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Der Münchner Volkssänger und Komiker Weiß-Ferdl wurde am 28. Juni 1883
als Ferdinand Weisheitinger im bayerischen Wallfahrtsort Altötting geboren.
Neben Karl Valentin1)
(1882 1948) gehört er zu den bekanntesten und beliebtesten
Vertretern der bayerischen Kleinkunstszene, wurde auch über die
Grenzen des Freistaates bekannt und populär. Als Sohn einer ledigen
Kellnerin wuchs er bei seiner Großmutter auf, schon als Kind zeigte
sich sein künstlerisches Talent, doch zunächst machte er eine Lehre
als Schriftsetzer und begab sich dann erst auf die
"Bretter, die die Welt bedeuten". Sein komisches Talent bewies
er erstmals in Regensburg, ab 1906 trat der damals 23-Jährige am
legendären "Münchner Platzl" als Sänger auf und
blieb der Volksbühne über 30 Jahre lang verbunden. Ab 1916 wurde er
bis 1944 Leiter der Bühne und unter seiner Ägide wurde so manches
Talent entdeckt und später berühmt, wie beispielsweise 1937 die
Schauspielerin Erni Singerl1) (1921 2005). Der Humor Weiß-Ferdls war urwüchsig und nicht immer geradeheraus, seine Kunst bestand in der Andeutung, die Jedermann verstand, ohne dass etwas gesagt worden wäre. Auf diese Weise konnte er viel Kritik unter die Leute bringen, ohne jemals wirklich irgendwo anzuecken. Vor allem in der Zeit des Nationalsozialismus kam ihm dieses Talent zugute; so wird folgende Anekdote von ihm berichtet: Weiß Ferdl trieb während der Nazizeit einmal drei Schweine auf die Bühne. Er kommentierte: "Die kleine da ist das Kind Mann, die mittlere ist die Frau Mann, und wegen dieser fetten Sau hab ich 8 Tage sitzen müssen". Jedermann wusste, dass niemand anderes als der Reichsmarschall "Herr-mann" Göring gemeint sein konnte. "Man sagt ja nix, man red' ja bloß, und laut denken werd' ma doch no dürfen, solang ma nix sagt." Dieses Zitat beschreibt den Humor Weiß-Ferdl durchaus zutreffend.
Obwohl Weiß-Ferdl in der Nazizeit das Regime oft persifliert hat
und deswegen auch verschiedentlich im Gefängnis war, wird er wegen seiner "braunen" Vergangenheit heute auch kritisch betrachtet.
Er war schon früh Sympathisant der Nationalsozialisten und pflegte den Kontakt zur NSDAP.
1946 wurde er von der Entnazifizierungsbehörde als "Mitläufer" verurteilt, obwohl im Urteil
stehen soll, dass der "Humorist der Gewaltherrschaft aktiven Widerstand
geleistet" hätte das verbreitete jedenfalls Weiß-Ferdl selbst Neben seiner umfangreichen Arbeit als Komiker, Sänger und Schauspieler verfasste Weiß-Ferdl auch einige Bauernschwänke und Bücher. Der legendäre Weiß-Volkskomiker erlag am 19. Juni 1949 im Alter von 66 Jahren in einem Münchener Krankenhaus den Folgen eines Herzanfalls; in seinen letzten Lebensjahren war er wegen seiner Herzerkrankung kaum noch aufgetreten. Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung sowie künstlerischer Weggefährten wurde er auf dem Sollner Waldfriedhof in München beigesetzt und bereits lange vor Beginn der Trauerfeier war die Grabstätte von dichten Menschenmengen umlagert. Weiß Ferdl verfügte über die Gabe der spitzen Zunge und war in der Denk- und Gefühlswelt der kleinen Leute bestens bewandert. Ihre Wünsche, Sehnsüchte und Träume setzte er in deftig-kritische Verse um. Viele seiner Sketche und Lieder wurden über Bayern hinaus bekannt, waren doch die Preiß'n eine beliebte Zielscheibe seines Vortrags. Er verfasste mehrere Bühnenstücke und schrieb auch Bücher. Neben seinen Filmprojekten bewältigte er zeitweilig bis zu neun Vorstellungen pro Woche auf der Theaterbühne des "Platzl". Als bekanntestes Stück auf Humorschallplatten findet sich "Ein Wagen von der Linie 8". Zahlreiche weitere Tondokumente und Mitschnitte von Auftritten sind auch heute noch von ihm zu hören.3) Vier Jahre nach seinem Tod errichteten die "Münchner Bürger ihrem Volkssänger" so die Inschrift 1953 dem beliebten Humoristen am berühmten Münchener Viktualienmarkt ein Denkmal, geschaffen von dem Bildhauer Josef Erber4) (1904 2000): Als bronzenes Brunnenmännlein steht er klein und gedrungen auf dem Sockel, reckt spitzbübisch unter dem flachrunden Hütchen seine Himmelfahrtsnase aus dem runden Kopf gen Himmel. Weiß-Ferdl befindet sich in guter Gesellschaft: Auf dem Platz stehen Skulpturen und Brunnen, die unvergessenen Münchner Originalen gewidmet sind: Karl Valentin1) (1882 1948), Liesl Karlstadt1) (1892 1960), Elise Aulinger4) (1881 1965), Roider Jakl4) (1906 1975) und Ida Schumacher4) (1894 1956). |
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Link: 1) Kurzportrait innerhalb dieser HP, 2) Murnau Stiftung, 4) Wikipedia Quelle: 3) Wikipedia (abgerufen 20.09.2011) |
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Siehe auch Wikipedia,
www.cyranos.ch,
br-online.de Fotos bei film.virtual-history.com; Filmografie bei www.imdb.de |
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