Charlotte Rampling wurde am 5. Februar 1945 als Tochter des Olympiasiegers und späteren, Berufsoffiziers bzw. Nato-Kommandeurs Godfrey Rampling1) (1909 – 2009) in Sturmer (Essex, Großbritannien) geboren. Ihre Kindheit verbrachte sie im französischen Fontainebleau, wurde unter anderem an der "Jeanne d'Arc Academie pour Jeunnes Filles" in Versailles erzogen und später an der exklusiven britischen "St. Hilda's School" in Bushley. 1958 kehrte sie mit ihrer Familie nach Großbritannien zurück, wo sie mit ihrer älteren Schwester Sarah in einer Amateurschauspieltruppe mitwirkte. Nach Abschluss der Schule studierte sie an der Universität Madrid und schon während dieser Zeit reiste sie mit einer Popgruppe durch das Land.
1964 begann sie als Fotomodell unter anderem für Künstler wie Helmut Newton und Cecil Beaton zu posieren und übernahm auch schon kleinere Aufgaben beim Film. Erste Nebenrollen hatte sie in Richard Lesters Sexkomödie "The Knack"1) (1964, Der gewisse Kniff) und als Wohnungsgefährtin von Lynn Redgrave in dem Liebesfilm "Georgy Girl"1) (1966). Danach entschloss sie sich Schauspielunterricht zu nehmen und besuchte die "Royal Court Stage School".
 
Foto: Charlotte Rampling bei den Internationalen Filmfestspielen in Cannes 2001
Quelle: Wikipedia bzw. Wikimedia Commons;
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Charlotte Rampling bei den Internationalen Filmfestspielen in Cannes 2001; Quelle: Wikipedia bzw. Wikimedia; Urheber: Georges Biard; Lizenz CC-BY-SA 3.0.; Diese Datei ist unter der Creative Commons-Lizenz Namensnennung 3.0 Unported lizenziert. Es ist erlaubt, die Datei unter den Bedingungen der GNU-Lizenz für freie Dokumentation, Version 1.2 oder einer späteren Version, veröffentlicht von der Free Software Foundation, zu kopieren, zu verbreiten und/oder zu modifizieren; es gibt keine unveränderlichen Abschnitte, keinen vorderen und keinen hinteren Umschlagtext. Der vollständige Lizenztext ist im Kapitel GNU-Lizenz für freie Dokumentation verfügbar.
1969 wurde sie mit der Rolle der Elisabeth Thallman in Luchino Viscontis Melodram "La caduta degli dei"2) (Die Verdammten) einem breiteren internationalen Publikum bekannt und drehte auch in den folgenden Jahren immer wieder in Italien und Frankreich, stand beispielsweise für den Krimi-Streifen "La chair de l'orchidée"2) (1974, Das Fleisch der Orchidee) vor der Kamera. Oft agierte sie in provozierenden Rollen wie in dem Horrorstreifen "Asylum"1) (1972) – am extremsten wohl 1974 als nacktes Opfer von KZ-Schergen neben Dirk Bogarde in Liliana Cavianis Skandalstreifen "Il portiere di notte"1) (Der Nachtportier), einem Film, der in Italien verboten wurde. Nach ihrer Hauptrolle an der Seite von Sean Connery in dem britischen Science-Fiction-Film "Zardoz"1) (1974) überzeugte Charlotte Rampling ein Jahr später mit der Rolle der Helen Grayle als Partnerin von Robert Mitchum in Dick Richards Film Noir-Remake "Farewell, My Lovely"1) (1975, Fahr zur Hölle, Liebling2)). Mit Richard Harris spielte sie in dem von der Kritik verrissenen Tier-Horrorfilm "Orca"1) (1977, Orca – Der Killerwal), in Woody Allens Kino-Nostalgie "Stardust Memories"1) (1980) war die stets unnahbare und kühl wirkende, schlanke Rampling in der Rolle der rätselhaften Dorrie besonders gut integriert. Eine herausragende schauspielerische Leistung lieferte sie an der Seite von Paul Newman auch in Sidney Lumets Gerichtsdrama "The Verdict"1) (1982, The Verdict – Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit2)) ab, ebenso wie in Jacques Derays Psychothriller "On ne meurt que deux fois"2) (1985, Mörderischer Engel). Mit Nagisa Oshima realisierte die Schauspielerin 1986 die überdrehte Komödie "Max, mon amour", eine erotische Dreiecksgeschichte zwischen einer Frau, einem Mann und einem Affen. Ein Jahr später trat sie mit einer kleinen Rolle neben Mickey Rourke und Robert de Niro in Alan Parkers Psychothriller "Angel Heart"1) auf, 1988 war sie als Frau Fitzwaring in "D.O.A."1) (D.O.A. – Bei Ankunft Mord) sowie als Clara Paige in "Paris by Night" (Paris bei Nacht) zu sehen; hier spielte sie eine britische Konservative mit leichtem "Thatcher"-Touch.
 
