Ben-Hur
Die Buchvorlage/weitere Adaptionen Ben-Hur, der Film 1959 Die Entstehung des Films Die Besetzung
Die Darsteller Der Regisseur Der Inhalt Die Dekoration
Die Kostüme Die Musik Die Oscars Am Rande notiert
    
EIN BESTSELLER MIT EINEM UNSTERBLICHEN HELDEN,
EIN BEMERKENSWERTER AUTOR
Seit seiner Erstveröffentlichung im Jahre 1880 hat der Roman "Ben-Hur" jährlich neue Riesenauflagen erfahren. Nur die Bibel wurde im 19. Jahrhundert öfter gedruckt als "Ben Hur". Das Werk hat seit 1880 einen Siegeszug durch die Bibliotheken und über die Bühnen angetreten und weltweit Aufsehen erregt. "Ben Hur" ist bis heute ein Bestseller geriet zum Prototyp des historischen Romans.  
 
Der Name des US-amerikanischen Rechtsanwalts, Generals, Politikers und Schriftstellers Lew Wallace1) (1827 – 1905) ist heute vielen nicht mehr so präsent, viel mehr jedoch sein bedeutendstes Werk "Ben-Hur. A tale of the Christ" (Ben-Hur. Eine Erzählung aus der Zeit Christi), dessen Erstveröffentlichung 1880 erfolgte. Der Roman schildert das Leben des fiktiven jüdischen Prinzen Judah Ben Hur, der zu Beginn des 1. Jahrhunderts n. Chr. wegen eines angeblichen Attentats auf den römischen Statthalter von Judäa zur Galeerenstrafe verurteilt wird, später aber in seine Heimat zurückkehrt und eine Aufstandsbewegung gegen die Römer plant. In einem Wagenrennen besiegt er seinen früheren Freund und späteren Widersacher, den Römer Messala. Ben Hur bricht seine Aufstandspläne ab, als er von der Glaubensbotschaft des gekreuzigten Jesus überzeugt wird.2)
Schon nach wenigen Jahren in viele Sprachen übersetzt, zog die Geschichte weltweit die Leserschaft in den Bann, Wallace selbst erlebte es noch, dass sein Buch die höchsten Tantiemen erzielte, die je ein Roman erbracht hatte; "Ben-Hur" avancierte im 19. Jahrhundert nach der Bibel zum meistgedruckten Buch.
Auch visuell wurde die Geschichte rasch umgesetzt, bereits Ende des 19. Jahrhunderts entstand eine Bühnenfassung, welche ebenfalls ein Erfolg wurde und erstmalig im November 1899 zur Aufführung gelangte. "Ben-Hur" wurde damit auch auf der Theaterbühne zum Dauerbrenner, lief von da an zwanzig Jahre, praktisch ohne Unterbrechung, auf riesigen Tourneen quer durch den amerikanischen Kontinent und rund um den Erdball. Zahlreiche Mimen schlüpften in das Kostüm des Titelhelden oder Messalas, die ersten hießen William Farnum3) (1876 – 1953) und William S. Hart1) (1864 – 1946), beide wurden später als Stummfilmstars berühmt, wobei Hart mehr als Westernheld Furore machte.
1907 entstand von Regisseur Sidney Olcott1) (1873 – 1949) mit "Ben Hur"1) eine erste fünfzehnminütige stumme Kinofassung. welche auf dem Bühnenstück von W. Young aus dem Jahr 1899 basierte, Herman Rottger1) (1871 – 1917) verkörperte den Ben-Hur, William S. Hart trat erneut als Messala in Erscheinung. Hauptthema des Streifens war das legendäre Wagenrennen, schon für damalige Verhältnisse ein rasantes Leinwandspektakel.
1925 erfolgte eine weitere, diesmal aufwendigere Monumental-Verfilmung von Fred Niblo1) (1874 – 1948) mit Stummfilmstar Ramón Novarro4) (1899 – 1968) in der Titelrolle des Judah Ben Hur; den Messala gab Francis X. Bushman1) (1883 – 1966). Bemerkenswert bei dieser Version von "Ben Hur"1) aus dem Jahre 1925 sind Farbsequenzen in Zwei-Farben-Technicolor, in denen Ben-Hur als bedeutendster Rennfahrer Roms gefeiert wird.

Wo "Ben-Hur" auch gespielt wurde, raste das Publikum. Selbst Kinder wurden nach dem Helden des Tages benannt; alle möglichen Waren trugen den Namen Ben-Hur; Schulen nahmen das Buch in den Unterricht auf; es gab sogar Predigten darüber in den Kirchen. Abermals machte Ben-Hur Geschichte, als er in seiner Stummfilmfassung auf der Leinwand erschien. Die damals ungeheure Summe von 4 Millionen Dollar hatte eine Produktion entstehen lassen, die zu einem Meilenstein in der Geschichte der Kinematographie wurde. Wahrscheinlich wäre der Film heute noch zu sehen, wenn nicht der Tonfilm seinen Einzug gehalten hätte. Und dann – Ende der 50er Jahre –geschah alles noch einmal! Interesse und Begeisterung eilten dem neuen Ben-Hur um die Welt voraus. Der Zauber moderner Filmkunst versprach einen neuen Gipfelpunkt der Publikumsbegeisterung.5)

1) Link: Wikipedia
2) Quelle: Wikipedia
3) Link: englischsprachige Wikipedia
4) Kurzportrait innerhalb dieser Webpräsenz
5) Quelle: Begleitheft zum Film (1959); ein Buch aus dem Verlag Random House, 1959
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Ben-Hur, USA (1959), Länge: 212 Minuten

Produktion
: Sam Zimbalist, MGM
Regie
: William Wyler
Drehbuch: Karl Tunberg 
Musik
: Miklós Rózsa
Chefkameramann: Robert L. Surtees
2. Kamera: Harold E. Wellman, Pietro Portalupi
Bauten: William A. Horning, Edward Carfagno
Innendekorationen: Hugh Hunt
Photograph. Spezialeffekte: A. Arnold Gillespie, Lee LeBlanc,
Robert R. Hoag
Farbberater der Dekorationen: Charles K. Hagedon
Schnitt: Ralph E. Winters, John D. Dunning
Regie des 2. Teams: Andrew Marton, Yakima Canutt,
Mario Soldati
Regieassistenten: Gus Agosti, Alberto Cardone
Maskenbildner: Charles Parker, 
Aufnahmeleitung
: Edward Woehler
Tondirektor: Franklin Milton, 
Tonaufnahme: Sash Fisher, William Steinkamp
Kostümentwürfe: Elizabeth Haffenden
Farbberater der Kostüme: Joan Bridge, 
Frisuren
: Gabriella Borzelli
(Die Links führen zu Wikipedia)
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DIE ENTSTEHUNG DES FILMS
 
