieler mit Dieter Dorn erneut an das "Bayerische Staatsschauspiel". Darüber hinaus bewies Lambert Hamel auch bei zahlreichen Gastspielen, beispielsweise bei den Salzburger Festspielen oder am Wiener "Burgtheater", seine schauspielerische Dominanz.
 
Foto: Lambert Hamel (links) als Bürgermeister Hermann Bullwieser
zusammen mit Johann von Bülow2) (Dorfpolizist Ulli)
in der TV-Komödie "Willkommen im Westerwald" (2008)
Foto mit freundlicher Genehmigung von SWR Media Services
mit weiteren Infos; © SWR
Rasch hatte Hamel sich einen Namen als herausragender Charakterdarsteller gemacht, arbeitete (und arbeitet) mit renommierten Theatermachern wie Dieter Dorn, August Everding, Ernst Wendt, Adolf Dresen, Herbert Achternbusch, Hans Lietzau oder Thomas Langhoff zusammen. Sowohl in klassischen als auch modernen Bühnenstücken zeigte er immer wieder seine enorme Wandlungsfähigkeit, glänzte als Molières "George Dandin" und "Tartuffe" ebenso wie als Shakespeare'scher "Hamlet" oder als Sekretär Wurm in Schillers "Kabale und Liebe". Die Vielzahl seiner Figuren, denen er mit seinem facettenreichen Spiel im Laufe der Jahre eindrucksvolle Bühnenpräsenz verlieh, lassen sich kaum alle aufzählen, beispielsweise brillierte er als Zettel in Shakespeares "Ein Sommernachtstraum", als Hjalmar Ekdal in Ibsens "Die Wildente", als Hitler und Gandhi in Heiner Müllers "Germania Tod in Berlin" und als Valerio in Büchners "Leonce und Lena". In Dieter Dorns legendärer "Minna von Barnhelm"-Inszenierung gestaltete er den Wirt, seine wohl eindringlichsten Rollen waren Lessings "Nathan der Weise" unter der Regie von Alexander Lang sowie die Titelrolle des Schauspielers Bruscon in "Der Theatermacher" (2003) von Thomas Bernhard, eine der letzten Regiearbeiten von Hans Lietzau. Diese Erfolgs-Aufführung wurde an den "Münchner Kammerspielen" über einhundert Mal gezeigt und 2003 am "Residenz Theater" wieder aufgenommen.
In den letzten Jahren war Hamel dort mit vielen eindrucksvollen Rollen zu bewundern, so beispielsweise 2001 als Agamemnon in Euripides' Trauerspiel "Hekabe" und als Diener Sosias in Kleist Tragikomödie "Amphitryon". 2002 begeisterte er als Shakespeare'scher "Titus Andronicus" sowie mit der Titelrolle in Strindbergs "Der Vater", Hamel gestaltete den Held Theseus in Jean Racines "Phädra", den Estragon in Samuel Becketts "Warten auf Godot" sowie den Zauberkönig in Ödön von Horváths "Geschichten aus dem Wiener Wald" (ebenso Salzburger Festspiele 2005). Als Ibsens "Baumeister Solness" feierte der Charaktermime ebenso Triumphe wie als Willy Loman in Arthur Millers "Tod eines Handlungsreisenden", interpretierte 2009 unter der Regie von Tina Lanik erneut grandios den Dorfrichter Adam in "Der zerbrochene Krug". Auch auf der Musical- bzw. Operettenbühne machte Hamel eine "gute Figur", wurde Mitte der 1980er Jahre als Elizas Vater Alfred P. Doolittle in Lerner/Loewes "My Fair Lady" ( Regie: August Everding) und als Oberst Ollendorf in Millöckers "Der Bettelstudent" am " Staatstheater am Gärtnerplatz" in München gefeiert. Dort lieferte er 1996 mit Leo Falls Operette "Madame Pompadour" auch seine erste Regiearbeit ab.
