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Karin Ugowski 2016 anlässlich der Verleihung "Deutscher Filmpreis"1) (Lola) in Berlin; Urheber: Sebastian Ugovsky; Lizenz: CC BY-SA 3.0; Quelle: karin-ugowski.com (karin-ugowski.com/fotos) bzw. Wikimedia Commons Karin Ugowski erblickte am 11. Juli 1943 (laut IMDb) als Karin Komischke und Tochter eines Offiziers in Berlin das Licht der Welt, wuchs in der Nachkriegszeit im Berliner Ortsteil Johannisthal1) auf. Obwohl sich die Eltern einen anderen Beruf für ihre Tochter gewünscht hatten, entschied sie sich für eine künstlerische Laufbahn und ließ sich ab 1962 drei Jahre lang an der "Deutschen Hochschule für Filmkunst" (heute "Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf"1)) in Potsdam-Babelsberg ausbilden. Nach einem kurzzeitigen Engagement am "Maxim-Gorki-Theater"1) kam Karin Ugowski Mitte der 1960er Jahre an die "Volksbühne"1), dessen Ensemble sie die kommenden Jahrzehnte bzw. bis Anfang der 2000er Jahre sowohl in Klassikern als auch Stücken der Moderne bereicherte. Zu den bekannten Inszenierungen, an denen die wandlungsfähige Schauspielerin beteiligt war, zählen in den 1970er Jahren unter anderem die von Benno Besson1) in Szene gesetzte Moličre-Komödie "Der Arzt wider Willen"1) sowie etliche Aufführungen, bei denen ihr damaliger Lebensgefährte Helmut Straßburger (oft gemeinsam mit Ernstgeorg Hering1)) seine Handschrift hinterließ. Zu nennen ist vor allem der philosophische Dialog "Rameaus Neffe"1) von Denis Diderot in der Übersetzung von Gustav Rohn (→ www.henschel-schauspiel.de), der seit der Premiere bzw. DDR-Erstaufführung am 3. Dezember 1973 im "Sternfoyer" mit rund 300 Vorstellungen zu den erfolgreichsten Produktionen der "Volksbühnen" zählte, zudem im Rahmen von nationalen und internationalen Gastspielen sowie in späteren Jahren im Fernsehen gezeigt wurde (EA: 24.10.1981 → fernsehenderddr.de). Die Besetzung bestand aus den beiden Protagonisten Winfried Wagner1) (Ich, der Philosoph) und Helmut Straßburger (Er, Rameaus Neffe) sowie Karin Ugowski (Madame) und Annekathrin Bürger (Mademoiselle).
 
Karin Ugowski 2016 anlässlich der Verleihung "Deutscher Filmpreis"
1) (Lola) in Berlin
Urheber: Sebastian Ugovsky; Lizenz: CC BY-SA 3.0
Quelle: karin-ugowski.com (karin-ugowski.com/fotos) bzw. Wikimedia Commons
In jüngerer Zeit stand auch Karin Ugowski für das ambitionierte Projekt, mit dem Shakespeares "Rosenkrieg"-Zyklus präsentiert wurde, auf der Bühne. Im Verlaufe des Jahres 1999 wurden an sechs Abenden im eigens in den "Prater"1), der zweiten Spielstätte der "Volksbühne" mitten im Szeneviertel des Prenzlauer Berg1), aufgestellten Nachbau des "Globe Theatre"1) Shakespeares Historien-Dramen gezeigt; Bert Neumann1) hatte für die Aufführungen extra ein "New Globe" geschaffen. Im 2. Teil "Heinrich IV., Teil 1: Die Lohnarbeiter"1) mit Gerd Preusche1) als Heinrich IV.1) gestaltete Karin Ugowski die Gräfin Westmoreland, im letzten und 8. Teil ""Richard III. – Der Fortschritt"1) mit Karin Neuhäuser1) als Herzog von Gloucester, dem späteren König Richard III.,1) die Königin Elisabeth1). Als Leander Haußmann1) im folgenden Jahr "Paul + Paula. Die Legende vom Glück ohne Ende" auf die Bühne brachte, besetzte er Karin Ugowski als muntere Rentnerin bzw. Pauls Frau Ines. Das ambivalent aufgenommene Ostalgie-Spektakel orientierte sich zum einen an dem DEFA-Kultfilm "Die Legende von Paul und Paula"1) (1973) zum anderen an der Theaterfassung des Filmskripts von Ulrich Plenzdorf1) bzw. seinem 1979 veröffentlichten Roman "Die Legende vom Glück ohne Ende", mit dem er den Stoff fortsetzte. Plenzdorfs Bühnenversion war 1979 kurz vor der Premiere abgesetzt worden, die Uraufführung fand schließlich am 29. Oktober 1983 am Theater Schwedt1) (Regie: Freya Klier1)) statt. → www.sn-herne.de. Zuletzt sah man Karin Ugowski in der ab 19. Dezember 2002 aufgeführten Collage "Königsberg" des St. Petersburger Film- und Theaterregisseurs Andrei Nekrasov1), wo sie die Mutter des russischen Geheimdienstagenten Vlad (Samuel Finzi1)) spielte → Auszug Theater-Wirken.