Die bekannteste Verfilmung des "Ben-Hur"-Stoffes entstand Ende der 1950er Jahre, als die Filmfirma Metro-Goldwyn-Mayer beschloss, die Geschichte als Monumental-Spektakel auf die Leinwand zu bannen, in einer bis dato nicht realisierten Dimension. Als Produzenten hatte man Sam Zimbalist1) (1904 – 1958)  gewinnen können, der bereits mit pompösen Historienstreifen wie "König Salomons Diamanten"1) (1950, King Solomon's Mines) und "Quo Vadis"1) (1951) oder dem Abenteuer "Mogambo"1) (1953) Filmgeschichte geschrieben hatte, als "Spitzenmann" in Hollywood galt.
Nun musste nach einem passenden Drehort gesucht werden und man entschied sich für die Ateliers von Cinecittá bei Rom, da die MGM-Studios in Kalifornien voll belegt waren. Die aufwendigen, teuren Dekorationen sowie mehrere hundert Tonnen technischer Filmausrüstung wurden per Schiff über den Atlantik geschafft.
Die italienische Regierung hatte dieses größte Filmstudio Europas mit den modernsten technischen Mitteln ausgerüstet. Es enthielt neun große Aufnahmehallen und umfasste ein Gebiet von 60 Hektar. Auf der anderen Hälfte der Erde lief der Apparat von MGM schon auf vollen Touren. Nicht weniger als 15.000 Zeichnungen namhafter Künstler sammelten sich bei der Ausstattungsleitung der MGM-Studios. Sie wurden zum Vorbild für die über 300 Dekorationen, die später in Rom entstanden. Ein besonderes Archiv baute man in Hollywood auf, um Fotokopien dieser Zeichnungen zu katalogisieren, damit sie den anderen Abteilungen des Stabes jederzeit zur Verfügung standen. Volle zwei Jahre, ehe eine Kamera das erste Bild belichtete, war ein Volltrupp von Technikern in Rom angekommen, um den Aufbau der ersten Dekorationen und ganzer Häuser, die zusätzlich benötigt wurden, zu überwachen. (…) Das Wagenrennen verschlang auch die größte Planungsarbeit an diesem Film. Schon sechs Monate vor der Ankunft der Schauspieler waren 78 Pferde aus Jugoslawien und Sizilien zusammengezogen und wurden von dem bekannten Trainer Glenn Randall aus Hollywood für ihre kommenden Aufgaben ausgebildet. Einen Tierarzt, einen Hufschmied, einen Sattler und 20 Stallburschen nahm man unter Vertrag. Eine Reihe erfahrener Pferdekenner kamen aus den Vereinigten Staaten zur Unterstützung dieser Mannschaft. Die Pferde, unter ihnen eine Anzahl Lippizaner, wurden in eine Form gebracht, als ob sie an einem Tage alle Derbys der Welt siegreich bestehen müssten. Für diese Trainingsarbeit war in der Nähe der Stallungen eine besondere Bahn eingerichtet worden, die genau die gleichen, riesigen Abmessungen hatte wie die Arena.2)
Weitere dekorative Attraktionen wie ein künstlicher See, auf dem zwei römische Kriegsschiffe in Originalgröße Platz fanden, zwei Dutzend Schiffe, achtzehn Rennwagen (neun für die Dreharbeiten, neun für das Training) sowie Tausende von Kostümen machten die Vorbereitungen bereits Monate vor Drehbeginn zu einer Mammutaufgabe.
 
Doch was nutzte alle Technik oder Requisit, wenn nicht ein geeigneter Regisseur gefunden wurde, der diesen Kolossalfilm meisterlich umzusetzen wusste. Schon zu Beginn waren sich Zimbalist und MGM einig gewesen, William Wyler1) (1902 – 1981) mit dieser Aufgabe zu betrauen, hatte er sich doch bereits seit den 1930er Jahren mit Werken wie "Zeit der Liebe, Zeit des Abschieds"1) (1936, Dodsworth), "Jezebel – Die boshafte Lady"1) (1938, Jezebel) oder "Sturmhöhe"1) (1939, Wuthering Heights) einen Ruf als exzellenter, preisgekrönter Filmemacher geschaffen. In den 1950er Jahren realisierte er Kassenschlager wie die Romanze "Ein Herz und eine Krone"1) (1953, Roman Holiday) mit Gregory Peck und Audrey Hepburn, den Gangsterfilm "An einem Tag wie jeder andere"1) (1955, The Desperate Hours) mit Humphrey Bogart oder den Western "Weites Land"1) (1958, The Big Country) mit Gregory Peck.
 
Schließlich darf das Drehbuch nicht unerwähnt bleiben, mit Karl Tunberg1) (1909 – 1992) hatte man einen der erfahrensten und erfolgreichsten Autoren Hollywoods verpflichten können.
Darüber hinaus arbeiten an dem Film eine Reihe weiterer schöpferischer Talente mit, so z. B. die bekannten Schriftsteller Maxwell Andersen1) (1888 – 1959), S. N. Behrman3) (1893 – 1973) und Göre Vidal1). An der Spitze all dieser bedeutenden Namen stand Christopher Fry1) (1907 – 2005), der allgemein als bedeutender Dichter anerkannt wird. Fry hielt sich während der gesamten Dreharbeiten in Rom an der Seite des Regisseurs William Wyler auf. Nie vorher hatte er an einem Film mitgewirkt. Sol C. Siegel3) (1903 – 1982), dessen Name die Erinnerung an eine Reihe großartiger Filme weckt, hatte die Oberleitung des ganzen Riesenprojekts inne. Als Produktionschef der gesamten MGM drückte er auch diesem Film den Stempel seiner schöpferischen Qualitäten auf.2)
 
1) Link: Wikipedia
2) Quelle: Begleitheft zum Film (1959); ein Buch aus dem Verlag Random House, 1959
3) Link: englischsprachige Wikipedia
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DIE BESETZUNG
  
Nachdem William Wyler als Regisseur gewonnen werden konnte, ging es auf die Suche nach geeigneten Hauptdarstellern, ebenfalls keine leichte Aufgabe. Bereits Mitte 1957 eröffnete MGM in Rom ein Besetzungsbüro, neben den Haupt- und Nebenrollen – immerhin hatten 365 Darsteller eine Sprechrolle – mussten zahllose Statisten gefunden werden, allein über 15.000 für das Wagenrennen. Nach längerem Nachdenken einigte man sich hinsichtlich der Titelrolle auf Charlton Heston1), der den Machern auch aufgrund seiner blendenden Statur überaus geeignet schien, hatte er sich doch vor allem mit Filmen wie "Die größte Schau der Welt"1) (1950, The Greatest Show on Earth), "Der weiße Sohn der Sioux"2) (1952, The Savage) und nicht zuletzt durch das Bibel-Epos "Die zehn Gebote"2) (1956, The Ten Commandments) als charismatischer Schauspieler hervorgetan. Die weiteren Rollen waren international besetzt, allen voran der Ire Stephen Boyd1) (1931 – 1977) als Gegenspieler Messala, die schöne Israelin Haya Harareet2)  als Esther, der Brite Jack Hawkins1) (1910 – 1973) als Quintus Arrius oder Hugh Griffith2) (1912 – 1980) aus Wales als Scheich Ildirim. Weitere Namen, die sich auf der bis auf die kleinste Rolle prominent besetzten Darstellerliste finden, waren die US-amerikanischen Schauspieler Martha Scott2) (1912 – 2003) als Miriam, Cathy O'Donnell2) (1923 – 1970) als Tirzah oder Sam Jaffe2) (1891 – 1984) als Simonides sowie Frank Thring2) (1926 – 1994) aus Australien als Pontius Pilatus und der Schotte Finlay Currie2) (1878 – 1963) als Balthasar bzw. Erzähler.
Aber auch weitere Darsteller kleinerer Partskamen aus aller Herren Länder und hatten sich auf anderen Gebieten einen Namen gemacht. Etwa der 1927 in Kalifornien geborene Claude Heater3), der in Europa als Opern- vor allem Wagnersänger Erfolge gefeiert hatte, und nun Jesus verkörperte. Der Name Graf Mario Rivoltella, dessen Ur-Urgroßvater den Revolver erfunden haben soll, taucht auf, der junge Mann aus Pennsylvania Tom O'Leary, der in Italien eine Gesangsausbildung gemacht hatte, oder der Italiener Tiberio Mitri4) (1926 – 2001), einstiger Europa-Boxmeister im Schwergewicht. Tutte Lemkow4) (1918 – 1991) ist zu nennen, ein bekannter Balletttänzer aus Norwegen sowie der italienische Leichtathlet Guiseppe Tosi1) (1916 – 1981), der seit Ende der 1930er Jahre auch als Leibwächter des italienischen Königs Viktor Emmanuel bzw. bei den Carabinieri in Rom gearbeitet hatte.
 
