Felix von Manteuffel 2011; Urheber: Wikimedia-User Dontworry; Lizenz: CC BY-SA 3.0; Quelle: Wikimedia Commons Der Schauspieler mit baltischen Wurzeln Felix von Manteuffel erblickte am 6. Mai 1945 als Friedrich Karl Baron von Manteuffel-Szoege im oberbayerischen Bayrischzell das Licht der Welt. Aufgewachsen in München, besuchte er dort zwischen 1967 und 1970 die "Otto-Falckenberg-Schule"1), noch während der Schauspieler-Ausbildung gab er 1969 an den "Münchner Kammerspielen" sein Bühnendebüt als zweiter Kuli in dem Brecht-Stück "Die Ausnahme und die Regel". 1970 trat der aufstrebende Schauspieler ein Engagement am Theater in Ulm, konnte hier unter anderem als Ferdinand in Schillers "Kabale und Liebe"1), als unbekümmerter junger Volker in "Eisenwichser"1) von Heinrich Henkel sowie mit der Titelfigur in Georg Büchners "Dantons Tod"1) überzeugen. 1972 folgte von Manteuffel einem Ruf an die "Münchner Kammerspiele", dessen Ensemble er bis 1984 angehörte. Er "war einer der meistbeschäftigten jungen Schauspieler des Hauses, geschätzt als Gestalter von weichen, labilen Charakteren und verzärtelten Figuren."*) Rollen gestaltete er unter anderem als ehemaliger Theologiestudent Erich Spitta in Hauptmanns "Die Ratten" (1972) und als Mani in Hansjörg Schneiders Dialektschauspiel "Sennen-Tuntschi". "Felix von Manteuffel traf höchst reizvoll die Balance zwischen Grazie und Idiotismus – in seinem kretinösen Milchgesicht brannten immer wieder ein paar Funken von Engelsunschuld und Kinderzauber." schrieb unter anderem Benjamin Henrichs1) in der "Süddeutschen Zeitung" (03.03.1973).*)

Felix von Manteuffel 2011
Urheber: Wikimedia-User Dontworry; Lizenz: CC BY-SA 3.0
Quelle: Wikimedia Commons

Nach seiner Zeit an den "Münchner Kammerspielen" band sich von Manteuffel zunächst nicht mehr fest an ein Haus und arbeitete als freischaffender Schauspieler unter anderem am "Schauspiel Köln", in Hamburger am "Thalia Theater" und "Deutschen Schauspielhaus", am "Schauspielhaus Zürich" und am "Bayerischen Staatsschauspiel". Nach einigen Gastauftritten am "Schauspiel Frankfurt" war von Manteuffel seit der Spielzeit 2004/05 bis 2013 dort festes Ensemblemitglied, danach übernahm er Gastrollen. Verschiedentlich stand er in Frankfurt zusammen mit Ehefrau Leslie Malton1) auf der Bühne; seit 1995 ist das Paar miteinander verheiratet.
Im folgenden eine Auswahl der Rollen, mit denen Felix von Manteuffel sowohl in Klassikern als auch in Bühnenwerken der Moderne im Verlauf der Jahrzehnte an den verschiedenen Bühnen Publikum und Kritiker zu überzeugen wusste (wenn nicht anders vermerkt Link: Wikipedia):
Felix von Manteuffel im Hörspiel-Studio mit der Rolle des Johann Faltermayr in "Pfingstwunder" (EA: 16.11.2014); Quelle und Link: ARD Hörspieldatenbank; Foto mit freundlicher Genehmigung der "hr media Lizenz- und Verlagsgesellschaft mbH"; Copyright HR/Benjamin Knabe
Felix von Manteuffel im Hörspiel-Studio
mit der Rolle des Johann Faltermayr in
"Pfingstwunder" (EA: 16.11.2014)
Quelle und Link: ARD Hörspieldatenbank; Foto mit freundlicher Genehmigung
der "hr media Lizenz- und Verlagsgesellschaft mbH"
© HR/Benjamin Knabe
Darüber hinaus konnte man von Manteuffel unter anderem seit 2008 bei den "Theatergastspielen Kempf" als Vater Frank in dem Stück "Die Frau von früher"5) von Roland Schimmelpfennig erleben – in dem Ehekrieg-Drama, das von Manteuffel selbst in Szene gesetzt hatte, spielte Ehefrau Leslie Malton den Part von Franks psychisch gestörten Ex-Geliebten Romy Vogtländer; im Frühjahr 2010 kam es zu einer Wiederaufnahme des Schauspiels, das als Auftragswerk für das Wiener "Burgtheater" entstanden war (UA: 12.09.2004) → www.kempf-theater.de. Roswitha Grosse beschloß ihre Kritik dieser Inszenierung lobend: "Hier brachten fünf authentisch agierende Darsteller in einer überzeugenden Inszenierung das Grauen auf die Bühne – und die Frage nach Liebe, Schuld und Schicksal." (SZ, 13.03.2008)*) Weitere Kritiken bei www.kempf-theater.de.
Seit Mitte Oktober 2016 brillierte das Ehepaar von Manteuffel/Malton seit  Edward Albees berühmten Drama "Wer hat Angst vor Virginia Woolf?"1), von Manteuffel gestaltet den Geschichtsprofessor George, Malton dessen Ehefrau Martha → www.kempf-theater.de.
  
