W. C. Fields wurde am 29. Januar 1880 als William Claude Dukenfield
in Philadelphia (Pennsylvania) geboren. Er war das älteste von fünf Kindern,
sein Vater James Dukenfield war aus England eingewandert, Veteran des Bürgerkrieges
und betrieb einen mobilen Gemüsestand, Mutter Kate, die aus Philadelphia
stammte, kümmerte sich um den Haushalt. Schon als kleiner Junge musste
William seinem Vater beim Gemüsehandel helfen, eine Schulausbildung erhielt
er nur vier Jahre lang. Seine Kindheit verlief auch aufgrund von
Misshandlungen durch seinen Vater unglücklich, mit elf Jahren riss William
von zu Hause aus, hielt sich mit Betteln und Gelegenheitsdiebstählen über
Wasser, wurde mehrmals von der Polizei aufgegriffen und ins Gefängnis
gesteckt. Das Interesse des Jungen, einen richtigen Beruf zu erlernen oder
eine "ordentliche" Arbeit zu suchen, hielt sich in Grenzen,
stattdessen versuchte er sich als Jongleur, spielte lieber Billard
und avancierte später zum weltbesten Trickbillardspieler.
Im Alter von 15 Jahren trat er im Vergnügungspark von Norristown erstmals
als Jongleur auf, wenig später verschlug es ihn nach Atlantic City, wo er
in einer Vaudevilleshow als "W. C. Fields, der Tramp Juggler" von
sich reden machte. Seine Auftritte beschränkten sich nicht allein auf das
Jonglieren, sondern trugen stark komödiantische Züge, so schlüpfte er
beispielsweise in die Rolle eines Jongleurs, der vorgab, beim Jonglieren ständig seine Requisiten zu verlieren.
Er bereiste die Rummelplätze der Ostküste und im Laufe der nächsten
fünf Jahre wurde er mit seinen Shows nicht grade zum Star, aber immerhin
doch recht bekannt. Seine Gagen waren ebenfalls kontinuierlich gestiegen,
mit 19 Jahren verdiente er am New Yorker "London Theatre" 35 Dollar in der Woche,
ein Jahr später hatte sich seine Gage am "Orpheum Theatre"
mehr als verdreifacht und bald er gehörte zu denjenigen, die man als "distinguished
Comedians" bezeichnete.
1899 hatte Fields die Tänzerin Harriet (Hattie) Hughes (1878 1963) kennen und lieben gelernt,
die ihn fortan als Assistentin unterstützte, ein Jahr später heirateten
beide, 1904 erblickte der gemeinsame Sohn William C. "Claude" Dukenfield
das Licht der Welt. Die Ehe
verlief jedoch nicht glücklich und nach wenigen Jahren trennte sich das
Paar ohne sich je scheiden zu lassen. Verhältnisse mit mehreren Frauen
sowie mindestens ein unehelicher Sohn sind überliefert, 1919 wurde William Rexford Fields
Morris aus der Verbindung mit Bessie Poole geboren.
Ab 1901 ging Fields als Jongleur mit seiner Truppe auf eine Tournee
durch Europa und bewies auch hier, dass er inzwischen zu den Besten seines
Fachs zählte.
Seine Show mit Slapstickeinlagen zeigte er unter anderem in Berlin, London und Paris,
gehörte bald zu den Stars der Künstlerszene jener Zeit und wurde in einem
Atemzug mit Charles Chaplin und Maurice Chevalier genannt, mit denen
er im selben Programm auftrat. 1905 gab er in dem Stück "The Ham
Tree" sein Broadway-Debüt, Mitwirkungen in weiteren
Broadway-Produktionen, Revuen und Musicals schlossen sich an. 1915 erhielt
Fields in New York ein Engagement bei den berühmten "Zigfeld
Follies", etwa aus dieser Zeit stammt sein erster stummer Kurzfilm "Pool Shark", in dem
er außergewöhnliche Billardtricks zeigte.
Bis 1922 war er bei den "Zigfeld
Follies" engagiert und stand Abend für Abend auf der Bühne,
anschließend gehörte er zur Besetzung des Musicals "Poppy",
das 1923 in New York Premiere hatte, ein Jahr lang erfolgreich
aufgeführt wurde und in dem Fields eine der Hauptfiguren spielte; als D. W. Griffith das Stück unter dem Titel
"Sally of the Sawdust" (1925) verfilmte, übernahm Fields
auch hier seine Bühnenrolle. In den nächsten Jahren folgten insgesamt 37 weitere Streifen, für
die Fields meist das Drehbuch verfasst hatte und in
denen er "gewichtige" Rollen verkörperte. Nicht immer trat er
unter seinem Künstlernamen "W. C. Fields" auf, im
Nachspann von Filmen ließ er sich auch Charles Bogle, Otis Criblecoblis oder Mahatma Kane Jeeves nennen.