Mitglieder der römischen Aristokratie bewarben sich als Mitwirkende, bis schließlich jeder Tag wenigstens einen Grafen oder eine Baronesse in der Tür des Besetzungsbüros sah. Sie waren gern zum Auftritt bereit, als Regisseur Wyler beschloss, die Gästeschar einer vornehmen altrömischen Festgesellschaft von echten Patriziern darstellen zu lassen. Punkt sieben Uhr morgens meldeten sich für diese Szene z.B. Prinz Emanuele Ruspoli und sein Bruder Prinz Raimondo, der spanische Graf Santiago Oneto, das österreichische Prinzenpaar Hohenlohe, die russische Prinzessin Irina Wassilschikow, der italienische Graf Marigliano del Monte, die ungarische Baronesse Lillian de Balzo und die italienische Herzogin Nona Medici. Eine originelle Entscheidung von William Wyler interessiert bestimmt in aller Welt. Er setzte nur Briten ein, um die alten Römer darzustellen, während vorwiegend Darsteller mit amerikanischer Aussprache in den Rollen der Hebräer zu hören sind. Mit diesem einfachen Trick schuf der geniale Regisseur eine saubere Unterscheidung der Akzente.5) 

 
1) Kurzportrait innerhalb dieser Webpräsenz
2) Link: Wikipedia

3) Link: www.bayreuther-festspiele.de
4) Link: englischsprachige Wikipedia
5) Quelle: Begleitheft zum Film (1959); ein Buch aus dem Verlag Random House, 1959
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DIE DARSTELLER UND IHRE ROLLEN
Vollständige Besetzungsliste bei Internet Movie Database
 
Judah Ben-Hur
Prinz von Judäa, der die unheilvolle Macht des heidnischen Rom herausforderte.
CHARLTON HESTON wurde am 4. Oktober 1924 als John Charles Carter in Evanston (Illinois) geboren und verließ die Nordwestliche Universität mit dem Staatsexamen. Er begann seine berufliche Schauspielerkarriere beim Funk und hatte sein Broadway-Debüt mit Katherine Cornell in "Antonius und Kleopatra". Er trat in einer Reihe von Bühnendramen und Fernsehspielen auf. Während der letzten Jahrzehnte spielte er unzählige wichtige Filmrollen, darunter in "Die größte Schau der Welt", "Weites Land" und "Die zehn Gebote", wo er den Moses verkörperte.
Der Schauspieler starb am 5. April 2008 in seinem Haus in Beverly Hills (Kalifornien).
Kurzportrait innerhalb dieser HP
   
Esther
Die Schöne, deren Liebe größer war, als die Fesseln der Sklaverei.
HAYA HARAREET, die in Haifa (Palästina) am 20. September 1931 geboren wurde, verbrachte den größten Teil ihres Lebens in Tel-Aviv. Während der in ihrem Lande vorgeschriebenen Ableistung eines zweijährigen Militärdienstes begann sie als Schauspielerin innerhalb der Truppenbetreuung. Als sie die Uniform ausziehen konnte, wurde sie Mitglied des "Zimmertheaters Tel-Aviv" und trat in Dutzenden von Stücken auf. Sie spricht fünf Sprachen fließend und wurde mit der weiblichen Hauptrolle in "Ben-Hur" betraut, nachdem sich William Wyler an die flüchtige Begegnung mit ihr auf den Filmfestspielen in Cannes erinnerte und mit Haya einen Filmtest durchführte. 
Mehr zu der Schauspielerin bei Wikipedia.
   
Quintus Arrius
Admiral der römischen Flotte, ein tödlicher Feind, aber zugleich ein unverbrüchlicher Freund.
JACK HAWKINS wurde am 14.9.1910 in London geboren und war seit seinem 13. Lebensjahre Schauspieler. Er machte sein berufliches Debüt in der Originalinszenierung von Shaws "Heiliger Johanna" und war bereits mit achtzehn ein bekannter englischer Bühnenstar. Er trat auch auf dem Broadway in verschiedenen Stücken auf. Zu seinen wichtigsten Filmen gehören "Kleines Herz in Not", "Großer Atlantik" und "Die Brücke am Kwai". Der Schauspieler starb am 18. Juli 1973 in London.
Kurzportrait innerhalb dieser HP
   
Messala
Der römische Krieger, der Loyalität für Macht und Vertrauen für Verrat verschacherte.
STEPHEN BOYD wurde am 4. Juli 1931 in Glengormley (Irland) geboren und erzogen. Er machte sein darstellerisches Debüt im Alter von acht Jahren, in einem BBC-Hörspiel und wurde achtzehn-jährig Mitglied der "Ulster Dramatic Group". In London verhalf ihm der Schauspieler Michael Redgrave zum Start bei der "Windsor Repertory Company". Seine Darstellung des irischen Agenten in dem Film "Der Mann, den es nie gab" führte ihn nach Hollywood und schließlich zu "Ben-Hur."
Der Schauspieler starb am 2. Juni 1977 in Granada Hills (Kalifornien) an einer Herzattacke.
Kurzportrait innerhalb dieser HP
   
