Szenenfoto mit Jochen Thomas und Loni Michelis aus dem Stück "Zehn zu Null" von Antonín Jaroslav Urban 1951 an der "Neuen Bühne" im Berliner "Haus der Kultur"; Regie: Bodo Schweykowski; Quelle: Deutsche Fotothek, (file: df_pk_0000981_003); Copyright SLUB Dresden/Deutsche Fotothek/Abraham Pisarek; Urheber: Abraham Pisarek (1901–1983); Datierung: 09.11.1951; Quelle: www.deutschefotothek.de Jochen Thomas erblickte am 7. August 1925 im hessischen Kassel das Licht der Welt; über den familiären Hintergrund ist derzeit nichts bekannt. Der ehemalige Medizinstudent entschied sich nach Ende des 2. Weltkrieges für die Schauspielerei und nahm zwischen 1946 und 1948 in Leipzig privaten Unterricht. Sein Theaterdebüt gab er noch während der Ausbildung an der "Leipziger Volksbühne". Nach Engagements am "Landestheater Altenburg" und in Halle gehörte Thomas seit 1952 fest zum Ensemble des Berliner "Maxim-Gorki-Theaters"1). Oft wurde er als proletarischer Typus besetzt, beispielsweise gestaltete er den Heizer Kuddel Huck in "Die Matrosen von Cattaro" nach dem Schauspiel von Friedrich Wolf1) oder den "Roten Jim" in "Der Stern wird rot" von Sean O'Casey1). Einige der Inszenierungen, in denen Thomas mitwirkte, wurden im Laufe der Jahre vom "Deutschen Fernsehfunk"1)  (DFF) ausgestrahlt → siehe hier.
 

Szenenfoto mit Jochen Thomas und Loni Michelis1)
aus dem Stück "Zehn zu Null" von Antonín Jaroslav Urban,
1951 an der "Neuen Bühne" im Berliner "Haus der Kultur"
Regie: Bodo Schweykowski
Quelle: Deutsche Fotothek, (file: df_pk_0000981_003)
© SLUB Dresden/Deutsche Fotothek/Abraham Pisarek
Urheber: Abraham Pisarek1) (1901–1983); Datierung: 09.11.1951
Quelle: www.deutschefotothek.de; Genehmigung zur Veröffentlichung: 30.03.2017

Zeitgleich begann er eine Karriere bei der DEFA1), eine erste, noch ungenannte Rolle spielte er in dem Streifen "Schatten über den Inseln"2) (1952). Es folgten weitere kleinere Auftritte, unter anderem in Wolfgang Staudtes Drama "Leuchtfeuer"1) (1954), dem Zweiteiler "Schlösser und Katen"1) (1956), der Literaturadaption "Der Lotterieschwede"1) (1958) oder in der Komödie "Bevor der Blitz einschlägt"1) (1959), wo er meist mit Figuren der Bauern- und Arbeiterklasse  besetzt wurde. Mitunter schlüpfte er auch schon mal in die Uniform wie als Oberfeldwebel Burgkert in der Dieter Noll-Verfilmung "Die Abenteuer des Werner Holt"1) (1965), wusste aber auch als Adliger Alan Breck in dem Robert Louis Stevenson-Abenteuer "Schüsse unterm Galgen"1) (1967) überzeugen. Sein gesangliches Talent konnte er als gutmütiger Gesetzeshüter Hauptmann Gabler in der Musikkomödie "Geliebte weiße Maus"1) (1964) unter Beweis stellen, zudem zeigte er sich wiederholt in verschiedenen Filmen der beliebte Kurzfilm-Reihe "Das Stacheltier"1).
 