Noch während der Studien war die attraktive junge Frau für den Film entdeckt und von der DEFA1) mit Hauptrollen in drei Verfilmungen nach den Märchen der Gebrüder Grimm besetzt worden: In "Frau Holle"1) (1963) bezauberte sie als die fleißige Goldmarie, in "Die goldene Gans"1) (1964) als die Prinzessin, die nicht lachen konnte, und in "König Drosselbart"1) (1965) als die verwöhnte Königstochter Roswitha, die schließlich über Umwege mit König Drosselbart (Manfred Krug) ihr Glück findet. Diese Märchenadaptionen gehören zu den Klassikern des Genre und erfreuen sich noch heute großer Beliebtheit, werden immer wieder im Fernsehen gezeigt und sind auch auf DVD erschienen.
Es dauerte dann eine Weile, bis man Karin Ugowski wieder auf der Leinwand sah, in dem Science-Fiction-Streifen "Signale – Ein Weltraumabenteuer"1) (1970) mimte sie als Krystina ein Besatzungsmitglied des Forschungsraumschiff "Ikaros", in dem Indianerfilm "Osceola"1) (1971) mit "Vorzeige-Indianer" Gojko Mitić die Gladis, Tochter des reichen Plantagenbesitzers und Sklavenhalters William Raynes (Horst Schulze). Bis Ende der 1980er Jahre folgten immer mal wieder Auftritte in DEFA-Produktionen, unter anderem in der Verwechslungskomödie "Der Doppelgänger"1) (1985) als Filmehefrau des Modefotografen Benno (Peter Sodann) oder zuletzt in der Hörspiel-Adaption "Ein brauchbarer Mann"1) (1989).
Beim Fernsehen fand Karin Ugowski vielfältige Aufgaben und trat in den unterschiedlichsten Produktionen in Erscheinung. Man sah sie beispielsweise als Ehefrau des Feldwebels Toni Burian (Horst Weinheimer1)) in dem zweiteiligen Kundschafter-Abenteuer "Geheimkommando Spree"2) (1968), das mit der dreiteiligen Story "Geheime Spuren"2) (1969) fortgesetzt wurde. Sie tauchte mit Rolf Herricht in der Komödie "Tolle Tage"1) (1969) auf oder spielte mit dem legendären DDR-Star in dem Lustspiel "Ehe man Ehefrau bleibt"2) (1977). In der humorvollen Familienserie "Rentner haben niemals Zeit"1), die mit dem von Herbert Köfer und Helga Göring gespielten Rentner-Ehepaar Schmidt ein Millionenpublikum vor die Bildschirme lockte, zeigte sie sich 1978/79 als Maria Winkler, älteste Tochter der Schmidts.