Scheich Ilderim
Der lebhafte Scheich, der daran glaubte, dass ein Gott und fünfzig Frauen für jeden Mann genug seien.
HUGH GRIFFITH, der Walliser Star auf Londons Bühnen und am Broadway, wurde am 30. Mai 1912 auf der Insel Anglesey in Nordwales geboren. Er begann als Amateurschauspieler, während er noch Bankangestellter in London war. Nach sechs Kriegsjahren in Uniform folgte ein Engagement an das" Shakespeare Memorial Theatre" in Stratford-on-Avon.
Er war in Dutzenden von Filmen und Theaterrollen zu sehen und seine Verkörperung des Vaters in der Original-Broadway-Inszenierung von "Schau heimwärts, Engel" brachte ihm  große Anerkennung ein; für diese Darstellung in "Ben-Hur" bekam er den "Oscar" als "Bester Nebendarsteller". Der Schauspieler starb am 14. Mai 1980 in London.
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Miriam
Die liebende Mutter des Titelhelden, deren Glaube selbst durch alle Grausamkeiten Roms nicht zu zerstören war.
MARTHA SCOTT wurde am 22. September 1914 in Jamesport, Missouri, geboren wurde und legte an der Universität von Michigan ihr Staatsexamen ab. Sie begann ihre Karriere am "Civic Theatre" in Detroit und war in vielen Stücken, u.a. der Erstaufführung von "Unsere kleine Stadt" aufgetreten. Zu ihren bedeutendsten Filmen zählen "Cheers for Miss Bishop", "One Foot in Heaven", "Unvergessene Jahre", "Die zehn Gebote" und "Sayonara". Martha Scott gab ihre eigene Fernsehsendung auf, um in "Ben-Hur" mitwirken zu können.
Sie starb am 28. Mai 2003 in Van Nuys (Kalifornien)
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Tirzah
Die Verstoßene, von dem Mann ihrer Zuneigung ins Elend verbannt.
CATHY O'DONNELL wurde am 6. Juli 1923 in Siluria (Alabama) als Ann Steely geboren und im nahen Greensboro erzogen. Sie bestand das theaterwissenschaftliche Examen an der Universität von Oklahoma City, debütierte auf der Bühne in "Life With Father" und verließ das Ensemble, um als erste Filmrolle die Frau des amputierten Matrosen in "Die besten Jahre unseres Lebens" (1945, (The Best Years of Our Lives) zu verkörpern. Sie hatte Hauptrollen in vielen Filmen gespielt, u.a. in "Your Red Wagon", "Bury Me Dead", "They Live By Night", "Mrs. Miniver" und "Twisted Road"; mit "Ben-Hur" hatte sie ihren letzten Leinwandauftritt. 
Die Schauspielerin starb am 11. April 1970 in Los Angeles an Krebs.
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Simonides
Der arme Sklave, der ein Imperium des erträumten Reichtums regierte.
SAM JAFFE wurde am 8. oder 10. März 1891 in New York City geboren und begann seine Schauspielkarriere siebzehnjährig mit der Darstellung fünf verschiedener Charaktere in einem Einakter für das Bronx Kulturinstitut. Seine Begabung und Vielseitigkeit führte ihn zu den "Washington Square Players", zu der "Ben Greet Shakespeare Truppe" und durch eine Vielzahl von Broadwaystücken. Er erlebte sein Filmdebüt 1933 in "Ace of Aces" und spielte  viele prominente Rollen in mehr als zwanzig Filmen, darunter "Lost Horizon", "Aufstand in Sidi Hakim", "Gentlemen's Agreement" und "Asphalt Dschungel". 
Der Schauspieler starb am 24. März 1984 in Beverly Hills (Los Angeles) an Krebs.
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Balthasar
Der Weise, der dem Stern folgte und die Hoffnung der Menschen fand.
FINLAY CURRIE wurde am 20. Januar 1878 in Edinburgh, Schottland, geboren und verfiel dem Theater bereits während des Musikstudiums an der Edinburgher Universität. Er wurde Mitglied der "Edinburgher Stock Company" und bereiste Amerika 1899 mit "Lew Dockstaders Volkstheater". Er durchfuhr die Welt und spielte unzählige Rollen in den verschiedensten Theaterstücken und Filmen. Unter den letzteren waren "Geheimnisvolle Erbschaft", "Quo Vadis", "Die Schatzinsel" und "Ivanhoe, der schwarze Ritter".
Der Schauspieler starb am 9. Mai 1968 in Gerrards Cross (Buckinghamshire, England) im Alter von 90 Jahren.
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Flavia
Ein leichtlebiges Mädchen, dessen Schönheit für Ben-Hur zu einer Falle wurde.
MARINA BERTI wurde am 29. September 1924 als Elena Maureen Bertolini, Tochter einer britischen Mutter und eines italienischen Vaters, in London geboren. Sie verbrachte den größten Teil ihres Lebens in Italien, wo sie in einer größeren Zahl von Filmen zu sehen war. Sie verkörperte u.a. das unglückliche Sklavenmädchen Eunice in "Quo Vadis". Sie widmete den größten Teil ihrer Zeit ihrem Mann und den zwei Söhnen und erschien nur noch gelegentlich in einer bedeutenden Filmproduktion.
Die Schauspielerin starb am 29. Oktober 2002 in Rom.
Mehr zu der Schauspielerin bei Wikipedia.
   
Pontius Pilatus
Der Korrupte, der eigenmächtig über Menschen urteilte und sie verdammte.
FRANK THRING wurde am 11. Mai 1926 in Melbourne (Australien) geboren, wo sein Vater mehrere Theater und Radiostationen besaß. Er begann als Hörspielsprecher beim Funk und wechselte später auf die Bühne über, wo er im Alter von neunzehn als "Heinrich VIII" debütierte. Er gründete eine eigene Schauspieltruppe und ging mit ihr nach London. Er gastierte in Stratford-on-Avon in "Titus Andronicus",  bereiste später mit Sir Laurence Olivier und den von ihm inszenierten Shakespeare-Dramen Europa.
Sein Filmdebüt erlebte er in "Die Wikinger", "Ben-Hur" war seine zweite Filmrolle.
Der Schauspieler starb am 29. Dezember 1994 in Melbourne (Australien) an Krebs.
Mehr zu dem Schauspieler bei Wikipedia.
   
Sextus
Der Untüchtige, der die römische Macht dem einfachen Glauben vorzog.
ANDRÉ MORELL wurde am 20. August 1909 in London geboren. Er stieß zu einer Repertoire-Bühne in Somerset, als er noch ein junger Mann war und debütierte 1936 in London mit "Call It a Day". Seit seinem Filmstart in "Thirteen Men and a Gun" im Jahre 1938 spielte er wichtige Rollen in mehr als vierzig Filmen, darunter "Die Brücke am Kwai"; später teilte er seine Zeit zwischen Bühne, Film und Fernsehen. Der Schauspieler starb am 28. November 1978 in London.
Mehr zu dem Schauspieler bei Wikipedia.
   
Tiberius
Der Imperator, der Rom beherrschte, als Rom die Welt regierte.
GEORGE RELPH, oftmals der "Große alte Gentleman" des britischen Theaters genannt, wurde am 27. Januar 1888 in Cullercoats (Northumberland, England) geboren. Er trat erstmalig 1905 im Theatre Royal zu Grimsby in "Othello" auf; seitdem spielte er in mehr als sechzig Stücken. Er bereiste 1909 Australien und trat 1911 am Broadway in "Kismet" auf; er wurde Mitglied eines Theaterensembles in Boston und gastierte später in Paris und vielen anderen Städten. Außerdem spielte er Hauptrollen in Dutzenden von Filmen.
Der Schauspieler starb am 24. April 1960 in London.
Mehr zu dem Schauspieler bei Wikipedia (englisch).
   
Drusus
Der Ehrgeizige mit einem Charakter voller Habgier.
TERENCE LONGDON wurde am 14. Mai 1922 in Newark-on-Trent in der englischen Provinz Nottingham geboren. Er besuchte die Königliche Schauspielakademie nach Zugehörigkeit zur Marineluftwaffe im 2. Weltkrieg. Er erzielte durchschlagende Londoner Bühnenerfolge in "Treasure Hunt" und "Red Letter Day", bereiste später Australien und Neuseeland mit der Stratford-on-Avon-Truppe; er spielte eine tragende Rolle im "Sommernachtstraum" am Broadway im Jahre 1951 und debütierte 1952 in "Angels One Five" beim Film.
Mehr zu dem Schauspieler bei Wikipedia (englisch).
   
Malluch
Der Mächtige, dessen Stärke nicht einmal durch römische Torturen zu brechen war.
ADI BERBER, beleibter österreichischer Kaffeehausbesitzer und Freistilringer – er war in späteren Jahren 195 cm groß und etwa 150 Kilogramm schwer –, wurde am 4. Februar 1913 in Wien geboren und war in seiner Heimatstadt als Besitzer der schönsten Restaurants der Donaumetropole bekannt. Der Gigant von einem Mann machte sein schauspielerisches Debüt als Heurigensänger in "Burgtheater" (1936), später tat er sich auch als Zirkusdarsteller in "Ein Herz geht verloren" (1946), einem in Europa produzierten amerikanischen Film, hervor. Diese Rolle veranlasste Sam Zimbalist und William Wyler dazu, ihn für "Ben-Hur" zu verpflichten; aber nach Schluss der Dreharbeiten kehrte er nach Wien und zu seiner ersten Liebe – dem gastronomischen Gewerbe – zurück. 
Ady Berber erlag am 3. Januar 1966 einen Monat vor seinem 53. Geburtstag in Wien seiner Krebserkrankung.
Mehr zu dem Schauspieler bei Wikipedia.
   
