Humphrey DeForest Bogart kam am 25. Dezember 1899 als Sohn eines Chirurgen und einer Werbegraphikerin in New York City zur Welt, wuchs in wohlhabenden Verhältnissen auf. Er besuchte als Schüler die "Phillips Academy", wurde jedoch wegen schlechten Betragens vorzeitig ohne Abschluss entlassen. Von 1917 bis 1919 diente er bei der US-Marine, nahm jedoch nicht mehr aktiv am 1. Weltkrieg teil. Anders als bei vielen seiner Kollegen stand bei Bogart am Anfang nicht die Schauspielschule, sondern gleich eine (winzige) Rolle in einem Bühnenstück ("Experience", 1920). Das kam so: Bogart hatte diverse Jobs hinter sich, als er über einen Freund Kontakt zu dem Theaterproduzenten William Brady sen. knüpfte. Dieser ließ Bogart verschiedene Arbeiten hinter der Bühne verrichten und Humphrey konnte das Geschehen eine Zeit lang hautnah mitverfolgen, bis er den Sprung auf die Bretter riskierte. Noch im selben Jahr ging Bogart als Manager mit dem Stück "The Ruined Lady " (1920) auf Tournee und kam zu einer echten Bühnenrolle. Ein Dutzend weitere folgten, meist als junger Mann und Nichtstuer.

Humphrey Bogart als Chefredakteur Ed Hutcheson in dem Thriller
"Die Maske runter!" (
Deadline – U.S.A.) aus dem Jahre 1952
Foto freundlicherweise zur Verfügung gestellt von "Pidax film",
welche den Streifen Ende März 2014 auf DVD herausbrachte; weitere Infos hier.

Humphrey Bogart als Chefredakteur Ed Hutcheson in dem Thriller "Die Maske runter!" (Deadline – U.S.A.) aus dem Jahre 1952; Foto freundlicherweise zur Verfügung gestellt von "Pidax film"
Ab 1922 war er als Schauspieler auf verschiedenen New Yorker Bühnen tätig, agierte unter anderem in den Stücken "Meet the Wife" (1923), "Cradle Snatchers" (1925) und "Saturday’s Children" (1928). Sein eigentliches Leinwanddebüt gab der hoffnungsfrohe Nachwuchsschauspieler 1930 in dem Kurzfilm "Broadway's Like That" (So ist der Broadway). Es folgten weitere kleine Rollen, nebenbei spielte er weiter am Theater, so an der Seite von Hollywoodstar Leslie Howard als Ganove in Robert E. Sherwoods Stück "The Petrified Forest" (Der versteinerte Wald), den er später auch in der Filmversion mimen sollte. Bogart lernte spielerisch im wahrsten Sinne des Wortes und auch die lange Reihe seiner weiblichen Partnerinnen blieb nicht ohne Einfluss. 1926 heiratete Bogard Helen Menken1) (1901 – 1966) und nach einer knapp ein Jahr andauernden Ehe Mary Philips1) (1901 – 1975), beides Bühnenschauspielerinnen. Talentsucher der Fox Studios wurden auf den jungen Bühnenakteur aufmerksam und nahmen ihn für sechs Filme unter Vertrag. Keiner davon vermochte den enttäuschten Bogart aufzumuntern. Hin- und hergerissen zwischen Hollywood und Bühne fuhr Bogart deshalb zweigleisig: Film und Theater. Seine Rolle als erbarmungsloser Gangster Duke Mantee in der Adaption "Der versteinerte Wald"2) (1935) entpuppte sich schließlich als eine Schlüsselfigur für den Film. Archie Mayo drehte 1936 unter dem gleichen Titel einen Gangsterfilm und empfahl den Produzenten den Newcomer Humphrey Bogart als Hauptdarsteller. Der Part des Gangsters Duke Mantee markierte den Auftakt zu einer Reihe von Filmen, die den charismatischen Schauspieler auf den Typus des harten, zynischen Gangsters oder Detektivs festlegten, beispielsweise in "Bullets or Ballots"2) (1936, Wem gehört die Stadt"), "The Black Legion"2) (1936, Geheimbund 'Schwarze Legion'), "Dead End"2) (1937, Sackgasse) oder "Chicago"2) (1938, Chicago – Engel mit schmutzigen Gesichtern) an der Seite von James Cagney. Weitere Streifen jener Jahre waren unter anderem "Kid Galahad" (1937, Mit harten Fäusten), "The Roaring Twenties"2) (1939, Die wilden Zwanziger), "Marked Woman"2) (1937, Mord im Nachtclub), "Crime School" (1938, Schule des Verbrechens), "Invisible Stripes"2) (1939, 12 Monate Bewährungsfrist), "They Drive by Night"2) (1940, Nachts unterwegs), "Brother Orchid"2) (1940, Orchid, der Gangsterbruder), "High Sierra"2) (1941, Entscheidung in der Sierra) und "Across the Pacific"2) (1941, Abenteuer in Panama). Dass Bogart durchaus auch in Komödie überzeugen konnte, zeigte er beispielsweise in "Stand-in"2) (1937, Mr. Dodd geht nach Hollywood) und "It All Came True"2) (1940, Ein Nachtclub für Sarah Jane).

