Jaecki Schwarz wurde am 26. Februar 1946 im Berliner Stadtteil Köpenick geboren; seinen Vornamen hat er seiner Großmutter zu verdanken, die ein Fan von Kinderstar Jackie Coogan aus dem Charlie Chaplin Film "The Kid" war. Der Standesbeamte konnte jedoch mit der amerikanischen Schreibweise "Jackie" nicht viel anfangen und machte daraus kurzerhand "Jaecki".

Foto mit freundlicher Genehmigung der Fotografin Sandra Bergemann  (www.sandra-bergemann.de),
die noch weitere DEFA-Stars portraitiert hat: www.gesichter-der-defa.de

© Sandra Bergemann
Jaecki Schwarz; Copyright Sandra Bergemann
Schon während seiner Schulzeit interessierte er sich für alles, was mit dem Theater zusammenhing, spielte bei Schülerauführungen mit sowie im "Jugendklub", den das Deutsche Theater in Berlin eigens für Theater begeisterte Schüler gegründet hatte. Nach dem Abitur machte er jedoch zunächst eine Lehre zum Fotochemiefacharbeiter, bevor er 1965 ein Schauspielstudium an der "Hochschule für Film und Fernsehen" in Potsdam-Babelsberg begann. 1969 gab Schwarz in Magdeburg sein Bühnendebüt als Student "Ouasi" in der Bühnenfassung von Hermann Kants Roman "Die Aula" und spielte dort die nächsten Jahre Theater. Ab 1974 war er Mitglied des von Bertolt Brecht gegründeten und dessen Frau Helene Weigel geleiteten "Berliner Ensemble" und spielte dort 23 Jahre lang. Man sah ihn dort unter anderem als "Stalin" in Volker Brauns Drama "Lenins Tod", er wirkte in zahlreichen Brecht-Aufführungen mit, begeisterte aber auch in Stücken von Maxim Gorki und William Shakespeare.
 
Noch als Student war Schwarz erstmals auf der Leinwand zu sehen und spielte in Konrad Wolffs autobiografischem Film "Ich war neunzehn"1), einem der wesentlichen international vielbeachteten DEFA-Filme zur Vergangenheitsbewältigung, die Hauptrolle des Gregor Hecker. In der Folgezeit übernahm er regelmäßig kleine wie große sehr unterschiedlich gelagerte Film- und Fernsehrollen, mit denen er überaus erfolgreich war.
Eine seiner schönsten frühen Rollen ist 1972 die des Studenten Klaus in Egon Günthers "Die Schlüssel" mit Jutta Hoffmann als Partnerin: Ein junges Paar versucht sich auf einer Polenreise über das Verhältnis zueinander, über die Vorstellungen vom Leben, das vor ihnen liegt, klar zu werden. In Herrmann Zschoches "Bürgschaft für ein Jahr" agierte er neben Monika Lennartz und Katrin Saß als Peter Müller und beeindruckte durch seine Darstellung eines sich langsam der Verantwortung bewusst werdenden Bürgers. 
Jaecki Schwarz; Copyright Edmond Frederik Er wirkte bei Produktionen wie "Zwei schräge Vögel" (1989) mit, in "Alter Schwede" agierte der Schauspieler 1990 als Journalist Schiffchen und in der Serie "Spreewaldfamilie" sah man ihn als Günter. Jaecki Schwarz gehörte in der ehemaligen DDR mit rund 120 Film- und Serienrollen zu den meistbeschäftigten Schauspielern bei der DEFA und beim DFF und konnte seine Karriere auch nach der "Wende" erfolgreich fortsetzen. Er trat in Serien wie beispielsweise "Liebling Kreuzberg", "Für alle Fälle Stefanie", "Praxis Bülowbogen", "Die Männer vom K 3" oder "Kurklinik Rosenau" auf, doch eine ungeheure Popularität erreichte der Schauspieler dann ab Mitte der 90er Jahre mit seiner Rolle des Hauptkommissar Herbert Schmücke in der beliebten Krimi-Serie "Polizeiruf 110" des MDR. Mit seinem ein wenig brummigen Assistenten Kommissar Schneider alias Wolfgang Winkler ermittelt Schmücke in Halle seit 1996 mit manchmal unkonventionellen Mitteln gegen Kriminelle. Einige sehenswerte bzw. spannende "Polizeiruf 110"-Krimis bei prisma-online.de: "Der Pferdemörder" (1996), "Mama kommt bald wieder" (2003), "Ein Bild von einem Mörder" (2004), "Taximord" (2008), "Keiner schreit!" (2008), "Fehlschuss" (2009), "Der Tod und das Mädchen" (2009) und "Tod im Atelier" (2009), "Schatten" (2009), "Blutiges Geld" (2010) und Risiko" (2010); mehr bei www.polizeiruf110-lexikon.de.
 