Größere Aufgaben erhielt der markante Schauspieler mit den "buschigen Augenbrauen und dem hintergründigen Lächeln", so die "Berliner Zeitung", seit Mitte der 1950er Jahre in zahlreichen Produktionen des DFF, verkörperte auch hier "vielfach einprägsame proletarische Gestalten"*). Er trat in Literaturverfilmungen ebenso in Erscheinung wie in Komödien und Krimis, war beispielsweise mehrfach in der populären "Fernseh-Pitaval"-Reihe1) zu sehen. Der vielseitig einsetzbare Charakterdarsteller präsentierte sich unter anderem als Ganove Georgy in der Gaunerkomödie "Top Secret"3) (1963), als Geschworener in "Die Geschworenen"3) (1965) nach "Twelve Angry Men" von Reginald Rose1) oder als Politiker Sepp Götz1) an der Seite von Horst Schulze in dem Vierteiler über Hans Beimler1) mit dem Titel "Hans Beimler, Kamerad"3) (1969). Mit zunehmendem Alter wurden gesetzte Herren seine Domäne, etwa der Onkel Bruno in den amüsanten Geschichten "Aber Vati!"1) (1974/1979) oder der Opa Fiedler in "Das Puppenheim in Pinnow"3) (1984) nach dem Roman von Joachim Wohlgemuth1). Thomas tauchte in den populären heiteren Serien "Rentner haben niemals Zeit"1) (1978) und "Geschichten übern Gartenzaun"1) (1982) auf, letzte TV-Auftritte hatte er 1991 in den Serien "Agentur Herz"3) und "Viel Rummel um den Skooter"4). "Unauffällig, zuverlässig und präzise erfüllte er seine vielgestaltigen künstlerischen Aufgaben und spielte sich allmählich, Schritt für Schritt, nach vorn. Ohne daß es dem Publikum vielleicht recht bewußt wurde, begann es den geradlinigen, herb-männlichen Darsteller mehr und mehr zu beachten und zu schätzen", urteilte bereits 1962 die Jugendzeitschrift "Neues Leben"1).*) Und der Filmkritiker Horst Knietzsch1) schrieb 1958: "Will man die Rollengattung umreißen, die Jochen Thomas besonders gelingt, so ist es die des äußerlich grob, "fast brutal" wirkenden Menschen mit dem weichen Herzen".
Neben seinen mannigfaltigen Aufgaben als Schauspieler machte sich Jochen Thomas auch einen Namen als Regisseur, realisierte zahlreiche unterhaltsame, heiter-besinnliche Stoffe des Autors Alexander Kent, in denen er meist auch Rollen übernahm. Zudem war er als Drehbuchautor tätig, stand im Synchronstudio  → www.synchronkartei.de und wirkte als Sprecher in zahlreichen Hörspielproduktionen mit → Auswahl bei Wikipedia. Er beschäftigte sich auch mit Gesang und Tanz und war Mitglied beim "Erich-Weinert-Ensemble"1), einem professionelles Künstlerensemble der "Nationalen Volksarmee" (NVA) der DDR, wo seine Ehefrau als Choreographin fungierte.
 
Der mit dem "Vaterländischen Verdienstorden"1) (1977 in Silber / 1986 in Gold) ausgezeichnete Künstler starb am 27. April 1995 im Alter von 69 Jahren nach langer Krankheit in Berlin-Ost; die letzte Ruhe fand er auf dem Städtischen Friedhof in Berlin-Biesdorf1).
Verheiratet war er mit der Tänzerin, Ballettmeisterin und Choreografin Lore Grass, die gemeinsame Tochter Tatjana Thomas stand verschiedentlich neben ihrem Vater vor der Kamera.
Quellen: "Lexikon der DDR-Stars"*), Wikipedia sowie
ehemalige Seite defa-sternstunden.de → Memento bei web.archive.org bzw.
www.filmstadt-quedlinburg.de
*) "Lexikon der DDR-Stars" von F.-B. Habel und Volker Wachter (Ausgabe 1999, S. 337)
Fremde Links: 1) Wikipedia, 2) defa-stiftung.de, 3) fernsehenderddr.de, 4) fernsehserien.de
  
Filme
Kino / Fernsehen: als Darsteller / als Regisseur
Filmografie bei der Internet Movie Database sowie filmportal.de
(Fremde Links:  defa-stiftung.de, filmportal.de, Wikipedia,
fernsehenderddr.de, fernsehserien.de)
Kinofilme  (DEFA-Produktionen, wenn nicht anders vermerkt) Fernsehen (Auszug; DFF-Produktionen (wenn nicht anders vermerkt))
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