John Wayne wurde als Marion Robert Morrison am 26. Mai 1907 als Sohn von Clyde Leonard Morrison (1884 – 1937) und dessen Ehefrau Mary Alberta (1885 – 1970) in Winterset (Iowa) geboren; noch heute ist der Geburtsort für eingefleischte Wayne-Fans eine Art Wallfahrtsort. Als seine Eltern beschlossen, auch ihren zweitgeborenen Sohn Robert zu nennen, änderten sie Waynes Geburtsnamen in Marion Michael ab. Nachdem die Familie aufgrund der Lungenprobleme des Vaters wegen des wärmeren Klimas 1911 nach Kalifornien gezogen war und dieser in Lancaster zwei Jahre lang mehr schlecht als recht eine Farm betrieb, kamen sie schließlich 1916 nach Glendale, einem Vorort von Los Angeles, wo Morrison Senior eine Apotheke betrieb und sein Sohn die "Glendale High Schoolquot; besuchte. Später studierte er Jura und Volkswirtschaftslehre an der Universität Süd Kalifornien in Los Angeles …und er war ein großer Football-Spieler, doch nach einem Schwimmunfall musste er seine Träume von einer Sportlerkarriere begraben. Das Stipendium, dass er als Football-Spieler erhalten hatte, reichte vorne und hinten nicht zum Leben. Deshalb begann Morrison 1926 bei der "Fox" als Requisiteur, war dann Komparse und spielte bald kleinere Filmrollen, vor allem bei seinem Freund John Ford, der sein wichtigster Regisseur bleiben sollte. Dieser setzte ihn 1930 in "The Big Trail" (Der große Treck) ein. Trotz des Misserfolges dieser Produktion blieb das Jurastudium auf der Strecke. "Duke Morrison", so hieß Wayne in seinen ersten Filmen, drehte einen Streifen nach dem anderen, allein in den kommenden acht Jahren kamen so rund 80 Filme zusammen, manche mehr, manche weniger bekannt.
1939 gelang ihm der endgültige Durchbruch mit der Hauptrolle des Outlaws Ringo Kid in dem Klassiker "Stagecoach"1) (Höllenfahrt nach Santa Fé). Erst vor den Dreharbeiten zu diesem Film verpasste man "Duke Morrison" einen neuen Namen: Zunächst noch unter "Trevor", dann unter "John" wurde der Name "Wayne" zum Synonym für den Western schlechthin. Schlagkräftig und bibelfest, schnell bei der Hand mit der Winchester und einer Tracht Prügel für die widerspenstige Frau, stakste Wayne durch seine Filme, das Klischee vom Sinnbild amerikanischer Größe. Kinoklassiker wie "Red River"1) (1948, auch: Panik am roten Fluß2)), "Ford Apache"1) (1948, Bis zum Letzten Mann2)), "She Wore a Yellow Ribbon"1) (1949, Der Teufelshauptmann), "Rio Grande"1) (1950) "The Searchers"1)  (1956, Der schwarze Falke), "The Horse Soldiers"1) (1959, Der letzte Befehl), "The Comancheros"1) (1961, Die Comancheros) sowie "The Man Who Shot Liberty Valance"1) (1962, Der Mann, der Liberty Valance erschoss2)) ließen Wayne unsterblich und schon zu Lebzeiten zur Legende werden.
Westernheld John Wayne: Szenenfoto aus der Dokumentation "John Wayne - Eine amerikanische Legende" (1991); Foto freundlicherweise zur Verfügung gestellt von "Pidax film" Unbedingt sehenswert ist auch der inzwischen zum Kultfilm avancierte, von Howard Hawks gedrehte Western "Rio Bravo"1) (1959) mit einen trinkfesten Dean Martin, mit dem Wayne auch für Henry Hathaways "The Sons of Katie Elder"1)  (1965, Die vier Söhne der Katie Elder2)) vor der Kamera stand, ebenso wie das Afrika-Abenteuer "Hatari"1) (1961, Hatari2)) von Regisseur Howard Hawks. "The War Wagon"1)  (1966, Die Gewaltigen) zeigt Wayne an der Seite von Kirk Douglas, mit Rock Hudson spielte er in "The Undefeated"1) (1969, Die Unbesiegten), nicht ganz so gelungen war der harte Western "Chisum"1), ebenfalls aus dem Jahre 1969 → Wikipedia.
 
