Little Richard 2007 bei dem "Forty Acres Festival" an der Universität von Texas; Urheber: Wikimedia-User Anna Bleker; Lizenz: Dieses Foto wurde durch den Autor, Annableker auf wikipedia, in die Gemeinfreiheit übergeben. Dies gilt weltweit. Quelle: Wikipedia bzw. Wikimedia Commons Little Richard wurde am 5. Dezember 1932 als Richard Wayne Penniman und drittes Kind einer Baptistenfamilie im schwarzen Ghetto von Macon1) (Georgia) geboren. Er verbrachte seine Kindheit in ärmlichen Verhältnissen, sein Vater Charles "Bud" Penniman hielt die Familie mit dem Handel schwarzgebrannten Schnapses über Wasser und soll ermordet worden sein, als Richard noch ein Teenager war. So musste er schon früh zum Lebensunterhalt seiner Mutter Leva Mae und den Geschwistern – sechs Brüder und fünf Schwestern – beitragen. Er nahm alle möglichen Gelegenheitsjobs an, zog mit "Dr. Hudsonís Traveling Medicine Show" durch die Lande und trat als Musiker in Bars und Kneipen auf. Schon bald machte er sich als "Rhythm & Blues"-Musiker in der afroamerikanischen Musikszene einen Namen, erhielt 1951 einen Plattenvertrag von "RCA Records"1), nachdem er bei einem Talentwettbewerb gewonnen hatte. Man produzierte im Oktober 1951 den Titel "Get Rich Quick" sowie eine weitere Single mit Richard, doch Niemand nahm Notiz davon.
 
Little Richard 2007 bei dem "Forty Acres Festival" an der Universität von Texas
Urheber: Wikimedia-User Anna Bleker
Lizenz: Dieses Foto wurde durch den Autor, Annableker auf Wikipedia, in die Gemeinfreiheit übergeben.
Dies gilt weltweit. Quelle: Wikipedia bzw. Wikimedia Commons
So arbeitete er einige Jahre zunächst wieder unter anderem als Tellerwäscher, gab seinen Traum, ein bekannter Sänger zu werden, jedoch nicht auf. Er schickte Mitte der 1950er Jahre ein Demo-Band an die kleine Firma " Specialty Records"1) in Los Angeles, auf dem sich auch sein selbst geschriebener Titel "Tutti Frutti"1) befand.
Dies war der Start zu einer unglaublichen Karriere: Im Januar 1956 schaffte "Tutti Frutti" den Sprung die Pop Charts bis auf Platz 17. Little Richards Schlachtruf "
A-wop-bop-a-loo-bop-a-wop-bam-boom!" dröhnte aus allen Musicboxen und die Nonsens-Zeile bzw. Lautmalerei sprach der damaligen Teenagergeneration aus der Seele. In Folge erschienen weitere Stücke von dem schrillen Musiker, allein durch sein Outfit machte er auf sich aufmerksam. Seine Auftritte waren "der nackte Wahnsinn", er war bunt und einzigartig, benutzte ausgeflippte Klamotten, Lippenstift und Augen-Make-Up. An seinen Fingern steckten goldene Ringe mit Diamanten besetzt, mit gefletschten Zähnen traktierte er bei seinen Auftritten auch schon mal mit den Füßen das Piano, grinste ins Publikum und kreischte zusammen mit seinen Fans, was das Zeug hielt. Mit Titeln wie "Long Tall Sally"1) (1956) , "Ready Teddy"1) (1956), "The Girl Can't Help It" (1957), "Jenny, Jenny" (1957), "Lucille" (1957), "KeepA Knockin'" (1957), "Good Golly Miss Molly" (1958), "Rip It Up" oder "Baby Face" (1959) stürmte er die Hitparaden und wurde zu einem der populärsten Rock-Musiker seiner Zeit, nicht nur in den USA. Alleine "Long Tall Sally" hielt sich acht Wochen lang auf Platz 1 der Charts. In dieser Zeit trat er unter anderem mit seiner Band auch in den Kinostreifen "The Girl Can't Help It"1) (1956, "Schlagerpiraten") und "Don't Knock The Rock" (1956, "Außer Rand und Band 2. Teil") in Erscheinung.

Im Herbst 1958 begann Little Richard – seinem Kindheitswunsch entsprechend – eine dreieinhalbjährige Ausbildung zum Priester der "Siebenten-Tags-Adventisten"1) im "Oakwood Bible College" in Huntsville1) (Alabama) und zog sich nach seinem Examen und der Priesterweihe 1961 vorerst aus dem Showgeschäft zurück. Doch bereits 1963 war er als Rockmusiker wieder da und trat unter bei einer England-Tournee Mitte 1963 mit den damals noch recht unbekannten "Rolling Stones"1) auf. Ab Mitte der 1970er Jahre nahm er dann vermehrt Gospel-Platten auf und thematisierte darin seinen Glauben. In den 1980er Jahren war er auch wieder öfter auf der Leinwand und im Fernsehen präsent, zeigte sich unter anderem 1986 in der Kinokomödie "Down and Out in Beverly Hills"1) ("Zoff in Beverly Hills") mit der Rolle des Orvis Goodnight und sang darin den Titel "Great Gosh A Mighty", der sowohl in die amerikanische als auch in die britische Hitparade kam und in Deutschland Platz 15 belegte. Außerdem trat er in zahlreichen TV-Shows auf und machte auch bei einigen Serien mit. Zuletzt war er 2001 in dem Zeichentrickfilm "Der Schwan mit der Trompete"2) ("Trumpet Of The Swan") mit dem Titelsong "Louie, Louie, Louie" zu hören.