Seine Vorliebe für kuriose Namen zeigte sich auch in seinen Filmfiguren,
die er beispielsweise Elmer Prettywillie, Augustus Q. Winterbottom, J. Effingham Bellweather,
Rollo La Rue, Harold Bissonette oder T. Frothingill Bellows nannte.
Die "Paramount" hatte Fields 1926 einen Vertrag gegeben und drehte
acht Stummfilme mit ihm, darunter "It's the Old Army Game" (1926),
"The Potters" (1927), "Two Flaming Youths" (1927) und
"Fools for Luck" (1928). Der Erfolg war jedoch nicht übermäßig,
die Filmbosse kündigten 1928 den Vertrag und Fields konzentrierte sich
vorerst wieder auf seine Arbeit auf der Bühne. Hier war er nach wie vor der
Star, kassierte beispielsweise am Broadway 5.000 Dollar die Woche eine Traumgage für damalige Verhältnisse.
Dem Medium Film blieb Fields trotz der Fehlschläge treu, er drehte einige
Kurzfilme für den berühmten Mack Sennett, wie "The Golf Specialist" (1930),
"The Dentist" (1932) und "The Fatal Glass of Beer" (1933), in denen er seine
Bühnen-Sketche weiter entwickelte und auch für einige Drehbücher
verantwortlich zeichnete. 1933 ging
er einen neuen Vertag bei der Paramount ein und schaffte nach einigen
weiteren kurzen Comedy-Streifen wie "The Pharmacist" (1933) oder
"The Barber Shop " (1933) dann den Übergang zu abendfüllenden
Spielfilmen und avancierte zu einem der originellsten Charakterkomiker des
amerikanischen Kinos. Sein markantes Gesicht mit der roten Knollennase,
angeblich das Ergebnis unzähliger Straßenkämpfe während seiner Jugend,
wurde zum Markenzeichen, ebenso wie seine diversen Kopfbedeckungen, die
Hauptfiguren, die sich vor allem durch gehässigen Wortwitz auszeichneten, waren ganz auf Fields
zugeschnitten. Lustspiele und Melodramen wie "Tillie and Gus" (1933),
"International House" (1933), "Six of a Kind" (1934),
"You're Telling Me!" (1934)
oder "Mrs. Wiggs of the Cabbage Patch" (1934)
bedienten sich des Field'schen misanthropischen, skurrilen Humors, so
auch "The Old Fashioned Way" (1934), wo er als aufgeblasener
Schwindler agierte. In "Alice in Wonderland" (1933, Alice im Wunderland) mimte er
herrlich den angeberischen Humpty Dumpty, in "It's a Gift" (1934, Das ist geschenkt) wohl
einer seiner besten Filme den Gemischtwarenhändler Harold Bissonette:
Seit zwanzig Jahren ist Bissonette seiner ewig nervenden Frau (Kathleen Howard)
ausgesetzt, auch die Kinder treiben ihn an den Rand der Verzweiflung.
Als er eine Erbschaft macht, hat er die grandiose Idee, ins Orangengeschäft
einzusteigen und kauft eine Orangenplantage in Kalifornien, die sich vor Ort als absoluter Reinfall entpuppt
Diese und andere Rollen ließen den Komiker zum Star werden, seine wenig einnehmende, trinkfreudige
Persönlichkeit entwickelte
nun endlich ihren wahren Witz: Eine ewig nörgelnde Reibeisenstimme mit scheinbar
unendlichen Möglichkeiten der Modulation war offensichtlich das richtige Vehikel
für seine notorischen Wichtigtuereien, gemeinen Gehässigkeiten und hinterhältigen Durchtriebenheiten.
Auch mit der Figur des Mr. Micawber in George Cukors Literaturverfilmung des
Charles Dickens-Romans
"David Copperfield" (1935)1)
konnte er seinen ureigene Darstellungskraft
demonstrieren, hier bot er allerdings eine dramatische Variante seiner sonst üblichen Selbstkarikatur.
Nach den Filmen "Mississippi" (1935), "Man on the Flying Trapeze" (1935)
und "Poppy" (1936) war Fields längere Zeit nicht mehr auf der Leinwand zu sehen,
da er sich wegen seines seit Jahren exzessiven Alkoholkonsums zu einer
Entziehungskur entschlossen hatte. Schon seit seiner Jugend war er recht
trinkfreudig gewesen und auch seine Filmfiguren hatten oft einen
Drink in der Hand.
