Bill Haley (William John Clifton Haley jr.) wurde nach Schwester Margaret*) am 6. Juli 1925 Highland Park1) (Michigan1)) als zweites Kind in eine musikalische Familie hinein geboren: Sein aus Kentucky1) stammender Vater William Albert Haley*) (22.02.1900 – 17.06.1956) spielte Banjo und Mandoline, Mutter Maude (22.06.1895 – 25.04,1955), die als 20-Jährige von England (Lancashire1)) in die USA ausgewandert war, spielte Orgel und gab Klavierunterricht. Im Alter von vier Jahren verlor er bei einer Operation sein linkes Augenlicht, was ihn lebenslang einschränkte. Als er sieben Jahre alt war, zog die Familie nach Bethel Township, eine Ortschaft in Chester County1) (Pennsylvania1)).
Schon früh hatte der junge Bill den Traum, ein singender Cowboy zu werden, lernte Gitarre spielen und bereits mit 13 Jahren trat er in verschiedenen lokalen Shows mit kleineren Hillbilly1)-Gruppen auf. Er galt in seiner Jugend als scheu und schüchtern, vermutlich wegen der Erblindung auf dem linken Auge, was zu einem mangelndem Selbstbewusstsein hinsichtlich seines Aussehens geführt hatte. Dies war übrigens auch der Grund, warum Haley später diese unnatürliche Haarlocke trug; er wollte von seinem erblindeten Auge ablenken und ließ sich auch nie von der linken Seite fotografieren.
  

Bill Haley am 3. Januar 1974 in den Niederlanden
Rechteinhaber: Nationaal Archief1) (Den Haag, Rijksfotoarchief;
Bestandsnummer: 926-9165)
Urheber/Fotograf: Unbekannt / Anefo;
Quelle: Wikimedia Commons (Ausschnitt des Originalfotos)
Lizenz: CC0 1.0 (Verzicht auf das Copyright)

Bill Haley am 3. Januar 1974 in den Niederlanden; Rechteinhaber: Nationaal Archief (Den Haag, Rijksfotoarchief; Bestandsnummer: 926-9165); Urheber/Fotograf: Unbekannt / Anefo; Quelle: Wikimedia Commons; Lizenz: www.gahetna.nl/over-ons/open-data / CC BY-SA 3.0 NL
Zunächst trug er ab seinem 15. Lebensjahr zum Unterhalt der Familie bei, arbeitete in einer Getränkefabrik, verließ sein Elternhaus jedoch wenig später, um seine musikalischen Ziele zu verwirklichen. Bei verschiedenen Bands sowie als Solist schlug sich jedoch anfangs mehr schlecht als recht durch, erst als er Mitte der 1940er zur Country1)-Swingband "The Down Homers" stieß, ging es aufwärts – ab 1946 trat er als Ersatz für Kenny Roberts (1926 –  2012; → Wikipedia (englisch)), der seinen Militärdienst ableisten musste, als Gitarrist und "Rambling Yodeler" auf, soll beim Label "Vogue Records"1) auch seine erste Schallplatte veröffentlicht haben. Mit der Rückkehr von Roberts ging Haley dann wieder eigene Wege, "gründete 1947/48 gemeinsam mit James Allsman die Formation "The Four Aces of Western Swing". Tagsüber arbeitete Haley als Diskjockey und Radiosprecher beim lokalen Rundfunksender "WPWA" in Chester1) (Pennsylvania1)), abends war er mit seiner Band in Parks und Saloons in Philadelphia1) unterwegs. Seine Gruppe bestand aus Gitarre, Pedal Steel Guitar1), Fiddle1), Mandoline, Akkordeon und Kontrabass – allesamt akustisch. Man spielte Western Swing1), der bereits stark von Popmusik1)-Elementen durchdrungen war und sich weit von der "Mountain Music" des Südens entfernte. Trotzdem war das Erscheinungsbild von Haley und den "Four Aces of Western Swing" vom Cowboy-Image der 1930er Jahre geprägt; es wurden Stetsons1), ausgefallene Cowboy-Kostüme und Cowboy-Stiefel getragen. Zusammen mit seiner Band soielte er auch einige Platten für "Cowboy Records" (→ Wikipedia (englisch)) ein, fungierte zudem gleichzeitig als "WPWA"s Musical Director und leitete die Hausband des Senders." notiert Wikipedia.