Westernheld John Wayne
Szenenfoto aus der Dokumentation "John Wayne – Eine amerikanische Legende" (1991)
Foto freundlicherweise zur Verfügung gestellt von "Pidax film",
welche die Produktion Mitte August 2013 auf DVD herausbrachte.
Die Hollywood-Legende verkörperte für Millionen von Amerikanern der Mittelklasse den Traum vom Wilden Westen, der Rückkehr zum freien Leben jenseits administrativer Zwangsmaßnahmen, die Verwirklichung wirrer Pubertätsträume, mit denen sich die Masse der getretenen Arbeiter den Feierabend vertrieb. Hohe Schauspielkunst war nicht gefordert. Der 1,92 Meter große Hüne verkörperte genau das, was man sich unter einem Westernhelden vorstellte. "Für mein Gefühl waren viele Westernstars vor mir zu verdammt perfekt. Ich versuchte, einen Mann zu spielen, der sich schmutzig macht, der schwitzt, aber auch gerne Mädchen küsst. Der sauber kämpft, so lange es möglich ist, aber schmutzig, wenn es nicht anders geht.", so einmal Wayne über seine Rollen.
John Wayne gehörte zu den Mächtigen in Hollywood. Außer seiner Stellung als einer der ganz wenigen Spitzenstars besaß er noch eine eigene Produktionsgesellschaft, die "Batjac", so benannt nach dem Schiff, das Wayne in Edward Ludwigs Abenteuer "Im Banne der roten Hexe" (1949, Wake of the Red Witch") kommandierte. Besonders in den von ihm selbst produzierten Filmen beschwor der selbstbewusste Star, der sich gern "The Duke" nennen ließ, seinen eigenen Mythos.
Am deutlichsten geschah das in in dem Heldenepos "The Alamo"1) (1960, Alamo2)), bei dem Wayne selbst Regie führte. Der Film erzählt die Geschichte der berühmten Festungsbelagerung bzw. der Schlacht von Alamo2) im Jahr 1836, bei der der mexikanische General Santa Ana2) mit einer Übermacht das Fort Alamo erstürmte und die Besatzung bis auf den letzten Mann niedermacht. Wayne spielte selbst den legendären Kriegshelden Davy Crockett2), der in Alamo getötet wird. 1967 schließlich gab Wayne mit dem Kriegsfilm "The Green Berets"2) (Die grünen Teufel) als Hauptdarsteller und Co-Regisseur sein persönliches Bekenntnis zum Vietnam-Krieg ab, "The Green Berets" – so hießen die amerikanischen Vietnam-Kämpfer.
Zynischerweise entstand der Film kurz nach dem meisterhaften Howard-Hawks-Western "El Dorado"1) (1967, El Dorado2)), in dem der Held im Sattel einen herrlich ironischen Denkzettel erhält, wenn er nur mühsam auf sein Pferd kommt. Und seinen einzigen Oscar erhielt Wayne erst, nachdem er sich 1969 in "True Grit"1) (Der Marshall2)) als trinkfester, alternder Marshal Rooster Cogburn selbst aufs Korn nahm. Unbedingt sehenswert für Western-Fans sind auch die Produktionen "Hondo"2) (1953, Man nennt mich Hondo), "Rio Lobo"1) (1970, Rio Lobo2)), "Big Jake"1) (1971, Big Jake2)), "The Cowboys"1) (1972, Die Cowboys2)) und "The Train Robbers"1) (1973, Dreckiges Gold). Ein besonderes Highlight ist die Westernkomödie "Rooster Cogburn"1) (1975, Mit Dynamit und frommen Sprüchen2)), mit John Wayne erneut als einäugigem, raubeinigen Marshal Rooster Cogburn und Katharine Hepburn als frommer, nicht minder renitenten Pfarrerstochter Eula.

Dazwischen lagen Streifen, die nahezu in Vergessenheit geraten sind, so beispielsweise die Kriegsfilme "Long Voyage Home"1) (1940, Der lange Weg nach Cardiff), "They Were Expendable"1) (1945, Schnellboote vor Bataan), die Abenteuer "Reap the Wild Wind"1) (1942, Piraten im Karibischen Meer), "The Conqueror1) (1955, Der Eroberer), der Western "Three Godfathers"1) (1948, Spuren im Sand) oder die Agentenfilme "Jet Pilot" (1957, Düsenjäger) und "McQ"2) (1973, McQ schlägt zu).
Dass John Wayne auch in Komödie zu überzeugen wusste, bewies er mit der gelungenen Charakterstudie des Ex-Boxers Sean Thornton in John Fords Literaturadaption "The Quiet Man"1) (1952, Der Sieger), in der Westernkomödie "North to Alaska"1) (1960, Land der tausend Abenteuer2)) von Regisseur Henry Hathaway oder in John Fords unterhaltsamen Geschichte "Donovan's Reef"1) (1962, Die Hafenkneipe von Tahiti). Auch in dem aufwendig und spektakulär inszenierten Kriegsfilm "The Longest Day"2) (1961, Der längste Tag) gehörte Wayne als Colonel Benjamin Vandervoort zur hochkarätigen Besetzung. Seine letzte Rolle spielte Wayne unter der Regie von Don Siegel 1976 in dem Spätwestern "Der Shootist"1) (Der Shootist – Der letzte Scharfschütze)2): Hier verkörperte der von seiner eigenen Krebserkrankung gezeichnete Wayne einen todkranken, krebskranken Revolverhelden.
 
