Eddie Constantine 02 Eddie Constantine wurde am 29. Oktober 1917 in Los Angeles, Kalifornien (USA), als Edward Constantinowsky geboren. Sein Vater war russischer Abstammung, seine Mutter Polin und beide waren in die USA eingewandert. Von 1933 bis 1936 studierte Constantine Gesang am Konservatorium in Wien und später in New York. Er begann seine Künstlerkarriere als Chorsänger bei MGM und war Mitbegründer des Vokalquintetts "The Five Musketeers", der Erfolg war jedoch mäßig. Nach dem 2. Weltkrieg ging Constantine nach Europa, zunächst nach London, dann nach Paris. Seine Frau, die tschechische Tänzerin Hélène Musil (Helinka Musilova) hatte ein Engagement beim Ballett in Monte Carlo und dann in Paris erhalten, wohin Constantine ihr folgte und französischer Staatsbürger wurde. Er sang sich durch die Nachtclubs der französischen Metropole, trat unter anderem Anfang der 1950er Jahre mit der befreundeten Édith Piaf1) (1915 – 1963), die ihn auch entdeckt hatte und protegierte, in Nachtclubs auf und produzierte erste Schallplatten mit Titeln wie "Cigarettes, whisky et petites pépées" oder "Ah! les femmes…". Seinen größten Hit im deutschsprachigen Raum hatte Constantine 1953 mit dem Song "Schenk deiner Frau (doch hin und wieder rote Rosen)".
 

Das Foto wurde mir freundlicherweise von der
Fotografin Virginia Shue (Hamburg) zur Verfügung gestellt. 
Das Copyright liegt bei Virginia Shue.

1952 kam Constantine zum Film und gab sein Debüt mit einer kleinen Nebenrolle in "Egypt by Three". Mit Bernard Borderies "La môme vert-de-gris" (Im Banne des blonden Satans) begann dann 1953 eine Reihe billig produzierter Action-Filme nach Peter Cheyneyss Romanen um den F.B.I-Agenten Lemmy Caution. Eddie Constantine wurde in der Rolle des vor allem für Frauen unwiderstehlichen Detektivs zur Kultfigur der 1960er Jahre, obwohl die Filme vom Inhalt wenig differenziert waren. Wenn Eddie zuschlug, dann vielen mindestens drei Gangster um.
Auch in Deutschland war Constantine mit seinen Schlagern und Leinwandstreifen überaus erfolgreich. Mit Filmen wie Werner Klingers "Hoppla, jetzt kommt Eddie" (1958) oder "Bomben auf Monte Carlo" (1959/60, auch "Eddie lässt die Bombe platzen") kam der Mann mit den markanten Gesichtszügen auch beim deutschen Publikum an. Der Schauspieler variierte in zahllosen Filmen die Kultfigur des unverwüstlichen Eddie, geriet damit zum Action-Star jener Jahre. Die Demontage des Klischees begann 1964 in Marcel Ophüls Film "Faites vos jeux, Mesdames" (Ab heute wieder Niederschläge) und wurde mit der futuristischen Parodie "Alphaville, une étrange aventure de Lemmy Caution"2) (1965 Lemmy Caution gegen Alpha 60), inszeniert von Jean-Luc Godard, vollendet. Die Wandlung zum Charakterdarsteller setzte Constantine 1969/70 mit der Rolle des italienischen Anarchisten "Malatesta"2) in Peter Lilienthals gleichnamigem Film fort.

DVD-Cover mit freundlicher Genehmigung der heute nicht
mehr existierenden "e-m-s new media AG
"

Eddie lässt die Bombe platzen; Copyright www.e-m-s.de
Warnung vor einer heiligen Nutte; Copyright Einhorn-Film Danach war er in Produktionen des Jungen deutschen Films zu sehen, unter anderem 1970 in Fassbinders "Warnung vor einer heiligen Nutte"2) und "Die dritte Generation"2) (1978/79). Lutz Mommartz' "Tango durch Deutschland" zeichnete 1980 ein psychologisches Portrait des Schauspielers Constantine und in so modernen Kriminalplotts wie "Exit… nur keine Panik" (1980) oder "Panische Zeiten" (1980) mit Udo Lindenberg erschien der Schauspieler als Zitat seiner selbst. Nur selten verkörperte Constantine brüchige Charaktere oder verletzliche Menschen wie 1986 einen alten Fernsehclown in der TV-Serie "Roncalli"2); daneben agierte er bis zu seinem Tod immer wieder mal in Serien wie "Frankensteins Tante"2) (1986) und "Rivalen der Rennbahn"2) (1989), tauchte auch in TV-Unterhaltungssendungen auf.
 
