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1947 kehrte er nach Deutschland zurück, 1949 erhielt der Autodidakt Wolff ein erstes Engagement am Ostberliner "Theater am Schiffbauerdamm", trat später, nach der Wiedereröffnung im Jahre 1956, an der "Volksbühne" auf und arbeitete seit Anfang der 1960er Jahre für verschiedene DEFA- und DFF-Produktionen. Rasch war Wolff zu einem vielbeschäftigten Künstler der ehemaligen DDR avanciert, der nicht nur als Charakterdarsteller, sondern auch als Conférencier, Moderator und Sänger Erfolge feierte. Als Chansonsänger wurde er mit Titeln wie "Die Rose war rot" oder "Chanson von der Trommel" ebenso bekannt, wie mit Interpretation von Blues und jiddischen Liedern. Unvergessen bleiben seine Fernsehshows wie "Von Melodie zu Melodie", die ihn auf dem Bildschirm populär machten. Auf der Leinwand erlebte man das Multitalent Gerry Wollf seit Mitte der 1950er Jahre meist mit prägnanten Nebenrollen, so in "Ernst Thälmann Führer seiner Klasse"1) (1955), "Bärenburger Schnurre"1) (1957) oder der Lessing-Verfilmung "Emilia Galotti"1) (1958), wo er als Maler Conti in Erscheinung trat. Nach DEFA-Streifen wie "Tanz am Sonnabend" (1962), "Die Jagd nach dem Stiefel"1) (1962) und "An französischen Kaminen" (1962) besetzte ihn Frank Beyer als KZ-Häftling und Kommunist Bochow in der Bruno Apitz-Adaption "Nackt unter Wölfen"1) (1963), in nachhaltiger Erinnerung bleibt auch die Figur des Rinaldo Rinaldini in Celino Bleiweiß' Verfilmung des Eichendorff-Stoffes "Aus dem Leben eines Taugenichts"1) (1973). Ein Jahr später erlebte man Wolff unter der Regie von Joachim Hess als Komponist Jacques Offenbach in dem Musikfilm "Orpheus in der Unterwelt"1) (1974), bis Ende der 1980er Jahre folgten Filme wie "Beethoven Tage aus einem Leben" (1976), "Glück im Hinterhaus" (1980), "Der Sturz" (1981) oder "Die Geschichte von der Gänseprinzessin und ihrem treuen Pferd Falada"1) (1988). Zu einer seiner schönsten Rollen zählt auch die Figur des skeptischen Vater Tember, dessen Sohn Adam (Stephan Jahnke) in Egon Günthers poetisch-modernem Märchen "Wenn du groß bist, lieber Adam"1) (1965) mit einer Zauberlampe Lügner entlarven kann; der Film wurde noch vor Fertigstellung vom DDR-Regime verboten und konnte erst 1989/1990 von Egon Günther rekonstruiert werden. Vor allem mit seinen Fernsehrollen erlangte Gerry Wolff im Verlaufe der Jahre immer mehr den Ruf eines Volksschauspielers, so als alter Straßenbahnfahrer Hannes Rechlin in dem TV-Stück "Familie Rechlin"1) (1982) oder als Botte Schulz in der TV-Serie "Kiezgeschichten"1) (1987). Zur TV-Filmografie gehören weiterhin unter anderem die Mehrteiler "Spuk im Hochhaus"1) (1982) und "Martin Luther"1) (1983) sowie die Serie "Barfuß ins Bett" (1988). Im gesamtdeutschen Fernsehen übernahm Gerry Wolff interessante Aufgaben in einigen "Tatort"- und "Polizeiruf 110"-Episoden, trat in Serien wie "Auf eigene Gefahr", "Die Gerichtsreporterin", "Praxis Bülowbogen" und "Am liebsten Marlene" auf. 1992 erlebte man ihn beispielsweise als Kommissar an der Seite von Heinz Schubert in "Das Trio", mit Inge Meysel stand er für "Babuschka" (1996) vor der Kamera. Zu Wolffs letzten Fernsehauftritten gehört die Komödie "Jetzt oder nie Zeit ist Geld" (2000), der Liebesfilm "Engel sucht Flügel" (2001) und die turbulente Geschichte "In der Höhle der Löwin" (2003) mit Jennifer Nitsch in der Hauptrolle. Neben seiner unfangreichen Tätigkeit für Theater, Film und Fernsehen war Gerry Wolff auch ein gefragter Sprecher unter anderem für Dokumentarfilme, er arbeitete für die Synchronisation und lieh auch seinem älteren Halbbruder Peter, der unter dem Namen Victor Beaumont2) (1912 1977) in England als Schauspieler Karriere machte, seine Stimme. Wolff wirkte darüber hinaus bei verschiedenen Audio- und Hörfunkproduktionen mit, war beispielsweise mehrfach in der Radiosendung "Ohrenbär" zu hören. Erwähnenswert sind auch seine musikalisch-literarischen Programme, mit denen er in den 1080er Jahren zum Beispiel am "Theater im Palast" gemeinsam mit Marianne Wünscher1) (1930 1990), Fritz Decho1) (1932 2002) und Marion van de Kamp1) auftrat. Der vielseitige Charakterdarsteller Gerry Wolff starb am 16. Februar 2005 im Alter von 84 Jahren in einem Krankenhaus im brandenburgischen Oranienburg; bereits 2001 hatte er einen Schlaganfall erlitten, der ihn dazu zwang, sich fast vollständig von der Schauspielerei zurückzuziehen. Der Künstler war seit mehr als 50 Jahren mit Mirjam Asriel verheiratet gewesen, die wenige Wochen zuvor an Herzversagen verstorben war; aus der Verbindung stammt der 1951 in Berlin geborene Sohn Thomas, der in die Fußstapfen seines Vaters getreten ist und ebenfalls ein renommierter Schauspieler und Sprecher wurde. |
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| Link: 1) Wikipedia (deutsch), 2) Wikipedia (englisch) | ||
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Textbausteine aus "Das große Lexikon der DDR-Stars"; siehe auch www.defa-sternstunden.de, Wikipedia, www.film-zeit.de |
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