Auch wenn dieser "Star" kein menschliches Wesen war, so war er doch nicht minder im Film erfolgreich. Rin Tin Tin, der berühmte Deutsche Schäferhund und Nachfolger des Schäferhundes "Strongheart", wurde durch die Stummfilme der 20er Jahren weltweit bekannt und hat in 10  Jahren über 25 Filme gedreht. Rin Tin Tin "debütierte" 1922 in dem Western "The Man From Hell's River", wo er noch unter dem Namen "Rin Tan" auftrat. 1923 wechselte er zu Warner Bros. und verdiente 1.000 Dollar die Woche, war mit 100.000 Dollar versichert und hatte seinen eigenen Produktionsstab.
Als der inzwischen fast völlig vergessene Schäferhund "Strongheart" (eigentlich Etzel von Geringen) Anfang der 20er Jahre bereits Filmruhm einheimste, tingelte "Rin Tin Tin" noch mit mäßigem Erfolg mit einer Hundedressurnummer durch die USA. Sein Herrchen und Trainer, Lee Duncan, hatte das Tier 1918 am Ende des Ersten Weltkriegs als Welpen in einer verlassenen deutschen Stellung in Nordfrankreich aufgelesen.
Duncan, damals Unteroffizier in der US-Armee, päppelte das Kriegshündchen auf und nannte es nach einer damals in Frankreich populären Puppe "Rin Tin Tin". Der Schäferhundrüde war dunkel, lediglich die Läufe und einige wenige Körperpartien waren hellbraun.
1922 gelang Rin Tin Tin mit "The Man From Hell's River" der Sprung auf die Leinwand. Die Kritik war eher zurückhaltend und bezeichnete ihn als einen im Vergleich zu "Strongheart" wenig spektakulären Hund. Das Publikum sah das anders. Mit seinem nächsten Film "Where the North begins" (1923) verdrängte Rin Tin Tin "Strongheart" endgültig und machte Duncan reich.
In insgesamt mehr als 40 Filmen, zumeist von Darryl F. Zanuck geschriebenen B-Westem, sprang Rinty über Abgründe, kämpfte mit schurkischen Pistoleros, sauste durch Flammen und rettete, was das Zeug hielt. 
Er wurde zum Megastar, bekam angeblich wöchentlich Zehntausende von Fanpostbriefen und soll auf dem Höhepunkt seiner Karriere einen eigenen Chauffeur, einen eigenen Koch und einen eigenen von der Filmfirma Warner Bros. gestellten Bungalow gehabt haben. 

Unbeschadet überstand Rin Tin Tin auch die Umstellung auf den Tonfilm, die vielen anderen Stummfilmstars das Aus brachte. Einige Jahre war er sogar Star einer regelmäßigen Radiosendung.
1927 trat in "Hills of Kentucky" einer seiner Söhne, Rin Tin Tin junior, zum ersten Mal auf – als Welpe an der Seite seines berühmten Vaters. 1931 drehte Rin Tin Tin im Hundegreisenalter von 13 Jahren den letzten Film "The Lightning Warrior". Ein Jahr später starb er.
Sein bereits filmerprobter Junior – etwas heller im Fell als der Vater – übernahm nahtlos die Rolle des tapferen Heldenhundes. Im wirklichen Leben war Rinty II weniger heroisch. Als 1936 Einbrecher das Duncan-Haus in Hollywood ausraubten, schlief der Hundestar ruhig in einem Nebenzimmer.

Ende der 30er Jahre ebbte die Rin Tin Tin-Begeisterung merklich ab und Duncan zog sich vorübergehend aus dem Filmgeschäft zurück. 1947 kehrte Rin Tin Tin in "The Retum of Rin Tin Tin" in die Kinos zurück. Diesmal war es bereits Rin Tin Tin III, ebenfalls ein Nachkomme des ersten Rinty, der die Hauptrolle in diesem recht erfolgreichen Comeback-Streifen spielte, aus dem sich aber keine neue Serie entwickelte.
Mitte der 50er Jahre wurde die Hundelegende durch das gerade entstandene US-Fernsehen reaktiviert. In 164 halbstündigen Schwarzweißepisoden flimmerten "The Adventures of Rin Tin Tin" über die Bildschirme. In den 60er Jahren kamen sie auch nach Deutschland:
Kavalleriesoldaten finden mitten im Wilden Westen einen ausgeplünderten Planwagen, in dem ein pausbäckiger Junge namens Rusty (Lee  Aker) und sein braver Hund Rin Tin Tin stecken. Weil Rin Tin Tin dem Colonel das Leben rettet, dürfen Rusty und Rinty als Regimentsmaskottchen im Fort Apache bleiben und fortan kräftig mit dafür sorgen, dass die Prärie von blutrünstigen Indianern und hinterlistigen Banditen gesäubert wird. In den ersten Folgen wurde Rin Tin Tin noch von einem Hund aus der Duncan-Zucht gespielt. Duncan hatte aber erhebliche Schwierigkeiten mit der Fernseharbeit und so kam bald ein Hund des Trainers Frank Barnes, Golden Boy junior, genannt JR, zum Einsatz.
JR, der in den Kampfszenen von den Stuntdogs "Hey You" und "Bearheart" gedoubelt wurde, erhielt 1958 und 1959 den "Patsy Award".

1976 gab es eine kurze Renaissance der angestaubten Rinty-Kavallerie-Abenteuerserie mit neugedrehten Anfangs- und Schlussszenen, in denen ein Rin Tin Tin VII als angeblicher Nachkomme des ersten Rin Tin Tin auftrat. Im gleichen Jahr kam mit dem US-Film "Won Ton Ton, The Dog who saved Hollywood" (Regie: Michael Winner) eine ziemlich alberne Klamaukparodie auf den hündischen Stummfilmstar der 20er Jahre in die Kinos.

Siehe auch www.tvder60er.de, wikipedia.org sowie www.tv-nostalgie.de
Textpassagen aus "Lexikon berühmter Tiere", Eichborn-Verlag 1997
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