Christine Laszar wurde am 19. Dezember 1931 als Christine Laszarus in ostpreußischen Ortelsburg (heute Szczytno1), Polen) geboren; über den familiären Hintergrund ist derzeit nichts bekannt. Nach dem Schulabschluss ließ sie sich an der West-Berliner "Max-Reinhardt-Schule für Schauspiel"1) ausbilden, ein erstes Engagement am "Renaissance-Theater"1) schloss sich an. Darstellerische Erfahrungen sammelte sie zudem beim Kabarett, trat in Berlin bei den "Stachelschweinen"1) und in München bei "Die Schaubude"1) auf, zudem gab sie Gastspiele in Ost-Berlin an der "Volksbühne". Hier sah man sie unter anderem als "phosphoreszierende Frau" bzw. Abgesandte aus dem Kommunismus in dem von Nikolai Petrow inszenierten satirischen Spektakel "Das Schwitzbad" des sowjetischen Dichters Wladimir Majakowski1) mit dem Untertitel "Drama in sechs Akten mit Zirkus und Feuerwerk", das jedoch unmittelbar nach der Premiere (02.02.1959) wieder abgesetzt wurde → www.berliner-schauspielschule.de.
Kurz zuvor hatte Christine Laszar am "Theater der Zeit" im Münchner "Goethesaal" in Rolf Honolds1) gegen den Indochina-Krieg gerichteten Schauspiel "Geschwader Fledermaus" als Sekretärin Fressy und Geliebte des Generals Lee mitgespielt und wurde nun von Erich Engel1) für den Film entdeckt. Er gab ihr dieselbe Rolle, zugleich die weibliche Hauptrolle, in seinem gleichnamigen DEFA-Film1) (1959) an der Seite von Wolfgang Heinz1), der den General Lee mimte.
 

Christine Laszar in "Das Schwitzbad" von Wladimir Majakowski
→ Szenenfotos (Datensatz 71417279 / 71417283)
Quelle: Deutsche Fotothek, (file: df_pk_0004538_b_028)
© SLUB Dresden/Deutsche Fotothek/Abraham Pisarek
Urheber: Abraham Pisarek1) (1901–1983); Datierung: 30.01.1959
Quelle: www.deutschefotothek.de; Genehmigung zur Veröffentlichung: 30.03.2017

Christine Laszar in "Das Schwitzbad" von Wladimir Majakowski; Quelle: Deutsche Fotothek, (file: df_pk_0004538_b_028); Copyright SLUB Dresden/Deutsche Fotothek/Abraham Pisarek; Urheber: Abraham Pisarek (1901–1983); Datierung: 30.01.1959; Quelle: www.deutschefotothek.de
Christine Laszar (Mitte) 1964 mit (von links): Regisseur Frank Beyer, Schauspielerin Christel Bodenstein, Schriftsteller Konstantin Simonow und Günter Witt, Stellvertretender Minister für Kultur beim 14. Internationalen Filmfestival in Karlsbad (Karlovy Vary): Quelle: Deutsches Bundesarchiv, Digitale Bilddatenbank, Bild 183-C0712-0002-008; Fotograf: Hochneder, Christa / Datierung: 09.07.1964 / Lizenz CC-BY-SA 3.0; Originalfoto und Beschreibung: Deutsches Bundesarchiv Bild 183-C0712-0002-008 bzw. Wikimedia Commons Seit Ende 1958 in der DDR ansässig, erhielt Christine Laszar nun eine Festanstellung bei der DEFA1), Hauptrollen in weiteren Produktionen schlossen sich an, mit denen die attraktive Schauspielerin rasch zum Publikumsliebling wurde bzw. sich in die Prominenz der DDR-Filmszene einreihte. Ihre Domäne waren Krimis und Politthriller, aber auch Komödien, in denen sie als kühle, intelligente Frau zu überzeugen wusste. Anfänglich noch mit sympathischen Rollen besetzt, verkörperte sie seit Anfang der 1960er Jahre auch in Filmen des "Deutschen Fernsehfunks"1) (DFF) zunehmend gefährliche Kriminelle.
 
