Larry Martin Hagman wurde am 21. September 1931 in Weatherford (Texas) als Sohn des berühmten Musical-Stars Mary Martin1) (1913 – 1990) und des Rechtsanwalts Benjamin Hagman geboren.
Die Ehe seiner Eltern wurde 1936 geschieden und Hagman's Mutter heiratete dann den Produzenten Richard Halliday. Der junge Hagman wuchs teils bei seiner Mutter, teils bei seinem Vater in Fort Worth/Texas auf, meistens lebte er jedoch bei seiner Großmutter in Los Angeles. Nach deren Tod, Hagman war gerade 12 Jahre alt, ging er zurück zur Mutter, die mittlerweile eine erfolgreiche Karriere am Broadway vorzuweisen hatte.
Hagman besuchte mehrere Privatschulen und ein Jahr ein College in Annandale-on-Hudson im Staat New York. Dort legte Larry ein ziemlich ungehobeltes Benehmen an den Tag: Er flog von insgesamt 15 Schulen, trank Hochprozentiges und rauchte wie ein Schlot. Gelegenheitsjobs mit John Terells Wandertheatern in Florida und New Jersey brachten ihm erste Bühnenerfahrungen.

Foto: © Bernd Schaller (www.schallerfoto.de)
(Das Foto wurde mir freundlicherweise von dem Fotografen Bernd Schaller zur Verfügung gestellt. Das Copyright liegt bei Bernd Schaller; das Foto darf nicht für andere Zwecke verwendet werden.)
Larry Hagman
Als Hagman's Mutter mit dem Broadway-Hit "South Pacific" nach London ging, überredete sie ihren Sohn, im gleichen Musical eine Rolle zu übernehmen. Hagman blieb daraufhin fünf Jahre in Europa, wo er u.a. für die US Air Force Shows leitete.
1956 in die USA zurückgekehrt, spielte er zuerst in Off-Broadway-Produktionen, dann 1959 am Broadway selbst in "God and Kate Murphy", "The Nervous Set", 1959/60 in "The Warm Peninsula" und 1962/63 in "The Beauty Party"; Engagements erhielt er ferner in verschiedenen TV-Serien.
Vorübergehend arbeitslos, kam er Ende 1964 wegen einer ihm angebotenen Rolle in "Alfred Hitchcock Hour" – sie wurde nicht realisiert – nach Hollywood. Den Durchbruch im Fernsehen schaffte er dort als Tony Nelson in der Science-Fiction-TV-Serie "I Dream of Jeannie" (Bezaubernde Jeannie), die von 1965 bis 1970 lief. Obwohl die Serie ein großer Erfolg wurde und Larry Hagman im ganzen Land bekannt machte, stagnierte seine Karriere zunächst.
 
Bezaubernde Jeannie
Sie glauben nicht an Märchen aus 1001 Nacht? An dienstbare Flaschengeister oder dergleichen? Dann kennen Sie noch nicht die Bezaubernde Jeannie. Folgende Geschichte hat sich zugetragen…
Tony Nelson (Larry Hagman) ist Astronaut bei der NASA. Nach einem abgebrochenen Raumflug landet seine Raumkapsel auf einer einsamen Insel. Hier findet er eine altertümliche Flasche aus der eine wundervolle Jeannie (Barbara Eden) entschwebt. Der quirlige Flaschengeist sorgt nach der Rückkehr ins Raumfahrtzentrum für allerlei Aufregung. Nur Tonys bester Freund Roger Healy (Bill Daily) wird in das Geheimnis eingeweiht. NASA-Psychater Dr. Alfred Bellows (Hayden Rorke) liegt des öfteren auf seiner eigenen Couch, weil er am Phänomen Nelson förmlich verzweifelt.

Insgesamt 139 Folgen wurden produziert, davon die ersten 30 in schwarzweiß. 78 Folgen liefen seinerzeit im ZDF. Die Synchronsprecher waren unter anderem: Barbara Eden – Heidi Treutler und Larry Hagman – Gig Malzacher. Wiederholungen und Erstausstrahlungen liefen bei SAT 1 und Kabel 1.
Quelle: www.tvder60er.de; siehe auch die Beschreibung innerhalb dieser HP

