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| Als der inzwischen fast völlig vergessene Schäferhund
"Strongheart" (eigentlich Etzel von Geringen) Anfang der 20er Jahre
bereits Filmruhm einheimste,
tingelte "Rin Tin Tin" noch mit mäßigem Erfolg mit einer
Hundedressurnummer durch die USA. Sein Herrchen und Trainer, Lee Duncan, hatte das Tier
1918 am Ende des Ersten Weltkriegs als Welpen in einer verlassenen deutschen
Stellung in Nordfrankreich aufgelesen. Duncan, damals Unteroffizier in der US-Armee, päppelte das Kriegshündchen auf und nannte es nach einer damals in Frankreich populären Puppe "Rin Tin Tin". Der Schäferhundrüde war dunkel, lediglich die Läufe und einige wenige Körperpartien waren hellbraun. 1922 gelang Rin Tin Tin mit "The Man From Hell's River" der Sprung auf die Leinwand. Die Kritik war eher zurückhaltend und bezeichnete ihn als einen im Vergleich zu "Strongheart" wenig spektakulären Hund. Das Publikum sah das anders. Mit seinem nächsten Film "Where the North begins" (1923) verdrängte Rin Tin Tin "Strongheart" endgültig und machte Duncan reich. In insgesamt mehr als 40 Filmen, zumeist von Darryl F. Zanuck geschriebenen B-Westem, sprang Rinty über Abgründe, kämpfte mit schurkischen Pistoleros, sauste durch Flammen und rettete, was das Zeug hielt. Er wurde zum Megastar, bekam angeblich wöchentlich Zehntausende von Fanpostbriefen und soll auf dem Höhepunkt seiner Karriere einen eigenen Chauffeur, einen eigenen Koch und einen eigenen von der Filmfirma Warner Bros. gestellten Bungalow gehabt haben. Unbeschadet überstand Rin Tin Tin auch die Umstellung auf
den Tonfilm, die vielen anderen Stummfilmstars das Aus brachte. Einige Jahre
war er sogar Star einer regelmäßigen Radiosendung.
Ende der 30er Jahre ebbte die Rin Tin Tin-Begeisterung merklich ab und
Duncan zog sich vorübergehend aus
dem Filmgeschäft zurück. 1947 kehrte Rin Tin Tin
in "The Retum of Rin Tin Tin" in die Kinos zurück.
Diesmal war es bereits Rin Tin Tin III, ebenfalls ein
Nachkomme des ersten Rinty, der die Hauptrolle in diesem
recht erfolgreichen Comeback-Streifen spielte, aus dem sich aber keine neue Serie
entwickelte. 1976 gab es eine kurze Renaissance der angestaubten Rinty-Kavallerie-Abenteuerserie mit neugedrehten Anfangs- und Schlussszenen, in denen ein Rin Tin Tin VII als angeblicher Nachkomme des ersten Rin Tin Tin auftrat. Im gleichen Jahr kam mit dem US-Film "Won Ton Ton, The Dog who saved Hollywood" (Regie: Michael Winner) eine ziemlich alberne Klamaukparodie auf den hündischen Stummfilmstar der 20er Jahre in die Kinos. |
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| Siehe auch www.tvder60er.de, wikipedia.org sowie www.tv-nostalgie.de | |
| Textpassagen aus "Lexikon berühmter Tiere", Eichborn-Verlag 1997 |
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