Klaus Wildbolz wurde am 25. August 1937 in Wien geboren und wuchs
gemeinsam mit Zwillingsbruder Jost in Österreich und der Schweiz
auf; sein Vater war Generaldirektor einer Schuhfabrik, seine Mutter eine österreichische Adlige.
Bevor Wildbolz zu einem populären Darsteller bei Theater, Film und Fernsehen avancierte,
hatte er, ganz in der Familientradition, einen kaufmännischen Abschluss
erworben, anschließend seinen Militärdienst bei der Schweizer Armee
geleistet und sich dann für den Beruf des Schauspielers entschieden. In
Wien studierte er bis 1960 an der "Max Reinhardt Hochschule" Musik und Darstellende Kunst,
erhielt dann ein erstes Engagement am Stadttheater in Luzern. 1963 folgte Wildbolz
einem Ruf an das Wiener "Theater in der Josefstadt",
welches bis 1970 seine künstlerische Heimat wurde; danach arbeitete er als
freischaffender Schauspieler.
Seit Mitte der 1960er Jahre übernahm Wildbolz Aufgaben für das
Fernsehen und wurde rasch einem breiten Publikum bekannt; so hatte man ihn
bereits 1965 in der Serie "Alle machen Musik" erleben können,
Auftritte in Stücken wie "Wienerinnen" (1973) oder "Johann und Anna" (1976)
festigten seinen Ruf als vielseitiger Darsteller. Als Mitte der
70er Jahre ein Moderator für die ARD-Quiz-Show "Schnickschnack"1)
gesucht wurde, hatte Wildbolz mit dieser "Rolle" seinen
endgültigen Durchbruch auf dem Bildschirm. Er gehörte fortan zu den
beliebtesten Fernsehschauspielern, agierte mit den unterschiedlichsten
Rollen immer wieder in zahlreichen Krimi-Reihen wie "Der Alte",
"Derrick", "Sonderdezernat K1", "SOKO 5113",
"Männer vom K3" oder "Tatort".
Das Foto wurde mir freundlicherweise von dem Fotografen
Christian Mastalier zur Verfügung gestellt.
© Christian Mastalier (www.mastalier.com)
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Man sah den
stattlichen und attraktiven Wildbolz mit Hauptrollen in vielen weiteren
populären Serien, so in "Ringstraßenpalais", "Hotel
Paradies", "Der Patenonkel", "Clara" oder "Der
Bergdoktor". Eine sympathische Rolle, die des Hotelchefs Hofer, der durch einen Unfall seine Frau verloren hat,
mimte er mit Wiener Charme von 1996 bis 2000 in der erfolgreichen Serie
"Schlosshotel Orth"1) und handelte sich damit den Ruf
des "Fernseh-Hoteliers" schlechthin ein. Er tauchte bei dem "Unvergesslichen
Wochenende
" (1997) ebenso wie auf dem "Traumschiff" (2004) oder in
den unterhaltsamen Pilcher-Romanzen auf, in jüngerer Zeit mimte er
in "Rosamunde Pilcher Liebe im Spiel" (2004) den reichen
Medienmogul Hugh Hanthorpe sowie in "Sommer der Liebe" (2007)
den Mortimer Heston. Eine blendende Figur machte der Frauenschwarm
Wildbolz auch als Peter O'Mally in der
neuen ZDF-Sonntagabend-Reihe "Unsere Farm in Irland"1) neben den
Protagonisten Eva Habermann und Daniel Morgenroth, die beiden Folgen
"Wolken über der Küste" und "Neue Zeiten"
gelangten Ende
Oktober bzw. Anfang November 2007 zur Ausstrahlung und fanden großes
Zuschauerinteresse; fortgesetzt wurde die Reihe mit den Episoden "Liebe
meines Lebens" (EA: 22. 02.2009), "Eifersucht" (EA: 01.03.2009), "Neues Leben" (EA: 31.01.2010),
"Liebeskarussell"
(EA: 21.02.2010). "Tanz auf dem Vulkan" (EA: 31.10.2010) und
"Rätselraten" (EA: 14.11.2010). Zu den weiteren TV-Arbeiten zählt die "Traumhotel"-Folge
"Karibik" (2008) sowie das "Pilcher"-Melodram
"Herzenssehnsucht", wo der sympathische Schauspieler Anfang 2009 als schwerreicher Jonathan MacKenzie,
Patriarch einer traditionsreichen irischen Leinenweberei, auf dem
Bildschirm auftauchte.
Am 23. Juni 2011 wurde in der ARD der TV-Film "Sonntagsvierer"2)
ausgestrahlt. In der von Sabine Boss inszeniertren Tragikomödie
(erstmals im Schweizer Fernsehen am 9.5.2010 gesendet)
ist Klaus Wildbolz neben Günther Maria Halmer, Herbert Leiser und Walter Hess einer von vier frisch gebackenen Rentnern. Als Emil
(Klaus Wildbolz) seinen Freunden bei einem gemeinsamen Golfwochenende
mitteilt, dass er unheilbar krank sei und sich umbringen wolle, werden die
Freunde aktiv
→ TV-Kritik der "Baseler
Zeitung". Zuletzt sah man Wildbolz in der Emilie Richards-Geschichte
"Der Zauber von Neuseeland"2)
(EA: 25.09.2011) als Angus Clark auf dem
Bildschirm.
Auf der Kinoleinwand war Klaus Wildbolz eher selten präsent: 1971 erlebte
man ihn in dem Streifen "Die Tollen Tanten schlagen zu", in
dem Spionagethriller "Permission to Kill" (1975, Vollmacht zum
Mord) stand er mit Dirk Bogarde und Ava Gardner vor der Kamera. In
der Operettenverfilmung "Tanz ins Glück" (1979) war er der
Partner von Dagmar Koller, im gleichen Jahr sah man ihn in Valie Exports
Drama "Menschenfrauen" (1980) als Journalisten Franz S.,
der zwischen vier Frauen nach einem exakten Zeitplan hin und her pendelt.
Neben seiner umfangreichen Arbeit für das Fernsehen steht Klaus Wildbolz immer
wieder auf der Bühne oder begeistert bei Lesungen das
Publikum. Seit Jahren engagierte er sich zusammen mit seiner dritten Ehefrau Barbara
(verstorben 2008) für Einrichtungen, die sich um Kinder in Not kümmern. Er ist ein großer
Fan von Oldtimern und entsprechenden Rallyes; erst jüngst belegte er bei der
"Planai-Classic" in Gröbming (Ennstal) gemeinsam mit Beifahrerin Ulrike Glöckner den dritten Rang.
2007 stand im Hause Wildbolz ein besonderes Fest an, im August feierte Klaus Wildbolz
mit seinem zweieiigen Zwillingsbruder, dem renommierten Fotografen Jost Wildbolz,
einen runden Geburtstag, zusammen wurden sie 140 Jahre alt.
Privat hat der Schauspieler nach dem Krebstod seiner 2008 verstorbenen Frau
Barbara, mit der er 22Jahre verheiratet war, inzwischen ein neues Glück
gefunden, wie er die Zuschauer auch in der Talkshow "Kölner
Treff" am 8. Januar 2010 wissen ließ. Seit einiger Zeit ist
die 41 Jahre jüngere Nadine von Vöhren seine neue
Lebenspartnerin.
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