Mein Freund Ben
(Gentle Ben)
Dass sich Serien mit tierischen Hauptdarstellern auch schon vor Jahrzehnten bei den Zuschauern einer großen Beliebtheit erfreuten, bewiesen Dauerbrenner wie "Rin Tin Tin", "Fury" oder "Lassie", warum sollte auch also nicht einmal ein Bär der Star in einer Abenteuerreihe werden? Schon mit "Daktari" waren wilde Tiere wie der Löwe Clarence und die Schimpansin Judy zu Publikumslieblingen auf dem Bildschirm geworden, mit dem Schwarzbären "Ben" kam ein weiteres Raubtier dazu. Bereits in "Daktari" hatte Bruno, wie "Ben" eigentlich hieß, einige Auftritte gehabt, 1966 war er dann die Hauptfigur in dem Kinostreifen "The Gentle Giant" (Der sanfte Ben). Der familienfreundlichen Abenteuerfilm nach dem Kinderbuchklassiker "Gentle Ben" von Walt Morey (1907 – 1992) war von Regisseur James Neilson in der tropischen Sumpflandschaft der Everglades, dem Nationalpark Floridas, in Szene gesetzt worden: Ein junger, freundlicher Schwarzbär wird – sehr zum Schrecken der Nachbarschaft – zum Freund des kleinen siebenjährigen Mark Wedloe, dargestellt von Clint Howard. Als Ben von seinem Besitzer geschlachtet werden soll, brennt Mark mit ihm durch, schließlich kaufen Marks Eltern den Bären, der zum ständigen Familienmitglied wird, als er Vater Tom Wedloe (Dennis Weaver), Wildhüter im Nationalpark, das Leben rettet. Marks Vater und Mutter Ellen (Vera Miles) werden durch die ungewöhnliche Freundschaft ihres Sohnes in eine Reihe weitere gefährliche Situationen verwickelt und das Familienidyll muss manche Bewährungsprobe bestehen. Am Schluss gibt es ein "Happy End", Mark bringt seinen Freund Ben in die Wildnis zurück, wo der Bär fortan unter seinen Artgenossen ein glückliches Leben führen kann.
  
Doch der Abschied war nicht von langer Dauer, denn schon bald kamen mit der Serie "Mein Freund Ben" (Gentle Ben) neue Abenteuer auf den Bildschirm. Die erste Folge wurde im amerikanischen Fernsehsender CBS am 10. September 1967 ausgestrahlt, 55 weitere Episoden à 25 Minuten folgten bis Ende August 1969. Anfang August 1968 zog das deutsche Fernsehen nach, bis September 1970 wurden insgesamt 38 Folgen in der ARD gezeigt; in den 80er und 90er Jahren wurden in Deutschland alte Geschichten wiederholt und auch bisher nicht ausgestrahlte, neue Episoden auf den Bildschirm gebracht.
Neben "Ben" alias "Bruno" spielten in der Serie erneut  Clint Howard als Mark Wedloe und Dennis Weaver als Vater Tom die menschlichen Hauptrollen, Mutter Ellen wurde diesmal von Beth Brickell dargestellt. Wie bereits in dem Kinofilm erlebt der kleine Mark mit seinem Freund Ben weiterhin allerlei außergewöhnliche, manchmal gefährliche Situationen in den endlosen Weiten der Everglades.
  
Die Fernsehserie war überaus populär, besonders die Kinder liebten Ben, "der für ein Fernsehtier erstaunlich wenig Tricks auf Lager hatte. Eigentlich lümmelte er nur herum und grunzte. Floridas schwüle Hitze machte ihn schläfrig. War doch mal eine Aktion unvermeidlich, sprangen seine Doubles ein, meistens ein Bär namens Bück. Bens Job war es, zu Clint Howard, dem Kinderstar der Serie, freundlich zu sein und kein Risiko für ihn zu bedeuten. Das einzige, was passierte, war, dass der 650-Pfund-Bär ihm hin und wieder auf den Fuß trat und Clint dann mit den Tränen kämpfen musste".
(Zitat: Lexikon berühmter Tiere, Eichborn-Verlag)

Siehe auch Wikipediawww.tvder60er.de, www.kabeleins.de;
eine ausführliche Beschreibung bzw. einen Teil der einzelnen Titel der Folgen findet man bei www.fernsehserien.de
Weitere Links bei www.fernsehserien.de und www.wunschliste.de

  

Die menschlichen Hauptdarsteller in der Serie:
Clint Howard … spielte den kleinen Mark Wedloe.
 