In den 1990er Jahren ließ sich die Schauspielerin aufgrund privater Krisen eher selten auf der Leinwand sehen, unter anderem in dem Drama "The Wings of the Dove"1) (1997, Wings of the Dove – Die Flügel der Taube1)). Erst in jüngerer Zeit trat sie wieder vermehrt vor die Filmkamera. So übernahm sie unter anderem die Hauptrolle in François Ozons sensiblem Filmdrama "Sous le sable"1) (2000, Unter dem Sand2)) und wurde für ihre Leistung für den französischen Filmpreis "César" sowie dem "Europäischen Filmpreis" als "Beste Hauptdarstellerin" nominiert. Sie gehörte zur Besetzung der Thriller "Superstition"1) (2001, Superstition – Spiel mit dem Feuer), "The Fourth Angel"1) (2001, Der vierte Engel) und "Spy Game"1) (2001, Spy Game – Der finale Countdown), e
ine erneute "César"-Nominierung erhielt sie 2003 für die Rolle der verhärmten, frustrierten englischen Krimi-Autorin Sarah Morton in Ozons Streifen "Swimming Pool"1), konnte diesmal den " Europäischen Filmpreis" bei der Verleihung in Berlin mit nach Hause nehmen. Zu Charlotte Ramplings weiteren Kinoproduktionen der letzten Jahre zählen Norman Jewisons Literaturadaption "The Statement"1) (2003), der Science-Fiction-Film "Immortel (ad vitam)"1) (2004, Immortal – New York 2095: Die Rückkehr der Götter) und Laurent Cantets Drama "Vers le sud"1)  (2005, In den Süden2)). Der Psychothriller "Lemming"1)  (2005) gelangte im Juli 2006 auch in die deutschen Kinos, in der hervorragend gespielten Screwball Comedy "Désaccord parfait" (2006, Wir verstehen uns wunderbar2)) fand sie in Jean Rochefort einen ebenbürtigen Partner und bewies einmal mehr, dass sie eine der ganz Großen der Filmszene ist. "Der Stern" notierte unter anderem: "Mit der knapp 62-jährigen Charlotte Rampling als Alice und dem bald 78-jährigen Jean Rochefort, einem Urgestein des französischen Films, sind die Hauptrollen ebenso perfekt wie amüsant besetzt."
 
Überzeugend war zwar ihre Darstellung der Milena Gardosh in "Basic Instinct 2"1) (2006, Basic Instinct – Neues Spiel für Catherine Tramell), die Fortsetzung von "Basic Instinct"1) aus dem Jahre 1992, die Produktion wurde jedoch als "misslungen" angesehen, erhielt 2007 je eine "Goldene Himbeere"1) in den Kategorien "Schlechtester Film", "Schlechteste Fortsetzung oder Prequel" und "Schlechtestes Drehbuch".
Ambivalent waren die Kritiken zu François Ozons "Angel"1) (2007, Angel – Ein Leben wie im Traum) mit Charlotte Rampling in der Nebenrolle der Verlegersgattin Hermione, im gleichen Jahr zeigte sie sich als Kunstmäzenin Justine in dem spanischen Liebesdrama "Caótica Ana"1) (2007). In dem ersten abendfüllenden Spielfilm bzw. Actionthriller "Deception"1) (2008) des Schweizer Regisseurs Marcel Langenegger tauchte sie als Finanzexpertin auf, verkörperte die böse Hohepriesterin in dem Actionspektakel "Babylon A.D."1) (2008). Eine interessante Figur war die der Lady Spencer in dem opulent ausgestatteten Historiendrama "The Duchess"1) (2008, Die Herzogin2)), basierend auf der Biografie "Georgiana, Duchess of Devonshire" von Amanda Foreman; erzählt wird das Leben der historischen Adligen Georgiana Cavendish1) (1757 – 1806), die zu den einflussreichsten Frauen ihrer Zeit zählte und von Keira Knightley dargestellt wurde. Bei der Oscarverleihung 2009 erhielt der Film den Preis für die "Besten Kostüme" und war auch für das "Beste Szenenbild" nominiert.
 
