Nils Asther wurde am 17. Januar 1897 als Nils Anton Alfhild Asther in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen (nach anderen Quellen in Hellerup, Großraum Kopenhagen) geboren. Einigen Quellen zufolge waren seine leiblichen Eltern unbekannt, Asther soll kurz nach der Geburt von einem wohlhabenden Ehepaar aus Malmö (Schweden) adoptiert worden sein, wo er seine Kindheit und Jugend verbrachte. Als junger Mann entschied er sich für die Schauspielerei, ließ sich in Stockholm an der renommierten Schauspielakademie des "Königlichen Dramatischen Theaters" ausbilden. Dort entdeckte ihn 1916 der schwedische Regisseur Mauritz Stiller1) (1883 – 1928) , der spätere Mentor der legendären Greta Garbo2) (1905 – 1990), und engagierte ihn für das stumme Melodram "Ikarus"1) (1916, Vingarne). Der Streifen war eine Verfilmung des Romans "Michael" ("MikaŽl", 1904) des dänischen Schriftstellers, Journalisten und Dandys Herman Bang1) (1857 – 1912), mit dem der Autor die Homosexualität thematisiert. Die Hauptrolle des MikaŽl verkörperte der schwedische Schauspieler Lars Hanson1) (1886 – 1965), Nils Asther spielte in seinem Leinwanddebüt eine kleinere Nebenrolle. 
Im Laufe der Jahre folgten größere Aufgaben bzw. Auftritte in etlichen schwedischen, dänischen aber auch deutschen Stummfilmproduktionen, mit denen der blendend aussehende, etwas exotisch wirkende Nils Asther rasch zum Star aufstieg. In Deutschland drehte er unter anderem mit Regisseur Lothar Mendes das Abenteuer "Die drei Kuckucksuhren"3) (1926) und trat als Reginald Ellis in Erscheinung, in Manfred Noas Kriegsdrama "Die versunkene Flotte" (1926) nach dem gleichnamigen Roman von Helmut Lorenz mimte er den Torpedo-Offizier Günther Adenried oder in Jaap Speyers "Hotelratten" (1927) den Fürsten Ladrone.

Foto: Nils Asther vor 1929
Urheber bzw. Nutzungsrechtinhaber: Alexander Binder1) (1888 – 1929)
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Nils Asther vor 1929; Urheber bzw. Nutzungsrechtinhaber: Alexander Binder (1888†Ė†1929); Quelle: Wikipedia bzw. Wikimedia Commons
Nils Asther vor 1929; Urheber bzw. Nutzungsrechtinhaber: Alexander Binder (1888 Ė 1929); Quelle: www.cyranos.ch Den Höhepunkt seiner Karriere erlebte Nils Asther dann ab Ende der 1920er Jahre in Amerika bzw. Hollywood, wohin er 1927 gegangen war. Hier mimte er meist den romantischen Liebhaber, erhielt Hauptrollen an der Seite so berühmter Leinwandstars wie Pola Negri, Greta Garbo oder Joan Crawford. Herbert Brenon besetzte ihn als Sohn Kit in seiner Warwick Deeping-Adaption "Hauptmann Sorrell und sein Sohn"1) (1927, Sorrell and Son), mit Pola Negri drehte er "Die Liebschaften einer Schauspielerin" (1928, Loves of an Actress). Joan Crawford war seine Partnerin in "Dream of Love"1) (1928) und "Männerfang"1) (1928, Our Dancing Daughters). Furore machte er als javanischer Prinz de Gace in Sidney Franklins Melodram "Wilde Orchideen"1) (1929, Wild Orchids), dem die junge Lillie Sterling (Greta Garbo) verfällt, ebenso wie mit seinem zweiten Garbo-Streifen "Unsichtbare Fesseln"1) (1929, The Single Standard). Hier mimte Asther den Künstler bzw. ehemaligen Boxer Packy, der mit der nach unkonventionellen Regeln lebenden Debütantin der High Society von San Francisco, Arden Stuart (Garbo), ein Verhältnis hat. In "Unsichtbare Fesseln" gibt es einige subtile Anspielungen auf das schon bekannte Image der Garbo als Einzelgängerin. So kreuzen Packy und sie auf der Yacht "The All Alone" durch die Südsee. Arden macht auch gerne Spaziergänge allein durch den Regen, ganz wie es die Klatschpresse gerne über Greta Garbo berichtete.4) Beide Streifen ließen trotz des nahen Endes der Stummfilm-Ära die Kinokassen klingeln.

