Lucille Ball
Lucille (Désirée) Ball wurde am 6. August 1911 als Tochter eines Bergwerkingenieurs und einer Pianistin in Jamestown im US-Staat New York geboren und nach dem Tod ihres Vaters von ihrer berufstätigen Mutter und ihren Großeltern aufgezogen. Die junge Lucille besuchte die High School und interessierte sich schon als Schülerin für alles, was mit dem Theater zusammenhing. Als 15-Jährige begann sie ein kurzes, wenn auch zunächst wenig erfolgreiches Schauspielstudium in in New York City und hielt sich als Sekretärin, Kellnerin und Model über Wasser. Erste Filmerfahrungen machte sie dann Anfang der 1930er Jahre – noch unter dem Namen Diane Belmont – als Statistin bei MGM, sie mimte Reklamegirls für Zigarettenmarken, Schülerinnen, Sekretärinnen oder sonstige nette Mädchen in mehr oder weniger unbedeutenden Filmen. Der wesentliche Durchbruch auf der Leinwand gelang ihr die nächsten 20 Jahren in Hollywood trotz einiger Hauptrollen wie in "Next Time I Marry"1) (1938) oder "The Dark Corner"1) (1946, Feind im Dunkel) nicht, erst das Fernsehen machte aus Lucille Ball einen Topstar.
  
1940 hatte sie den kubanischen Bandleader und Schauspieler Desi Arnaz1) (1917 – 1986) geheiratet und beide kamen später auf die Idee, Lucilles Ehe- und Hausfrauendasein filmisch umzusetzen: So entstand Anfang der 1950er Jahre mit "I Love Lucy"1) eine der populärsten Serien aller Zeiten, in der Lucille Ball als komische, etwas beschränkte Hausfrau durch ihre Naivität in aberwitzig-verwirrende Situationen geriet und zur "First Lady of Comedy" avancierte. Millionen Amerikaner nahmen zwischen 1951 und  1957 Anteil an den vergnüglichen, turbulenten Eheproblemen der "Ricardos" wie sich Lucille Ball und ihr Mann in der Fernsehserie nannten; danach folgte bis 1960 die Show "The Lucy-Desi Comedy Hour". Komiker Bob Hope, der sie von Anfang an gefördert hatte, nannte sie den "größten weiblich Clown der Welt", Fachleute bezeichneten sie als den weiblichen Charlie Chaplin des Bildschirms. Sie zeigte, dass eine Frau schön und dennoch albern sein konnte, trotz greller Situationskomik ihre Weiblichkeit nicht verlor. Für ihre erste Serie, die zwischen 1951 und 1957 über den Bildschirm flimmerte und eine der vier erfolgreichsten Serien der US-Fernsehgeschichte überhaupt war, erhielt Lucille Ball zahllose Preise, darunter fünf "Emmys".
  
Ihr faszinierendes komisches Talent, "das ein breites Spektrum vom eleganten Grimassieren bis zur exzessiven Körpersprache umfasste" (Filmkorrespondenz 19/1989), bewährte sich aber nicht nur in dem ihr ureigenen Medium Fernsehen, sondern auch in einigen Spielfilmen: Mit Ehemann Desi Arnaz als Partner sowie Regisseur Vincente Minnelli drehte sie die schwungvolle Hollywood-Komödie mit zivilisationskritischen Seitenhieben "The Long, Long Trailer"2) (1954, Villa mit 100 PS) sowie "Forever, Darling" (1956, Mein Engel und ich). Auch die Lucille Ball/Bob Hope-Komödien "Kindermädchen wider Willen" (Sorrowful Jones, 1949), "Herz in der Hose" (1950, Fancy Pants) oder "So eine Affäre" (1960, The Facts of Life) wurden zum unbeschwerten Kino-Vergnügen; mit Henry Fonda als Partner stand sie für die Komödie "Yours, Mine and Ours"1) (1968, Deine, meine, unsere) vor der Kamera, ihren letzten Leinwandauftritt hatte Lucille Ball 1974 mit der Hauptrolle der Mame Dennis in dem Musical "Mame"3).
   
1960 trennte sich Lucille Ball von Desi Arnaz, heiratete 1961 den Komiker und Nightclub-Entertainer Gary Morton3) (1924 – 1999) und war dann ein Jahr später mit ihrer neuen Fernsehserie "The Lucy Show" (1962 – 1968), die in Deutschland 1971/72 im ZDF unter dem Titel "Hoppla Lucy"4) ausgestrahlt wurde, wieder überaus erfolgreich auf dem Bildschirm präsent. Hier mimte sie die Witwe Lucy Carmichael, die mit mit ihren zwei Kindern Chris und Jerry in dem kleinen Nest Danfield in Connecticut wohnt und mit ihrer geschiedenen Freundin Vivian und deren Sohn Sherman zusammen lebt. Auf der Suche nach einem neuen Ehemann geraten beide Frauen in ständig neue Verwicklungen. Zwischen 1968 und 1974 folgte die Serie "Here's Lucy", ihr neuer Partner war Gale Gordon1) (1906 – 1995) geworden, mit dem sie erneut die Zuschauer begeisterte.

Danach wurde es ein wenig stiller um den Star, in den 1970er Jahren erlebte man sie unter anderem in der TV-Serie "Lucy Calls the President" (1977); weitere Fernsehauftritte hatte sie beispielsweise in "The Bob Hope Anniversary Show" (1981), "Stone Pillow" (1985) sowie mit der Serie "Life with Lucy" (1986), die allerdings bei Kritik und Zuschauern gleichermaßen floppte.
Neben ihrer schauspielerischen Arbeit betätigte sich Lucille Ball auch als Produzentin; von 1962 bis 1967 leitete sie die 1950 mit ihrem ersten Mann Desi Arnaz gegründeten  "Desilu-Productions"1), von 1968 an die "Lucy Ball-Productions", die auch ihre erfolgreiche TV-Serie "Here's Lucy" produzierte.
 
Lucille Ball, eine der beliebtesten TV-Stars, starb am 26. April 1989 im Alter von 77 Jahren in Los Angeles an Herzversagen; aus ihrer Ehe mit Desi Arnaz stammen Tochter Lucie Désirée3) (geb. 1951) sowie Sohn Desi Arnaz Jr.3) (geb. 1953), die ebenfalls den Schauspielerberuf ergriffen.
 
Link: 1) Wikipedia (deutsch), 2) prisma-online.de, 3) Wikipedia (englisch), 4) www.tvder60er.de
Lucille Ball im Internet (englisch): http://lucilleball.com
Siehe auch Wikipedia, www.fembio.org

Fotos bei www.virtual-history.com
  
Kinofilme (Auszug)
Filmografie bei der Internet Movie Database
(Link: Wikipedia)
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