1949 benannte er die Band in "Bill Haley And His Saddlemen" um, veröffentlichte diverse Platten und konnte 1949 mit dem der Cover-Version des Hits "Candy Kisses" von George Morgan1) erstmals auf sich aufmerksam machen; Al Rex1) (1928 – 2020) stand am Bass, Billy Williamson (1925 – 1996; → Wikipedia (englisch)) spielte Gitarre und Johnny Grande1) (1930 – 2006) Piano/Akkordeon. Auch seine Coverversion von Jackie Brenstons1) Song "Rocket 88"1), die er im Frühjahr 1951 bei Dave Millers Label "Holiday Records" (→ Wikipedia (englisch)) veröffentlichte, kam beim Publikum gut an. Anfang der 1950er Jahre gab Haley seiner Band erneut einen neuen Namen, trat nun als "Bill Haley & The Comets" auf und entwickelte einen eigenen Musikstil, eine Mischung aus Western Swing,1), Country Boogie1) und Blues1)-Elementen. Die 1952 produzierte Platte "Rock the Joint" (→ Wikipedia (englisch)) verkaufte sich zwar nicht schlecht, konnte aber dennoch nicht mehr als einen Achtungserfolg erzielen. 1953 landete Bill Haley mit seinen "Comets" und dem Song "Crazy Man  Crazy" (→ Wikipedia (englisch)) dann schon auf dem 15. Platz der "Billboard-Charts"1), im Folgejahr nahm er im Mai 1954 in New York1) den später legendär gewordenen Titel "Rock Around The Clock"1) auf. Die Platte verzeichnete mäßigen Erfolg, kam nur auf den Platz 23 der Charts und blieb damit zunächst weit hinter Haleys Erwartungen zurück, was sich jedoch 1955 ändern sollte.

Im Juli 1954 erschien mit "Shake, Rattle, And Roll"1) die Coverversion des Titels von Bluessänger Big Joe Turner1), die sich in den "Top 10" der Charts platzieren konnte und nicht nur in den USA zum erstem Millionenseller Haleys entwickelte. Dann kam der von Richard Brooks1) mit Glenn Ford gedrehte Jugendstreifen "Die Saat der Gewalt"1) (1955, "The Blackboard Jungle") in die Kinos, der mit "Rock Around The Clock" begann sowie endete und den Song über Nacht zu einem der erfolgreichsten Titel der Rock-Geschichte werden ließ. Bill Haley war zwar nicht zu sehen, dafür aber zu hören und das Stück geriet nun ein Jahr nach der Erstveröffentlichung zum Hit bzw. zur Nummer 1 in den USA, später auch in Großbritannien und in Deutschland.

"Bill Haley & The Comets" etwa 1955
während eines Fernsehauftrittes
Urheber: Unbekannt; Foto mit freundlicher Genehmigung
von Mr. Klau Klettner von "Hydra Records"
veröffentlicht bei Wikimedia Commons bzw. Wikipedia;
mehr zur Lizenz siehe hier

Bill Haley & The Comets etwa 1955 während eines Fernsehauftrittes; Urheber: Unbekannt; Foto mit freundlicher Genehmigung von Mr. Klau Klettner von "Hydra Records" veröffentlicht bei Wikimedia Commons bzw. Wikipedia
Der Titel, der im Original übrigens nicht von Bill Haley stammte, sondern 1952 bereits von "Sonny Dae and His Knights"1) aufgenommen worden war, dürfte der Auslöser für die "Rock'n'Roll"1)-Welle gewesen sein und soll mit 40 Millionen verkauften Exemplaren die weltweit meistverkaufte "Rock'n'Roll"-Schallplatte sein. In dem von Fred F. Sears1) gedrehten, ersten ersten "Rock-'n'-Roll-Film" der Geschichte "Außer Rand und Band" (1956, "Rock Around the Clock")  schauspielerten zwar Johnny Johnston1), Lisa Gaye1) und Alix Talton1), vornehmlich ging es in der Story jedoch um "Bill Haley & His Comets" und den Siegeszug des "Rock & Roll".2). Mit "Außer Rand und Band 2. Teil (1956, "Don't Knock the Rock") gab es dann von Fred F. Sears noch eine Fortsetzung, die filmdienst.de als "dünnen Aufguß mit noch schwächerer Handlung – auch musikalisch nur zweite Wahl." beurteilt; → Infos zum Film bei Wikipedia (englisch). Der einstige Hit "Rock Around The Clock", der weltweit schätzungsweise von etwa 10.000 Interpreten gecovert wurde, fand 1982 Aufnahme in die "Grammy Hall of Fame"1) → grammy.com.
  
