|
|||||
Neben der Arbeit für das Theater bildete seit Ende der 1940er Jahre vor allem der Rundfunk einen weiteren Schwerpunkt im Schaffen des Schauspielers. An mehr als 2.500 Sendungen wirkte er als Sprecher, Regisseur, Autor und freier Redakteur mit, 1947 war Castell zum ersten Mal am Mikrofon bei "Radio München", dem späteren "Bayerischen Rundfunk" zu hören. 1962 hob er im Bayern 1-Hörfunk das von ihm mitentwickelte überaus erfolgreiche "Musikjournal" aus der Taufe, dass er bis 1987 im Wechsel mit anderen Kollegen moderierte, weite Sendungen von und mit Rolf Castell waren unter anderem "Bayerisches Karussell", "Bayernexpreß", "Weißblaue Truhe", "Alle Neune" oder "Tanzparty am Samstagabend". In den frühen Jahren übernahm der Schauspieler auch verschiedentlich Aufgaben für deutsche und internationale Kinoproduktionen: Bereits 1947 hatte er eine Mini-Rolle in Harald Brauns hochkarätig besetztem "Trümmerfilm" "Zwischen Gestern und Morgen" gespielt, Anatole Litvak besetzte ihn in "Entscheidung vor Morgengrauen"1) (1951, Decision Before Dawn), in dem Lustspiel "Der Frontgockel" (1955) war er als Leutnant Wolff zu sehen. Weitere Arbeiten waren beispielsweise Gerd Olivers "Ratgeber"-Streifen "Benehmen ist Glückssache" (1955), G. W. Pabsts Doku-Drama "Es geschah am 20. Juli" (1955) und der Kriegsfilm "Die Grünen Teufel von Monte Cassino" (1958), sowie die Unterhaltungsstreifen "Lieder klingen am Lago Maggiore"1) (1962, mit Fred Bertelmann) und "Wenn man baden geht auf Teneriffa"1) (1964, mit Peter Kraus). In den 1970ern war Castell manchmal nicht ganz so wählerisch, agierte unter anderem in anspruchslosen Geschichten wie "Mädchen beim Frauenarzt" (1971) oder in einigen der unsäglichen "Schulmädchen-Reports". Beim Fernsehen arbeitete Rolf Castell seit den ersten Versuchssendungen, populär wurde er mit Einzelproduktionen und vielen beliebten Serien. Zu seiner Domäne zählten volkstümliche Stücke wie die von Ludwig Thoma, auch auf dem Bildschirm verkörperte er die Rollen, mit denen er bereits auf der Bühne begeistert hatte. So erlebte man ihn in den 1960ern unter anderem als Oberamtsrichter Haberl in dem Einakter "Die Dachserin" oder 1983 als "Plank" in der bitterbösen Bauerntragödie "Magdalena". Er agierte an der Seite vieler legendärer Kollegen wie Gustl Bayrhammer, Maxl Graf, Ludwig Schmid-Wildy oder Michl Lang in Komödien mit bayerischem Kolorit wie "Der Geisterbräu" (1962/1979), Die Pfingstorgel" (1965), "Die Mieterhöhung"2) (1966) und "Die Münze" (1979). In beliebten Reihen des Bayerischen Fernsehens wie "Komödienstadl", "Königlich Bayerisches Amtsgericht", der Bierbrauer-Saga "Die Wiesingers"1) (1984) oder den humorvollen Geschichten "Irgendwie und sowieso"1) (1986) um den dicken Bauernsohn Alfons Kerschbaumer, genannt Sir Quickly (Ottfried Fischer) spielte er prägnante Nebenrollen: So auch in der mit dem "Adolf-Grimme-Preis" ausgezeichneten BR-Serie "Löwengrube"1) (1989), in der rund 50 Jahre deutsche und bayerische Geschichte in 32 Folgen erzählt wurden.
Rolf Castell, der bereits 1978 mit der "Verdienstmedaille des Bayerischen Rundfunks" ausgezeichnet worden war, erhielt Ende 2002 für seine Leistungen die Medaille "München leuchtet Den Freunden Münchens" in Silber. Anlässlich der Verleihung durch die Bürgermeisterin Dr. Getraud Burkert würdigte diese besonders Castells künstlerische Leistungen als langjähriges Mitglied des Bayerischen Staatsschauspiels und hob seine Verdienste als Autor, Moderator und Regisseur beim Hörfunk hervor. "Ich bewundere vor allem Ihre ruhige, sensible und nachdenkliche Art, wie Sie im Stillen Großes bewirken und München weit über die Stadtgrenzen hinaus zum Leuchten bringen" hieß es unter anderem in der Laudatio. Im Jahre 2003 konnte der Schauspieler das "Bundesverdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland" entgegennehmen. Der inzwischen über 90-jährige Staatsschauspieler Rolf Castell, Vater zweier Söhne, lebt in München. |
|||||
| Link: 1) Wikipedia, 2) www.br.de, 3) Kurzportrait innerhalb dieser HP, 4) prisma.de | Stand: Januar 2012 | ||||
|
Vita von Rolf Castell (PDF-Dokument,
23 KB); siehe auch Wikipedia; Filmografie bei www.imdb.de |
|||||
|
|
|||||
|
Um zur Seite der Publikumslieblinge zurückzukehren, bitte dieses Fenster
schließen. Home: www.steffi-line.de |