Foto mit freundlicher Genehmigung von Einhorn-Film
© Einhorn-Film/Weltlichtspiele Kino GmbH
1975 veröffentlichte Constantine seinen Roman "Le propriétaire" (Der Favorit), seine Lebensgeschichte kann man in der Biographie von Rolf Thissen "Eddie Constantine. Seine Filme – sein Leben" (1991, Heyne-Filmbibliothek, Heyne-Bücher Nr. 151/32) nachlesen. Ein weiteres Buch, dass sich mit Eddie Constantine befasst ist "Hoppla, hier kommt Eddie! Eddie Constantine und seine Filme" (1986) von Dieter Hasemann und Michael Dittmar.
 
Eddie Constantine starb am 25. Februar 1993 mit 75 Jahren nach einem Herzanfall in Wiesbaden, wo er zuletzt gelebt hatte. Seine Asche wurde auf hoher See im Ärmelkanal verstreut, in Höhe der Städte Deauville und Trouville.
In erster Ehe war er mit der tschechischen Tänzerin Helinka Musilova (Hélène Musil) verheiratet; aus der Verbindung stammen drei Kinder, die Töchter Tania (geb. 1943) und Barbara (geb. 1955) sowie der Sohn Lawrence "Lemmy" (geb. 1957); Lemmy Constantine trat später in die Fußstapfen seines Vaters und wurde ebenfalls Sänger und Schauspieler. Constantines 1977 geschlossene, kurze Ehe mit der Richterin Dorothea Gibson endete bereits 1978 vor dem Scheidungsrichter, danach gab er 1979 der damaligen ZDF-Fernsehredakteurin Maya Faber-Jansen das Ja-Wort; aus der Verbindung stammt die 1981 in Wiesbaden geborene Tochter Mia Bella Marie.

Eddie Constantine 1972
Rechteinhaber: Nationaal Archief (Den Haag, Rijksfotoarchief; Bestandsnummer: 925-7924)
Urheber/Fotograf: Croes, Rob C. / Anefo;  mehr bei → www.gahetna.nl
Quelle: Wikimedia Commons; Lizenz: www.gahetna.nl/over-ons/open-data / CC BY-SA 3.0 NL

Eddie Constantine 1972; Rechteinhaber: Nationaal Archief (Den Haag, Rijksfotoarchief; Bestandsnummer: 925-7924); Urheber/Fotograf: Croes, Rob C. / Anefo;  mehr bei ? www.gahetna.nl; Quelle: Wikimedia Commons; Lizenz: www.gahetna.nl/over-ons/open-data / CC BY-SA 3.0 NL
Siehe auch Wikipedia, www.prisma.de, www.cyranos.ch
  
Link: 1) Kurzportrait innerhalb dieser HP, 2) Wikipedia, 3) deutsches-filmhaus.de
    