Anschließend folgten Hauptrollen in den Komödien The Big Broadcast of 1938" (1938)
und "You Can't Cheat an Honest Man" (1939, Ehrlich währt
am längsten), wo er neben dem Bauchredner Edgar Bergen den betrügerischen
Zirkusdirektor Larson E. Whipsnade spielte. Mit Mae West drehte er die
Westernkomödie "My Little Chickadee" (1940, Mein kleiner Gockel),
in "The Bank Dick" (1940, Der Bankdetektiv) erlebte man ihn in
seiner vielleicht erfolgreichsten und zugleich letzten großen Rolle als
inkompetenten Bankdetektiv Egbert Sousé: Ein arbeitsscheuer, von
seiner Familie tyrannisierter Trinker und Angeber fängt durch Zufall einen
Bankräuber, erhält zur Belohnung eine Anstellung als Hausdetektiv der Bank und
steigt schließlich zum reichen und infolgedessen auch geachteten Mann auf.
Bissige Komödie mit sarkastischen Seitenhieben auf die amerikanische Gesellschaft und ihre
Erfolgsmythen. (Quelle: www.kabel1.de)
Nach "Never Give a Sucker an Even Break" (1941, Gib keinem Trottel
eine Chance) nahmen Fields Alkoholprobleme erneut dramatisch zu, 1942 kündigte die Filmfirma
den Vertag und der Schauspieler tauchte nur noch mit
kleineren Nebenrollen in den Filmen
"Follow the Boys" (1944) und "Song of the Open Road" (1944) auf;
seinen letzten Filmauftritt hatte der Künstler in "Sensations of 1945" (1944, Sensationen für Millionen).
Während eines Sanatoriumsaufenthaltes hatte man bei Fields Leberzirrhose diagnostiziert,
gezeichnet von seiner Sucht verstarb das Komiker-Genie W. C. Fields am 25. Dezember 1946 im
Alter von 66 Jahren im kalifornischen Pasadena ironischerweise am Weihnachtstag, einem Fest, dass er zeitlebens
gehasst hatte; seine letzte Ruhestätte fand er auf dem Forest Lawn
im kalifornischen Glendale.
Überliefert ist auch Fields Abneigung gegen Kinder ("I like children, cooked!"),
Tiere ("Never work with animals or children")
und eine spezielle Art von Frauen ("I'm very fond of children
girl children, around 18 or 20!");
er galt als Egoist und großer Exzentriker, sein Privatleben war von dem Öffentlichen kaum zu
trennen. Nach seinem Tode fand man im Schlafzimmer seiner Villa 700 Kästen
Bier, im Haus gab es drei Bars, ferner eine rollende Bar im Garten und eine weitere in
seiner Limousine. Bei der Schätzung seines Vermögens stellte man fest, dass Fields
in jenen Städten, durch die seine Varietélaufbahn geführt hatte, Bankkonten teilweise unter
erfundenen Namen eröffnet hatte: beispielsweise
in London, Sydney, Südafrika, Neuseeland, Russland und Madrid alles in allem
sollen es 700 Konten gewesen sein. Aufgrund seiner Kindheits- und
Jugenderlebnisse hatte er ständig Angst, eines Tages ungesichert dazustehen,
wenn er ausging, soll er nie weniger als 350.000 Dollar in Tausenddollarscheinen versteckt bei
sich getragen haben. (Nach Robert Benayoun "Der letzte Exzentriker")
Neben seiner Arbeit für den Film sowohl als Darsteller als auch
Drehbuchautor wirkte W. C. Fields schon früh bei zahlreichen
Rundfunksendungen mit und erhielt Ende der 30er Jahre auch eine eigene Radio-Show
bei NBC. Außerdem war er ein talentierter Cartoonzeichner, viele seiner
Zeichnungen wurden veröffentlicht. Als Autor erregte er mit dem Buch "Fields for
President" Aufsehen, in dem er neben anderen Themen unter anderem
harsche Kritik an der amerikanischen Regierung und der Gesellschaft übte.
Aus Anlass des einhundersten Geburtstages von Fields erschien am 29. Januar 1980 in den USA eine
15c-Gedenkbriefmarke in der "Performing Arts and Artists"-Serie,
natürlich ist Fields auch mit einem Stern auf dem Hollywood "Walk of Fame"
verewigt. Eine seiner Geliebten, Carlotta Monti, veröffentlichte die
Biografie "W. C. Fields and Me", welche 1976 mit Rod Steiger in der
Rolle des notorischen Alkoholikers in die Kinos kam. Von Simon Louvish
erschien 1999 das Buch "Man on the Flying Trapeze The Life and Times of W. C. Fields",
James Curtis brachte im Jahre 2003 "W. C. Fields: A Biography" auf
den Markt; von Robert Lewis Taylor stammt das Buch "W. C. Fields:
His Follies & Fortunes".
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