Ein Jahr zuvor hatte von Manteuffel seit Ende Januar 2015 in Berlin am "Theater am Kurfürstendamm" in dem Broadway-Hit "Eine Familie – August: Osage County" als pensionierter Lehrer und Poet Beverly Weston Erfolge gefeiert, einer mit dem "Pulitzer-Preis1) für Theater" ausgezeichneten bitterbösen Komödie des US-amerikanischen Schauspielers und Dramatikers Tracy Letts1), verfilmt 2013 von John Wells unter anderem mit Meryl Streep, Julia Roberts und Chris Cooper → Im August in Osage County. "Felix von Manteuffel, der den verkrachten Dichter und Säufer Beverly in "Eine Familie" spielt, verbindet die müde Resignation des Zynikers mit der Lust am Dozieren." notierte unter anderem "Der Tagesspiegel" → www.tagesspiegel.de, www.komoedie-berlin.de, www.nachtkritik.de.
 
Seit Anfang der 1970er Jahre steht von Manteuffel vor der Kamera, die Bandbreite der Produktionen reicht von Literaturadaptionen über Komödien und Krimis bis hin zu Melodramen. 1976 wurde er gemeinsam mit Wolfgang Glück1) (Regie), Michail Füting (Redaktion) und Lida Winiewicz1) (Drehbuch) stellvertretend für das Darstellerteam für die TV-Reihe "Reden und reden lassen" mit dem "Adolf-Grimme-Preis"1) in Silber ausgezeichnet. Das Sendeformat "spielt Formen und Inhalte alltäglicher Kommunikation auf unterhaltsam-komödiantische Form durch. Belehrung wird in Unterhaltung aufgelöst, Unterhaltung wieder auf Belehrung zurückgeführt. Es gelingt der Regie, die andauernde Dialogsituation am gleichen Ort mit den Mitteln der Kameraführung und der Rückblende aufzulockern. Mit dramaturgisch geplanter List wird zudem erreicht, brisant politische und gesellschaftskritische Inhalte dem Zuschauer zu vermitteln." hieß es in der Begründung der Jury.6)
Mehrfach spielte von Manteuffel seit 1979 bis in jüngste Zeit unterschiedliche Rollen in dem Dauerbrenner "Tatort"1), zeigte sich beispielsweise in Dieter Wedels Dreiteiler "Wilder Westen inclusive"1) (1988) oder an der Seite von Götz George in dem ebenfalls dreiteiligen TV-Film "Das Schwein – Eine deutsche Karriere"1) (1995) und mimte den besten Freund des von George dargestellten Protagonisten Stefan Stolze. Historische Persönlichkeiten spielte er in der szenischen Dokumentation "Der Traum von der Freiheit – Die Deutsche Revolution von 1848/49" (1998) und verlieh dem Dichter, Schriftsteller und Übersetzer Adolf Strodtmann1) Kontur, in dem Zweiteiler "Im Schatten der Macht"1) (2003) mit Michael Mendl als Willy Brandt1) verkörperte er den damaligen Außenminister Walter Scheel1). In jüngerer Zeit zeigte er sich mit Ehefrau Leslie Malton in der Katie Fforde.Story "Das Schweigen der Männer"1) (EA: 28.03.2016) und trat als örtlicher Werftbesitzer Bill Burnett in Erscheinung. Er präsentierte sich in in der unterhaltsamen Geschichte "Die Eifelpraxis: Erste Hilfe aus Berlin "7) (EA: 16.09.2016) als schwierigen Patienten bzw. ehemaligen Richter Lutz Kirberg, in der Episode "Tabu"8) (EA: 06.10.2016) aus der Krimi-Serie "SOKO Stuttgart"1) tauchte er als Rolf Ochs auf, der in das Visier der Ermittler gerät. Am 5. Dezember 2016 sah man ihn als inhaftierten Kriminellen Anton Gluseck, der in der Folge "Tod eines Stalkers"8) aus der Krimireihe "Unter anderen Umständen"8) nicht unwesentlich an der Rehabilitation der Kommissarin Jana Winter (Natalia Wörner) beteiligt ist. 

