Eva Bartok
Eva Bartok wurde am 18. Juli 1929 (nach anderen Quellen 18. Juni 1929 bzw. 1927) im ungarischen Kecskemét als Eva Ivanova Szöke geboren. Nach dem Krieg begann sie in ihrem Heimatland eine Karriere als Schauspielerin, spielte unter anderem zwischen 1945 und 1947 am Budapester Theater. 19-jährig floh sie 1948 mit ihrem zweiten Mann, dem US-Produzenten Alexander Paal, aus Ungarn; die im gleichen Jahr geschlossene Ehe dauerte nur zwei Jahre und wurde 1950 geschieden. Zuvor war sie ab 1941 kurze Zeit mit dem ungarischen Offizier Geza Kovacs verheiratet gewesen; die Verbindung soll annulliert worden sein. 1951 folgte eine dritte Ehe mit ihrem englischen Filmintendanten William Wordsworth, durch den sie britische Staatsbürgerin wurde. Doch auch dieser Beziehung war kein Glück beschieden, nach nur vier Jahren ließ sich das Paar 1955 scheiden.
In Großbritannien begann Eva Bartoks Karriere als Filmschauspielerin, sie drehte die Streifen "Madeleine" (1950) und "A Tale of Five Cities" (1951, Fünf Mädchen und ein Mann), musste sich jedoch zunächst mit kleinen Nebenrollen begnügen. Der internationale Durchbruch gelang der Schauspielerin 1951 mit der Rolle der Consuelo in "Der Rote Korsar"1) (The Crimson Pirate) an der Seite von Burt Lancaster, einer Parodie auf den amerikanischen Abenteuerfilm und wohl einer ihrer bekanntesten Kinostücke. Rasch galt sie als eine der schönsten Frauen Hollywoods und drehte jedoch vor allem in Deutschland eine ganze Reihe von Erfolgsfilmen, die überwiegend im melodramatischen Unterhaltungsgenre angesiedelt waren.
Am 13. August 1955 hatte Eva Bartok unter großem Medienrummel den deutschen Filmstar Curd Jürgens geheiratet. Gemeinsamen Auftritte in Filmen wie "Der letzte Walzer"2) (1953), "Rummelplatz der Liebe" (1954) oder "Orient Express (1954) waren dem Medienspektakel vorausgegangen. Wenige Monate nach der Blitzheirat und einer fünfzehnmonatigen turbulenten Ehe ließen sich die beiden Kinostars am 6. November 1956 bereits wieder scheiden. Ob Jürgens der offizielle Vater ihrer 1957 geborenen Tochter Deana ist, bleibt Spekulation. Eva Bartok gab in verschiedenen Interviews Frank Sinatra als Vater an, mit dem sie 1956 eine kurze Affäre hatte; Sinatra selbst gab nie eine Stellungnahme dazu ab.

Eva Bartok war Filmpartnerin der Stars jener Jahre, so drehte sie mit Karlheinz Böhm und Ivan Desny das Melodram "Dunja" (1955), Josef von Bákys Remake der Puschkin-Novelle "Der Postmeister" aus dem Jahre 1939 mit Heinrich George. Mit Peter Arens entstand unter der Regie von G.W. Papst die Romanze "Durch die Wälder, durch die Auen" (1956) um den jungen Komponisten Carl Maria von Weber, mit O.E. Hasse das Kriegsdrama "Der Arzt von Stalingrad"3)  (1958), das Géza von Radvanyi nach dem gleichnamigen Bestseller von Heinz G. Konsalik in Szene gesetzt hatte und wo Eva Bartok als russische Ärztin Alexandra Kasalinsskaja überzeugte. Neben internationalen Produktionen spielte sie die Titelrolle des Callgirls in "Madeleine Tel. 13 62 11"2) (1958), war in dem Rührstück "Ein Student ging vorbei" (1960) nach dem in der HörZu veröffentlichten Roman von Hans-Ulrich Horster zu sehen oder agierte neben Peter van Eyck und Marianne Koch in dem Gerichtsdrama "Unter Ausschluss der Öffentlichkeit" (1961). Die Filmadaption des Simmel-Bestsellers "Es muss nicht immer Kaviar sein" (1961) und die Fortsetzung "Diesmal muss es Kaviar sein" (1961) zeigten sie an der Seite von O.W. Fischer, gemeinsam mit Carlos Thompson stand sie für den eher zu vernachlässigenden Streifen "Eheinstitut Aurora" (1962) vor der Kamera, dessen Partnerin sie auch in "Ferien wie noch nie"2) (1963) war.
Danach zog sich Eva Bartok aus privaten Gründen fast vollständig vom Filmgeschäft zurück. 1958 plante sie eine Heirat mit einem indischen Prinzen, dessen Vater jedoch seine Zustimmung verweigerte. Ein erneuter Versuch, wieder in der Filmbranche Fuß zu fassen, scheiterte. Ein Bühnen-Comeback gelang Eva Bartok 1965 noch einmal in London mit dem Stück "Paint me black" auf, im Berliner Theater des Westens gab sie ein Gastspiel als "Frau Luna".
1980 hatte der ehemalige Star einen erneuten Anlauf genommen, ihr privates Glück zu finden und in Los Angeles den Amerikaner Dag Molin geheiratet; 1983 wurde auch diese Ehe geschieden.
    
Eva Bartok, die als Filmdiva wie auch durch ihr turbulentes Privatleben die Klatschspalten der 50er Jahre beherrschte, starb am 1. August 1998 mit 69 Jahren in einem Londoner Krankenhaus an einem Herzinfarkt.
  
Der Link führt zur Filmbeschreibung von 1) prisma-online.de, 2) www.deutscher-tonfilm.de, 3) Dirk Jasper FilmLexikon
  Siehe auch wikipedia.org
Kinofilme (Auszug)
Filmografie bei der german.imdb.com
1951: A Tale of Five Women 1952: The Assassin
1953: Spaceways 1953: Park Plaza 605
1953: Meines Vaters Pferde 1954: Viktoria und ihr Husar
1954: Orient-Express 1954: Front Page Story
1955: Vom Himmel gefallen 1955: Dunja
1955: Break in the Circle 1956: The Gamma People
1957: Durch die Wälder, durch die Auen 1957: Ohne dich wird es Nacht
1958: 10.000 Schlafzimmer 1958: Madeleine
1959: Der Arzt von Stalingrad 1959; Ihr Verbrechen war Liebe
1959: Operation Amsterdam 1959: Eddie schafft alle
1960: Beyond the Curtain 1960: Ein Student ging vorbei
1961: Eheinstitut Aurora 1961: Es muss nicht immer Kaviar sein
1961: Unter Ausschluss der Öffentlichkeit 1961: Diesmal muss es Kaviar sein
1962: Ferien wie noch nie 1963: Avventura al motel
1967: Sabina V'Hagvarim  1964: Sei donne per l'assassino
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