Der Kettenraucher John Wayne entging bereits 1963 knapp dem Tode, als er an Krebs erkrankte. Nachdem ihm ein Lungenflügel entfernt worden war, schien die Krankheit zunächst besiegt. Doch knapp 15 Jahre später holte ihn der Krebs wieder ein. Kurz nach seinem letzten öffentlichen Auftritt bei der Oscar-Verleihung 1979 starb er am 11. November 1979 im Alter von 72 Jahren in Los Angeles an Lungen- und Magen-Krebs. John Wayne, der als Western-Held zum Mythos wurde, fand auf dem "Pacific View Memorial Park" im südkalifornischen Corona del Mar (Stadtteil von Newport Beach) in der Nähe von drei großen Bäumen mit Blick auf das Meer seine letzte Ruhe. "Er war hässlich, er war stark, und er hatte Würde" (Feo, fuerte y formal) sollte die kernige Inschrift auf John Waynes Grab lauten, die der Star kurz vor seinem Tod am 12. Juni 1979 selbst gewählt hatte – Sein Wunsch ging nicht in Erfüllung. Stattdessen bekam die – wegen der Angst vor Grabräubern – betont schmucklose Ruhestätte 20 Jahre nach Waynes Tod einen in den Boden eingelassenen Grabstein mit einem Relief des Darstellers zu Pferde vor dem "Alamo" und einem Zitat aus einem Interview: "Tomorrow is the most important thing in life. Comes into us at midnight very clean. It's perfect when it arrives and it puts itself in our hands. It hopes we've learned something from yesterday." notiert Wikipedia  → Foto der Grabstelle bei Wikimedia Commons und knerger.de.
Dafür ist John Wayne mit einer drei Meter großen Bronzefigur in der Eingangshalle des "John Wayne"-Flughafens im südkalifornischen Irvine allgegenwärtig – mit Cowboyhut, Westernstiefeln und die Hand am Revolver.

Sein Tod war wie eine große Hollywood-Inszenierung. Als der Hollywood-Star auf dem Sterbebett lag, erschienen die ersten Sonderausgaben der Boulevardblätter, dann startet ein Fernsehsender die erste Retrospektive. Ronald Reagan, späterer Präsident der USA und in jüngeren Jahren ein eher glückloser Filmdarsteller, schwärmte von seinem Vorbild: "Niemand vertritt die Werte unseres Landes so wie er." Und Präsident Jimmy Carter eilte ans Sterbebett. Wayne beichtet seine letzten Sünden – und ließ sich taufen. Dann starb er wie ein echter Amerikaner. Aufrichtigkeit, Männlichkeit und penetranter Patriotismus waren im Film wie im Leben die Ideale, für die das Western-Idol gerade gestanden hatte. 
John Wayne war drei Mal verheiratet, jeweils mit Lateinamerikanerinnen, und bekam sieben Kinder. Am 24. Juni 1933 ehelichte er Josephine Alcia Saenz3) (1908 – 2003), die ihm vier Kinder schenkte: Die Söhne Michael (1934 – 2003) und Patrick Wayne (geb. 1939) sowie die Töchter Mary Antonia, genannt "Toni" (1936 – 2000) und Melinda (geb. 1940). Doch schon nach wenigen Jahren lebte sich das Paar auseinander und trennte sich 1943, zwei Jahre später erfolgte die Scheidung. Mit der mexikanischen Schauspielerin Esperanza Baur3) (1924 – 1961), die er am 17. Januar 1946 ehelichte, schien Wayne zunächst ein neues Glück gefunden zu haben. Doch Ehefrau Nummer 2 stellte sich als äußerst eifersüchtig dar und soll auch dem Alkohol nicht abgeneigt gewesen sein – nach acht Jahren endete am 1. November 1954 auch diese Verbindung offiziell vor dem Scheidungsrichter. Noch am gleichen Tag gab er der 21 Jahre jüngeren Peruanerin Pilar Pallete3), Tochter eines Senators und ebenfalls Schauspielerin, das Ja-Wort. Pilar Pallete gab ihre Filmkarriere auf und machte Wayne mit den gemeinsamen Kinder Aissa (geb. 1956), Ethan (geb. 1962) und Marisa (geb. 1966) erneut zum Vater; Sohn John Ethan Wayne3) versuchte sich vor allem in den 1980er Jahren als Filmdarsteller. Nach der Trennung von Pilar im Jahre 1973 begann Wayne eine Beziehung mit seiner ehemaligen Sekretärin Pat Stacy (1941 – 1995), die bis zu seinem Tod Bestand hatte. 1983 veröffentlichte Stacy eine Biografie über die gemeinsame Zeit mit Wayne unter dem Titel "Duke: A Love Story".
Waynes ältester Sohn Michael Wayne3) aus der Verbindung mit Josephine Alcia Saenz wurde Filmproduzent und arbeitete mit seinem Vater eng in der Familienfirma "Batjac Productions" zusammen. Patrick Wayne3) (geb. 1939) ergriff ebenfalls Schauspielerberuf und trat neben seinem Vater in jugendlichen Rollen auf. Tochter Mary Antonia "Toni" (1936 – 2000), verheiratet mit Donald La Cava und Mutter von acht Kindern, stand verschiedentlich vor der Kamera, Tochter Melinda Wayne-Munoz (geb. 1940) hatte neben ihrem Vater eine winzige Rolle in John Fords Western "The Quiet Man" (1952, Die Katze mit dem roten Haar).
"John Wayne war der erfolgreichste Filmheld des Jahrhunderts und die Verkörperung Amerikas, von Millionen geliebt, von vielen gehasst, zum Schluss von allen bewundert als der Mann, der den Ritt zum großen Saloon über den Wolken mit Weisheit, Würde und Witz antritt", so ein Zitat aus einer John-Wayne-Biographie. Schlagen, schießen, saufen - raufen, reiten, rauchen: Das Leinwand-Image von John Wayne hat klare Konturen. Kritiker werfen dem amerikanischen Schauspieler vor, immer nur die gleiche Rolle zu spielen. Wayne entgegnet darauf, dass ihm die Ehefrau von Filmstar Harry Carey geraten habe: Enttäusche die Erwartungshaltung des Publikums nicht. "Das war der beste Rat meines Lebens", sagt Wayne später. Obwohl er auch Abenteuer- und Kriegsfilme dreht, ist Wayne die Inkarnation des Western.*)  
Am 26. Mai 2007 wäre die Western-Legende 100 Jahre alt geworden.
DVD-Cover: John Wayne – Eine amerikanische Legende; Abbildung DVD-Cover mit freundlicher Genehmigung von "Pidax film"