In der Folgezeit erreichten weitere Titel wie "Burn That Candle" (1955) und "See You Later Alligator"1) (1955) die "Top 10" und Haley ging mit seinen "Comets" auf erfolgreiche Tourneen, die ihn 1958 unter anderem auch nach Deutschland und Großbritannien führten. In Deutschland wurden seine Auftritte von ungeheuren Zuschauertumulten begleitet und vor allem die ältere Generation sah in Haley einen "Jugendverderber" und "Radaumusiker". So vermerkt Wikipedia: "Höhepunkt waren am 26. Oktober 1958 die Ausschreitungen im "Berliner Sportpalast"1), wo "Bill Haley & His Comets" wegen einer einsetzenden Saalschlacht ihr Konzert abbrechen und sogar von der Bühne fliehen mussten. Die Bilanz der Ausschreitungen – zerstörte Zuschauerränge, ein zerhackter Konzertflügel, Sachschaden in Höhe von etwa 50.000 DM, 50 Verletzte und 18 Personen in Polizeigewahrsam. Ebenfalls flüchten mussten Peter Kraus und Cornelia  Froboess, die in der ersten Reihe saßen, um sich die Show anzusehen. Das hinderte den Filmproduzenten Artur Brauner1) in Berlin jedoch nicht daran, Bill Haley einen Filmvertrag anzubieten und ihn kurzfristig in seinen Schlagerfilm "Hier bin ich – hier bleib ich" (1959) einzubauen, wo Haley seine Stücke "Hot Dog Buddy Buddy" (→ Wikipedia (englisch)) und "Whoa Mabel" vorstellen durfte und gemeinsam im Duett mit Caterina Valente das Lied "Viva la Rock and Roll" einbrachte. Der Stuttgarter Oberbürgermeister Arnulf Klett1) erklärte Haleys Auftritt (Konzert am 29.10.1958) in Stuttgart) als Gewinn für die Stadt: 5.795 DM Vergnügungssteuer gegen 564 DM Reparaturen und 1.300 DM für 370 polizeiliche Saalschützer." → archiv0711.hypotheses.org
   
Doch zu dieser Zeit ließ Haleys große Zeit bereits wieder nach und seine Popularität schwand nicht zuletzt durch Elvis Presley1) oder Jerry Lee Lewis, denen er in Alter und Aussehen deutlich unterlegen war. Dennoch trat der Musiker mit seiner Band regelmäßig rund um den Globus auf, tourte zu den sogenannten "Rock'n'Roll-Revival-Shows" und war dazu verdammt, mit an die Stirn geklebter Schmalzlocke immer wieder "Rock Around The Clock" zu spielen; seinen letzten Hit hatte Haley 1958 mit dem Titel "Skinny Minnie" (→ Wikipedia (englisch)), der im Januar 1959 auch auf seinem achten Album "Bill Haley's Chicks" (→ Wikipedia (englisch)) veröffentlicht wurde. "Der Produzent Kenny Denton holte Haley Mitte 1979 in die "FAME Studios"1) nach Muscle Shoals1) (Alabama1)) und gemeinsam mit den Rock-Veteranen Steve Murray, Jim Lebak, Gerry Tilley, Pete Spencer, Ray Parson und Geoff Driscol sowie Pete Wingfield1) machte Haley bei "Sonet Records"1) Studioaufnahmen für seine letzte LP "Everyone Can Rock ’n’ Roll!". Am 26. November 1979 folgte der letzte große Höhepunkt in seiner Musikkarriere, sein Konzert mit den "Comets" vor Königin Elisabeth II.1) im Londoner "Theatre Royal Drury Lane"1) mit anschließendem Empfang und Ehrung."2) → www.royalvarietycharity.org