Bogart läutete mit John Hustons Meisterwerk "Die Spur des Falken"2) (1941), nach dem Roman "The Maltese Falcon" (1930, Der Malteser Falke) von Dashiell Hammett einen seiner größten Leinwanderfolge ein. Mit der Rolle des zynischen Privatdetektivs Sam Spade avancierte Bogart zum Star. Der Film ist eines der ersten Beispiele und einer der Höhepunkte der Schwarzen Serie → Beschreibung innerhalb dieser HP.
Ein Jahre später erlebt diese Figur in Michael Curtiz' Klassiker "Casablanca"2) (1942) einen weiteren Höhepunkt. Bogart spielt den unabhängigen, zynischen Nachtclubbesitzer Rick, verlieh dieser Figur aber diesmal eine romantische Seite; für diese Rolle wurde Bogart erstmals für den Oscar nominiert. Der Film selbst wurde mit drei Oscars in den Kategorien "Bester Film", "Bestes Drehbuch" und "Beste Regie" ausgezeichnet  → Beschreibung innerhalb dieser HP.
Mit dem Spionagestreifen "All through the Night"2) (1942, Agenten der Nacht), dem Krimi "The Big Shot"2) (1942, Der große Gangster) oder dem Kriegsfilm "Action in the North Atlantic"2) (1943, Einsatz im Nordatlantik) festigte Bogart seinen Ruf als Leinwandheld, es folgten weitere, für ihn typische Rollen. In der Hemingway-Verfilmung "To Have and Have Not"2) (Haben und Nichthaben) unter der Regie von Howard Hawks spielte er 1944 als Harry Morgan erstmals an der Seite von Lauren Bacall, die er im folgenden Jahr in vierter Ehe heiratete. Zusammen mit Bacall agierte er in den vierziger Jahren in drei weiteren Filmen, allesamt Klassiker der Schwarzen Serie: Erneut unter der Regie von Howard Hawks als Privatdetektiv Philip Marlow in "The Big Sleep"2) (1945, Tote schlafen fest) nach dem Roman "The Big Sleep" (1939; Der große Schlaf) von Raymond Chandler, als entlaufener Sträfling in Delmer Daves' Krimi "Dark Passage"2) (1947, Die schwarze Natter; auch: Das unbekannte Gesicht) und als Gegenspieler von Edward G. Robinson in "Key Largo"2) (1948, Gangster in Key Largo; auch: Hafen des Lasters) erneut unter der Regie von John Huston.
DVD-Cover "Die Maske runter!"; Abbildung DVD-Cover mit freundlicher Genehmigung von "Pidax film" Regisseur Michael Curtiz realisierte mit Bogart das Kriegsdrama "Passage to Marseille"2) (1944, Fahrkarte nach Marseille), Peter Godfrey den Psychothriller "The Two Mrs. Carrolls"2) (1946, Die zwei Mrs. Carrolls); in Hustons Abenteuer "The Treasure of Sierra Madre"2) (1948, Der Schatz der Sierra Madre) nach einem Roman von B. Traven spielte "Boogie" einen von drei Goldsuchern, die am Ende Opfer ihrer Goldgier werden. Weitere herausragende Filme in den fünfziger Jahren waren unter anderem die Abenteuer "Chain Lightning"2) (1950, Des Teufels Pilot) sowie "The African Queen"2) (1951) neben einer brillanten Katharine Hepburn, Richard Brooks sensibles Kriegsmelodram "Battle Circus"2) (1952, Arzt im Zwielicht) mit June Allyson, "Beat the Devil"1) (1953, Schach dem Teufel) mit Peter Lorre, "The Caine Mutiny"2) (1954, Die Caine war ihr Schicksal) nach einem Roman von Herman Wouk oder das Melodram "The Barefoot Contessa"2) (1954, Die barfüßige Gräfin) als Partner von Ava Gardner. Sehenswerte ist Billy Wilders romantischer Liebesfilm "Sabrina"2) (1954) mit einer bezaubernden Audrey Hepburn und William Holden, ebenso wie die Produktionen "We're No Angels"1) (1955, Wir sind keine Engel), "The Left Hand Of God"2) (1955, Die linke Hand Gottes), William Wylers spannender Psychothriller "The Desperate Hours"2) (1955, An einem Tag wie jeder andere) sowie Bogarts letzter Leinwandauftritt in Mark Robsons Boxerdrama "The Harder They Fall"1) (1956, Schmutziger Lorbeer). Der von seiner Krebskrankheit bereits gezeichnete Bogart brillierte in der Rolle eine Sportjournalisten, der die krummen Touren des Box-Syndikats durchschaut und gegen die Schieber vorgeht… – ein gutes Ende für den aufrechten Leinwandhelden, der zum Mythos geworden war und es bis heute ist.

