Peggy Lee wurde am 26. Mai 1920 als Norma Delores Egstrom auf einer Farm in Jamestown1), einer Stadt im US-Bundesstat North Dakota1), geboren, Sie war das siebte von acht Kindern, der Vater Marvin Egstrom (1874 – 1950) , Sohn schwedischer und norwegischer Einwanderer, arbeitete als Angestellter bei der "Midland Continental Railroad", die Mutter Selma Emele (1885 – 1924) starb, als die kleine Norma erst vier Jahre alt war. Mit der Wiederverheiratung ihres Vaters hatte die kleine Norma unter der Strenge und körperlichen Misshandlung ihrer Stiefmutter Minnie zu leiden und als ihr Vater auch noch anfing zu trinken, musste sie mit 14 Jahren einige seiner Jobs bei der Eisenbahngesellschaft übernehmen.
Trotz dieser tristen Kindheit sang sie schon als Schülerin an der "Wimbledon High School" bei Tanzbands, ihre professionelle Karriere begann nach dem "High School"-Abschluss (1937) bei örtlichen Radiostationen und später in den Nachtclubs von Hollywood; während dieser Zeit nahm sie den Künstlernamen "Peggy Lee" an.  Sie trat unter anderem mit regionalen Formationen in Minneapolis1) und St. Louis1) auf, aber auch mit so bekannten Bands wie der von Will Osborne1) (1906 – 1981). Als sie im Juli 1941  in Chicago1) im "Ambassador Hotel West" auftrat, wurde Benny Goodman (1909 – 1986), der grade einen Ersatz für Helen Forrest1) (1917 – 1999) suchte, auf die Sängerin aufmerksam und verpflichtete sie für seine Band.
Mit dem Titel "Somebody Else is Taking My Place" (→ Wikipedia (englisch)) landeten Goodman und Peggy Lee im Frühjahr 1942 einen Nummer 1-Hit in den USA, zum erster Millionen-Seller geriet die Swing-Version "Why Don't You Do Right"1), die im Januar 1943 Platz 4 in den Charts belegte und auch in dem von Frank Borzage1) gedrehten Musikfilm "Stage Door Canteen"1) (1943) zum Einsatz kam. Weitere erfolgreiche Titel jener Ära waren beispielsweise die Irving Berlin1)-Nummer "How Deep Is the Ocean?" (1941; → Wikipedia (englisch)), "How Long Has This Been Going On?" oder der Jazz-Standard "My Old Flame". Im März 1943 verließ Peggy Lee die Band von Goodman zusammen mit dessen Gitarristen Dave Barbour1) (1912 – 1965), den sie im selben Monat heiratete; Tochter Nicki wurde 1944 geboren.
 
Als Solistin blie Peggy Lee mit Titeln wie "That Old Feeling" (→ Wikipedia (englisch)), "It's a Good Day" (→ Wikipedia (englisch)) – geschrieben von Peggy Lee und Ehemann Dave Barbour – oder "I Don't Know Enough About You" erfolgreich, Ein Vertrag mit dem Label "Capitol Records"1) ließ sie Ende des Jahrzehnts zu einer der populärsten Sängerinnen in den USA werden. Bereits Ende 1945 erreichte der Titel "Waitin' For The Train To Come In" eine Hit-Notierung unter den "Top 10", 1948 stand sie mit dem von ihr und Barbour verfassten Song "Mañana" (→ Wikipedia (englisch)) in den USA für neun Wochen auf Platz 1 und verkaufte die Nummer millionenfach. 1949 folgte die Coverversion "Ghost  Riders In The Sky"  (→ Wikipedia (englisch)) auf Platz 2, Nach ihrem Wechsel zum Label "Decca Records"1) war sie im Mitte 1952  mit "Lover", gemeinsam aufgenommen mit Marty Paich1), erneut auf den vordersten Plätzen der Hitparade zu finden. Im Folgejahr reüssierte sie mit ihrem Jazz-Album "Black Coffee"1) (1953), das von ihr (Text/Gesang) und Victor Young1) (Musik) verfasste, am Ende des Western "Johnny Guitar"1) (1954, " Johnny Guitar – Wenn Frauen hassen") zu hörende Lied "Johnny Guitar" erlangte über den Film hinaus enorme Bekanntheit und konnte sich ebenfalls in den Charts platzieren → Wikipedia (englisch).
