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Obwohl Arnim Dahl kein Filmschauspieler im eigentlichen Sinne war,
gehörte er in den 1950er und 60er Jahren zu den Leinwandstars: Er war der
erste Stuntman Deutschlands und avancierte als "Klettermaxe"
zu den Publikumslieblingen.
Dahl erblickte am 12. März 1922 in Stettin das Licht der Welt und wurde in eine
sportliche Familie hineingeboren, sein Vater war deutscher Meister im Kunstspringen,
seine Mutter eine erfolgreiche Leichtathletin. So war es nicht weiter
verwunderlich, dass auch Sohn Arnim die sportliche Laufbahn einschlug.
Mit sechzehn Jahren wurde er Jugendmeister im Kunstspringen,
wollte den Beruf des Sportlehrers ergreifen, doch der 2. Weltkrieg
machte seine Pläne zunichte, da Dahl seinen Dienst in der Wehrmacht
antreten musste.
Nach Kriegsende hielt er sich eine Zeit lang mit verschiedensten
Aktivitäten bei Wanderbühnen und beim Zirkus über Wasser, arbeitete
als Clown und Trapezartist, und sprang auch schon mal als Double beim
Film ein, wenn für gefährliche Szenen ein Stuntman gebraucht wurde.
Als Kurt Hoffmann für seine unterhaltsame Kriminalkomödie "Klettermaxe" (1952) einen
Mann suchte, der für Hauptdarsteller Albert Lieven
die halsbrecherischen Szenen spielen konnte, bekam Arnim Dahl den Job
und avancierte mit etlichen nachfolgenden Streifen zum bekanntesten
Stuntman des Kinos nicht nur in Deutschland. "Lieber zehn Minuten Angst als einen Monat
arbeiten" war fortan sein Wahlspruch, und ein grob gestrickter roten Schal um den Hals sein Erkennungszeichen.
Das Foto wurde mir freundlicherweise von dem Fotografen
Edmond Frederik zur Verfügung gestellt.
© Edmond Frederik
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Es gab keine Aufgabe, die "Klettermaxe", wie er fortan
liebevoll genannt wurde, nicht übernahm: Aufnahmen von spektakulären Sprüngen,
unter anderem von einem fahrenden Hamburger Hochbahnzug in die Elbe,
gingen um die Welt, 1959 machte er als "King Kong" mit einem Handstand
auf dem äußersten Dachgeländer des 381 Meter hohen Empire State Building in New York von sich reden
und auch sein Sprung aus 47 Metern Höhe von einem Kran ins Wilhelmshavener
Hafenbecken zog die Medien an. Dieser letztgenannte spektakuläre Stunt
hätte fast das Ende seiner Karriere bedeutet, Dahl brach sich die Wirbelsäule und
musste fast ein Jahr lang im Gipsbett liegen.
Neben seinen gefahrvollen Aktionen versuchte sich Arnim Dahl Anfang der
1960er Jahre auch als Fernsehmoderator von Kindersendungen: Er war 1960
Gastgeber des Kinderquiz "Hier stimmt was nicht",
in dem bei Berichten über "kleine Begebenheiten" eingebaute Fehler,
etwa dass Bild und Ton nicht übereinstimmten, erkannt werden mussten;
ein Jahr später folgte die Sendung "Eins vor zwei zurück",
in der zwei Jugendmannschaften Geschicklichkeitsaufgaben zu lösen
hatten.
1964 brachte Herbert Gerhard Doll das Buch "Arnim Dahl genannt
Klettermaxe" auf den Markt.
In mehr als vierzig Filmen zeigte Arnim Dahl sein artistisches Können
und doubelte große Stars wie Curd Jürgens, Kirk Douglas oder Heinz Rühmann
wie in dem Film "Wenn der Vater mit dem Sohne" (1955); seine
Bilanz weist über 100 Knochenbrüche und zahlreiche
Krankenhausaufenthalte auf und noch mit 60 Jahren übte er seinen
abenteuerlichen Beruf aus. 1992 zog sich Dahl endgültig ins Privatleben
zurück und lebte nach der Scheidung von seiner dritten Ehefrau
in seinem Haus im schleswig-holsteinischen Wedel. Ein langes
"Rentnerdasein" war ihm nicht mehr vergönnt, Arnim Dahl
erkrankte an Krebs und musste sich mehreren Operationen unterziehen. Er
erlag am 3. August 1998 mit 78 Jahren im
schleswig-holsteinischen Wedel seiner Krankheit.
Anlässlich des Todes von Arnim Dahl würdigte der damalige Bürgermeister Ortwin Runde
den Verstorbenen mit den Worten "Sein Leben lang hat Arnim Dahl mit halsbrecherischen
Aktionen den Tod herausgefordert und Hamburg und die Welt in Atem gehalten.
In der Erinnerung bleiben die Bilder aus Zeitungen und Filmen: Arnim Dahl auf Hafenkränen,
Türmen und von der Hochbahn in die Elbe springend. In Erinnerung bleibt auch der liebenswerte
und bescheidene Mensch, der im persönlichen Umgang so
gar nichts von einem Sensationsdarsteller an sich hatte."
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