Dary Holm vor 1929; Urheber bzw. Nutzungsrechtinhaber: Alexander Binder (1888 – 1929); Quelle: www.cyranos.ch Die Schauspielerin Dary Holm erblickte am 16. April 1897 als Anna Maria Dorothea Meyer1) in Hamburg das Licht der Welt. Schon bald ließ sich die Familie in Oberbayern nieder, wo die junge Anna ihre Kindheit und Jugend verbrachte. 1920 startete die attraktive junge Frau noch als "Anni Holm" eine intensive Leinwandkarriere und trat in etlichen Melodramen und Abenteuern jener Ära in Erscheinung. Sie drehte mit renommierten Regisseuren wie Richard Eichberg, Franz Seitz sen., Otto Rippert oder Josef Berger, gehörte unter anderem zur Besetzung des heute als verschollen geltenden Historiensteifens "Martin Luther"2) (1923), von Karl Wüstenhagen2) mit sich selbst in der Titelrolle in Szene gesetzt.
So richtig populär wurde sie durch die waghalsigen Produktionen von und mit Stummfilmstar Harry Piel3) (1892 – 1963), erstmals tauchte sie in dessen rasantem, mit Jugendverbot belegtem Krimi "Auf gefährlichen Spuren" (1924) als Tochter des Fürsten (Gustav Oberg) auf; der Film gelangte dann 1928 auch unter dem Titel "Harry Piel in falschem Verdacht" in die Lichtspielhäuser. Dary Holm avancierte zu Piels bevorzugten Darstellerin, auch privat kam sich das Paar näher, nach Piels Scheidung von seiner ersten Ehefrau Johanna Präder traten Piel und Dary Holm 1927 vor den Traualtar.
Es folgten weitere Stummfilme, in denen sie als Partnerin des tollkühnen Helden Harry Piel, der als "Garant für sensationelle Abenteuer, Spannung und Nervenkitzel"4) galt, von sich reden machte wie etwa in dem actionreichen Streifen "Der Mann ohne Nerven"2) (1924), der zum Synonym für Piel wurde. 
 
Foto: Dary Holm vor 1929
Urheber bzw. Nutzungsrechtinhaber: Alexander Binder2) (1888 – 1929)
Quelle: www.cyranos.ch; Angaben zur Lizenz siehe hier
Sie mimte beispielsweise Piels Verlobte in der deutsch-französischen Koproduktion "Zigano, der Brigant vom Monte Diavolo"2) (1925), die Baronesse Myra von Geldern in "Abenteuer im Nachtexpress"2) (1925) oder die Madame Madeleine in "Der schwarze Pierrot" (1926). 1926 drehte sie noch zwei Filme mit anderen Regisseuren, seit ihrer Heirat mit Harry Piel stand sie dann ausschließlich für ihren Ehemann vor der Kamera. "Das Spielen mit dem Abenteuer reizt mich am Film." ließ Dary Holm ihr Publikum wissen. "Gewiß, andere Stars haben wohl oft mehr Gelegenheit, ihr mimisches Talent zu offenbaren und mit dem Lächeln ihrer schönen Lippen und dem Zauber ihrer Augen sich das Herz des Publikums zu erobern. Ich aber muß mit meinem Partner Gefahren auf mich nehmen und muß mir durch meinen Todesmut die Sympathie erringen. Aber es geht auch so. Das Gefahrentempo, das mich durch den Film trägt, ist das, was mir die größte Freude bereitet und nicht zuletzt den Erfolg bringt. Dieses Tempo ist echtester Film – so etwas bringt die Bühne nie zustande!"*)
So entstand unter anderem mit Dary Holm in der weiblichen Hauptrolle der Sensationsstreifen "Panik"2) (1928), Piel präsentierte sich als tollkühner Privatdetektiv Harry Peel bzw. in der Tarnung des Maharadscha von Lahore bzw. des mysteriösen Mr. X, Dary Holm als hübsche Anita Bell, Komplizin des Einbrecherkönigs und Meisterdiebs Arsen Dupin. In "Mann gegen Mann" (1928) war sie dann selbst die Detektivin Miss Gladys Norton, welche dem "Vielgesuchten" Harry Paulsen (Piel) auf den Spuren ist, in "Männer ohne Beruf"2) (1929) die junge Madeleine, welche in die Fänge eines international agierenden Mädchenhändlerringes geraten ist und von dem in Diensten der Pariser Polizei stehenden Harry Perol (Piel) schließlich gerettet wird. Ihr vorletzter Stummfilm war der Piel-Streifen "Sein bester Freund"5) (1929) mit dem Untertitel "Ein Abenteuer mit 15 Hunden", der Krimi "Achtung! – Auto-Diebe. Ein Abenteuer in den Straßen der Großstadt" kam 1930 bereits mit Toneffekten in die Kinos; hier tauchte Dary Holm als Gattin des Auto-Verkäufers Harry Palen (Piel) auf.
 