Joseph
Der Zimmermann, der mit seiner Frau Maria nach Bethlehem kam.
LAURENCE PAYNE wurde am 5. Juni 1919 in London geboren. Er studierte an der "Old Vic" Schauspielschule, bevor er in das Ensemble des "Old Vic"-Theaters übernommen wurde; er verblieb fünf Jahre bei dieser hervorragenden Repertoirebühne. Er besaß große Spielerfahrungen aus Shakespeare-Dramen und trat mit viel Erfolg in Stratford-on-Avon auf. 
Sein Filmdebüt erlebte er 1949 in dem Streifen"Train of Events", spielte danach viele weitere Film- und Bühnenrollen neben Funkverpflichtungen bei der BBC.
Der Schauspieler starb am 23. Februar 2009 in London.
Mehr zu dem Schauspieler bei Wikipedia.
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DER REGISSEUR: WILLIAM WYLER

 
Geboren am 1. Juli 1902 in Mülhausen (Elsass) als Wilhelm Weiller
gestorben am 27. Juli 1981 in Los Angeles (Kalifornien)

Wyler wurde als Sohn eines wohlhabenden jüdischen Herrenausstatters geboren. Sein älterer Bruder war der Filmproduzent Robert Wyler1) (1900 – 1971). Nach einer kaufmännischen Ausbildung unter anderem in Lausanne, studierte er Musik am Nationalen Konservatorium in Paris. Dort traf er den Filmproduzenten Carl Laemmle1) (1867 – 1939), Chef der Universal Studios, einen entfernten Cousin seiner Mutter, der ihn in die USA einlud und ihm einen Job gab. Wyler begann seine Karriere als Autor in der New Yorker Niederlassung von Universal. Einige Zeit später ging er nach Hollywood, wo er die unterschiedlichsten Aufgaben bei der Filmproduktion übernahm. So arbeitete er auch als Regieassistent der Produktion von "The Hunchback of Notre Dame" von 1923, einem teuer inszenierten Film mit Lon Chaney1) (1883 – 1930). Kurze Zeit später übernahm Wyler den Posten des Regieassistenten von Fred Niblo1) (1874 – 1948) bei den nicht endenwollenden Dreharbeiten zu "Ben Hur"1) (1925).
Wylers Ruf wuchs allmählich und seit 1930 übernahm er etliche der Prestige-Produktionen von "Universal", so die elegant in Szene gesetzte Adaptionen von "A House Divided und Counsellor-at-Law" (1933) mit John Barrymore2) (1882 – 1942) in der Hauptrolle.

1936 wechselte er zu Samuel Goldwyn, wo er bereits mit dem ersten Film für Aufmerksamkeit sorgte. Die Verfilmung von "Infame Lügen"1) (These Three), der Verfilmung des Bühnenstück "The Children's Hour" von Lillian Hellman, umging gekonnt die Probleme mit der Zensur und verlagerte den Mittelpunkt weg von lesbischen Gerüchten auf die unglückliche Liebesgeschichte zwischen den Beteiligten. Der Film machte aus Merle Oberon1) (1911 – 1979) einen Star, wenn auch zu einem hohen Preis, da Wyler die Schauspielerin durch endlose Wiederholungen einzelner Einstellungen (engl. takes) fast in einen Nervenzusammenbruch trieb. Das unbedingte Streben nach Perfektion war mittlerweile ein Markenzeichen von Wyler, der von Oberon später nur "90-Take Wyler" genannt wurde. "These Three" markierte auch die erste Zusammenarbeit mit dem Kameramann Gregg Toland1) (1904 – 1948), der in vielen späteren Filmen für den typischen Wyler-Look sorgte: viele lange Einstellungen mit oft dramatischen Hell-Dunkel Kontrasten sowie Aufnahmen aus der Totalen, die es Wyler ermöglichten, lange Szenen ohne Schnitte zu drehen. Diese Technik erfordert jedoch hohe Disziplin von allen Beteiligten, insbesondere den Schauspielern. Der autokratische Wyler verlangte absolute Zuverlässigkeit von allen Darstellern und stritt sich oft mit Stars, die eine etwas laxere Einstellung an den Tag legten.

Auch der zweite Film für Goldwyn war eine Bühnenvorlage. "Zeit der Liebe, Zeit des Abschieds"1) (1936, Dodsworth) war ein Come-Back für Ruth Chatterton1) (1893 – 1961), die hier eine egoistische, ältere Frau spielt, die das Glück ihres Mannes mit einer Jüngeren um jeden Preis zu verhindern sucht. Kurz danach begann er die Zusammenarbeit mit Bette Davis2) (1908 – 1989), die sich während der Dreharbeiten zu  "Jezebel – Die boshafte Lady" (1936, Jezebel) ununterbrochen mit Wyler stritt, gleichzeitig jedoch durch die straffe Führung endlich in der Lage war, ihr Talent vollständig umzusetzen. Die Schauspielerin gewann einen Oscar und die beiden drehten noch zwei weitere Filme.
1939 begann mit der Verfilmung von "Wuthering Heights" (Sturmhöhe) die große Phase für Wyler. Der Film, der nur einen Teil des Romans der englischen Schriftstellerin Emily Brontë1) (1818 – 1848) abdeckte, wurde von den Kritikern gefeiert und Merle Oberon, die die Rolle der Cathy übernahm, bekam die besten Rezensionen ihrer gesamten Laufbahn. Filme wie "Das Geheimnis von Malampur"1) (1940, The Letter) und "Die kleinen Füchse"1) (1941, The Little Foxes), beide mit Bette Davis, und vor allem "Mrs. Miniver"1), der größte Kassenerfolg von 1942, machten aus Wyler einen der angesehensten Regisseure von Hollywood. Kurz nach Vollendung des Films, der unter anderem mit dem Oscar als "Bester Film" ausgezeichnet wurde, ging Wyler zur Armee und drehte mehrere Filme über die Flächenbombardements in Deutschland.

Nach dem Krieg konnte er mit dem Kriegsheimkehrerepos "Die besten Jahre unseres Lebens"1) (1946, The Best Years of Our Lives) nahtlos an seine Erfolge anknüpfen. Der Film wurde mit Preisen geradezu überschüttet und gewann unter anderem den Oscar als "Bester Film des Jahres".
In den Folgejahren drehte Wyler unter Vertrag bei "Paramount" einige seiner bekannteste Filme, so "Die Erbin"1) (1949, The Heiress) nach einer Novelle von Henry James, der Olivia de Havilland2) ihren zweiten Oscar einbrachte und "Ein Herz und eine Krone"1) (1953, Roman Holiday), mit dem Audrey Hepburn2) (1929 – 1993) ebenfalls den Oscar gewann. Den Höhepunkt erreichte Wyler mit dem Remake von "Ben Hur"1) (1959), der alle Kassenrekorde brach und 11 Oscars gewann, mehr als irgendein anderer Film zuvor. Die nachfolgenden Filme wie "Infam"1) (1961, The Children's Hour), "Der Fänger"1) (1965, The Collector), "Wie klaut man eine Million?"1) (1966, How to Steel a Million) oder "Funny Girl"1) (1968, mit Barbra Streisand) waren nicht von der gleichen Qualität und Wylers Ansehen litt etwas unter den weniger überzeugenden Werken der Spätzeit.