Mehrfach war sie zwischen 1969 und 1990 in der populären Krimiserie "Der Staatsanwalt hat das Wort" vertreten, in der "Polizeiruf 110"1)-Folge "Blutgruppe AB"1) (1972) gehörte sie als Leutnant Helga Lindt und Partnerin von Jürgen Frohriep (Oberleutnant Jürgen Hübner) zum Ermittlerteam, das auch noch einmal gemeinsam in "Alarm am See"1) (1973) einen Fall zu lösen hatte; dieser ursprünglich als "Polizeiruf 110"-Folge produzierte Krimi wurde jedoch bei der Erstausstrahlung ohne den Reihentitel gesendet. In den Folgen "Freunde"1) (1984) und "Gestohlenes Glück"1) (1989) stand sie dann zwar erneut auf der Besetzungsliste, aber diesmal mit Nebenrollen bzw. nicht mehr als Jürgen Hübners Kollegin, der nun mit Leutnant Andreas Schöpke bzw. Oberleutnant Grawe alias Andreas Schmidt-Schaller auf Tätersuche ging.
Nach der so genannten "Wende" stand Karin Ugowski parallel zu ihrer Bühnentätigkeit weiterhin vor der TV-Kamera. Neben diversen Episodenrollen in Serien wie "Die Männer vom K3"1), "Praxis Bülowbogen"1), "In aller Freundschaft"1) oder einmal mehr beim "Polizeiruf 110" tauchte sie unter anderem in der 8. Staffel der RTL-Serie "Hinter Gittern – Der Frauenknast"1) (2002) als Gesetzesbrecherin bzw. Wahrsagerin Hannelore "Elena Drago" Schäfer auf, welche die anderen Insassinnen um ihr Geld betrügt. Eine durchgehende Rolle fand sie ab der der ersten Episode bzw. zwischen 2005 und 2009 als Eva Landmann in der ZDF-Telenovela "Wege zum Glück"1). Ihre besondere Wandlungsfähigkeit stellte sie vor einigen Jahren erneut in dem Kurzfilm "Open" (2005) von Charlotte Siebenrock unter Beweis, in dem sie sich innerhalb von drei Minuten von einer alten Tankraststätten-Bedienung in eine jung gebliebene lebensfrohe Frau verwandelte; der Kurzfilm wurde auf verschiedenen Filmfestivals gezeigt. Zuletzt hatte sie unter der Regie des israelischen Filmemachers Samuel Maoz1) in dem Kino-Drama "Foxtrot" den Part der unter Gedächtnisverlust leidenden, schwierigen Mutter des Protagonisten Michael Feldmann (Lior Ashkenazi1)) übernommen. Die internationale Koproduktion, die sich kritisch mit der israelischen Armee auseinandersetzt, wurde Ende 2014 als "eine tragische Familiengeschichte über Tod, Trauer und Schuld in Israel" angekündigt und 2017 bei den "Internationalen Filmfestspielen von Venedig"1) mit dem zweitwichtigsten Preis, dem "Silbernen Löwen" als "Großer Preis der Jury" ausgezeichnet → mehr Filmografie.
Erwähnt werden muss, dass Karin Ugowski sich einen Namen als Sprecherin machte, sowohl im Synchron- als auch Hörspielstudio vor dem Mikrofon stand; eine Auswahl der bei der ARD Hörspieldatenbank gelisteten Produktionen findet man hier. Sie lieh Fulvia Franco1) (als Amalia) in dem Melodram "Unterm Leuchtturm der Liebe"3) (1955, La rossa) in der 1988er Synchronisation ihre Stimme, sprach für Regina Rázlová die Mary Brown in der tschechischen Wallace-Verfilmung "Der geheimnisvolle Mönch" (1986), gedreht nach dem Krimi "Der schwarze Abt"1) mit Miloš Kopecký1) in der Hauptrolle des senilen Lord Harry Chelford; Kopecký wurde in Deutschland seit Ende der 1970er Jahre vor allem durch seinen Part des Oberarztes Dr. Štrosmajer in der legendären Serie "Das Krankenhaus am Rande der Stadt" bekannt.