 

Dary Holm als Anita mit Harry Piel
als Rajah von Lahore alias Harry Peel alias Mr. X.
in dem Stummfilm "Panik" (1928) von Harry Piel ("Ring-Film AG", Berlin)
Quelle: Deutsche Fotothek, (file: df_pos-2006-a_0000919) aus
"Vom Werden deutscher Filmkunst/1. Teil: Der stumme Film" von Dr. Oskar Kalbus
(Berlin 1935, S. 90) bzw. Ross-Verlag 1927/1928
© SLUB Dresden/Deutsche Fotothek/Unbekannter Fotograf
Quelle: www.deutschefotothek.de; Genehmigung zur Veröffentlichung: 30.03.2017

Dary Holm als Anita mit Harry Piel als Rajah von Lahore alias Harry Peel alias Mr. X. in dem Stummfilm "Panik" (1928) von Harry Piel ("Ring-Film AG", Berlin); Quelle: Deutsche Fotothek, (file: df_pos-2006-a_0000919) aus "Vom Werden deutscher Filmkunst/1. Teil: Der stumme Film" von Dr. Oskar Kalbus (Berlin 1935, S. 90) bzw. Ross-Verlag 1927/1928; Copyright SLUB Dresden/Deutsche Fotothek/Unbekannter Fotograf; Quelle: www.deutschefotothek.de
Mit Beginn des Tonfilms war die Leinwandkarriere von Dary Holm so gut wie beendet. In Piels Abenteuer- bzw. Kriminalgeschichte "Schatten der Unterwelt"2) (1931) war sie noch einmal mit der weiblichen Hauptrolle der attraktiven jungen Irene von Sheridan zu sehen, die mit dem findig-pfiffigen Harry West (Piel) verlobt ist. Mit der Rolle der Amerikanerin Ursel Matting, die in der rasant-amüsanten Krimi-Geschichte "Jonny stiehlt Europa"6) (1932) nicht nur Gefallen an dem Rennpferd "Europa" sondern auch an dessen mittellosem Besitzer Jonny Burck (Piel) gefunden hat, verabschiedete sich Dary Holm von ihrem Publikum und zog sich mit 35 Jahren ins Privatleben zurück.
 
Heute ist Dary Holm so gut wie in Vergessenheit geraten. Sie starb am 29. August 1960 im Alter von 63 Jahren in München und fand ihre letzte Ruhe auf dem dortigen "Waldfriedhof" (Alter Teil). Als Harry Piel zweieinhalb Jahre später am 27. März 1963 den Folgen eines Hirnschlages erlag, wurde er ebenfalls in dieser Grabstelle beigesetzt; auch Piels dritte Ehefrau, Lilli Stromereder-Piel (1901 – 1984), liegt dort begraben → Foto bei www.knerger.de.
Quellen (unter anderem*)): Wikipedia, www.cyranos.ch
Fotos bei www.virtual-history.com
*) Dary Holm. In: Dr. Hermann Treuner (Hrsg.): Filmkünstler – Wir über uns selbst (Sybillen Verlag, Berlin, 1928)
1) Geburtsname laut Artikel zu Harry Piel bei www.deutsche-biographie.de
Link: 2) Wikipedia, 3) Kurzportrait innerhalb dieser HP, 5) Murnau Stiftung, 6) filmportal.de
4) Quelle: filmmuseumpotsdam.de
Filme:
(Regie, wenn nicht anders genannt: Harry Piel)
Filmografie bei der Internet Movie Database
(Link: Wikipedia, Kurzportrait innerhalb dieser HP, Murnau Stiftung, filmportal.de)
Stummfilme
  • 1916: Das nächste Weib (Regie: Franz Seitz sen.;
    → www.earlycinema.uni-koeln.de)
  • 1920: Der Fluch der Menschheit, Teil 2: Im Rausche der Milliarden
    (Regie: Richard Eichberg)
  • 1921: Die Opiumhölle (Regie: Siegfried Dessauer)
  • 1921: Die rätselhafte Zwölf (Regie: Martin Hartwig)
  • 1921: Der Todessegler (Regie: Fred Stranz)
  • 1921: Hyänen der Welt (Regie: Fred Stranz)
    • Teil 1: Opfer der Hyänen
    • Teil 2: Die einsame Insel
    1921: Die Rache des Marquis Dokama (Regie: Josef Berger)
  • 1922: Der schwarze Harlekin (Regie: Franz Seitz sen.)
  • 1922: Die Beute der Erinnyen (Regie: Otto Rippert)
  • 1922: Das Blut der Schwester (Regie: Otto Wilhelm Barth)
  • 1922: Die Liebe der Asra (Regie: Josef Berger)
  • 1922: Im Rausche der Milliarden (Regie: Josef Berger)
  • 1923: Das Wirtshaus im Spessart (Regie: Adolf Wenter)
  • 1923: Martin Luther (Regie: Karl Wüstenhagen)
  • 1923: Die Frau aus dem Orient (Regie: Wolfgang Neff)
  • 1923: Gehetzte Frauen (Regie: Josef Berger)
  • 1923: Des Kaisers alte Kleider (Regie: Franz Seitz sen.)
  • 1923: Ihr Fehltritt (Regie: Georg Asagaroff)
  • 1923: 1812 / Gräfin Vandières (Regie: Josef Berger)
  • 1923?: Die Affäre der Baronesse Orlowska (Regie: Hans Werckmeister)
  • 1924: Die Tragödie einer Liebesnacht (Regie: Franz Osten)
Noch: Stummfilme Tonfilme
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