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| Henry Vahl wurde am 26. Oktober 1897 als ältestes von vier Kindern
des Seemanns Franz Vahl, der sich 1901 als Fischer selbständig gemacht hatte, in
Stralsund geboren. Nachdem 1905 der Kutter der Vahls durch eine Sturmflut
zerstört worden war, zog die Familie 1906 nach Kiel, wo der Vater eine
Anstellung als Magazinverwalter auf der Kaiserlichen Werft gefunden hatte.
Auf Wunsch der Eltern sollte auch Sohn Henry Werftarbeiter werden, 1911 begann er eine Lehre als Drucker an der Kieler Werft, die er jedoch bald
wieder abbrach, um in einer Molkerei zu arbeiten. Bereits während dieser
Zeit fand Henry Vahl Gefallen an der Schauspielerei und übernahm
Statistenrollen an den Städtischen Bühnen in Kiel. Nach dem Tod
des Vaters im Jahre 1914 arbeitete er als Fahrstuhlführer im Hamburger
Hotel "Hansa", wo er Kontakt mit Karl Alving, dem damaligen Direktor des
Kieler Stadttheaters, bekam. Alving gab Vahl eine kleine Rolle in Schillers
"Don Carlos", 1915 erkrankte ein
Operettenkomiker und Vahl erhielt die Chance, dessen Part zu
übernehmen. Von da ab wurde er öfter besetzt, 1916 konnte er
sich mit einer ersten Hauptrolle in dem Märchenstück "Peterchens
Mondfahrt" beweisen. Weitere Engagements
führten Vahl unter anderem Ende 1918 an das Lübecker Stadttheater,
wo er in Rollen des jugendlichen Liebhabers auftrat und auch seine spätere
Ehefrau, die Ballett-Tänzerin Germaine Koch
(1901 1975) kennen und lieben lernte; am 31. Januar 1925
heiratete das Paar in Braunschweig. Eine weitere Station von Vahls früher Schauspielertätigkeit wurde nach einem kurzen Intermezzo in Bernburg an der Saale die Metropole Berlin, wo er Anfang der 1930er Jahre eine Festanstellung von Heinz Hilpert am "Deutschen Theater" erhielt. Zwar stand er mit so berühmten Kollegen wie Paul Wegener oder Albert Bassermann auf der Bühne, doch in den kommenden Jahrzehnten seiner Schauspielerkarriere wurde Vahl lediglich mit kleineren Nebenrollen besetzt, der Durchbruch zum anerkannten Darsteller wollte ihm nicht so recht gelingen. 1940 wechselte er nach Karlbad, wo er ein Jahr später im November 1941 sein 25-jähriges Bühnenjubiläum feierte, etwa zeitgleich hatte man seiner Frau als "Halbjüdin" die Arbeitserlaubnis entzogen. Um der Verfolgung der Nazischergen zu entgehen, musste sich Germaine Koch-Vahl mit Hilfe guter Freunde bis Kriegsende verstecken. Vahl selbst wurde im Sommer 1943 zum Kriegsdienst eingezogen und im Rahmen eines Truppenbetreuungsprogramms an die Ostfront geschickt. Das Kriegende erlebte Vahl in amerikanischer Gefangenschaft, nach seiner
Entlassung lebte er mit seiner Frau zunächst eine Zeit lang in Berlin, um dann
in Hamburg eine neue Heimat zu finden. Er nahm seine Arbeit als Schauspieler
wieder auf, fand Engagements am "Floratheater"1), am "Theater im
Zimmer"1) bei Herbert Gmelin1)
(1891 1959) und am "Jungen Theater" bei
Friedrich Schütter2) (1921 1995).
Nicht nur die Theater- und Fernsehzuschauer konnte Vahl
begeistern, auch auf der Leinwand verkörperte er in verschiedenen Rollen
schlagfertige und verschmitzte Typen, die ihm auf den Leib geschneidert zu
sein schienen. So erlebte man ihn beispielsweise 1971 als Opa Hansen neben Heinz Erhardt
in "Unser Willi ist der Beste"1),
einen Opa mimte er auch in "Wir
hau'n den Hauswirt in die Pfanne"1) (1971) sowie in dem
musikalischen Heimatstreifen "Grün ist die Heide"1) (1972).
In der Musikkomödie "Die
lustigen Vier von der Tankstelle"1) (1972) zeigte er sich neben einem anderen nicht minder populären
Volksschauspieler, nämlich Willy Millowitsch, letztmalig tauchte er 1974 in "Frühling auf Immenhof"1)
im Kino auf, wo er den alten Wedderkopp mimte. Zur Spielzeit 1971/72 verließ Henry Vahl aufgrund von Differenzen mit der damaligen
Intendanz das "Ohnsorg-Theater"
und übernahm dann ein Jahr später im "St.-Pauli-Theater" die
Frauenrolle der "Zitronenjette"1), die er fast 200 Mal bis zu einem
schweren Kreislaufzusammenbruch im Januar 1975 spielte. Im darauffolgenden
Jahr erlitt Henry Vahl einen Schlaganfall, von dem er sich nicht mehr erholte.
Im Alter von 79 Jahren erlag der Schauspieler am 21. Juli 1977 in einer
Hamburger Klinik einem Kreislaufversagen bzw. den Folgen einer
Lungenentzündung. Seine letzte Ruhestätte fand Henry Vahl
in einer Grabstätte auf dem Hamburger
Hauptfriedhof Ohlsdorf, in der seine am 13. März 1975 verstorbene Ehefrau, die ehemalige Ballett-Tänzerin Germaine Koch
(1901 1975) beigesetzt worden war; Vahl hatte Germaine Koch am Lübecker Stadttheater kennengelernt
und 1925 geheiratet. Neben dem Grab von Henry Vahl und seiner Frau befindet
sich auch das Grab seines jüngerer Bruders, des Schauspielers Bruno Vahl-Berg1)
(1903 1994). |
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| Quellen (unter anderem): "Hamburgische Biografie.
Personenlexikon" von Franklin Kopitzsch und Dirk Brietzke (Band 2,
S.425) Link: 1) Wikipedia, 2) Kurzportrait innerhalb dieser HP |
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Siehe auch Wikipedia,
www.opern-freund.de,
www.ndr.de; Filmografie bei der Internet Movie Database |
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