 
Das Foto (auch Hintergrund) wurde mir freundlicherweise von dem Fotografen Edmond Frederik zur Verfügung gestellt.
© Edmond Frederik
Doch Jaecki Schwarz ist nicht nur "Schmücke": Beliebt ist er auch seit Ende der 90er mit seiner Dauer-Gastrolle des schlitzohrigen und chaotischen Wirts "Sputnik" in den Folgen von "Ein Starkes Team" sowie seit 2000 als Prof. Friedländer in "Für alle Fälle Stefanie". In jüngster Zeit sah man ihn als Schorsch Ranke in der Krimikomödie "Zwei alte Gauner" (2001) zusammen mit Peter Weck als "Gauner" Eddi van Zythen. Schwarz wirkte 2001 in Wolfgang C. Panzers vierteiligen Chronik "Liebesau – die andere Heimat" mit, welche die Geschichte der DDR aus dem Blickwinkel eines fiktiven Dorfes in der ostdeutschen Provinz zwischen 1953 und 1989 erzählt. In der romantischen Liebesgeschichte "Schneemann sucht Schneefrau" mit Katja Weitzenböck und Fritz Karl war er 2002 der Arnold Wirth, in der Weihnachtskomödie "Ein Sack voll Geld" mit Wolfgang Stumph in der Titelrolle agierte er 2002 als blasierter Bankdirektor Stefan Staudinger und trat im gleichen Jahr in der Komödie "Auch Erben will gelernt sein" auf. 2003 mimte er in der Liebesgeschichte "Er oder keiner" mit Florian Fitz und Muriel Baumeister den Kirsch sowie in der romantischen ZDF-Komödie "Ein Banker zum Verlieben" mit Fritz Karl den Valerio. In der fesselnden und hochkarätig besetzten Familiensaga "Das Bernsteinamulett" erlebte man den Schauspieler im Frühjahr 2004 mit der kleinen Rolle eines Dieners. Wenige Monate später spielte er an der Seite von Saskia Vester und Peter Sattmann in der Komödie "Ein Gauner Gottes" den Apotheker Justus Keinath und anfangs abweisenden Bruder der Titelfigur, dargestellt von Fritz Wepper. In dem Mitte Dezember in der ARD ausgestrahlten turbulent-heiteren Weihnachtsfilm "Hilfe, meine Tochter heiratet" war er der Patenonkel der Hauptdarstellerin Julia (Arzu Bazman), die ihren Vater (Ulrich Pleitgen) mit ihren Heiratsabsichten vor vollendete Tatsachen stellt und damit manch vorweihnachtliches Chaos heraufbeschwört. Als zwielichtiger Investor Dr. Heinze tauchte er in der Familienkomödie "Ein Hauptgewinn für Papa" (2006), in der sechsteiligen, historisch-melodramatischen TV-Serie "Unter den Linden - Das Haus Gravenhorst"1) war er im Sommer 2006 ebenfalls mit von der Partie.
 