  
Bill Haley, der zu Recht als "Großvater des Rock 'n' Roll" bezeichnen darf, starb am 9. Februar 1981 mit nur 55 Jahren in seinem Haus im texanischen Harlingen1); in einigen Quellen wird "Herzinfarkt" als offizielle Todesursache angegeben.  Bereits während seiner letzten Tournee 1980 in Südafrika gestand Haley einem engen Freund, dass er unter einem inoperablen Hirntumor leide. Von seiner schweren Krankheit schon gezeichnet, plante er dennoch für November 1980 eine weitere Konzerttournee durch Europa. Es kam aber nicht mehr dazu. Ungeklärt ist bis heute der Verbleib seiner Urne; sie wurde wahrscheinlich der Familie oder Freunden übergeben. Ein Grab ist nicht bekannt. Sicher ist nur, dass Bill Haley im "Kreidler Ashcraft Funeral" aufgebahrt und im Krematorium von Brownsville1) (Texas1)) eingeäschert wurde.3) Laut findagrave.com wurde die Urne mit seinen sterblichen Überresten im "Saint Jude Catholic Church Columbarium" im texanischen Allen1) (Collin County1)) beigesetzt
Die am 11. Dezember 1946 geschlossene erste Ehe mit seiner Jugendliebe Dorothy Crowe4) (1925 – 1983) endete am 14. November 1952 trotz zweier gemeinsamer Kinder vor dem Scheidungsrichter. Seine zweite Verbindung mit Barbara Joan Cupchak, der er kurz nach der Scheidung am 18. November 1952 das Ja-Wort gab und die ihm fünf Kinder schenkte, hielt ebenfalls nur wenige Jahre bis 1960. Am 14. Januar 1963 trat Bill Haley mit der Tänzerin Martha Velaesco5) (1936 – 2025) erneut vor den Traualtar, die Ehe war beständiger und fand durch Haleys frühen Tod ein jähes Ende. Mit Martha Velaesco hatte die
"Rock & Roll"-Legende drei weitere Kinder, unter anderem Gina Haley (* 1975; → Wikipedia (englisch)), die sich als Sängerin bzw. Songschreiberin einen Namen machte; auch der jüngste Sohn Pedro Haley ist in der Musikbranche recht erfolgreich. Sein ältester Sohn John W. Haley veröffentlichte 1990 die gemeinsam mit John von Hoelle entstandene Biografie "Sound and Glory", die sich mit den Karriereanfängen des Vaters beschäftigt.
  
Noch zu Lebzeiten widmete man Bill Haley am 8. Februar 1960 einen "Stern" auf dem "Hollywood Walk of Fame"1) (Adr.: 6350 Hollywood Blvd.) in der in der Kategorie "Musikaufnahmen"1) ("Recording"). Posthum wurde er 1987 in die "Rock and Roll Hall of Fame"1) aufgenommen, mit Änderung der Regeln sind auch die "Comets" als Gruppe seit 2012 dort vertreten. Die "National Recording Registry"1), welche US-amerikanische Tondokumente, die als besonders erhaltenswert angesehen werden, da sie "kulturell, historisch oder ästhetisch wichtig sind oder über das Leben in den Vereinigten Staaten informieren oder dieses reflektieren", gab am 21. März 2018 bekannt, der Song "Rock Around the Clock" werde in ihre Liste aufgenommen. Neue Tonaufzeichnungen, die in dem Verzeichnis zwecks Aufbewahrung in der "Library of Congress"1) Aufnahme finden sollen, werden jährlich nominiert und vom "National Recording Preservation Board"1) ausgewählt → Wikipedia.
Bei Wikipedia kann man lesen: "1987 vereinigten sich in Philadelphia1) die "Comets" Johnny Grande1) und Franny  Beecher1) mit den Gründungsmitgliedern der aus den "Comets" 1955 hervorgegangenen neuen Band "The Jodimars"1), Joey D'Ambrosio1), Dick Richards1) und Marshall Lytle1), zu "Bill Haley's Original Comets". Seit 1990 wurden sie durch den Engländer Jacko Buddin verstärkt. Bis 2012 tourten die "Comets" um die Welt, traten in zahlreichen Fernsehshows auf und brachten mehrere neue CDs im typischen "Bill Haley & Comets"-Sound heraus. Den Namen "Comets" sowie den Anspruch, die einzigen echten "Comets" zu sein, beanspruchen allerdings diverse Bands ehemaliger Mitglieder bzw. deren Nachfolger."

 
Siehe auch Wikipedia (deutsch; mit Diskografie), Wikipedia (englisch; mit Diskografie)
www.laut.de sowie Stiftung Deutsches Historisches Museum und
den Artikel zum 40. Todestag bei www1.wdr.de
"Bill Haley & His Comets" bei Wikipedia (englisch)
Filmografie bei der Internet Movie Database
Fotos bei Wikimedia Commons, filmstarpostcards.blogspot.com
  
*) Die Angaben stamme von findagrave.com: William Albert Haley / Maude Haley / Schwester Margaret Haley
Fremde Links: 1) Wikipedia, 4)
findagrave.com, 5) findagrave.com
Quelle: 2) Wikipedia zum Film "Außer Rand und Band"  (abgerufen: 26.01.2026); 3) Wikipedia (abgerufen 12.01.2012&26.01.2026)
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