  
Seinen ersten Kinofilm "Ennsign Pulver" (Operation Pazifik) drehte Hagman ebenfalls 1964. Bei verschiedenen kalifornischen Filmgesellschaften war er in der Folge unter Vertrag und spielte immer wieder in zweitklassigen Fernsehserien. Zum Erfolg des Lebens wurde für den Schauspieler, den schwere Nervenzusammenbrüche mitunter zum Pausieren zwangen, ab 1979 die CBS-TV-Kultserie "Dallas", eine texanische Familiensaga, die als weltweit größter Serienhit bis heute gilt. "Dallas" war die erste Seifenoper, welche in der abendlichen Hauptsendezeit des amerikanischen Fernsehens lief und Einschaltquoten von rund 53 Prozent erreichte. Star war Hagman in der Rolle des J. R. Ewing als machthungriger, intriganter, sadistischer Bösewicht. "Die Zeit war reif für einen wirklich gemeinen Kerl", sagte Hagman einmal zu seinem Welterfolg, "und ich bin's!"
Die Serie, die im Laufe der 13-jährigen Sendezeit ständig in der Gunst der Seher stieg, half CBS wieder zur Führung im amerikanischen TV-Abendprogramm.
"Dallas" wurde zu einem Straßenfeger, der ersten generationenüberschreitenden Langzeitserie. Ewings berühmte Southfork Ranch, deren Besitzer übrigens wirklich J. R. hieß, steht etwa 30 Autominuten nördlich der Innenstadt von Dallas. In 70 Ländern der Erde nahmen zudem die Fernsehzuschauer teil am Auf und Ab der Milliardärsfamilie Ewing. In der Bundesrepublik Deutschland lief "Dallas" in der ARD am 30. Juni 1981 an, durchschnittlich 12 bis 15 Millionen Bürger erwarteten in den Anfangsjahren, später 7 bis 8 Millionen, den niederträchtigen, die Szene souverän beherrschenden "J. R." alias Hagman.
  
Dallas
J. R. – Ölmagnat und ewiger Intrigant; er liebt seine Familie und seine Geschäfte – nicht unbedingt in dieser Reihenfolge. Nachdem sein Vater Jock sich zur Ruhe gesetzt hatte, übernahm J. R. die Leitung des Unternehmens "Ewing Oil". Von diesem Zeitpunkt an begann ein endloser Kampf um Geld, Macht und Einfluss. Auch mit den Mitteln der Bestechung und Erpressung will J. R. von Anfang an aus Ewing Oil die größte unabhängige Ölfirma in Texas machen. Sein Ziel verfolgend, vermeidet er es konsequent, mit seinem Bruder Bobby zu kooperieren, der von derartigen Methoden nur ausnahmsweise Gebrauch macht. Als die Schwester seiner Frau Sue Ellen, Kristin, nach Dallas zieht, beginnt J. R. eine Affäre mit ihr.
Nachdem er sie fallen lässt, beschließt sie, sich zu rächen und schießt schließlich auf ihn. Anschließend behauptet sie, von J. R. schwanger zu sein und folglich überredet J. R. den Staatsanwalt, keine Anklage wegen der Schießerei zu erheben.
Nach Jocks Tod kämpft J. R. mit Bobby um die Position des Geschäftsführers. Obwohl Bobby die Schlacht gewinnt, teilt er die Leitung mit seinem Bruder. J. R.s hauptsächliche Rivalen sind, vom Anfang an, Cliff Barnes und der Vorstandsvorsitzende von West Star, Jeremy Wendell, der später von Carter McKay abgelöst wird.
In der letzten Folge scheint J. R. Selbstmord zu begehen. In den Fortsetzungsfilmen "J. R. kehrt zurück" und "Kampf bis aufs Messer" ist er jedoch zurück und täuscht seinen eigenen Tod vor, um zurückzubekommen, was er am Ende der Serie verloren hat.

Quelle: walruspage.progipark.com; siehe auch Wikipedia sowie www.dallas-online.de
  
Der Kriegsfilm "Der Adler ist gelandet"1) (1976, The Eagle Has Landed) und eine kleine Rolle als Major in Richard Donners "Superman" (1978) bildeten die Höhepunkte in Hagmans Spielfilmkarriere der späten 70er Jahre, die gegenüber seinen unzähligen TV-Auftritten eher bescheiden ausfällt. "Dallas" allerdings verhalf ihm zu Titelbildern in "Time" und zu weltweitem Ruhm. Auf der Kinoleinwand sah man ihn zuletzt 1995 in Oliver Stones Filmbiografie "Nixon"1) (Nixon – Der Untergang eines Präsidenten) und 1998 als Gouverneur in der Politikkomödie "Mit aller Macht" (Primary Colors).
Im Sommer 1991 traten Hagman und Linda Gray alias "Sue Ellen" aus "Dallas" gemeinsam in Wien in A. R. Gurneys Stück "Love Letters" auf.
Hagman ist seit 1954 mit der schwedischen Modedesignerin Maj Axelsson verheiratet; beide führen eine für Hollywood-Maßstäbe vorbildliche Ehe. Sie haben eine gemeinsame Tochter Heidi, die ebenfalls Schauspielerin ist, und Sohn Preston.
"Dallas"-Ikone Larry Hagman hat zugegeben, während seiner Alkoholsucht deutlich mehr gekippt zu haben, als bisher angenommen wurde. Fünf Flaschen Champagner täglich sollen es gewesen sein – nicht "nur" drei. "Anschließend trank ich noch Wodka. Ich frage mich, ob ich ein besserer Schauspieler gewesen wäre ohne Alkohol. Vielleicht. Vielleicht aber auch ein viel schlechterer", so Hagman. Die Folgen dieses exzessiven Lebenswandels blieben nicht aus: Im August 1995 bekam Larry Hagman in einer 16-stündigen Operation eine neue Leber, wodurch ihm das Leben gerettet wurde. Er glaubte selbst nicht, dass er 1996 erleben würde. Doch Hagmanm überstand Alkoholsucht, Zirrhose, Krebs und Lebertransplantation. Sein Leben hat er radikal verändert: Jeden Tag geht er spazieren, stemmt Gewichte, radelt mehrere Kilometer auf dem Home-Trainer, 20 Kilo schlanker ist er geworden, Alkohol ist tabu.