In dem weltweit ersten in 3D produzierte Tanzfilm von den Regisseuren Max Giwa und Dania Pasquini "StreetDance 3D" (2010) hatte Charlotte Rampling die Rolle der Helena, Tanzlehrerin der angesehenen Londoner "Royal Dance School" übernommen, wirkte in den Produktionen "Never Let Me Go" (2010, Alles, was wir geben mussten) und "Rio Sex Comedy" (2010) mit. Abgedreht hat sie Lech Majewskis Historiendrama "The Mill and the Cross"4) (2011) nach dem gleichnamigen Roman von Michael Francis Gibson. In der Polnisch-Schwedischen Co-Produktion, inspiriert durch das 1564 geschaffene Bild "Die Prozession nach Golgatha" des flämischen Malers Pieter Bruegel der Ältere1), spielt sie neben Rutger Hauer (Pieter Bruegel) und Michael York (Nicholas Jonghelinck) die Figur der Maria; vorgestellt wurde der Film am 23. Januar 2011 beim "Sundance Film Festival"  im US-amerikanischen Park City, ein Kinostart in Deutschland ist noch offen.
Ebenfalls fertiggestellt ist der mit Charlotte Gainsbourg, Kiefer Sutherland, Charlotte Rampling, Kirsten Dunst und Udo Kier prominent besetzte futuristische Katastrophenfilm "Melancholia" des dänischen Filmemachers Lars von Trier. "Melancholia" soll voraussichtlich bei den Filmfestspielen von Cannes (11.–22.05.2011) seine Premiere feiern.
Vom 28. Januar bis zum 2. März 2011 liefen in London die Dreharbeiten zu dem Film-Noir-Thriller "I, Anna" ihres Sohnes Barnaby Southcombe, auch Hamburg diente danach als Kulisse. Charlotte Rampling spielt in der Adaption des Romans von Elsa Lewin neben Gabriel Bryne die weibliche Hauptrolle, erzählt wird die Geschichte des Kriminalhauptkommissars D.C.I. Bernie Reid (Gabriel Bryne), der sich während den Ermittlungsarbeiten zu einem Mordfall in die mysteriöse Anna Welles (Charlotte Rampling) verliebt. Der von Regisseur Hadi Hajaig realisierte britische Terroristen-Thriller "Cleanskin" (2011) soll ebenfalls demnächst an den Kinostart gehen, in der australischen Produktion "The Eye of the Storm" (2011), Fred Schepisis Verfilmung des Romans "Im Auge des Sturms" von Patrick White, mimt sie neben Geoffrey Rush und Judy Davis eine eine 86-jährige reiche Witwe, die im Sterben liegt. In der Vorbereitungsphase befindet sich Stephen Browns Drama "The Sea" (2011).

Verschiedentlich übernahm die Schauspielerin prägnante Rollen in Fernsehproduktionen, so unter anderem als Valérie von Taussig in dem von Axel Corti bzw. Gernot Roll inszenierten Mehrteiler "Radetzkymarsch"1) (1995), gedreht nach dem gleichnamigen Roman1) von Joseph Roth aus dem Jahre 1932. Die deutschen Fernsehzuschauer erlebten sie auch 2004 mit der Rolle der alten Livia und Ehefrau von Augustus (Peter O'Toole) in dem historischen Zweiteiler "Imperium – Augustus"1) (Mein Vater der Kaiser) auf dem Bildschirm.

Bis heute ist Charlotte Rampling, die am 5. Februar 2011 ihren 65. Geburtstag feierte, eine vielbeschäftigte und gefragte Leinwanddarstellerin, die auch schon mal Ausflüge in das musikalische Fach macht. 2002 veröffentlichte sie ein Album mit dem Titel "comme une femme", auf dem sie französische und englische Lieder aus der Feder von Michel Rivegauche und Jean-Pierre Stora singt. 2003 startete sie auch eine vielbeachtete Theaterkarriere, trat im Pariser "Théâtre Édouard VII" mit der weiblichen Hauptrolle der Lisa neben Bernard Giraudeau in dem von Bernard Murat in Szene gesetzten Zwei-Personenstück "Kleine Eheverbrechen" (Petits crimes conjugaux) von Éric-Emmanuel Schmitt1) auf. Im Juni 2004 wurde sie am Londoner "National Theatre" von der Kritik für ihre brillante Interpretation der reichen und melancholischen Gräfin in Jonathan Kents Inszenierung des Komödienklassikers "The False Servant" (La Fausse Suivante ou Le Fourbe puni) des französischen Barockdichters Pierre de Marivaux1) (1688 – 1763) gefeiert; das Stück, in einer Neubearbeitung von Martin Crimp, lief erfolgreich bis Mitte September 2004.
2006 übernahm der Star als Jury-Präsidentin den Vorsitz der 56. Internationalen Filmfestspiele Berlin (9. bis 19. Februar 2006).
  