Felix von Manteuffel im Hörspiel-Studio
mit der Rolle des Buchhändlers in "Unerwartete Ereignisse" (EA: 20.05.2012)
Quelle und Link: ARD Hörspieldatenbank; Foto mit freundlicher Genehmigung
der "hr media Lizenz- und Verlagsgesellschaft mbH"
© HR/Benjamin Knabe

Felix von Manteuffel im Hörspiel-Studio mit der Rolle des Buchhändlers in "Unerwartete Ereignisse" (EA: 20.05.2012); Quelle und Link: ARD Hörspieldatenbank; Foto mit freundlicher Genehmigung der "hr media Lizenz- und Verlagsgesellschaft mbH"; Copyright HR/Benjamin Knabe
Am 14. Mai 2017 wurde die Romanze "Kochbuch der Liebe"7) aus der "Inga Lindström"-Reihe1) ausgestrahlt, in der die Geschichte der jungen Jule (Anna Hauswald) erzählt wird, die mit ihrer Mutter Birthe (Maria Bachmann) eine Kochschule betreibt. "Einer der Teilnehmer von Jules Kochkurs ist ein kerniger Schweißer (Jonas Minthe), der Gefallen an Lotte findet. Ein anderer ist Klempner, eine Tätigkeit, bei der man nicht sofort an Felix von Manteuffel denken würde. Trotzdem passt er zu der Rolle, denn Jasper, der in seinem Leben noch nie gekocht hat, möchte seine Frau, eine Köchin, zum Hochzeitstag mit einem eigenhändig zubereiteten Menü überraschen." schreibt Tilmann P. Gangloff bei tittelbach.tv. In Vorbereitung befindet sich die ZDF/MDR-Produktion "Der Zauberlehrling", inspiriert von Johann Wolfgang von Goethes gleichnamigen Ballade1). Neben Christoph Bach als Zaubermeister Ambrosius und Sandra Borgmann1) als Königin Anna wird man von Manteuffel als Altmeister Zacharias sehen können; ein Sendetermin steht noch nicht fest → www.mdr.de
Felix von Manteuffel im Hörspiel-Studio mit weiteren Texten aus der Bibel in "Hadassa, das ist Esther" (EA: 02.11.2014); Quelle und Link: ARD Hörspieldatenbank; Foto mit freundlicher Genehmigung der "hr media Lizenz- und Verlagsgesellschaft mbH"; Copyright HR/Benjamin Knabe
Felix von Manteuffel im Hörspiel-Studio
mit weiteren Texten aus der Bibel in
"Hadassa, das ist Esther" (EA: 02.11.2014):
Quelle und Link: ARD Hörspieldatenbank; Foto mit freundlicher Genehmigung
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Eine besondere Liebe von Manteuffels gilt dem gesprochenen Wort, in diversen Hörbücher und zahllosen Hörspielen erfreut er das Publikum mit seiner unverwechselbare Stimme. An Hörbüchern ist unter anderem der Roman "Homo faber"1) von Max Frisch zu nennen, seit 2003 arbeitete er an der Neufassung der "Harry Potter"-Romane1) und las alle sieben Bücher neu ein; diese Gesamtausgabe erschien dann im März 2009 → www.welt.de. Ebenfalls 2009 erschien auf 18 CDs die ungekürzte Fassung von "Der abenteuerliche Simplicissimus"1) des Schriftstellers Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen.; weitere Hörbücher mit Felix von Manteuffel bei Wikipedia.
Die Arbeit für das Hörspiel ist beeindruckend, eine Auswahl der in der ARD-Hörspieldatenbank aufgeführten Stücke findet man hier am Ende des Artikels.
 Der 1973 in München geborene Sohn Florian von Manteuffel ist nach einer anfänglichen Ausbildung (1996 bis 1999) zum Steinmetz und Bildhauer in die Fußstapfen seines Vaters getreten, besuchte eine Schauspielschule in München und erhielt anschließend 2002 ein erstes Engagement am Theater in Bielefeld. Danach war er Ensemblemitglied am "Schauspiel Stuttgart", 2013 wechselte er an das "Schauspielhaus Wien". Mit seinem Vater stand er unter anderem auch für das Hörspiel "Reise ans Ende der Nacht"9) (2008) nach dem Roman "Voyage au bout de la nuit"1) von Louis-Ferdinand Céline vor dem Mikrofon.
Quelle (unter anderem*) **)): Wikipedia
Kontakt: www.management-goldschmidt.de
*) Henschel Theaterlexikon (Henschel Verlag, 2010, S. 559/560)
**) Langen Müller's Schauspielerlexikon der Gegenwart (München 1986, S. 529
Link:
1) Wikipedia (deutsch), 2) Wikipedia (englisch), 3) Kurzportrait innerhalb dieser HP,
4) tls.theaterwissenschaft.ch, 5) goethe.de, 7) tittelbach.tv, 8) fernsehserien.de, ARD Hörspieldatenbank
6) Quelle: www.grimme-institut.de
Stand: September 2017
Filme (Auszug)
Filmografie bei der Internet Movie Database, filmportal.de