DVD-Cover zum Thriller "Deadline – U.S.A." (Die Maske runter!; → Filmlexikon) aus dem Jahre 1952
Abbildung DVD-Cover mit freundlicher Genehmigung von "Pidax film"

Humphrey Bogart erlag am 14. Januar 1957 kurz nach seinem 57. Geburtstag in Hollywood den Folgen seiner Speiseröhrenkrebs-Erkrankung. Seine Asche wurde – seinem letzten Willen entsprechend – im Meer verstreut.
In erster, kurzer Ehe war der Star von 1926 bis 1927 mit der Bühnenschauspielerin Helen Menken1) (1901 – 1966) verheiratet gewesen; wenig später ehelichte er deren Kollegin Mary Philips1) (1901 – 1975). Die temperamentvolle und ebenso wie Bogart dem Alkohol nicht abgeneigte Schauspielerin war nicht bereit, ihre Broadway-Karriere aufzugeben und nach dem Filmerfolg ihres Mannes mit ihm nach Hollywood zu ziehen. Die Ehe wurde 1938 geschieden. Im gleichen Jahr heiratete Bogart seine Kollegin Mayo Methot (1904 – 1951), eine nüchtern freundliche, in alkoholisiertem Zustand jedoch zu Ausbrüchen von Zorn und Eifersucht neigende Frau. Das Ehepaar galt in Hollywood bald als die "streitenden Bogarts". Zum Zeitpunkt der Scheidung 1945 hatten sie sich bereits seit Jahren entfremdet. (Quelle: Wikipedia)
Aus der in Hollywood-Kreisen als beispielhaft glücklich geltenden, 1945 geschlossenen Ehe mit Lauren Bacall3) (1924 – 2014) stammen Sohn Stephen1) (geb. 1949) und Tochter Leslie (geb. 1952). Stephen Bogart veröffentlichte eine Biografie über seinen Vater mit dem Titel "Bogart: In Search of My Father" (Mein Vater Humphrey…) mit interessantem Hintergrundwissen über die Hollywoodlegende.
Anlässlich des 50. Todestages des Leinwandhelden, den das "American Film Institute" zum "größten männlichen Star aller Zeiten" wählte, erschien von Richard Schickel und George Perry das Buch "Bogart" (Bogie: A Celebration of Humphrey Bogart), in dem die Autoren sein bewegtes Leben und die einzigartige Karriere nachzeichnen; die Biografie entstand in Zusammenarbeit mit Bogarts Sohn Stephen und seiner Witwe Lauren Bacall und basiert auf einer Vielzahl bisher unveröffentlichter, privater Dokumente.
Humphrey Bogart ist zur Legende geworden. Die Männer schätzten seine Freundschaft, die Frauen fühlten sich zu ihm hingezogen, und dem Filmpublikum bietet er auch vierzig Jahre nach seinem frühen Tod noch immer Möglichkeiten, sich mit seinem Leinwandcharakter zu identifizieren. Er war der Liebhaber und Gangster, unter dessen rauer Schale ein romantischer Kern steckte. Er war der Rebell, der sagte, was er dachte, der sich auflehnte, aber für die Sache auch einzustecken bereit war. Es besaß Tugenden und Laster, war zynisch und doch wieder einfühlsam. Er gab sich unabhängig und war doch immer auf der Suche nach Bindung. Er war Gewinner und Verlierer. 
2013 entstand von Eckhart Schmidt der Dokumentarfilm "Hollywood Rebellen"2), in dem sich der Regisseur neben Hollywood-Ikonen wie Errol Flynn, Rudolph Valentino, Robert Mitchum, James Dean, Marlon Brando oder Steve McQueen auch dem unvergessenen Humphrey Bogart widmet.

Textbausteine des Kurzportraits von www.prisma.de
Offizielle (englischsprachige) Website: www.humphreybogart.com
Siehe auch Wikipedia, www.cosmopolis.ch, Dirk Jaspers FilmstarLexikon, www.whoswho.de
Eine ausführliche Biografie findet man auf der englischsprachigen Wikipedia-Seite.
Link: 1) Wikipedia, 2)  prisma.de, 3) Kurzportrait innerhalb dieser HP
 
Filme (Auszug)
Filmografie bei der Internet Movie Database sowie bei Wikipedia
(Link: Wikipedia, in Klammern: prisma.de)
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