Im  Februar 2003 erschien Larry Hagmans unterhaltsame Autobiografie "Bezaubernder Bösewicht" bei der Verlagsgruppe Lübbe. In dieser abwechslungsreich, humorvoll und nachdenklich erzählten Lebensgeschichte schildert Hagman seine Kindheit, spricht über seine Karriere als Schauspieler und bekennt sich offen zu seinen zeitweiligen Alkohol- und Drogenproblemen, die letztlich dazu führten, dass er sich 1994 einer Lebertransplantation unterziehen musste.
Ende 2003 konnte man in der Presse nachlesen, dass Hagman seit einiger Zeit wieder vermehrt dem Alkohol zugesprochen habe; in einer Notoperation habe man ihm in Los Angeles einen Teil seiner transplantierten Leber entfernen müssen, doch Hagmans Zustand habe sich nicht verbessert und er sei nach Hause entlassen worden, da die Ärzte nichts mehr für den Hollywood-Star tun könnten.
Offensichtlich hat er sich aber wiederholt, seit 2006 Zeit ist Hagman unter anderem in der TV-Soap "Nip/Tuck – Schönheit hat ihren Preis"1) als Burt Landau zu sehen, Mitte November 2005 war er Stargast bei der Unesco-Benefizgala "Kinder in Not" in Düsseldorf.
Jüngst tauchte er in der "Traumschiff"-Episode "Indian Summer" (EA: 01.01.2010) mit einer Gastrolle auf und mimte einen amerikanischen Immobilienmakler. Danach hatte er unter anderem Auftritte in zwei Episoden bei den "Desperate Housewives"1) als neuer Stiefvater von Lynette Scavo (Felicity Huffman), spielte in der US-amerikanischen TV-Produktion "The Flight of the Swan" (2011).
 
Foto: Larry Hagman im März 2010 bei "Markus Lanz"1)
Quelle: Wikipedia bzw. Wikimedia Commons
Urheber: Udo Grimberg (Wikipedia-Benutzer Chester100)
Lizenz zur Veröffentlichung siehe hier
Larry Hagman im März 2010 bei "Markus Lanz"; Quelle: Wikipedia bzw. Wikimedia Commons; Urheber: Udo Grimberg; Diese Datei ist unter der Creative Commons-Lizenz Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported lizenziert.
Aktuell ging durch die Presse, dass Hagman in der Neuauflage von "Dallas" wieder als skrupelloser Fiesling J.R. Ewing auf dem Bildschirm erscheinen will. Auch seine alten Kollegen aus der legendären TV-Serie, Linda Gray als Sue Ellen und Patrick Duffy als Bobby, sollen laut Informationen des US-Senders CNN erneut mit von der Partie sein; ein Vertrag für einen Pilotfilm soll bereits unter Dach und Fach sein. Man darf also gespannt sein …
 
Larry Hagman ist seit ist 1954 glücklich mit der gebürtigen Schwedin Maj Axelsson verheiratet, aus der Verbindung stammen Tochter Heidi Kristina (geb. 1958) und Sohn Preston (geb. 1962). Vor einiger Zeit ging durch die Presse, dass die Maj Hagman an Demenz erkrankt sei und sich ihr Zustand zunehmend verschlechtere. Anfang Juni versteigerte Hagman im Auktionshaus "Julien's Auctions" im kalifornischen Beverly Hills mehr als 400 Erinnerungstücke aus seiner "Dallas"-Zeit und nahm eine beachtliche Summe ein, die er unter anderem für die Pflege seiner Frau verwenden will.
 
Link: 1) Wikipedia
Lizenz Foto Larry Hagman (Urheber Udo Grimberg):
Diese Datei ist unter der Creative Commons-Lizenz Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported lizenziert.
Stand Juni 2011
Offizielle Website (in englisch): www.larryhagman.com; siehe auch Wikipedia
  
Kinofilme
Filmografie bei www.imdb.de
1964: Ensign Pulver (Operation Pazifik)
1964: Fail-Safe (Angriffsziel Moskau)
1964: The Cavern
1965: In Harm's Way (Erster Sieg)
1966: The Group (Die Clique)
1970: Up in the Cellar (Der Nacktstar)
1972: Beware! The Blob
1973: Antonio
1974: Harry and Tonto (Harry und Tonto)
1974: Stardust
1976: Mother, Jugs & Speed
1976: The Big Bus (Die haarsträubende Reise in einem verrückten Bus)
1976: The Eagle Has Landed (Der Adler ist gelandet)
1977: Checkered Flag or Crash
1977: Cry for Justice (Das Urteil des Richters)
1978: Superman
1981: Jag rodnar
1981: S.O.B. (S.O.B. – Hollywoods letzter Heuler)
1993: Harley-Davidson: The American Motorcycle
1995: Nixon (Nixon – Der Untergang eines Präsidenten)
1998: Primary Colors (Mit aller Macht)
1999: Toscano
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