Der Vollblutschauspieler, der sich vornehmlich als "Mann des Theaters" sieht, feierte 2010 seinen 70. Geburtstag – auf der Bühne des "Residenz Theaters": In Georg Kaisers expressionistischem Stationendrama "Von morgens bis mitternachts" war er mit der Hauptrolle des raffgierigen Kassierers zu sehen – nach "Baumeister Solness" (2006), "Tod eines Handlungsreisenden" (2007) und "Der Zerbrochene Krug" (2009) die vierte Zusammenarbeit mit Regisseurin Tina Lanik → Deutschlandradio Kultur und www.welt.de zu "Von morgens bis mitternachts".
 
Über die Theaterszene hinaus bekannt und populär wurde Lambert Hamel ab Mitte der 1970er Jahre durch prägnante Film- und Fernsehrollen. Von fülliger Statur und vordergründig biedermännischem Habitus, kommt Lambert immer wieder ins Spiel, wenn für Dramen, Komödien und Krimis in sich gekehrte Figuren, vielschichtige Politiker, aber auch schon mal Familienväter oder zwielichtige Charaktere gefragt sind. Neben wiederholten Auftritten in beliebten Krimi-Reihen wie "Der Kommissar", "Derrick", "Der Alte", "SOKO 5113", "Der Bulle von Tölz", "Anwalt Abel" oder "Tatort" wirkte er in zahlreichen Einzelproduktionen mit und ist inzwischen vom Bildschirm nicht mehr wegzudenken.
In nachhaltiger Erinnerung bleibt sein Hofmarschall von Kalb in Heinz Schirks Schiller-Adaption "Kabale und Liebe" (1982), ebenso wie die Titelrolle in Rainer Wolffhardts Historien-Zweiteiler "Martin Luther"2) (1983). Mit dem über drei Stunden lange TV-Film wurden die wichtigsten Stationen aus dem Leben des Reformators gezeigt, Lambert Hamel porträtierte Luther überzeugend als einen mitunter naiven Geist, vor allem gegenüber der politischen Wirklichkeit.
In dem deutsch-französischen kriminalistischen Mehrteiler "Billet doux" (1984, Teure Liebesgrüße) mimte er den Inspektor Rousseau, agierte als Robert von Lerchenhaus in der Familienserie "Rette mich, wer kann" (1986) oder als Theaterintendant Vogt in der unterhaltsamen Reihe "Vater wider Willen" (1995) mit Christian Quadflieg als Stardirigenten Max Oldendorf. 
Als Ex-Komplize Jochen Rakuscha erlebte man ihn neben Gottfried John und Manfred Krug in der Tatort-Episode "Der König kehrt zurück" (1995), als Kommissar Riedl in dem Krimi "Unschuldig verurteilt?" (1996), als sektiererischen Dekan Kröger in dem Thriller "Mein ist die Rache" (1997) oder als Firmenchef Dr. Schneider in der Romanze "Wer liebt, dem wachsen Flügel"3) (1999). Neben Thekla Carola Wied tauchte er in der schwarzen Komödie "Nur ein toter Mann ist ein guter Mann"3) (1999) auf, in Hans-Christoph Blumenbergs vielbeachtetem, szenischen Doku-Zweiteiler "Deutschlandspiel"2) (2000) über die deutsche Geschichte der Jahre 1989 bis 1990 schlüpfte er authentisch in die Rolle des damaligen Bundeskanzlers Helmut Kohl und zeigte einmal mehr seine darstellerische Vielseitigkeit. 