Die Schauspielerin lebt seit mehr als 25 Jahren in Frankreich. Von 1976 bis 1996 war Charlotte Rampling mit dem Synthi-Musiker Jean-Michel Jarre1) verheiratet; aus der Verbindung stammt der 1977 geborene Sohn David, der sich inzwischen einen Namen als Magier gemacht hat. Ramplings kurze, 1972 geschlossene Ehe mit dem Bildhauer Bryan Southcombe war 1976 trotz des gemeinsamen Sohnes Barnaby (geb. 1972) geschieden worden; Barnaby Southcombe arbeitet heute als Regisseur.
  

Link: 1) Wikipedia, 2)  prisma-online.de Stand März 2011
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Textbausteine des Kurzportraits von www.prisma-online.de
Englischsprachige Fanseite: www.charlotterampling.net
Siehe auch Wikipedia 
  
Kinofilme (Auszug)
Filmografie bei www.imdb.de
1964: The Knack (Der gewisse Kniff)
1965: Rotten to the Core
1966: Georgy Girl
1967: The Long Duel (Der Kampf)
1968: Sequestro di persona (Die Mafia-Story)
1969: La caduta degli dei (Die Verdammten)
1969: Target: Harry
1969: Three 
1971: Vanishing Point (Fluchtpunkt San Francisco)
1971: The Ski Bum
1972: Henry VIII and His Six Wives (Heinrich VIII und seine sechs Frauen)
1972: Asylum (Asylum – Irrgarten des Schreckens)
1973: Giordano Bruno (Der Mönch von San Dominico)
1974: Zardoz
1974: Il portiere di notte (Der Nachtportier)
1974: Caravan to Vaccares (Duell in Vaccares)
1974: La chair de l'orchidée (Das Fleisch der Orchidee)
1975: Farewell, My Lovely (Fahr zur Hölle, Liebling)
1976: Foxtrot (Tödliches Inselparadies)
1977: Orca: Killer Whale (Orca, der Killerwal)
1977: Un taxi mauve (Das malvenfarbene Taxi)
1980: Stardust Memories
1982: The Verdict (Die Wahrheit – und nichts als die Wahrheit)
1984: Viva la vie! (Viva la vie – Es lebe das Leben)
1985: On ne meurt que 2 fois (Mörderischer Engel)
1985: Tristesse et beauté
1986: Max, mon amour
1987: Angel Heart
1987: Mascara
1988: D.O.A. (D.O.A. – Bei AnkunftMord)
1988: Paris by Night (Paris bei Nacht)
1989: Rebus
1993: Hammers Over the Anvil (Sommer des Erwachens)
1994: Time Is Money
1996: Asphalt Tango
1996: Invasion of Privacy (Tödliche Umstände)
1997: The Wings of the Dove (Die Flügel der Taube)
1999: The Cherry Orchard
2000: Signs & Wonders
2000: Hommage à Alfred Lepetit
2000: Aberdeen
2000: Sous le sable (Unter dem Sand)
2001: The Fourth Angel (Der vierte Engel)
2001: Superstition (Julie – Im Feuer der Unschuld)
2001: Spy Game (Spy Game – Der finale Countdown)
2002: Embrassez qui vous voudrez (Küss mich, wenn du willst)
2003: I'll Sleep When I'm Dead (Dead Simple)
2003: Swimming Pool
2003: The Statement (The Statement #150; Am Ende einer Flucht)
2004: Immortel (ad vitam) (Immortal – New York 2095: Die Rückkehr der Götter)
2004: Jerusalemski sindrom
2004: Le Chiavi di casa (Die Hausschlüssel)
2005: Lemming
2005: Vers le sud (In den Süden)
2006: Basic Instinct 2 (Basic Instinct – Neues Spiel für Catherine Tramell)
2006: Désaccord parfait (Wir verstehen uns wunderbar – Désaccord parfait)
2007: Angel (Angel – Ein Leben wie im Traum)
2007: Caótica Ana
2008: Deception (Deception – Tödliche Versuchung)
2008: Babylon A.D.
2008: The Duchess (Die Herzogin)
2009: Quelque chose à te dire
2009: Boogie Woogie
2009: La femme invisible
2009: Life During Wartime
2010: StreetDance 3D
2010: Never Let Me Go (Alles, was wir geben mussten)
2010: Rio Sex Comedy
2011: The Mill and the Cross
2011: Melancholia
2011: I, Anna
2011: Cleanskin
2011: The Eye of the Storm
2011: The Sea
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