  
Karin Ugowski war in erster Ehe mit dem Künstler Eberhard "Adi" Ugowski verheiratet, den sie bereits während ihres Schauspielstudiums kennengelernt hatte. Trotz des gemeinsamen Sohnes Jörg hielt die Verbindung nur wenige Jahre, den Ehenamen "Ugowski" behielt sie bei, da sie als Schauspielerin inzwischen einem größerem Publikum bekannt war. Ein zweiter Sohn, der Autor und Filmemacher Sebastian Ugowski (geb. 1976, auch Ugovsky), der zudem als Sänger und Schauspieler tätig war und sowohl als Komponist als auch als Musik-Produzent unter dem Pseudonym "Gilmano" internationale Musikerfolge verzeichnete, stammt aus der langjährigen Beziehung mit dem Regisseur, Schauspieler und Theaterleiter Helmut Straßburger. Seit 1993 ist die Schauspielerin mit dem Maler und Grafiker Günter Horn1) verheiratet, Schüler des berühmten Berliner Malers Otto Nagel1) → www.guenter-horn.com; Horn schuf unter anderem das Bühnenbild der erfolgreichen Inszenierungen von "Rameaus Neffe". 
Mit ihrem Ehemann engagiert sich Karin Ugowski für die Kulturförderung im mecklenburgischen Nordosten Deutschlands, das Paar lebt vorwiegend auf einem Hof in der Geimeinde Grammentin1) (Mecklenburg-Vorpommern). Bis 2006 war der von Horn und seiner Frau jährlich veranstaltete Kunsthof in der Galerie "Das Gehöft" in Grammentin ein sommerlicher Anlaufpunkt für Künstler, Aussteller, Kunstfreunde und Touristen aus aller Welt. Fester Bestandteil sind jährlich sich wiederholende Herbst-Veranstaltungen und spontane Programme zu Jahrestagen oder Anlässen im Zusammenhang mit anderen bekannten Künstlern geworden, bei denen Karin Ugowski mit Gästen wie beispielsweise ihrem Kollegen Peter Zimmermann1) Lesungen abhält.
Wikipedia führt zudem aus: "In den 1980er Jahren pflegte die Schauspielerin eine langjährige geistige Freundschaft mit dem Autor und Texter Peter Brasch1) (1955 – 2001), Bruder des ebenfalls bekannten Autors und Theatermachers Thomas Brasch1) (1945 –2001) sowie des Schauspielers Klaus Brasch1) (1950 – 1980) und der Schriftstellerin Marion Brasch1) (* 1961). Peter Brasch widmete ihr einen Gedichtband (Buch-Widmung) und schrieb das Radio-Hörspiel "Die goldene Gans" (1989) inspiriert durch ihre Verkörperung der Prinzessin Roswitha in der gleichnamigen Verfilmung von 1964."
Seit 2006 ist Karin Ugowski aktives Mitglied der "Deutschen Filmakademie"1).

Quellen: "Lexikon der DDR-Stars"*), Wikipedia, www.karin-ugowski.com, www.filmstadt-quedlinburg.de sowie
ehemalige Seite defa-sternstunden.de → Memento bei web.archive.org
*) "Lexikon der DDR-Stars" von F.-B. Habel und Volker Wachter (Ausgabe 1999, S. 344)
Fremde Links: 1) Wikipedia, 2) fernsehenderddr.de, 3) prisma.de
Stand Dezember 2017
       
Theater-Wirken (Auszug)
Quelle (unter anderem): Wikipedia, www.karin-ugowski.com
(Fremde Links: Wikipedia; R = Regie; UA = Uraufführung, EA = Erstaufführung, P = Premiere)
Filme
Kino / Fernsehen
Filmografie bei der Internet Movie Database sowie filmportal.de
(Fremde Links:  Wikipedia, filmportal.de, defa-stiftung.de,
fernsehenderddr.de, fernsehserien.de, tittelbach.tv)
Kinofilme Fernsehen (Auszug)
Hörspielproduktionen (Auszug)
(Link: ARD-Hörspieldatenbank (mit Datum der Erstausstrahlung), Wikipedia)
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