Kinofilme
Filmografie bei der Internet Movie Database
(Link: Wikipedia, deutsche-filmhaus.de, prisma.de)
"Lemmy Caution"-Filme
  • 1953: La Môme vert-de-gris (Im Banne des blonden Satans)
  • 1953: Cet homme est dangereux (F.B.I sucht Lemmy Caution)
  • 1953: Les Femmes s'en balancent (Serenade für zwei Pistolen)
  • 1955: Vous pigez? (Rote Lippen – blaue Bohnen)
  • 1960: Comment qu'elle est! (Eddie geht aufs Ganze)
  • 1962: Lemmy pour les dames (Das ist nichts für kleine Mädchen)
  • 1963: À toi de faire, Mignonne (Zum Nachtisch blaue Bohnen)
  • 1965: Alphaville, une étrange aventure de Lemmy Caution (Lemmy Caution gegen Alpha 60)
Sonstige Filme (Auszug
  • 1953: Egypt by Three
  • 1954: Avanzi di galera (In den Klauen der Vergangenheit)
  • 1954: Ça va barder (Heiße Fäuste – heißes Blut)
  • 1954: Votre dévoué Blake (Heiße Lippen – Kalter Stahl)
  • 1955: Broadway Jungle
  • 1955: Je suis un sentimental (Küsse, Kugeln und Kanaillen)
  • 1956: Ce soir les jupons volent
  • 1956: L'Homme et l'enfant (Gangster, Rauschgift und Blondinen) 
  • 1956: Les Truands (Gauner-Kavaliere)
  • 1957: Ces dames préfèrent le mambo (Morphium, Mord und kesse Motten)
  • 1957: Folies-Bergère (Paradies der Liebe)
  • 1957: Le Grand bluff (Liebe, Lumpen, Leidenschaften)
  • 1958: Hoppla, jetzt kommt Eddie
  • 1958: Incognito (Heiße Küsse – scharfe Schüsse)
  • 1958: Passport to Shame (Eddie, Tod und Teufel)
  • 1959: Du rififi chez les femmes (Rififi bei den Frauen)
  • 1959: The Treasure of San Teresa (Rhapsodie in Blei)
  • 1959: SOS Pacific (Dicke Luft und heiße Liebe)
  • 1960: Bomben auf Monte Carlo / Eddie läßt die Bombe platzen
  • 1960: Chien de pique (Junge mach Dein Testament)
  • 1960: Me faire ça à moi (Wie leicht kann das ins Auge gehen)
  • 1961: Cause toujours, mon lapin (Nicht schießen, Liebling – Küssen)
  • 1961: Ça va être ta fête (Lemmy Caution schlägt zu)
  • 1961: Mani in alto (Auf Ihr Wohl, Herr Interpol)
  • 1961: Une grosse tête (Eddie und die scharfen Kurven)
  • 1962: Bonne chance, Charlie (Eddie, gib ihm Saures)
  • 1962: Les femmes d'abord (Eddie krault nur kesse Katzen)
  • 1962: Les Sept péchés capitaux
  • 1962: Nous irons à Deauville
  • 1963: Comment trouvez-vous ma soeur?
  • 1963: Des frissons partout (Eddie wieder Coltrichtig)
  • 1963: À toi de faire… mignonne (Zum Nachtisch blaue Bohnen)
  • 1963: L'empire de la nuit (Gib Zunder, Eddie)
  • 1963: Rote Lippen soll man küssen
  • 1963: Tela de araña (Eddie, Miezen und Moneten)
  • 1964: Ces dames s'en mêlent (Eddie, Blüten und Blondinen)
  • 1964: Laissez tirer les tireurs (Eddie – Wenn das Deine Mutti wüsste)
  • 1964: Lucky Jo
  • 1964: Nick Carter va tout casser (Nick Carter schlägt alles zusammen)
  • 1965: Faites vos jeux, mesdames (Ab heute wieder Niederschläge)
  • 1965: Je vous salue mafia (Grüße an die Mafia)
  • 1965: Nick Carter et le trèfle rouge (Nick Carter: Zum Frühstück Blondinen)
  • 1966: Cartas boca arriba (Karten auf den Tisch)
  • 1966: Residencia para espías
  • 1967: À tout casser
  • 1967: Ces messieurs de la famille
  • 1969: Lions Love
  • 1970: Malatesta
  • 1971: Supergirl
  • 1971: Falscher Verdacht
  • 1971: Warnung vor einer heiligen Nutte → Wikipedia
  • 1973: Geen paniek
  • 1973: Une baleine qui avait mal au dents
  • 1975: Der Zweite Frühling
  • 1975: Souvenir of Gibraltar
  • 1975: Le Couple témoin
  • 1977: Bloedverwanten
  • 1978: It Lives Again (Die Wege des Satans)
  • 1979: Die Dritte Generation
  • 1980: Car-napping – Bestellt – geklaut – geliefert
  • 1980: The Long Good Friday (Rififi am Karfreitag)
  • 1980: Exit… nur keine Panik
  • 1980: Panische Zeiten
  • 1981: Freak Orlando
  • 1981: Neige (Schnee)
  • 1981: Rote Liebe – Wassilissa
  • 1982: Boxoffice
  • 1982: Rote Liebe
  • 1983: Das Mikado-Projekt
  • 1983: Fluchtpunkt Berlin
  • 1983: La bête noire
  • 1983: Tango durch Deutschland
  • 1983: Der Schnüffler
  • 1984: Seifenblasen
  • 1984: Tiger – Frühling in Wien
  • 1984: Uno scugnizzo a New York
  • 1985: Paul Chevrolet en de ultieme hallucinatie
  • 1986: Makaroni Blues
  • 1987: Helsinki Napoli All Night Long
  • 1987: Pehavý Max a strasidlá
  • 1991: Europa
  • 1991: Allemagne année 90 neuf zéro (Deutschland neu(n) null)
  • 1993: Three Shake-a-Leg Steps to Heaven
  • 1993: Tokyo no kyujitsu
Um zur Seite der Leinwandstars zurückzukehren, bitte dieses Fenster schließen.
Home: www.steffi-line.de