Manja Tzatschewa 1922; Urheber bzw. Nutzungsrechtinhaber: Alexander Binder (1888 – 1929); Quelle: Wikimedia Commons; Ross-Karte Nr. 405/1 Die am 10. Februar 1897 als Marie Trifonowa Tzatschewa in Lowetsch1) im damaligen Fürstentum Bulgarien1) geborene Schauspielerin Manja Tzatschewa trat rund zehn Jahre lang im deutschen Stummfilm in Erscheinung. Die Tochter von Trifon Tzatscheff und dessen Ehefrau Frau Lala war die ältere Schwester von Tzwetta Tzatschewa (1900 – nach 1927), die ebenfalls für einige Stummfilmproduktionen vor der Kamera stand. Ihr Bruder Iwan Tzatscheff war laut Wikipedia als Tenor (teilweise unter dem Künstlernamen Mario Parlo) am "Stadttheater"1) in Essen und an der "Semperoper"1) in Dresden1) tätig.
Über ihre Geburtsdaten gibt es widersprüchliche Angaben, das mag daran liegen, dass es vermutlich Verwechslungen mit Schwester Tzwetta gibt.
    
Erstmals präsentierte sich die Stummfilm-Mimin in Rudolf Meinerts Krimi "Die sterbenden Perlen"1) (1918) aus der "Harry Higgs"-Detektivserie1) mit Hans Mierendorff. In den nachfolgenden melodramatischen und detektivischen Produktionen wurde die Schauspielerin meist als rassig-fremdländischer Frauentyp besetzt, etwa als Armenierin in "Madame d'Ora" (1918) neben Titelheldin Erna Morena, als Nang Ping in "Mister Wu"1) (1918; Regie: Lupu Pick) oder als Man-To in "Die Japanerin" (1919, Regie: Ewald André Dupont) mit Max Landa als Detektiv. Mit Regisseur Richard Oswald bzw. Bernd Aldor als Parner drehte sie "Die seltsame Geschichte des Barons Torelli" (1918), erneut von Lupo Pick wurde sie als Vera Warovna besetzt, die von dem Prinzen Voisky (Bernd Aldor) in "Mein Wille ist Gesetz" (1919) erobert wird. Für Manfred Noa mimte sie die verführerische Lili in "Moderne Töchter" (1919), ein Streifen, der anfangs unter dem Titel "Sklaven der Sinnlichkeit" in die Lichtspielhäuser gelangte, sowie die Tänzerin Dorothy Hall in "Liebe" (1919). 
 
Foto: Manja Tzatschewa 1922
Urheber bzw. Nutzungsrechtinhaber: Alexander Binder1) (1888 – 1929)
Quelle: Wikimedia Commons; Ross-Karte Nr. 405/1
Angaben zur Lizenz (gemeinfrei) siehe hier
Auch in dem sechsteiligen Abenteuer "Der Mann ohne Namen"1) (1920/21) wurde Manja Tzatschewa von Georg Jacoby an der Seite von Harry Liedtke besetzt, der den charmanten Meisterdieb Peter Voss mimte, und tauchte als die Lieblingsfrau von Prinz Abdul Hassan (Erich Kaiser-Titz) auf. In Karl Heinz Martins Melodram "Die Perle des Orients"2) (1921) schlüpfte sie in die Rolle der Lieblingssklavin des indischen Radscha von Singalundi (Ferdinand von Alten), kam erneut als indische Nebenfrau bzw. Bajadere in Manfred Noas kriminalistischem Zweiteiler "Der heilige Hass" (1921) daher, der sie auch in dem Zweiteiler "Söhne der Nacht" (1921) neben Hans Albers besetzt hatte.
Es folgten Stummfilme wie "Der Schatten der Gaby Leed" (1921; Regie: Carl Boese) mit Otto Gebühr oder die von ihr gespielte Titelfigur in Friedrich Wilhelm Murnaus, bis vor kurzem als verschollenen geltendem Film "Marizza, genannt die Schmugglermadonna"1) (1921); 2010 wurde ein Fragment des Streifens entdeckt, welches sich im Besitze eines italienischen Sammlers befand, und restauriert.
Danach stand Manja Tzatschewa bis Mitte der 1920er Jahre nur noch für wenige Produktionen vor der Kamera, agierte etwa als Tochter von Bernhard Goetzke in Frederic Zelniks "Briefe, die ihn nicht erreichten" (1925) oder als Revue-Tänzerin in "Annemarie und ihr Ulan" (1926; Regie: Erich Eriksen).

Foto: Manja Tzatschewa vor 1929
Urheber bzw. Nutzungsrechtinhaber: Alexander Binder1) (1888 – 1929)
Quelle: www.cyranos.ch; Angaben zur Lizenz (gemeinfrei) siehe hier

Manja Tzatschewa vor 1929; Urheber bzw. Nutzungsrechtinhaber: Alexander Binder (1888 – 1929); Quelle: www.cyranos.ch
Nach diesem Auftritt verliert sich die Spur der Schauspielerin, einigen Quellen zufolge soll Manja Tzatschewa 1966 in der Ukraine verstorben sein, Tzwetta Tzatschewa am 12. Dezember 1975 in Frankreich. Wikipedia notiert: "Vermutlich sind beide Todesangaben falsch, da die österreichische "Arbeiter-Zeitung" in einem Artikel über vergessene Filmschauspieler am 15. August 1931 schreibt, dass Tzatschewa zu diesem Zeitpunkt bereits verstorben gewesen sei." → anno.onb.ac.at (PDF-Dokument).
Quellen (unter anderem): Wikipedia, cyranos.ch
Fotos bei virtual-history.com
Link: 1) Wikipedia, 2) Murnau Stiftung
Lizenz Foto Manja Tzatschewa (Urheber: Alexander Binder): Diese Bild- oder Mediendatei ist gemeinfrei, weil ihre urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist. Dies gilt für die Europäische Union, die Vereinigten Staaten, Australien und alle weiteren Staaten mit einer gesetzlichen Schutzfrist von 70 Jahren nach dem Tod des Urhebers.
Stummfilme
Filmografie bei der Internet Movie Database
sowie www.earlycinema.uni-koeln.de
(Link: Wikipedia, Murnau Stiftung, filmportal.de, murnaugesellschaft.de)
  • 1921: Götzendämmerung. Opfer der Keuschheit
  • 1921: Schieber
  • 1921: Die Perle des Orients
  • 1921: Söhne der Nacht
    • Teil 1: Die Verbrecher-GmbH
    • Teil 2: Die Macht der Liebe
  • 1921: Der heilige Hass
    • Teil 1
    • Teil 2: Die Flucht vor dem Tode
  • 1921: Der Schatten der Gaby Leed
  • 1921: Marizza, genannt die Schmugglermadonna
  • 1922: Die Fürstin der Ozeanwerft
  • 1922: Tingeltangel
  • 1922: Maciste und die Javanerin
  • 1924: Der Mönch von Santarem
  • 1925: Briefe, die ihn nicht erreichten
  • 1926: Der Rebell von Valencia
  • 1926: Annemarie und ihr Ulan
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