(Link: filmportal.de, deutsches-filmhaus.de, Wikipedia, 
prisma.de, Die Krimihomepage, br.de, fernsehserien.de, difl.de, tittelbach.tv)
Kinofilme Fernsehen
   
Arbeiten für das Hörspiel
(Auszug; Stand September 2017)
(wenn nicht anders vermerkt: Link ARD-Hörspieldatenbank (mit Datum der Erstausstrahlung), Wikipedia (deutch/englisch))
Felix von Manteuffel im Hörspiel-Studio mit mit dem männlichen Part in "Bouncing in Bavaria" (EA: 27.04.2014); Quelle und Link: ARD Hörspieldatenbank; Foto mit freundlicher Genehmigung der "hr media Lizenz- und Verlagsgesellschaft mbH"; Copyright HR/Benjamin Knabe
Felix von Manteuffel im Hörspiel-Studio mit dem männlichen Part in
"Bouncing in Bavaria" (EA: 27.04.2014)
Quelle und Link: ARD Hörspieldatenbank; Foto mit freundlicher Genehmigung
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© HR/Benjamin Knabe
       
1970er Jahre 1980er Jahre 1990er Jahre 2000–2005 2006–2010 ab 2011
"Inspektor Jury"-Reihe
1970er Jahre 1980er Jahre 1990er Jahre 2000–2005 2006–2010 ab 2011 "Inspektor Jury"-Reihe nach den Krimis von Martha Grimes (Rolle: Melrose Plant, Freund von Inspektor Richard Jury) CD-Edition

Link: 1) www.burghard-schlicht.de, 2) verlagderautoren.de, 3) Kurzportrait innerhalb dieser HP, 4) krimi-couch.de

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