1986 war Little Richard, der mit seinem schnellen und kraftvollen Pianospiel, seinem lauten und überdrehter Gesang sowie seinen energiereichen Konzerten viele Musiker der nachfolgenden Generationen prägte, einer der ersten Künstler, denen in der gerade gegründeten "Rock and Roll Hall of Fame"1) ein Denkmal gesetzt wurde. Seine Aufnahme in die "Songwriters Hall of Fame"1) folgte 2003, jene in die "Blues Hall of Fame"1) im Jahr 2015. Bereits 1990 wurde ihm zu Ehren ein Stern am "Hollywood Walk of Fame"1) verlegt. 1994 erhielt Richard den "Lifetime Achievement Pioneer Award" der Rhythm and Blues Foundation1). Das Musikmagazin "Rolling Stone"1) führt in seiner populären Liste der 500 besten Songs aller Zeiten1) Little Richard mit "Long Tall Sally", "Good Golly Miss Molly", "The Girl Can't Help It" und "Keep A Knockin'" vier Mal. Sein Debütalbum auf "Specialty Records" "Here's Little Richard" schaffte es in der Liste der 500 besten Alben aller Zeiten1) auf den 50. Platz. In der Wahl der 365 Songs of the Century1) platzierte sich "Tutti Frutti" auf Rang 130. Darüber hinaus listete der "Rolling Stone" Little Richard auf Rang 8 der 100 größten Musiker1) sowie auf Rang 12 der 100 besten Sänger aller Zeiten1). notiert Wikipedia. Er selbst soll einmal über sich gesagt haben: "Elvis mag der König des Rock-'n'-Roll  sein, aber ich bin die Königin".
Im Verlaufe seiner Karriere verkaufte der exzentrische Musiker über 30 Millionen Platten und tourte bis vor wenigen Jahren – bevorzugt mit anderen Rock-Veteranen – erfolgreich durch die Lande. Am 5. Dezember 2002 feierte der selbst ernannte "Architekt" des Rock'n'Roll seinen 70. Geburtstag und gab bekannt, dass er sich nun zur Ruhe setzen wolle; er habe vor, in seinem Heimatstaat Georgia sesshaft werden. Doch so ganz konnte er immer noch nicht von der Bühne lassen, tourte mit seinen Rock-'n'-Roll-Klassikern weltweit durch die Konzertsäle. Rund zehn Jahre später setzte sich der inzwischen über 80-Jährige offensichtlich nach mehrmaliger Ankündigung seines Ausscheidens aus dem Rock-'n-Roll-Geschäft dann doch zur Ruhe. 2013 erklärte der Rock-'n-Roll-Veteran in einem Interview mit der Zeitschrift "Rolling Stone" seinen endgültigen Abschied mit den Worten: "I am done!".
Seine Biografie wurde unter dem Titel "Die Little Richard Story" (2000, "Little Richard") für das Fernsehen verfilmt, der Schauspieler Leon Robinson1) stellte die Rock-Legende dar. "Schonungslose, gut gespielte Biografie mit fetzigen Musikeinlagen" notiert prisma.de. Bereits 1980 hatte es von dem berühmten Fotografen und Regisseur William Klein1) eine 90-minütige Dokumentation für das deutsche Fernsehen unter dem Titel "Die Little Richard Story" gegeben, die in "tollen Bildern den Mythos des legendären Rock-'n'-Rollers"3) nachzeichnete.
 
Der Rock'n'Roll-Pionier Little Richard starb am 9. Mai 2020 im Alter von 87 Jahren in Tullahoma (Tennessee1)), laut Medienberichten bzw. seinem langjährigen Anwalt Bill Sobel sei Knochenkrebs die Todesursache gewesen; er hinterließ Adoptivsohn Danny Penniman. "Little Richard brauchte nur ein paar kleine Platten, um den Rock'n'Roll zu prägen. Mit ihm ist nun einer der letzten Urahnen der modernen Popmusik gestorben." schrieb DIE ZEIT in einem Nachruf → www.zeit.de.
 
Siehe auch den ausführlichen Artikel bei Wikipedia (mit Diskografie) sowie
das Kurzportrait bei www.laut.de
Filmografie bei der Internet Movie Database
Fremde Links: 1) Wikipedia, 2) wunschliste.de
Quelle:  3) .cinema.de
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