Foto: Nils Asther vor 1929
Urheber bzw. Nutzungsrechtinhaber: Alexander Binder1) (1888 – 1929)
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Mit Aufkommen der "Talkies" hatte Asther aufgrund seines Akzent erhebliche Probleme und erhielt zunächst kaum noch Filmangebote. Nach seiner Heirat (1930) mit Vivian Duncan (1897 – 1986), Teil des berühmten Vaudeville-Geschwisterpaares "The Duncan Sisters"5), tourte er einige Zeit mit seiner Frau durch Amerika, kehrte erst 1932 wieder nach Hollywood zurück. Als ihm Clarence Brown eine Hauptrolle in seinem Krimi "Der letzte Schritt"1) (1932, Letty Lynton) anbot, war Nils Asther wieder, wenn auch nur für kurze Zeit, auf der Leinwand zurück und überzeugte an der Seite von Joan Crawford als zwielichtig-sadistischer Liebhaber Emile Renaul. Auch für seine Titelrolle des chinesischen Generals Yen in Frank Capras Liebesdrama "Das Verhängnis des General Yen"1) (1933, The Bitter Tea of General Yen) nach dem gleichnamigen Roman von Grace Zaring Stone erhielt der Schauspieler durchweg gute Kritiken – diesmal war Barbara Stanwyck seine Partnerin. Seine wohl beste schauspielerische Leistung war die des ungarischen Offiziers Geza Petery, der sich in Richard Boleslawskis Melodram "Schwarzrote Kirschen"1) (1933, Storm at Daybreak) in die Frau (Kay Francis) seines besten Freundes, des serbischen Majors Dushan Radovic (Walter Huston) verliebt und mit ihr schließlich den Freitod wählt. 
Trotz des Erfolges dieser drei Filme wurde Asther Mitte der 1930er Jahre wegen Differenzen mit den Studiochefs bzw. Vertragbruchs von "Metro-Goldwyn-Mayer" (MGM) entlassen und auf die sogenannte "schwarze Liste" gesetzt. Er ging daraufhin für vier Jahre nach Großbritannien, zurück in den USA konnte er aber trotz knapp weiterer 20 Filme nicht mehr an seine früheren Erfolge anknüpfen. Er zeigte er sich ab 1941 in Kinoproduktionen wie "Dr. Kildare – Der Hochzeitstag" (1941, Dr. Kildare's Wedding Day) oder "Son of Lassie " (1945), meist waren es B-Movies, in denen er agierte. In den 1950er Jahren übernahm er sporadisch auch Gastrollen in verschiedenen TV-Serien. 1958 ging er nach Schweden zurück, trat mit kleineren Parts in vier schwedischen bzw. dänischen Kinoproduktionen in Erscheinung und stand gelegentlich auch wieder auf der Bühne. 1963 beendete er endgültig seine schauspielerische Laufbahn, zog sich ins Privatleben zurück und widmete sich seinen Hobby wie der Malerei.
  
Nils Asther starb am 13. Oktober 1981 im Alter von 84 Jahren in der schwedischen Hauptstadt Stockholm; die letzte Ruhe fand er auf dem Friedhof in Hotagen (Jämtland, Schweden).
Aus der kurzen Ehe mit Vivian Duncan, von der sich bereits 1932 nach zwei Jahre scheiden ließ, ging Tochter Evelyn hervor. Kolportiert werden verschiedene Affären, unter anderem mit der rund dreißig Jahre älteren schwedischen Theatermimin Augusta Lindberg (1866 – 1943), mit Regisseur Mauritz Stiller, aber auch mit seiner Filmpartnerin Greta Garbo.
Seine Autobiographie "Narrens väg" wurde 1988 in Schweden posthum veröffentlicht. Ein Stern auf dem "Hollywood Walk of Fame" erinnert an den einstigen Stummfilm-Star und Publikumsliebling, der vor allem die Frauenherzen höher schlagen ließ.
Quelle (unter anderem): Wikipedia (deutsch) und Wikipedia (englisch)
Siehe auch www.cyranos.ch
Fotos bei www.goldensilents.com, www.virtual-history.com
Link: 1) Wikipedia (deutsch), 2) Kurzportrait innerhalb dieser HP, 3) Murnau Stiftung, 5) Wikipedia (englisch)
Quelle: 4) Artikel bei Wikipedia zu "Unsichtbare Fesseln"
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Filme (Auszug)
Filmografie bei der Internet Movie Database
(Link: Wikipedia (deutsch, englisch), Murnau Stiftung, filmportal.de)
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