Verschiedenste Autoren haben sich mit dem Leben des "Duke" beschäftigt, von George Carpozi stammt das 1984 veröffentlichte Buch "John Wayne. Seine Filme – sein Leben (The John Wayne Story), von Ronald L. Davis kam "Duke: The Life and Image of John Wayne" auf den Markt und Michael Munn publizierte "John Wayne: The Man Behind the Myth" – um nur einiges zu nennen.
 
Von Fritz Otto Stachorowski stammt die Dokumentation "John Wayne – Eine amerikanische Legende" aus dem Jahre 1991. Der rund 60-minütige Film "zeichnet ein Porträt des berühmten Schauspielers. Die Produktion des SWR aus dem Jahr 1991 vereint Originalaufnahmen von wichtigen Stätten im Leben Waynes und ehemaligen Drehorten wie Geburtsort, Monument Valley oder den Old Tucson Studios mit Filmausschnitten, Fotos sowie Interviews von Weggefährten (u. a. mit Ehefrau Pilar, Maureen O'Hara, Harry Carey jr., Iron Eyes Cody, Andrew V. McLaglen). In Dokumentaraufnahmen kommt zudem der private John Wayne zu Wort. Thematisiert werden ferner der weltberühmte "John-Wayne-Gang", als auch der patriotische Sprechgesang der amerikanischen Legende zu seinem eigenen Epos um die Schlacht von Alamo. Das DVD-Cover dieses Doku-Highlights ziert ein eindrucksvolles Bild von Waynes OSCAR-prämierten Rooster Cogburn aus "Der Marshal"." kann man bei "Pidax film" lesen, welche die Produktion Mitte August 2013 auf DVD herausbrachte.
 
 
Abbildung DVD-Cover mit freundlicher Genehmigung von "Pidax film"

Textbausteine des Kurzportraits von www.prisma.de sowie
Infos zum Privatlenen bei Wikipedia (englisch)
Siehe auch Wikipedia (deutsch,mit einer Übersicht der Auszeichnungen) sowie
www.whoswho.de, www.film-zeit.de
Link: 1)  prisma.de, 2) Wikipedia (deutsch), 3) Wikipedia (englisch)
*) Quelle: www.wdr.de (Seite nicht mehr abrufbar)
 
Kinofilme (Auszug)
Filmografie bei der Internet Movie Database sowie
Wikipedia (deutsch) / Wikipedia (englisch)
(Link: Wikipedia, in Klammern: prisma.de)
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