William Wyler gewann drei Oscars als "Bester Regisseur" und war weitere neun Mal nominiert.
Er gewann einen "Golden Globe Award"; 1957 wurde er mit der "Goldenen Palme" in Cannes ausgezeichnet.
Siehe auch Liste der Auszeichnungen bei Wikipedia.

 
Quelle: Wikipedia (Stand Mai 2010)
 
Link: 1) Wikipedia, 2) Kurzportrait innerhalb dieser HP

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DER INHALT

Der Film schildert das Leben des fiktiven jüdischen Fürsten Judah Ben Hur, der zu Beginn des 1. Jahrhunderts n. Chr. als Zeitgenosse Jesu Christi in Jerusalem lebt. Der Prolog des Films zeigt die Geburt von Jesus.

Im Jahre 26 nach Christi Geburt: Ben Hurs Jugendfreund, der römische Soldat Messala (Stephen Boyd), der ihn einst vor dem Ertrinken gerettet hat, wird Befehlshaber in Jerusalem und ist gewillt, jeden Akt der Rebellion im Keim zu ersticken. Die Wiedersehensfreude ist sowohl bei Judah (Charlton Heston), seiner Mutter Miriam (Martha Scott) und seiner Schwester Tirzah (Cathy O'Donnell) als auch bei Messala groß. Die Freundschaft der beiden Männer gerät jedoch in Gefahr, als Messala für den römischen Nationalstolz eintritt und von Judah verlangt, die Aufständischen zu verraten, was dieser jedoch ablehnt.
Als Judahs Verwalter Simonides (Sam Jaffe) aus Antiochia zum jährlichen Rechenschaftsbericht erscheint, ist diesmal auch dessen Tochter Esther (Haya Harareet) dabei, da für sie eine arrangierte Ehe mit einem Kaufmann vorgesehen ist. Judah hatte Simonides als Sklaven von seinem Vater geerbt, womit auch dessen Tochter Esther das Eigentum Judahs ist. Für eine Heirat muss sie deshalb ihren Besitzer um Erlaubnis bitten, welche Judah ihr auch gewährt. Beide kennen sich allerdings schon seit ihrer Kindheit und hegen nun Gefühle füreinander.

Als der neue Statthalter Valerius Gratus (Mino Doro) seinen Dienst in Jerusalem antritt, beobachten Judah und Tirzah die Parade zu dessen Ehren von der Dachterrasse ihres Hauses aus. Als Gratus unter ihnen vorbeireitet, lösen sich versehentlich Dachziegel, welche direkt neben Gratus' Pferd herunterfallen. Daraufhin scheut das Pferd und wirft Gratus ab, der dadurch schwer verletzt wird.
Die Römer verdächtigen Judah des Attentats und stecken ihn und seine Familie ins Gefängnis. Da Messala kurz nach dem vermeintlichen Attentat die Dachterrasse inspizierte und dort auch die losen Dachziegel bemerkte, weiß er, dass es kein Attentat auf den Statthalter war und Judah somit unschuldig ist. Noch im Gefängnis schwört Judah Rache an Messala zu nehmen. Als der Verwalter Simonides von der Verhaftung hört, versucht er sich für Judah einzusetzen, aber noch während seines Gesprächs mit Massala wird auch er verhaftet. Er wird gefoltert und später wieder freigelassen. Judah wird ohne Verhandlung verurteilt und für schuldig befunden und von Messala nach Tirus auf eine Galeere geschickt.

Auf dem Marsch zu den Galeeren nach Tirus müssen Judah und andere Gefangene eine Wüste durchqueren. Bei einer Rast in Nazaret dürfen alle trinken; nur Judah wird das Wasser verweigert. Ein unbekannter Zimmermann gibt ihm Wasser zu trinken. Ein römischer Wachmann will dies verhindern, hält aber inne, als er sieht, wer Judah das Wasser zu trinken gibt.
Nach drei Jahren auf den Galeeren lernt Judah den neuen Befehlshaber Quintus Arrius (Jack Hawkins) kennen. Dieser ist beeindruckt von Ben Hurs unerschütterlichem Gottesglauben. Als eine Seeschlacht mit mazedonischen Piraten droht, lässt Quintus Arrius Judah, der als Ruderer auf der Galeere nur Nummer 41 genannt wird, losketten. Bei der Schlacht sinkt Arrius' Schiff; Arrius selbst wird von Judah vor dem Ertrinken gerettet. Beide treiben auf Resten der Galeere auf dem offenen Meer. Arrius versucht sich umzubringen, da er glaubt, er habe die Schlacht verloren, Judah verhindert dies aber. Nachdem ein römisches Schiff beide aufgelesen hat, erfährt Arrius, dass die Schlacht für die Römer siegreich ausgegangen ist.
Arrius wird mit einem Triumphzug geehrt, Kaiser Tiberius (George Relph) erlässt Judah als Belohnung für die Rettung von Arrius die weitere Galeerenstrafe, stattdessen wird er Arrius als Sklave geschenkt, der fortan frei entscheiden kann, wie er ihn in seinem Haus in Rom beschäftigen will. Judah wird bei Arrius ein erfolgreicher und bekannter Wagenlenker. Jahre später macht Arrius Judah anlässlich eines Festes zu seinem Adoptivsohn. Judah findet jedoch keine Ruhe, da ihn das Schicksal seiner Mutter und seiner Schwester quält. Wehmütig lässt Arrius ihn nach Jerusalem aufbrechen.

Auf seiner Heimreise trifft Judah auf Balthasar aus Alexandria (Finlay Currie), einen alten Mann, der auf der Suche nach dem Erlöser aus Nazaret ist und dabei sein will, wenn dieser sein Werk beginnt. Er erzählt davon, dass er einst einem Stern nach Betlehem folgte und dort ein neugeborenes Kind sehen konnte, in welchem seiner Meinung nach, Gott leben würde. Balthasars Gastgeber ist der arabische Scheich Ilderim (Hugh Griffith), der seine Pferde für Wagenrennen ausbildet. Scheich Ilderim erkennt Judahs Talent, mit Pferden umzugehen, und möchte mit ihm im römischen Circus Maximus Messala besiegen. Judah ist jedoch fest entschlossen Messala zu töten und zieht weiter.
Von Esther, die ihn voller Freude in Jerusalem willkommen heißt, erfährt er, dass das Vermögen der Familie Hur eingezogen wurde und Esther sich mit ihrem Vater versteckt hält. Judah taucht bei einem überraschten Messala auf und fordert zu erfahren, was aus Mutter Miriam und Schwester Tirzah geworden ist. Im Auftrag von Messala sucht man im Gefängnis nach den beiden. Als man sie findet, stellt sich heraus, dass beide an Lepra erkrankt sind, weswegen sie auch sofort aus dem Gefängnis entlassen werden. Sie wollen ins Tal der Aussätzigen, suchen davor aber noch Esther auf und bitten diese, Judah nichts über ihre Existenz und ihre Krankheit zu verraten, sie solle ihm stattdessen erzählen, das sie gestorben seien.