An das das berühmte "seltsame Paar" Jack Lemmon und Walter Matthau fühlte man sich Ende Mai 2008 erinnert, als Jaecki Schwarz gemeinsam mit seinem "Polizeiruf 110"-Dauerpartner Wolfgang Winkler in der freundlichen Familienkomödie "Das Traumpaar" auftrat: Zwei ältere, lebenslustige Herren, Erwin (Jaecki Schwarz) und Günther (Wolfgang Winkler), sind zwar beste Freunde, kriegen sich jedoch seit Jahrzehnten immer wieder in die Wolle. Wie schon in den Krimis aus Halle ist Jaecki Schwarz der redegewandte, pedantische Typ im feinen Tuch, Wolfgang Winkler die eher bodenständige, leicht prolligere Charaktere. Vor der idyllischen Kulisse Stendals kabbelt sich das gewitzte "Traumpaar", muss Probleme mit der lieben Familie lösen (Tina Ruland, Timothy Peach), als dann noch die attraktive Apothekerin Anita (Susanne Uhlen) auf den Plan tritt und dem in Hassliebe miteinander verbundenen Duo gehörig den Kopf verdreht, sind harmlos-witzige Querelen vorprogrammiert …
Danach folgten neben seinen Dauerrollen in "Polizeiruf 110" und "Ein Starkes Team" Auftritte in so beliebten TV-Serien wie "Küstenwache", "SOKO Leipzig" und "Ein Fall für zwei", in der vom Bayerischen Rundfunk (BR) gedrehten Märchenverfilmung "Schneewittchen"
1) mit Laura Berlin in der Titelrolle und Sonja Kirchberger als böse Stiefmutter hat er den Part des Königs übernommen; der Kinderfilm, Teil der ARD-Märchenreihe "Acht auf einen Streich", wurde am 2. Weihnachtstag 2009 im Nachmittagsprogramm der ARD ausgestrahlt.
  
Im bundesdeutschen Kinofilm übernahm Jaecki Schwarz eher wenige Rollen: Unter anderem sah man ihn 1991 in "Der Tangospieler" sowie ein Jahr später in "Go Trabi Go 2"; in "Burning Life" war er 1994 der Brehme, 1995 der Dr. Strecker in "Tödliches Leben".

Medienberichten zufolge ist Jaecki Schwarz nach seiner Trennung von seinem langjährigen Lebenspartner Hagen Henning seit 2006 wieder Single und lebt in Berlin, in der Nähe des Brandenburger Tores. Neben Kollegen wie Alfred Biolek, Gustav-Peter Wöhler oder Maren Kroymann engagiert sich auch Schwarz ehrenamtlich im Kuratorium der "Initiative Queer Nations". Außerdem ist er ehrenamtlicher Botschafter der Stiftung "Kinderhospiz Mitteldeutschland Nordhausen e.V." in Tambach-Dietharz.
Neuerdings hält Schwarz gemeinsam mit seinem Kollegen und Freund Wolfgang Winkler Lesungen aus dem Ende Dezember 2009 erschienen Buch "Niemals vergessen, wo ich herkomme" mit dem Untertitel "Lebenswege berühmter und weniger berühmter Alkoholiker" ab. Der Schauspieler, welcher sich offen zu seiner früheren Alkoholabhängigkeit bekennt und seit mehr als zwanzig Jahren "trocken" ist, teilt auch seine privaten Erfahrungen mit dem Publikum. Ebenso wie Wolfgang Winkler, der auch schmerzliche Erinnerungen an die zerstörerische Kraft des Alkohols hat, verlor er 1999 doch durch diese Krankheit seine Frau Renate.
1) Der Link führt zu Wikipedia Stand: Oktober 2010
Textpassagen des Kurzportraits von www.prisma-online.de;
siehe auch www.defa-sternstunden.de, Wikipedia
sowie ein Interview mit
Jaecki Schwarz bei www.mdr.de
Filmografie bei der german.imdb.com
Kontakt: Agentur Astrid Rahn
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