"Unsterblich" machte sich Peggy Lee Mitte 1958 mit einer Adaption der ursprünglich von Little Willie John1) (1937 – 1968) eingesungenen Nummer "Fever"1) und erreichte damit auch in Deutschland einen hohen Bekanntheitsgrad. Ihr letzter Hit war Ende 1969 die von Leiber & Stoller1) geschriebene Ballade "Is That All There Is?" (→ Wikipedia (englisch)), für den sie 1970 einen "Grammy-Award"1) in der Kategorie "Beste zeitgenössische weibliche Gesangsdarbietung" ("Best Contemporary Vocal Performance, Female"1)) erhielt. Insgesamt wurde Peggy Lee zwölf Mal für einen "Grammy Award" nominiert, unterlag jedoch bis auf den genannten stets ihren Konkurrentinnen.  Am 1. März 1995 würdigte man ihr Lebenswerk bei der Verleihung der "Grammy Awards" mit dem "Lifetime Achievement Award"1).
  
Erst in ihren letzten Jahren wurde Peggy Lee auch von den Jazz-Puristen als "Schwester" von Ella Fitzgerald (1917 – 1996), Sarah Vaughan1) (1924 – 1990) und Billie Holiday1) (1915 – 1959) entdeckt. Außerdem schrieb und komponierte "Miss Lee" für andere Jazz-Interpreten, von Duke Ellington (1899 – 1974) über den Gitarristen John Chiodini bis hin zu Musikern wie Johnny Mercer1)(1909 – 1976) und Quincy Jones1). Kritiker würdigten die Künstlerin nicht nur als hervorragende Sängerin populärer Musik, sondern auch als begnadete Jazz-Interpretin. Man bezeichnete sie als "Rarität" unter den Pop-Sängerinnen ihrer Zeit und manche hielten sie für die größte, weiße weibliche Jazz-Sängerin seit Mildred Bailey1) (1907 – 1951). Mit dem bereits 1953 erstmals veröffentlichten legendären Vokal-Jazz-Album "Black Coffee"1), unter anderem mit dem Cole Porter1)-Song "I've Got You Under My Skin"1), hinterließ damit nachhaltige Spuren in der Jazz-Geschichte.  
Sie schrieb die Songs zu dem dem Disney-Zeichentrickfilm "Lady and the Tramp"1) (1955, "Susi und Strolch"), der erstmals im großformatigen Cinemascope gedreht wurde, lieh im Original  "Frauchen" Betty, dem Pekinesenweibchen Peggy sowie den beiden hinterlistigen Siamkatzen Si und Am ihre Stimme – sang die Lieder "La La Lu", "The Siamese Cat Song" und "He's a Tramp" (zusammen mit dem Gesangsquartett "The Mellomen").
Weiterhin stammten für das autobiografische Musical "Peg" das Script sowie alle neuen Songs aus ihrer Feder, welches im Dezember 1983 unter der Regie von Robert Drivas (1935 – 1986) mit Peggy Lee in der Titelrolle erstmals am "Broadway"1) ("Lunt-Fontanne Theatre"1)) aufgeführt wurde, darunter mit dem Titel "One Beating a Day" ("Jeden Tag einmal Schläge") in Erinnerung an ihre schlimme Stiefmutter. Das Stück fand jedoch wenig Anklang und wurde nach wenigen Vorstellungen wieder abgesetzt → www.ibdb.com.