Geboren am 20. April 1959 im kalifornischen Burbank.
 
Der Sohn des Schauspielerehepaares Rance und Jean Speegle Howard kam durch seine Eltern schon früh mit dem Film in Berührung. Bereits mit vier Jahren spielte er neben seinem älteren Bruder Ron Howard (geboren 1954) Kinderrollen in einigen Kino- und Fernsehproduktionen, so etwa in "Winnie the Pooh and the Honey Tree" (1966). Sowohl durch den Kinofilm "The Gentle Giant" als auch die nachfolgende TV-Serie "Gentle Ben" avancierte er in den USA zum Kinderstar; so sah man ihn unter anderem auch in einer Episode der legendären Serie "Star Trek" (1966).
Als er den Kinderschuhen entwachsen war blieb er – oft unter der Regie seines Bruders Ron – weiterhin ein gefragter Darsteller, drehte Filme wie beispielsweise in "Eat My Dust" (1978) oder "Apollo 13" (1995).
 
Siehe auch Wikipedia
 
Weitere Filme1) mit Clint Howard
Dennis Weaver
 
Dennis Weaver; Copyright Virginia Shue
Foto zur Verfügung gestellt von der
Hamburger Fotografin Virginia Shue
© Virginia Shue
(starfotos@virginia-hamburg.de)
… spielte den Vater Tom Wedloe.
 
Geboren am 4. Juni 1924 in Joplin (Missouri),
gestorben am 24. Februar 2006 an den Folgen seines Krebsleidens in seinem Haus in Ridgway (Colorado).
 
Nach dem Besuch der Universität von Oklahoma, wo er sich besonders durch seine sportlichen Leistungen im Zehnkampf hervortat, ging er während des 2. Weltkrieges als Pilot zur "US Navy". Nach Kriegsende versuchte er zunächst seine sportliche Karriere fortzusetzen und bewarb sich unter anderem 1948 beim olympischen Zehnkampfteam und belegte mit seiner Mannschaft den 6. Platz bei den Vorläufen.
Zum Theater bzw. zum Film kam Weaver durch einen Sportkollegen, der ihm riet, es doch einmal mit der Schauspielerei zu versuchen. Seine erste Rolle erhielt er am Broadway als "Turk Fisher" in "Come Back, Little Sheba" (Kehr zurück, kleine Sheba), einem preisgekrönten Schauspiel von William Inge, das 1952 von Daniel Mann unter anderem mit Burt Lancaster verfilmt wurde. Danach begann Weaver am renommierten New Yorker "Actor's Studio" eine fundierte Ausbildung und lernte dort auch die berühmte Shelley Winters kennen.
 
