Dusty Springfield am 8. März 1968 im "Stedelijk Museum"in Amsterdam; Rechteinhaber: Nationaal Archief (Den Haag,, Rijksfotoarchief; Bestandsnummer: 921-1468); Urheber/Fotograf: Koch, Eric / Anefo; Quelle: Wikimedia Commons (Ausschnitt des Originalfotos); Lizenz: CC0 1.0 (Verzicht auf das Copyright) Dusty Springfield erblickte am 16. April 1939 als Mary Catherine Isabel Bernadette O'Brien im Londoner Stadtbezirk Hampstead1) das Licht der Welt. Die Tochter des in Britisch-Indien1) geborenen Buchhalters bzw. Steuerberaters Gerard Anthony O'Brien (1904 – 1979) und dessen irisch-stämmigen Ehefrau Catherine Anne (1900 –1974) wuchs gemeinsam mit ihrem älteren, 1934 geborenen Bruder  auf, der später unter dem Künstlernamen Tom Springfield1) († 2022) vor allem als Komponist und Produzent bekannt wurde. Bereits im Schulchor fiel Mary mit ihrer markanten Stimme und dem dunklen Timbre auf, das Mary zu Platten von Ella Fitzgerald und Peggy Lee trainiert hatte. Bald wurde klar, das das junge Mädchen wie kaum eine andere weiße Sängerin Tonlage und Wesensart der schwarzen Musik zum Ausdruck bringen konnte. Mitte der 1950er Jahre absolvierte sie erste professionelle Auftritte.
Unter dem Künstlernamen "Shan" war sie ab 1958 zwei Jahre lang Mitglied der Girlgroup "The Lana Sisters"1), die acht Singles bei dem Label "Fontana Records"1) veröffentlichte, die jedoch kaum Beachtung fanden.

Dusty Springfield am 8. März 1968
im "Stedelijk Museum"1) in Amsterdam
Rechteinhaber: Nationaal Archief1) (Den Haag,, Rijksfotoarchief;
Bestandsnummer: 921-1468); Urheber/Fotograf: Koch, Eric / Anefo;
Quelle: Wikimedia Commons (Ausschnitt des Originalfotos)
Lizenz: CC0 1.0 (Verzicht auf das Copyright)

1960 gründete sie dann mit ihrem Bruder Tom sowie Tim Field1) (1934 – 2016)  recht erfolgreich das Folk-Trio "The Springfields"1). Die von ihrem Bruder verfassten "Titel "Island Of Dreams" (1962; → Wikipedia (englisch)) und "Say I Won't Be There" hielten sich damals wochenlang in den "Top Ten".  Ab Herbst 1963 arbeitete Dusty Springfield dann als Solistin und verzeichnete bis 1968 allein in Großbritannien zehn "Top 10"-Hits. Schon mit ihrer im November 1963 herausgebrachten Debüt-Single "I Only Want To Be With You" (→ Wikipedia (englisch)) kletterte sie Anfang Januar 1964 auf Platz 4 der britischen Hitparade, erreichte in den USA Platz 12 in den "Billboard Hot 100"1. Weitere Erfolge unter den ersten 10 waren 1964 "I Just Don't Know What To Do With Myself" (→ Wikipedia (englisch)) und "Losing You", 1965 "In The Middle Of Nowhere" und "Some Of Your Lovin'", 1966 die Spitzenreiter " You Don't Have To Say You Love Me" (→ Wikipedia (englisch)), "Going Back" (→ Wikipedia (englisch)) und "All I See Is You" sowie 1968 die Ballade "I Close My Eyes And Count To Ten" (→ Wikipedia (englisch)) und der Klassiker "Son Of A Preacher Man"1). Auf vielen ihrer frühen Aufnahmen wurde Springfield von der britische Girlgroup "The Breakaways"1) als Background-Vocals unterstützt. Sie verbrachte einige Zeit in den USA und spielte für die James Bond1)-Parodie "Casino Royale"1) (1967) den Song "The Look Of Love"1) auf, welcher später (2008) in die "Grammy Hall of Fame"1) aufgenommen wurde. Ihre Version des Liedes "The Windmills Of Your Mind"1), welches, gesungen von Noel Harrison1), für den Steve McQuinn-Streifen "Thomas Crown Ist Nicht Zu Fassen"1) (1968, "The Thomas Crown Affair") verwendet wurde, erschien auf dem fünften Studioalbum "Dusty in Memphis" (1969). Die Auskoppelung des Songs erreichte Platz 31 der US-amerikanischen "Billboard Hot 1001) sowie Platz 3 der "Billboard Adult Contemporary Charts". Das Album selbst ist seit 2001 in der "Grammy Hall of Fame" vertreten, seit 2020 in der "National Recording Registry"1) gelistet, welche US-amerikanische Tondokumente, die als besonders erhaltenswert angesehen werden, da sie "kulturell, historisch oder ästhetisch wichtig sind oder über das Leben in den Vereinigten Staaten informieren oder dieses reflektieren". In einer offiziellen Pressemitteilung hieß es, dass "Dusty in Memphis" trotz anfänglich bescheidener Verkaufszahlen "im Laufe der Zeit an Bedeutung gewonnen habe und weithin als wichtiges Album einer Frau in der "Rock"Ära anerkannt werde." → Wikipedia (englisch))
 
