Lya Mara wurde am 1. August 1897 als Aleksandra Gudoviča und Tochter eines Beamten in Riga (Lettland) geboren. Schon früh zeigte sich ihre Begabung für Naturwissenschaften, so dass ihre Eltern ihr den Besuch eines Gymnasiums ermöglichten. Als ihr Vater starb, konnte die Mutter, die neben Lya noch fünf weitere Geschwister ernähren musste, die Kosten für das Gymnasium nicht mehr aufbringen und Lya musste die Schule verlassen. Da sie sich auch schon immer für Schauspielerei und Tanz interessiert hatte, entschloss sich das junge Mädchen, in Riga eine Ballettschule zu besuchen und erhielt wenig später ein erstes Engagement am dortigen Stadttheater. Rasch avancierte Lya Mara zu einer gefragten Solotänzerin, bereits zu Beginn des 1. Weltkrieges stieg sie in Warschau zur Primaballerina auf. Hier wurde der Produzent, Regisseur und Schauspieler Friedrich Zelnik1) (1885 – 1950) auf sie aufmerksam, der sie 1917 zum Film nach Berlin holte und das attraktive junge Mädchen wenig später heiratete; bereits in ihrer Heimat hatte die Tänzerin einige, wenn auch unbedeutend gebliebene Stummfilme wie "Bestia" (1915) oder "Studenci" (1916) gedreht.
 
 
Foto: Lya Mara 1929
Urheber bzw. Nutzungsrechtinhaber: Alexander Binder1) (1888 – 1929)
Quelle: Wikipedia bzw. Wikimedia Commons; Ross-Karte Nr. 4180/1
Lizenz: Diese Bild- oder Mediendatei ist gemeinfrei, weil ihre urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist. Dies gilt für die Europäische Union, die Vereinigten Staaten, Australien und alle weiteren Staaten mit einer gesetzlichen Schutzfrist von 70 Jahren nach dem Tod des Urhebers.
Lya Mara, 1929; Urheber bzw. Nutzungsrechtinhaber: Alexander Binder (1888 – 1929); Quelle: Wikipedia bzw. Wikimedia Commons; Ross-Karte Nr. 4180/1; Lizenz: Diese Bild- oder Mediendatei ist gemeinfrei, weil ihre urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist. Dies gilt für die Europäische Union, die Vereinigten Staaten, Australien und alle weiteren Staaten mit einer gesetzlichen Schutzfrist von 70 Jahren nach dem Tod des Urhebers.
In den folgenden Jahren stand Lya Mara fast ausschließlich vor der Stummfilmkamera. Unter der Regie ihres Mannes entstanden mit ihr Streifen wie "Anna Karenina" (1919), "Lydia Sanin" (1922), "Die Geliebte des Königs" (1922), "Auf Befehl der Pompadour" (1924) oder "Die Venus von Montmarte" (1925), wo sie (bis auf "Anna Karenina") an der Seite von Hans Albers agierte. In "Die Lachende Grille" (1926) war Alfred Abel ihr Partner, in "An der schönen blauen Donau" (1926) spielte sie mit Harry Liedtke sowie erneut mit Hans Albers und in "Das Tanzende Wien"  (1927) sah man sie wieder mit Alfred Abel. 1929 folgte noch "Der Rote Kreis" sowie eine winzige Rolle in Zelniks Film "Mein Herz ist eine Jazzband", dann zog sich Lya Mara weitestgehend von der Leinwand zurück; wohl auch wegen eines schweren Autounfalls, den sie Ende der 1920er Jahre erlitten hatte. Lediglich 1931 sah man sie noch einmal in dem Tonfilm "Jeder fragt nach Erika"2) – natürlich einem Zelnik-Film.
Seit ihrer Heirat mit Zelnik gehörte Lya Mara zur Berliner Film- und Künstlerszene, in ihrem Haus gingen bekannte Filmschaffende der damaligen Zeit ein und aus. Ihr Publikumserfolg schlug sich auch in einem Romanheftchen-Reihe nieder, welche zwischen 1927 und 1928 erschien.
Mit dem Tonfilm endete die Karriere der Lya Mara.
  
1933 ging das Paar nach London, Lya Mara stand dort jedoch nicht mehr vor der Kamera. Nach dem Tod ihres Mannes im Jahre 1950 zog sie sich vollständig aus der Film-Szene zurück und soll in die Schweiz gegangen sein. Ihr weiteres Schicksal ist unbekannt. Anderen Quellen zufolge soll Lya Mara bereits während des 2. Weltkrieges ums Leben gekommen sein.
  
Die Schauspielerin und Tänzerin, die vor allem für ihre Darstellung des typischen Wiener Mädels berühmt geworden ist, war dem Stummfilm mit seinen Kolportagen verhaftet, die Zelnik ganz auf seine Frau zugeschnitten hatte. Zur Kinokönigin stieg sie auf, als sie Unschuld mit Sex-Appeal, Naivität mit Koketterie mischte; sie konnte einfache Mädchen ebenso verkörpern wie mondäne, standhafte Damen.3)
  
Link: 1) Wikipedia, 2) Murnau Stiftung
3) Quelle: "Lexikon der deutschen Film- und TV-Stars" von Adolf  Heinzelmeier/Berndt Schulz, Ausgabe 2000, S.  235
Textbausteine des Kurzportraits aus: "Lexikon der deutschen Film- und TV-Stars" von Adolf  Heinzelmeier/Berndt Schulz
 sowie von www.cyranos.ch, wo man auch ein Foto von Lya Mara findet.
Weitere Fotos bei silent-movies.com und film.virtual-history.com
Kurzportrait bei Wikipedia, Filmografie bei www.imdb.de
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