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Trenker drehte auch in den Vereinigten Staaten Filme, die schicksalhaft die Weltwirtschaftkrise verarbeiteten, so beispielsweise " Der verlorene Sohn" (1934). Nach "Der Kaiser von Kalifornien"1) (1936) entstand das legendäre Leinwand-Epos "Der Berg ruft!"1) (1938), der Rebellenfilm "Condottieri"2) (1937) wurde von den Katholiken als zu antiklerikal, von den Protestanten als zu katholisch und von den Nazis als Verrat am Führertum an gesehen. Nach "Liebesbriefe aus dem Engadin" (1938) sowie dem 1940 entstandenen Streifen "Feuerteufel"2), der verdeckte Kritik am Hitler-Regime enthielt, konnte Trenker bis Kriegsende in Deutschland keine eigenen Filme mehr realisieren. Auch seine Weigerung in Südtirol für die Nationalsozialisten zu optieren, hatte zu einer starken Verstimmung mit Goebbels und dem Propagandaministerium geführt. Trenker setzte nun seine Filmtätigkeit in Italien fort, drehte unter anderem "Im Banne des Monte Miracolo" (1943, Monte Miracolo) sowie den Jubiläums-Dokumentarfilm des Papstes "Pastor Angelicus". 1941 wurden das Drehbuch und die Finanzierung eines neuen Films abgelehnt, da Trenker darauf bestanden hatte, in den italienischen Alpen zu drehen. Auch andere Filmprojekte wurden von der Reichsleitung abgelehnt. 1942 spielte er als Hauptdarsteller mit Genehmigung der Reichsfilmkammer im nationalsozialistischen Propagandafilm "Germanin Bayer 205". Das Drehbuch stammte diesmal allerdings nicht von Trenker selbst; die Regie führte Goebbels' Schwager Max W. Kimmich. Die Hauptrolle in "Germanin" trug Trenker nach 1945 "den Ruf eines Nazi-Schauspielers" ein (König/F.Trenker, Bera Luis, S. 219). Wie aus einem Brief an den Stab Himmlers hervorgeht, wurde Trenker nach diesem Film offiziell mit Berufsverbot belegt. 1940 hatte er Berlin verlassen und war nach Rom gezogen, wo er sich bessere Bedingungen erhoffte und 1942 "Pastor Angelicus" drehte. Er konnte 1943, diesmal auch wieder in der Funktion des Regisseurs und Autors, in Italien mit den Dreharbeiten zum Film "Im Banne des Monte Miracolo2 beginnen, die er jedoch erst sechs Jahre später, in Österreich, beenden konnte. König/F.Trenker (S. 221) bezeichnen diesen Film "als eigentliche letzte filmische Tätigkeit Trenkers zur Zeit des Dritten Reiches". Er zog sich schließlich nach Bozen zurück und versuchte weiterhin, Finanzmittel für neue Filmprojekte aufzutreiben.5)
Auch auf Riefenstahls Gefolgsmann Luis Trenker lastete ein Nazi-Fluch; sein Nationalepos
"Der Rebell" war einer von Goebbels' Lieblingsfilmen. Vielleicht
mimte er deswegen in den 1950er Jahren den arglosen und immer leicht
vertrottelt wirkenden Plauderonkel im Fernsehen. Dabei war der Südtiroler
in den 1930er Jahren ein begnadeter Filmemacher gewesen, dessen zwischen
Expressionismus und Naturalismus schwankender Stil sogar in Hollywood Aufsehen erregte.
Gefälschte Kraxel-Touren auf Studio-Felsen hätte der Naturbursch als ein Sakrileg empfunden.
Zur Nazi-Ideologie hielt Trenker trotz seines Hangs zur Heimattümelei immer Sicherheitsabstand.
Stets sind seine Filmhelden beseelt von einer betont antizackigen, immer ein
wenig chaotischen Gemütlichkeit, die mit faschistischem Über- und
Herrenmenschentum wenig zu tun hatten. Trenkers Meisterwerk "Der verlorene
Sohn", in dem er obdachlos und gepeinigt von der
Sehnsucht nach den Bergen auf der Suche nach einem Teller
Suppe durch New Yorker Hochhausschluchten taumelt, war ein
Vorbild für den erst zehn Jahre später sich entfaltenden italienischen Neorealismus. Trenker war von 1928 bis zu deren Tod im Jahre 1988 mit der Leipziger Fabrikantentochter Hilde Bleichert verheiratet gewesen; aus der Verbindung stammen die Kinder Florian, Luis Ferdinand, Barbara und Josef. Eine neue Lebensgefährtin fand Trenker in seiner jungen Privatsekretärin Martina Höller, mit der er noch im hohen Alter ein Kind gezeugt haben soll. Während seiner langen künstlerischen Karriere wurde Trenker vielfach ausgezeichnet: So erhielt er unter anderem 1936 auf dem Festival in Venedig einen Preis für "Der verlorene Sohn", 1955 die "Große Goldmedaille" des Bergfilmfestivals in Trient, 1978 den "Karl-Valentin-Orden", 1982 ein "Filmband in Gold" für "langjähriges und hervorragendes Wirken im deutschen Film". Außerdem war er Träger des "Komturkreuzes" der Republik Italien (1966), des "Goldenen Verdienstkreuzes" des Landes Tirol (1977) und des "Bayerischen Verdienstordens" (1979). Seit 1962 war Trenker Ehrenbürger seiner Geburtstadt St. Ulrich sowie seit 1956 Ehrenmitglied des Bergführervereins Zermatt. Nach jahrelanger Odyssee wurde das "Luis-Trenker-Zentralarchiv" Mitte März 2004 von Trenkers Nachkommen dem "Museum Gröden"1) (Museum de Gherdëina) im Zentrum von St. Ulrich in Gröden übergeben. Der Nachlass umfasst über 220 Objekte wie Bilder, Fotos, Bücher und sonstige Exponate aus dem persönlichen Besitz des Künstlers, eine Dauerausstellung erinnert an Trenkers Filmschaffen und hält den Mythos "Luis Trenker" wach. Von Stefan König und Florian Trenker stammt die im Oktober 2006 erschienene Biografie "Bera Luis Das Phänomen Luis Trenker". Der 1930 geborene Sohn Florian Trenker verstarb 2003, Dr. Luis Ferdinand Trenker ist Jurist und betreut mit Bruder Josef Trenker unter anderem das digitalisierte "Luis Trenker Archiv" im "Museum Gröden". |
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Link: 1) Wikipedia, 2) Murnau-Stiftung, 3) Kurzportrait
innerhalb dieser HP, 4) www.globus-film.de Quelle: 5) Wikipedia (abgerufen 09.10.2011), 6) "Lexikon der deutschen Film- und TV-Stars" von Adolf Heinzelmeier/Berndt Schulz, Ausgabe 2000, S. 355 Genehmigung Foto Luis Trenker: Dieses Werk ist älter als 70 Jahre und sein Erschaffer nicht bekannt. Nach der "Berner Konvention" und den Gesetzen vieler Länder gilt dieses Werk als gemeinfrei. |
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Siehe auch Wikipedia,
www.whoswho.de,
www.cyranos.ch
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