| Mia May |
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Mia May wurde am 2. Juni 1884 als Hermine Pfleger in Wien geboren.
Früh zeigte sie Interesse für die Schauspielerei, nahm schon als Kind
Ballett- und Schauspielunterricht. Bald stand sie am Wiener
"Prater-Theater" mit Kinderrollen auf der Bühne; zu der Zeit
hatte sie sich den Künstlernamen "Hermine Angelot" gegeben.
1902 heiratete sie Julius Otto Mandl (geb. 1880), der sich später als
Filmproduzent und Stummfilm-Regisseur einen Namen machte. In seiner Jugend
hatte dieser das Leben eines Playboys geführt und das elterliche Vermögen restlos durchgebracht. 1910 kamen beide nach Deutschland, unter dem Künstlernamen "Mia May" trat Hermine Mandl in Hamburg in Operetten auf, kam später in Berlin durch ihren Mann, der sich nun "Joe May" nannte, mit dem Film in Berührung; in den kommenden Jahren spielte sie fast ausschließlich unter dessen Regie in Melodramen und Gesellschaftsfilmen, arbeitete auch an einem Teil der Drehbücher mit; außerdem fungierte sie zeitweise als Geschäftsführerin der 1915 gegründeten "May-Film GmbH" und betätigte sich auch als Cutterin. 1912 gab sie ihr Leinwanddebüt in dem stummen Bergarbeiter-Drama "In der Tiefe des Schachtes", populär wurde sie dann in den beliebten Detektivserien um "Joe Debbs" an der Seite von Max Landa. Es folgten Filme wie "Die Sünde der Helga Arndt", (1916), die Titelrollen in "Die Liebe der Betty Raymond" sowie "Hilde Warren und der Tod" (beide 1917), in letzterem mit Bruno Kastner als Partner. Nach Ende des 2. Weltkrieges gehörte Mia May zu den Stars der stummen Leinwand und spielte große Rollen. So agierte sie beispielsweise 1919/1920 als Maud Gregaards in der achtteiligen Reihe um die "Herrin der Welt", teilweise mit Joe May hinter der Kamera. Mit Fritz Lang drehte sie die Romanze "das Wandernde Bild" (1920), Paul Bildt war ihr Partner in "Die Schuld der Lavinia Morland" (1920). An der Seite Conrad Veidts als Bengalischem Maharadscha mimte sie die Irene Amundsen in "Das Indische Grabmal: Die Sendung des Yoghi" (1921) und "Das Indische Grabmal: Der Tiger von Eschnapur" (1921), nach dem Roman von Thea von Harbou, zu dem Fritz Lang das Drehbuch geschrieben hatte. Nach dem vierteiligen Rührstück "Tragödie der Liebe" (1922/1923) und "Liebesbriefe der Baronin von S " (1924) beendete die Diva ihre filmische Karriere, nicht zuletzt auch wegen eines privaten Schicksalsschlages: Am 10. September 1924 hatte sich ihre 1902 geborene Tochter Eva May, die inzwischen auch auf der Leinwand Furore gemacht hatte, in Baden bei Wien erschossen. Mit Beginn des Nazi-Regimes emigrierte Mia May mit ihrem jüdischen Mann 1933 nach Amerika, wo Joe May bis 1944 mehr oder weniger erfolgreich weitere Filme drehte; Mia May trat als Schauspielerin nicht mehr in Erscheinung. Nach Ende des 2. Weltkrieges eröffneten beide 1949 gemeinsam das Restaurant "The Blue Danube" in Los Angeles, das jedoch nach wenigen Wochen wieder schließen musste; über den weiteren Lebensweg des Paares ist so gut wie nichts bekannt. Mia May, der einstige Stummfilmstar verstarb am 28. November 1980 mit 96 Jahren in ihrer Wahlheimat Los Angeles; ihr Mann Joe war bereits am 29. April 1954 in Hollywood verstorben. Mia May, eine Ikone der Stummfilmzeit, hatte auf der Leinwand als arme Waise begonnen, mimte die naive Unschuld in den Streifen jener Zeit, die melodramatisch Höhen und Tiefen des Lebens nachzeichneten. Ihr kindliches Puppengesicht stand im Kontrast zum eisernen Willen mancher ihrer Figuren und prädestinierte sie für den großen "Problemfilm". ("Lexikon der deutschen Film- und TV-Stars" von Adolf Heinzelmeier/Berndt Schulz) |
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Textpassagen der Biografie aus: "Lexikon der deutschen Film- und
TV-Stars" von Adolf Heinzelmeier/Berndt Schulz sowie von www.cyranos.ch; siehe auch wikipedia.org Fotos bei bei silent-movies.com und film.virtual-history.com Filmografie bei der german.imdb.com |
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