Bei Wikipedia (Stand: 08.03,.2026) kann man lesen
: "1963 und 1964 moderierte Springfield die ersten Folgen der britischen TV-Musikendung "Ready Steady Go"1) und interviewte darin unter anderem die "Beatles"1). Im Rahmen dieser Show initiierte sie im April 1965 das Special "Ready Steady Go Special ’65 – The Sounds of Motown", in dem sie Künstlern des "Motown"1)-Labels in Großbritannien eine Plattform bot, darunter Musiker, die in den USA bereits etabliert, in Europa aber noch unbekannt waren, etwa "The Supremes", Martha & the Vandellas1), Marvin Gaye1) und Stevie Wonder1). (…) In den folgenden Jahren moderierte Springfield mehrere Musiksendungen im britischen Fernsehen, in denen sie eigene Songs vorstellte, doch auch ihre Lieblingslieder sang und Gäste empfing. Dies waren "Dusty" (BBC1) 1966/67), "It Must Be Dusty" ("Associated TeleVision" 1968) und "Decidedly Dusty" (BBC 1969). Zudem war sie in Sketches und Comedy-Auftritten zu sehen, z. B. mit Des O'Connor1) in "Messing About On the River" und 1972 mit Engelbert und Jonathan Winters1) in "The Wacky World of Jonathan Winters"." 
Ihr anfänglicher Hang zu bienenkorbgroßen Frisurtürmen, die unter großzügigem Einsatz diverser künstlicher Haarteile zustande kamen, sowie ihr tiefschwarzes, aufgedonnertes Augen-Make up rückten die Sängerin damals schnell in den Blickpunkt der Öffentlichkeit und sie beeinflusste damit die jungen Mädchen und Frauen jener Generation. Dusty Springfield avancierte über Nacht zum Kultstar der 1960er Jahre, wurde mehrfach mit dem vom Musikmagazin "New Musical Express"1) (NME) ins Leben gerufenen Preis "NME Award"1) ausgezeichnet – als "Top British Female Singer" (1964, 1965, 1966), "World Female Singer" (1965, 1966) und "World's Top Female Singer" (1967).
  
In den 1970er Jahren, seit 1972 lebte sie dauerhaft in den USA bzw. in Los Angeles1), wurde es ruhiger um den Star und sie geriet lediglich noch  wegen ihrer massive Drogen- und Alkoholprobleme in die Schlagzeilen. Ihre privaten Probleme wirkten sich auch bei ihren Auftritten aus, Sie wurde zunehmend unberechenbarer und irritierte Publikum wie Kritiker mit problematischen Auftritten und melodramatisch übersteigerten Gesangsinterpretationen. Zwischen 1973 und 1978 machte sie keine Plattenaufnahmen – mit einer Ausnahme: 1975 sang sie auf einer Platte von Anne Murray1) im Hintergrund. Dusty Springfield engagierte sich stark für den Tierschutz und verbrachte viel Zeit mit guten Freundinnen. Ihr Bekenntnis zur Bi-Sexualität wurde von der einschlägigen Boulevardpresse immer wieder thematisiert und schockierte die Öffentlichkeit. Springfields erste Lebensgefährtin war in der zweiten Hälfte der 1960er Jahre die US-amerikanische Singer/Songwriterin Norma Tanega1), mit der zusammen sie mehrere Lieder schrieb.
1978 startete sie, zunächst vergeblich, einen Comeback-Versuch, schließlich war es das britische Elektropop1)-Duo "Pet Shop Boys"1), das Dusty Springfield wieder in die Hitparaden brachte – der Titel "What Have I Done To Deserve This" (→ Wikipedia (englisch)) gelangte im Herbst 1987 Platz 2 in Großbritannien und in den USA sowie in Deutschland auf Platz 3, fand zudem in etlichen internationalen Charts auf vorderen Rängen Beachtung. Danach war Dusty Springfield auch wieder als Solistin erfolgreich. Der Titel "Nothing Has Been Proved" (→ Wikipedia (englisch))  fand Verwendung in dem britischen Film "Scandal"1), der der die Profumo-Affäre1) thematisierte, erreichte 1989 die britischen "Top 20". Gleiches gelang ihr Anfang 1990 mit der Single "In Private" (→ Wikipedia (englisch)), die in Deutschland auf Platz 4 kletterte. Beides waren Auskoppelungen aus dem 13. Studioalbum "Reputation" (1990, → Wikipedia (englisch)), erneut mit Kompositionen der "Pet Shop Boys", welche die Hälfte des Albums produzierten und für die gesamte Veröffentlichung als "Executive Producer" fungierten.2)
"1993 erreichte Springfield abermals die britischen Charts, diesmal Platz 75 mit "Heart and Soul", ein Duett mit Cilla Black1). Gemeinsam mit Daryl Hall1) interpretierte sie den Song "Wherever Would I Be" https://en.wikipedia.org/wiki/Wherever_Would_I_Be#Dusty_Springfield_and_Daryl_Hall_version zu der von Jon Turteltaub1) mit Sandra Bullock1) und Bill Pullman1) gedrehten Komödie "While You Were Sleeping"1) (1995, "Während Du schliefst"). Der Titel stieg sowohl in die britischen als auch die deutschen Charts auf und stammte aus ihrem letzten Album, "A Very Fine Love" (→ Wikipedia (englisch)) ." (Quelle nach Wikipedia)
 