Judah tritt mit Ilderims Pferden beim Pferderennen an, das er als Möglichkeit sieht, an Messala Rache zu nehmen. Judah geht aus dem Rennen als Sieger hervor; Messala wird tödlich verwundet. Im Sterben liegend, teilt er Judah mit, dass dessen Mutter und Schwester nicht tot sind, sondern sich im Tal der Aussätzigen befinden. Als Judah dort nach ihnen sucht, trifft er auf Esther, die ihnen gerade Essen bringt. Mit Mühe kann sie Judah davon abhalten, sich bei Miriam und Tirzah zu erkennen zu geben.
Judah ist weiterhin von Rache beseelt; Esther dagegen folgt den Worten des Friedens, die von einem Nazarener namens Jesus (Claude Heater) gepredigt werden, und beschwört Judah, seinen Hass ruhen zu lassen. Als sie wieder im Tal der Aussätzigen ist und Judah überraschend auftaucht, beschließen sie, Miriam und Tirzah zu dem jungen Nazarener zu bringen. In der Stadt erfahren sie jedoch bestürzt, dass diesem der Prozess gemacht wird. Auf dem nun folgenden Kreuzweg erkennt Judah Jesus als den Mann wieder, der ihm einst in Nazaret Wasser zu trinken gegeben hat. Als Jesus zu Boden stürzt, will Judah ihm Wasser zu trinken geben, wird aber von einem römischen Soldaten weggestoßen.
Judah wird bestürzt Zeuge von Jesu Kreuzigung. Balthasar schildert das Geschehen nicht als Ende, sondern als Anfang. Während Jesu' Sterben zieht ein großes Unwetter auf; Miriam und Tirzah werden von ihrer Lepra geheilt. Zuhause berichtet der bewegte Judah Esther von der letzten Bitte des Nazareners am Kreuz: der Bitte um Vergebung für seine Peiniger, die nicht wissen, was sie tun.

Quelle: Wikipedia, siehe auch www.moviemaster.de, prisma.de
  

Lexikon des internationalen Films:
Der 1880 erschienene Roman des amerikanischen Rechtsanwalts und Bürgerkriegsgenerals Lewis Wallace in einer dreieinhalbstündigen Neuverfilmung, die an kolossalem Aufwand alles bis dahin Gedrehte übertraf. (…) Bewunderter Höhepunkt: das Quadriga-Rennen im Zirkus, mit dem der römische Tribun Messala und der unterjochte israelische Prinz Ben-Hur ihre jahrelangen Kampf zwischen Despotie und Freiheitsgeist beenden.
 
Film-dienst:
In die Atmosphäre eines technisch entfesselten Spektakulums, das an Superlativen alles bisher Gedrehte zurücklässt (…), lassen sich die Geheimnisse des Glaubens und der Herzensbindung nicht hineintragen, auch wenn formales Bemühen und bewundernswerte Fertigkeit am werk sind (…) So wird, was sich im Erfolgsroman des amerikanischen Autors Lew Wallace noch als religiöse Gefühlsbewegung bescheidet, im Bestseller-Filmvorhaben zum überdimensionalen Effekt gesteigert: Religiöse Stimmung (Bethlehem), Schock-Realismus (Kreuzweg und Golgatha) und Wunderzauberei (Aussatzheilung) veräußerlichen die religiösen Motive der Handlung und spielen sie in eine dekorative religiöse Leere (…) Charlton Heston stattet dieses Freiheitsdrama einer unterdrückten Minderheit gegen Machtgier, rassische und religiöse Vorurteile mit Spannung und Sympathie aus. Daß er als Sieger der Besiegte eines Mächtigeren wird, der sein Herz zum Verzeihen bekehrt, vollzieht sich freilich nur im Außenfeld seines Ringens; den Widerschein der Wahrheit fängt der Film nicht ein.

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DIE DEKORATION
 
Wie für viele Touristen, welche die "ewige Stadt" Rom besuchen, gehören vor allem der Petersdom, das Kolosseum und alle übrigen historischen Bauwerke zu den beliebten Sehenswürdigkeiten. Doch Ende der 1950er Jahre kam noch eine weitere Attraktion hinzu – die berühmten Filmstudios in Cinecittà, südöstlich der italienischen Hauptstadt, wo die Dreharbeiten zu "Ben-Hur" stattfanden.
Das ca. 60 Hektar große Gelände mit neun Tonstudios wurde im Jahre 1937 durch den italienischen Diktator Benito Mussolini1) (1883 – 1945) eingeweiht, bis 1943 wurden etwa 300 Filme in der Cinecittà gedreht; während des Zweiten Weltkriegs wurde die Filmstadt bombardiert, diente unter anderem als Lagerhallen für italienisches Rüstungsmaterial.
 
Bereits Monate vor Drehbeginn zu "Ben-Hur" hatte mit man mit der Vorbereitung begonnen und die Studios entsprechend eingerichtet: Eine der größten Tonaufnahmehallen verwandelte sich in ein riesiges Kostümlagerhaus; eine weitere unterteilte man in eine chemische Reinigung, eine Wäscherei, eine Schuhmacherei und in ein Atelier zur Herstellung der im Film benötigten zweihundert Skulpturen. Auf dem Freigelände entstanden einige der größten in der gesamten Geschichte des Films je hergestellten Dekorationen. Unter ihnen dominierte die Arena, der Schauplatz des berühmten Wagenrennens. Dem antiken Kolosseum in Jerusalem nachgebildet, beschäftigte seine Errichtung über tausend Arbeiter ein volles Jahr. Die Handwerker erbauten sein elegantes Oval aus Steinen, die in dem am äußersten Ende des Studiogeländes gelegenen sieben Hektar großen Steinbruch gewonnen wurden. (...) Eine Viertelmillion Festmeter Bauholz, 500 Tonnen Mörtel, 400 Kilometer Metallrohr, 40.000 Tonnen weißer Sand vom nahen Strand des Mittelmeeres wurden in ihr verbaut.2)
 
Link: 1) Wikipedia, 2) Quelle: Begleitheft zum Film (1959); ein Buch aus dem Verlag Random House, 1959
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DIE KOSTÜME
 
Auch die historischen Kostüme für Tausende von Darstellern bedeuteten eine riesige Herausforderung bzw. Logistik. Involviert war die Textilindustrie etlicher Länder, darunter Deutschland, England, Jugoslawien, Italien und Thailand. Unsummen wurden für Stoffe und Herstellung ausgegeben, aus Thailand kamen hochwertige Seidenstoffe, aus England Woll- und Lederartikel, aus Italien die für die Zeit typischen Lederstiefel, und in Deutschland wurde extra geschmiedetes Rüstzeug bestellt.
Aus Südamerika kamen weitere Wollstoffe, aus der Schweiz seltener Kostümschmuck, aus Frankreich geklöppelte Spitze. Dieser immense Bestand von Kostümen und weiteren Bekleidungs- und Ausrüstungsgegenständen wurde in drei Gebäuden innerhalb der Cinecitta Studios gelagert. Hier sorgten Näherinnen, Lederhandwerker, Waffenmeister und chemische Reinigungsspezialisten viele Monate lang für einen exzellenten Zustand des gewaltigen Kostümfundus.1) 

Als Designerin konnte die renommierte englische Kostümbildnerin Elizabeth Haffenden (1906 – 1976) gewonnen werden, welche seit Anfang der 1930er Jahre auch erfolgreich für den Film arbeitete; als weitere Fachberaterin hatte man ihr die Britin Joan Bridge (1913 – 2009) zur Seite gestellt. Gemeinsam kreierten sie mehr als achttausend verschiedene Entwürfe und Skizzen.
1960 gewann Elizabeth Haffenden für ihre Leistung in "Ben-Hur" einen Oscar für das "Beste Kostümdesign" (Farbe).
 