1952 vermittelte ihm Shelley Winters einen Vertrag mit den "Universal Studios", noch im gleichen Jahr gab Weaver sein Leinwanddebüt in dem Streifen "The Redhead from Wyoming". In den kommenden drei Jahren spielte er eine Reihe von Nebenrollen in verschiedensten Kinoproduktionen, doch der Durchbruch als Filmschauspieler wollte ihm nicht so recht gelingen und so musste er auch weiterhin, wie bereits während seines Studiums, diverse Nebenjobs annehmen, um seine Familie über Wasser zu halten. Als dann Mitte der 50er Jahre in der erfolgreichen Western-Serie "Gunsmoke" (Rauchende Colts) die Rolle des Deputy Chester Goode zu besetzen war, erhielt er den Part und blieb seither ein vielbeschäftigter Darsteller bei Film und Fernsehen. Bis 1964 stand Weaver für "Gunsmoke" vor der Kamera, bereits 1959 hatte er hierfür einen "Emmy Award" als bester Hauptdarsteller einer TV-Serie erhalten. Mit der Rolle des Tom Wedloe in "Gentle Ben" konnte er seine Popularität festigen, zwischen 1970 und 1977 erlebte man Weaver beispielsweise mit der Hauptrolle des schlaksigen und schießfreudigen Sheriffs Sam McCloud in der Krimi-Reihe "McCloud" (Ein Sheriff in New York)2) und auch für diese Figur erhielt er verschiedenste Auszeichnungen. 
Bis Ende der 80er Jahre übernahm er neben vereinzelten Kinoauftritten noch viele Hauptrollen in beliebten Fernsehspielen und -serien: So glänzte er beispielsweise 1971 als Handlungsreisender David Mann in Steven Spielbergs Thriller "Duel" (Duell), einen ursprünglich für das Fernsehen produzierten Film, der zwei Jahre später auch in den europäischen Kinos gezeigt wurde. Man sah ihn als Abraham Lincoln in dem historischen Drama "The Great Man's Whiskers" (1972), als Colonel Jason Forest in "Pearl" (1978, Pearl Harbor), einem dramatischen Mehrteiler über den Angriff auf Pearl Harbor im Dezember 1941, oder ab 1980 als Detektiv Daniel Stone in der Krimi-Serie "Stone". Herausragend war auch seine Darstellung des Doktor Samuel Mudd, der in "The Ordeal Of Doctor Mudd" (1980) fälschlicherweise als Mörder Abraham Lincolns inhaftiert wird oder aber sein Analphabet Jack Duggan in "Bluffing It" (1986), einem Film, der auf die Problematik von Analphabeten in unserer Gesellschaft aufmerksam machte. Danach wurde es etwas ruhiger um den populären Schauspieler, doch bis zuletzt übernahm er immer wieder interessante Aufgaben und konnte auf eine mehr als 50-jährige, erfolgreiche Filmkarriere zurückblicken.
Seit 1945 war Dennis Weaver mit seiner Jugendliebe Gerry Stowell verheiratet; aus der Verbindung stammen die inzwischen erwachsenen Söhne Rick, Robby und Rusty; Robby Weaver (geb. 1953) wurde ebenfalls Schauspieler, Sohn Rick arbeitet hauptsächlich als Produzent und Regisseur.
 
Siehe auch Wikipedia

Weitere Filme1) mit Dennis Weaver

Beth Brickell … spielte die Mutter Ellen Wedloe.
 
Geboren am 13. November 1941 in Camden (Arkansas).
 
Beth Brickell begann ihre Karriere als Theaterschauspielerin, ihre Ausbildung hatte sie am renommierten New Yorker "Actor's Studio" und bei Lee Strasberg in Los Angeles absolviert. Nach zahlreichen erfolgreichen Bühnenauftritten kam sie Mitte der 60er Jahre nach Hollywood und spielte 1967 in "Gentle Ben" als Ellen Wedloe eine ihrer ersten Filmrollen. In den folgenden Jahren trat sie in mehr als 100 Fernsehproduktionen und TV-Shows auf, übernahm Gastrollen in beliebten Fernsehserien wie "Dr. Marcus Welby", "Bonanza" oder "Hawaii 5-0". Auf der Leinwand erlebte man sie unter anderem in "The Only Way Home" (1972) mit Bo Hopkins, in "Posse" (1975, Männer des Gesetzes) spielte sie an der Seite von Kirk Douglas, mit Sondra Locke and Seymour Cassel in "Death Game" (1977, Todesspiel). Seit Ende der 70er Jahre tritt sie nur noch sporadisch vor die Kamera.
Neben der Schauspielerei machte sich Beth Brickell seit Mitte der 70er Jahre mit mehr als einem Dutzend Filmen einen Namen als Produzentin, Drehbuchautorin und Regisseurin und ist für ihre Leistungen mehrfach ausgezeichnet worden; auch ihr 1984 produzierter Film "Summers End" erhielt zahlreiche Preise.
Die Schauspielerin engagiert sich seit Jahren für soziale und politische Belange, so war sie unter anderem Anfang der 90er Jahre aktiv an einem Projekt beteiligt, das Geld für die Präsidentschaftskandidatur Bill Clintons sammelte. Sie schreibt erfolgreich Artikel für Zeitungsmagazine und ist für verschiedenste Vereinigungen tätig.
 
Weitere Filme1) mit Beth Brickell
1) Der Link führt zu "german.imdb.com" – 2) Der Link führt zu www.kabel1.de
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