Die "First Lady Of British Pop Music", die als "schwärzeste" weiße Sängerin gilt, starb am 2. März 1999, sechs Wochen vor ihrem 60. Geburtstag, in ihrem Domizil in Henley-on-Thames1) (Oxfordshire1)) an den Folgen ihrer langjährigen Brustkrebs-Erkrankung. Noch ein Jahr vor ihrem Tod musste die Sängerin wegen der teuren Therapie die Rechte an ihren Songs für rund 19 Millionen Mark verkaufen. Ein Teil der Asche ihrer sterblichen Überreste wurde ihrem Wunsch entsprechend vor den irischen "Cliffs of Moher"1) verstreut. Die Grabstelle befindet sich auf dem Friedhof der Pfarrkirche "Saint Mary the Virgin" in Henley-on-Thames."2) → Foto  bei knerger.de sowie Wikimedia Commons. Bereits zehn Tage nach ihrem Ableben wurde die Künstlerin posthum mit einer Aufnahme in die "Rock and Roll Hall of Fame"1) geehrt. Zudem nahm man später in weitere "Ruhmeshallen" auf, so 2001 in die "Grammy Hall of Fame"1), 2006 in die "UK Music Hall of Fame" (→ Wikipedia (englisch)) und 2023 in die "National Rhythm & Blues Hall of Fame" → Wikipedia (englisch). Das Magazin "Rolling Stone"1) listete sie 2008 auf Platz 5 der "100 größten Sänger aller Zeiten"1).
Im März 1999 sollten ihre Verdienste um die Popmusik im "Buckingham Palace"1) mit dem "Order of the British Empire"1) (Officer1) (OBE)) gewürdigt werden. Aufgrund der erneut aufgetretenen Krebs-Erkrankung genehmigte Queen Elizabeth II.1), dass der Orden bereits im Januar von ihrer Managerin Vicki Wickham entgegengenommen und Springfield im Krankenhaus im Beisein einiger Freunde und Verwandte überreicht werden konnte. Sie starb an dem Tag, an dem sie die Auszeichnung im Palast im Rahmen der Zeremonie hätte erhalten sollen.
   
Ende 2000 erschien die opulent aufgemachte 4er CD-Box-Set "Simply…Dusty", die 98 digital remasterte Songs enthält, darunter diverse unveröffentlichte Songs wie ihre letzte Aufnahme bzw. den George Gershwin/Ira Gershwin1)-Titel "Someone To Watch Over Me"1), den sie für die Werbekampagne einer privaten Krankenkasse aufnahm. Das Leben von Dusty Springfield wird ausführlich in der von Musik-Journalistin Penny Valentine (1943 – 2003) und Springfield-Managerin Vicki Wickham verfassten Biografie "Dancing with Demons. The Authorized Biography of Dusty Springfield" nachgezeichnet.
 
Einige Textbausteine stammen aus Frank Laufenbergs "Rock- und Pop-Lexikon".
Fan-Seite (englisch): www.dustyspringfield.co.uk
Siehe auch Wikipedia (deutsch; mit Diskografie)
Wikipedia (englisch; mit Diskografie)
Fotos bei Wikimedia Commons
Fremde Links: 1) Wikipedia
2) Quelle: Wikipedia (abgerufen 17.01.2012/08.03.2026)
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