1) Quelle: Begleitheft zum Film (1959); ein Buch aus dem Verlag Random House, 1959

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DIE MUSIK
 
Die Vorbereitungen zur musikalischen Untermalung des Monumentalfilmes nahmen ebenfalls viel Zeit in Anspruch, sollte doch auch die Musik die historische Epoche möglichst authentisch wiederspiegeln. Der ungarisch-amerikanische Komponist Dr. Miklós Rózsa1) (1907 – 1995) galt seit den 1940er Jahren als einer der bedeutendsten und führendsten Filmkomponisten, mit seinem Werk zu "Ben-Hur" schrieb er Leinwandgeschichte und gewann einen Oscar für die "Beste Filmmusik".
Es bedurfte zweiundsiebzig Arbeitsstunden und des Zeitraumes von zwölf Aufnahmetagen, um die Partitur auf die Leinwand zu transponieren. Sie wurde in 6-kanäligem stereophonischen Ton von dem hundert Musiker umfassenden MGM-Symphonieorchester unter Miklos Rozsas Stabführung aufgenommen. 
Die eine große Menge verschiedenartigster Kompositionen umfassende Partitur war wegen ihrer Vielfalt, besonders aber wegen ihrer Märsche, von denen drei eigens für die Produktion komponiert wurden, bemerkenswert. (…) Während Dr. Rosza keine musikalischen Themen zur Charakterisierung der verschiedenen Hauptfiguren in "Ben-Hur" schuf, komponierte er ein Liebesthema für Harfe und Flöte, das zum ersten Male bei der Begegnung zwischen Ben-Hur und Esther erklingt.
2)
 
1) Link: Wikipedia
2) Quelle: Begleitheft zum Film (1959); ein Buch aus dem Verlag Random House, 1959
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OSCAR 1960 FÜR …
 
Ben-Hur (Bester Film)
William Wyler (Beste Regie)
William A. Horning, Edward Carfagno, Hugh Hunt (Bestes Szenenbild)
Charlton Heston (Bester Hauptdarsteller)
Robert L. Surtees (Beste Kamera)
Elizabeth Haffenden (Bestes Kostümdesign, Farbe)
Miklos Rozsa (Beste Filmmusik)
Hugh Griffith (Bester Nebendarsteller)
Ralph E. Winters, John D. Dunning (Bester Schnitt)
A. Arnold Gillespie, Robert MacDonald, Milo Lory (Beste visuelle Effekte)
Franklin E. Milton (Bester Ton)
Oscar-Nominierung 1960 für
Karl Tunberg (Drehbuch)
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AM RANDE NOTIERT
  • Das monumentale Filmprojekt wurde 1953 in die Wege geleitet und sollte das kurz vor dem Ruin stehende Filmstudio MGM sanieren, was auch gelang. Wyler setzte dazu auf einen massiven Personal- und Materialaufwand für den am Ende 16,2 Millionen Dollar teuren Streifen: Es gab 365 Sprecherrollen, dazu waren 50.000 Komparsen, über eine Million Requisiten und 40.000 Tonnen Mittelmeersand nötig. Allein die Vorbereitungszeit betrug fünf Jahre, die Drehzeit zwei Jahre.

  • Produzent Sam Zimbalist starb vor Ende der Dreharbeiten an einem Herzinfarkt.

  • Nachdem im Stummfilm von 1925 viele Pferde bei den Dreharbeiten zur Rennszene umgekommen waren, war man bei der Neuverfilmung peinlich darauf bedacht, dass keine Unfälle geschehen konnten, die Tierschutz und Öffentlichkeit auf den Plan gerufen hätten.

  • Regisseur Wyler ließ mehr als 40 Drehbuchfassungen erstellen und fuhr am Ende ohne abgenommenes Drehbuch zum Beginn der Dreharbeiten in die Cinecitta-Studios bei Rom.

  • Der Berufsverband der Hollywood-Drehbuchautoren setzte 1959 durch, dass ein anderer Drehbuchautor im Vorspann genannt wurde als der, von dem der Großteil der endgültigen Version stammte. Wyler war darüber so wütend, dass er in Hollywood vor der Entscheidung bei den Juroren gegen die Verleihung des Oscars an den Drehbuchautor intervenierte. 

  • Der Film bekam 11 Oscars bei 12 Nominierungen, nur in der Sparte "Bestes Drehbuch" blieb es bei der Nominierung.

  • Charlton Heston war für die Titelrolle nicht erste Wahl. Vor ihm waren auch Rock Hudson, Burt Lancaster, Paul Newman, Marlon Brando und Cesare Danova im Visier. Heston war dagegen ursprünglich für die Rolle des Messala vorgesehen.

  • William Wyler bemerkte einmal, wie ironisch es sei, dass der bedeutendste Roman des Christentums von ihm als Juden verfilmt würde.

  • Die vier Schimmel vor dem Wagen Ben Hurs waren echte Lipizzaner, importiert aus Lipica in Slowenien.

  • Es existieren bekannte Mythen um die von dem berühmten Stuntman Yakima Canutt inszenierte Wagenrennszene: ein Stuntman sei dabei gestorben, jemand trage eine Armbanduhr und ein roter Ferrari parke an der Seite. Diese Annahmen treffen jedoch nicht zu. Allerdings erleiden sechs von neun gestarteten Gespannen einen Totalschaden, und dennoch erreichen vier das Ziel.
     
    Quelle: Wikipedia

  

  • Viele italienische Frauen opferten ihre Haare für "Ben-Hur". Mehr als 250 Kilo wurden in den Filmstudios von Cinecitta zur Verarbeitung in Perücken und Bärten für die Tausende von Mitwirkenden an der Produktion zusammengetragen. Der größte Teil des Haars stammte von Bäuerinnen aus dem Bergland von Piemont. Die Bewohner dieser alpinen Gegend sind seit langem wegen ihres schönen Haares bekannt und verkaufen ihre Locken bereits seit Jahrhunderten an die Perückenmacher in aller Welt.

  • Zwei Ärzte und zwei Krankenschwestern waren während der Dreharbeiten des Wagenrennens ständig anwesend und unterhielten eine zwanzig Betten umfassende kleine Krankenstation am Rande der Arena. Während keiner der Wagenlenker irgendwelche schwerwiegenden Verletzungen erlitt, war das ärztliche Personal ständig mit der Behandlung von Hitzschlägen und kleineren Erkrankungen unter den fünfzehntausend Komparsen beschäftigt, die die Tribünen der Arena bevölkerten.

  • Die gesamte dreihundertköpfige Bevölkerung des Bergdorfes Arcinazzo nahm als Darsteller an den Dreharbeiten teil, als die Filmgesellschaft für die Dauer einer Woche in der Nähe arbeitete. Das Dorf, das einhundertfünfzig Kilometer von Rom entfernt liegt, verwandelte sich in die Stadt Nazareth und seine Bewohner in dessen Bevölkerung.

  • Es wurde notwendig, einen Hufschmied für die im Film verwendeten achtundsiebzig Pferde einzustellen. Aber es schien, dass der althergebrachte Beruf des "Dorfschmiedes" im Aussterben war. So verpflichtete die Produktionsfirma einen achtzehnjährigen, den Pferden verbundenen jungen Mann, brachte ihm das Hufschmiedehandwerk bei und ordnete ihn dem festen Aufnahmestab bei.
     
    Quelle: Begleitheft zum Film (1959); ein Buch aus dem Verlag Random House, 1959

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