Christine Laszar (Mitte) 1964 mit (von links): Regisseur Frank Beyer1),
Schauspielerin Christel Bodenstein, Schriftsteller Konstantin Simonow1)
und Günter Witt2), Stellvertretender Minister für Kultur beim
14. Internationalen Filmfestival1) in Karlsbad1) (Karlovy Vary)
Quelle: Deutsches Bundesarchiv, Digitale Bilddatenbank, Bild 183-C0712-0002-008;
Fotograf: Hochneder, Christa / Datierung: 09.07.1964 / Lizenz CC-BY-SA 3.0
Genehmigung des Bundesarchivs zur Veröffentlichung innerhalb dieser Webpräsenz
wurde am 11.10.2010 erteilt. Originalfoto und Beschreibung:
Deutsches Bundesarchiv Bild 183-C0712-0002-008 bzw. Wikimedia Commons
"Christine Laszar ist eine Schauspielerin mit sympathischer Ausstrahlung, und gerade darum erkoren Regisseure des Films und Fernsehens sie bisher vier- oder fünfmal zur Täterin; ihr steht das Böse nicht im Gesicht geschrieben, und sie trägt die negativen Farben nicht dick auf. Ein Flittchen gibt sich bei ihr als Pseudo-Dame, eine Verbrecherin tarnt sich durch Charme. Dieser Charme Christine Laszars behält auch in positiven Rollen stets eine gewisse Kühle und Distanz. Als gute Konversationsschauspielerin gliedert und glättet sie die Dialoge. Die lauten Töne, die großen Ausbrüche, die komödiantischen Feuerwerke sind ihre Sache nicht. Sie trägt Gefühle nicht zur Schau, sondern gleichsam hochgeschlossen. Ihre Gestalten sind mit feinen Strichen, nicht mit kräftigem Pinsel gemalt." schrieb 1970 Wolfgang Carlé.*)
So spielte sie sowohl im Kino als auch im Fernsehen in dem Drama "Weißes Blut"3) (1959) die schöne Eleonore, Ehefrau des Bundeswehr-Offiziers Manfred von der Lohe, der in der Kinofassung von Jürgen Frohriep, in der TV-Version4) von Kurt Ullrich1) dargestellt wurde: "Am Schicksal eines strahlenverseuchten Offiziers der Bundeswehr werden die unheilvollen Auswirkungen der Atombombenversuche aufgezeigt. Ein thematisch beachtlicher, inszenatorisch unausgeglichener, doch weitgehend eindringlicher Film." notiert das Filmlexikon, siehe auch defa-stiftung.de. Auf der Leinwand sah man sie unter anderem als Wirtschaftsredakteurin Christine Koch in der Komödie "Bevor der Blitz einschlägt"1) (1959), in dem Abenteuer "Der Traum des Hauptmann Loy"3) (1961) mimte sie die tragisch endende Doris Graves, Corporal in der US-Army, mit der sich der englische Hauptmann Loy (Horst Drinda) anfreundet, tauchte an der Seite von Rolf Ludwig als Maja Mayer in dem "fantastischen" Lustspiel "Der Mann mit dem Objektiv"1) (1961) auf. Als Partnerin von Günther Simon zeigte sie sich in dem spannenden, politischen Streifen "Der Tod hat ein Gesicht"3) (1961), als Sekretärin Vera Gorm bzw. eiskalte Mörderin in dem Krimi "Schwarzer Samt"1) (1964) und in "Pension Boulanka"1) (1964) als Hundedresseurin Frau Sievers, die schließlich als Mörderin überführt wird. Einen letzten Leinwandauftritt hatte sie als Christina in dem Zirkusfilm "Schwarze Panther"1) (1966).
  
Auf dem Bildschirm präsentierte sich Christine Laszar erstmals in "Zwischenfall im Roxy"5), einem Krimi des Berliner NWDR1), in dem die Zuschauer bei der Tätersuche mit raten konnten und die Auflösung zu einem späteren Termin gesendet wurde. Seit Ende der 1950er Jahre sah man sie dann regelmäßig in Produktionen des DFF. Zur TV-Filmografie zählen unter anderem die Dreiteiler "Tempel des Satans"4) (1962) und "Mord in Riverport"4) (1963), "eine schöne Charakterstudie"*) war die Ehefrau Maud von Ossietzky in dem Biopic "Carl von Ossietzky4) (1963) über die zehn letzten Lebensjahre des deutschen Journalisten, Schriftstellers und Pazifisten Carl von Ossietzky4). In dem Zweiteiler "Tod im Preis inbegriffen"4) (1968), einem weiteren Fall mit dem Privatdetektiv Weber (Werner Toelcke1)) war sie die gewisse Frau Monika Arndt, die Weber mit brisanten Informationen versorgt, in "Rechnung mit Unbekannten"4) (1968) die wesentlich jüngere Ehefrau des westdeutschen Unternehmers Rudolf Wagemann (Arthur Jopp1)) und auch in dem dreiteiligen Krimi "Die Dame aus Genua"4) (1969) gehörte sie neben den Protagonisten Hans-Peter Minetti und Armin Mueller-Stahl ebenfalls zur Besetzung. Nach ihrer Mitwirkung in zwei Geschichten des Vierteiler "Eva und Adam" (1973) stand Christine Laszar lediglich Jahre später noch ein Mal vor der Kamera und trat in der Komödie "Alma schafft alle"1) (1980) neben Titelheldin Agnes Kraus als 1. Rezeptionsdame in Erscheinung.
 
Seit Anfang der 1970er Jahre verlegte Christine Laszar den Schwerpunkt ihrer Arbeit beim DFF auf die Tätigkeit als Redakteurin, zeichnete unter anderem für verschiedene Filmfeuilletons und Künstlerporträts verantwortlich. Nach einer Erkrankung zog sie sich in den 1980er Jahren vom Filmgeschäft bzw. ins Privatleben zurück und wohnt seither wieder in Rostock, wo sie am 19. Dezember 2016 ihren 85. Geburtstag beging.
In erster Ehe war die Schauspielerin mit ihrem Kollegen Rudolf Schündler verheiratet, die gemeinsame Tochter Katrin wurde Redakteurin und Moderatorin beim DFF sowie Dokumentarfilmerin. Zum Jahresende 1958 ehelichte Laszar Karl-Eduard von Schnitzler1), später Chefkommentator des DDR-Fernsehens sowie Autor und Moderator der politisch-agitatorischen Sendung "Der schwarze Kanal"1); die Verbindung wurde nach nur vier Jahren geschieden.
Quellen: "Lexikon der DDR-Stars"*), Wikipedia, www.defa-stiftung.de, www.filmportal.de
*) "Lexikon der DDR-Stars" von F.-B. Habel und Volker Wachter (Ausgabe 1999, S. 196)
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