In "Stubbe – Von Fall zu Fall: Havanna Dream" (2001) mimte Hamel herrlich den Zigarren-Großimporteur Gisbert Gotzkowsky, war in der Komödie "Die Dickköpfe"3) (2002) ebenso mit von der Partie wie in der Romanze "Mr. und Mrs. Right"3) (2004) oder den Krimis "Der Fußfesselmörder"3) (2003), "Donna Leon – Sanft entschlafen"4) (2004), "Die Schöne Braut in Schwarz"3) (2004) und "Unter Verdacht – Das Karussell"3) (2005). Eine schöne Rolle war auch die des Lorenzo  in Richard Blanks opulenten Rokoko-Biografie "Giacomo Casanova" (2004). Zu Hamels jüngeren TV-Auftritten zählt die Figur des Abt Gregor in der Serie "Der Fürst und das Mädchen" (2007) sowie der Rechtsanwalt Dr. Horn in zwei Episoden der Krimi-Serie "Die Spezialisten: Kripo Rhein-Main" (2006/2007). Stets verleiht er auch Randfiguren Kontur, tauchte als Bürgermeister Hermann Bullwieser des beschaulichen Städtchens Weilershagen in der ARD-Komödie "Willkommen im Westerwald"3) (2008) auf, in dem Familiendrama "Die Versöhnung"3) (2008) als Pfarrer oder in der Tragikomödie "Morgen räum' ich auf"3) (2008) als Hotelchef. Immer wieder überrascht Lambert Hamel auf dem Bildschirm mit prägnanten Nebenfiguren, so auch in dem Thriller "Toter Bruder"3) aus der ZDF-Reihe "Lutter". In der spannenden, humorig durchsetzten Geschichte mit dem Protagonisten Joachim Król als kantigem Essener Kriminalhauptkommissar Lutter sowie hochkarätigen Gaststars – u. a. Achim Rohde als aalglatter, brutaler Pfandleiher Kovac sowie Charles Brauer als anfangs biederer Juwelier Werner Saibel –, gab Hamel den Vater des Ermordeten, Heinrich Schwecke.
 
Nach seinem Auftritt als Oskar Wendel in der "Pfarrer-Braun"-Episode "Im Namen von Rose"3) (EA: 8.11.2009) lief Hamel in der heiteren Geschichte "Urlaub mit Papa"
1) am 15. November 2009 einmal mehr zu seiner Hochform auf, "Selten hat ein Schauspieler herzzerreißender einen nervtötenden Papa gespielt als er" kommentiert die ZDF-Mediathek. In der auf Sylt gedrehten ZDF-Verfilmung des gleichnamigen Bestsellers von Dora Heldt ist Hamel einfach die Idealbesetzung, glänzend spielt er neben Julia Stinshoff als seiner Tochter Christine, die von Mutter Dagmar dazu verdonnert wurde, ihren Vater Heinz auf einen Inselurlaub mitzunehmen. Der nervige Heinz sorgt wichtigtuerisch für ziemlich viel Wirbel und für einen –  im wahrsten Sinne des Wortes – unvergesslichen Urlaub, an dem die Zuschauer ihre helle Freude hatten. Auch in der zweiten Verfilmung "Tante Inge haut ab"3) (EA: 27.02.2011) von Dora Heldt war Hamel wieder mit von der Partie und mimte in der von Mark von Seydlitz für das ZDF inszenierten Geschichte – neben Gaby Dohm in den Titelrolle – erneut den (diesmal nicht ganz so) überdrehten Vater Heinz, auch Julia Stinshoff war als Christine wieder mit dabei; weitere Rollen hatten unter anderem Oliver Bootz als Christines Freund und Peter Sattmann als Schwager von Heinz übernommen; mehr bei www.presseportal.de. Mit der dritten Geschichte "Kein Wort zu Papa" setze die ARD Dora Heldts Bestsellerverfilmungen um "Vater Heinz" und dessen Familie am 22. Januar 2012 fort, diesmal glaubt Heinz irrtümlich bald das Zeitliche zu segnen, will die ihm verbleibenden Wochen mit seinen Töchtern (Susanne Gärtner/Anne-Sophie Briest) verbringen, versucht seine Frau Charlotte (Angelika Thomas) an seinen besten Freund Kalli (Philipp Sonntag) zu verkuppeln und ist wieder einmal mehr als anstrengend. Auch wenn die Story vorhersehbar war, bot sie dennoch vergnügliche Unterhaltung – nicht zuletzt wegen des wunderbar aufspielenden Lambert Hamel.