Seit den 1950ern sah man die Künstlerin  auch in einigen Kinofilmen, so präsentierte sie sich neben Protagonist Danny Thomas1) in dem von Michael Curtiz1) in Szene gesetzten Remake "The Jazz Singer"1) (1952, "Jazz Singer")  als Sängerin Judy Lane  und erhielt für ihre darstellerische Leistung den Kritikerpreis der "New York World-Telegram and Sun"1). Ihre Gestaltung der verzweifelten und alkoholabhängigen Blues-Sängerin Rose Hopkins in dem von Jack Webb1) mit sich in der Hauptrolle gedrehten Krimi "Pete Kelly’s Blues"1) (1955, "Es geschah in einer Nacht") brachte ihr 1956 eine "Oscar"1)-Nominierung in der Kategorie "Beste Nebendarstellerin"1) ein; sie unterlag jedoch Jo Van Fleet1) in "East of Eden" (1955, "Jenseits von Eden").
Neben den beiden erwähnten ""Grammy-Awards", 12 "Grammy"-Nominierungen sowie der "Oscar"-Nominierung erhielt Peggy Lee etliche andere Ehrungen, zu nennen sind unter anderem
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Peggy Lee, die während ihrer Karriere rund 60 Alben mit über 600, teils selbst geschriebene Songs veröffentlichte sowie auf zahlreichen Tourneen rund um den Globus das Publikum begeisterte, starb am 22. Januar 2002 im Alter von 81 Jahren in ihrem Haus in Bel Air1) im Stadtteil von Los Angeles1) an den Folgen eines Herzinfarktes; seit Jahren litt sie an Diabetes und Herzproblemen und konnte sich seit einem Beckenbruch in den 1980er Jahren nur noch mit dem Rollstuhl fortbewegen; die letzte Ruhe fand sie auf dem "Westwood Village Memorial Park Cemetery"1) in Los Angeles. Die Grabplatte trägt die Inschrift: "Music is my life’s breath … Angels on your pillow, Mama Peggy" → Foto der Grabstelle bei knerger.de, findagrave.com, Wikimedia Commons.
Miss "Fever", die mit ihrer rauchigen Stimme und heißblütigen Hits berühmt wurde, war vier Mal verheiratet und hinterließ Tochter Nicki Lee Foster (1943 – 2014), drei Enkelkinder sowie drei Urenkel. Ihre erste, 1943 geschlossene Ehe mit dem Musiker Dave Barbour1), der am 11. Dezember 1965 kurze Zeit nach Überwindung seiner Alkoholkrankheit verstarb, wurde 1951 geschieden; aus dieser Verbindung ging Tochter Nicki Lee hervor. Im Januar 1953 ehelichte sie den Schauspieler Brad Dexter1) (1917 – 2002) – die Scheidung erfolgte bereits neun Monate später im September 1953. Die dritte Ehe ging die Sängerin mit dem Schauspieler Dewey Martin1) (1923 – 2018) im April 1956 ein, auch diese Verbindung endete mit einer Scheidung im Jahre 1958. 1964 war Peggy Lee kurzzeitig mit dem argentinischen Jazz-Schlagzeuger und Bandleader Jack Del Rio (1902 – 1978) verheiratet.

Im März 2002 erschien in einer Neuauflage die bereits 1989 veröffentlichte Autobiografie der erfolgreichen Pop-Legende, Schauspielerin und Songschreiberin Peggy Lee mit dem Titel "Miss Peggy Lee: An Autobiography". Hierin erzählt sie von ihrer freudlosen Kindheit, den Misshandlungen ihrer Stiefmutter, den verschiedenen Liebesbeziehungen und vier Ehen. Sie schwärmt von den Songs, die sie berühmt gemacht haben, gibt Einblicke in ihr Privatleben mit Tochter, Enkelkindern und Hunden. lässt die Leserschaft auch an ihren Krankheiten teilnehmen.
2014 brachte der Journalist und Autor James Gavin die Biografie "Is That All There Is? – The Strange Life of Peggy Lee" auf den Markt.
  

Offizielle Website: www.peggylee.com (englisch)
Siehe auch Wikipedia (deutsch; mit Diskografie),
Wikipedia (englisch; mit Diskografie: Alben / Singles)
Filmografie bei der Internet Movie Database
Fotos bei Wikimedia Commons
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