Aktuelle Arbeiten Lambert Hamels für das Fernsehen sind unter anderem der von Hajo Gies in Szene gesetzte zweite Teil der Komödie um die "Die göttliche Sophie" (Michaela May), "Das Findelkind"4) (EA: 15.04.2011) und die Rolle des Bischofs Momsen sowie Matthias Tiefenbachers witzig-melancholische Romanze über eine späte große "Jugendliebe" mit dem Titel
"Eine halbe Ewigkeit"3)  (EA: 30.03.2012), wo er neben den Protagonisten Matthias Habich und Cornelia Froboess als einstiger Jugendfreund Fred Schmidt in Erscheinung trat, dessen damaliges intrigantes Spiel ans Licht kommt.

Neben seinen Arbeiten für das Fernsehen stand Lambert Hamel auch für verschiedene Kinoproduktionen vor der Kamera: Wolfgang Staudte besetzte ihn an  Mel Ferrer und Pola Kinski in "Zwischengleis" (1978), Helmut Dietl in "Der Durchdreher" (1979) und Angelika Weber in "Marie Ward – Zwischen Galgen und Glorie" (1985, u.a. mit Hannelore Elsner). Hamel agierte in Theodor Kotullas Thriller "Der Angriff" (1986), Ulf Miehes Komödie "Der Unsichtbare" (1987) und Hans W. Geißendörfers "Bumerang – Bumerang"1) (1989), der Geschichte um Atomkraft und jugendlichen Widerstand. In Doris Dörries Krimi-Komödie "Happy Birthday, Türke!"1) (1992) war er als korrupter Leiter der Mordkommission Frankfurt, Paul Futt, zu sehen, als Dr. Schulze in Peter Timms Drama "Einfach nur Liebe"3) (1995). In Dani Levys vielbeachteten Komödie "Mein Führer – Die wirklich wahrste Wahrheit über Adolf Hitler"1) (2007) karikierte er neben Helge Schneider (Adolf Hitler) dessen Personenschützer, den Obergruppenführer Johann Rattenhuber1) (1887 – 1957).

Nicht nur als Theater-, Film- und Fernsehschauspieler ist Lambert Hamel gefragt, er arbeitet auch als Synchronsprecher und wirkt verschiedentlich bei Audio-Produktionen mit. So leiht er beispielsweise Philippe Noiret, Lionel Stander, Raul Julia oder Frank Langella seine tiefe Stimme, sprach auch den Prof. Dumbledore (Michael Gambon) in der deutschen Version von "Harry Potter und der Orden des Phoenix" (2007). In der Hörbuchfassung des Agatha Christie-Krimis "Der Mord an Roger Ackroyd" ist er als Sprecher zu hören, herausragend auch seine Lesung von Thomas Bernhards Erzählung "Ein Kind", die von der "Süddeutschen Zeitung" im Rahmen der "Bibliothek der Erzähler" Anfang 2007 auf CD erschien. 
Hamel gehört zu den profiliertesten Schauspielern der deutschsprachigen Theaterszene, "Ohne korpulent zu sein, besitzt Lambert Hamel die Grazie der Dicken. Er lebt und wandelt auf buchstäblich kleinem Fuße, das Schwere verwandelt sich da in federnde Beschwingtheit. Derlei mag nach "gestern" klingen, freilich dürfte Hamel in seiner intelligenten Kunstfertigkeit eher sehr von morgen sein. Seine Zeit ist nicht abgelaufen, sie wird erst kommen." schrieb unter anderem DIE WELT (07.06.2010) anlässlich des 70. Geburtstages.
  
Link: 1) Kurzportrait innerhalb dieser HP, 2)  Wikipedia, 3) prisma-online.de, 4) www.br.de Stand: April 2012
Kontakt: www.agentur-reuter.com
Siehe auch www.prisma-online.de; www.deutsches-filmhaus.de, Wikipedia
Filmografie bei www.imdb.de
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