Siegfried W. Kernen wurde am 6. Juni 1940 in Bandelin in der Nähe von Greifswald geboren; seine Kindheit und Jugend verbrachte er in der Schweiz am Zürichsee. Nach verschiedensten Tätigkeiten, so als Lehrer und Journalist, begann in den 1970er Jahren seine Karriere als Schauspieler. Nach Verpflichtungen unter anderem an Theatern in Bonn und Berlin stand er ab 1982 für drei Jahre mit unterschiedlichsten Rollen am Hamburger "Thalia Theater" auf der Bühne, ebenso wie von 1997 bis 2000. Danach arbeitete Kernen als freier Schauspieler an verschiedensten Bühnen, brillierte beispielsweise als Theobald Maske in Sternheims Lustspiel "Die Hose" oder als Johann Sebastian Bach in "Mögliche Begegnung" von Paul Barz am Winterhuder Fährhaus. 2002 begeisterte er am "Ernst Deutsch Theater" als Mephisto in Goethes "Faust I", wenige Monate später stand er bei den Nibelungen-Festspielen mit Mario Adorf in Worms auf der Bühne.
Zum Fernsehen kam der Schauspieler Mitte der 1970er Jahre und war seither vom Bildschirm nicht mehr wegzudenken. Neben zahllosen Rollen in beliebten Krimi-Reihen wie "Ein Fall für zwei", "Großstadtrevier", "Peter Strohm", "Derrick", "Der Alte", "Männer vom K3" oder "Tatort" wurde er vor allem ab 1982 über zehn Jahre lang mit seinem Part des Zollfahnders Hobel in den Wirtschaftskrimis "Schwarz-Rot-Gold"1) neben Uwe Friedrichsen als Zollfahnder Zaluskowski ungemein populär. 
 
Das Foto wurde mir freundlicherweise von der Schauspielagentur N. Danilow
sowie dem Fotografen Thomas Müller (auch Hintergrund) zur Verfügung gestellt.
Das Foto darf nicht ohne Genehmigung der genannten Urheber weiter verwendet werden.
© Thomas Müller / www.MUELLER-foto.com
Siegfried W. Kernen 01 / Copyright: Thomas Müller
Siegfried W. Kernen 02 / Copyright: Thomas Müller In Serien wie "Die Pawlaks – Eine Geschichte aus dem Ruhrgebiet", "Engels & Consorten", "Der Elegante Hund", "Der Landarzt" oder "Forstinspektor Buchholz" konnte Kernen mit prägnanten Nebenrollen seine schauspielerische Vielseitigkeit ebenso beweisen wie in erfolgreichen Fernsehspielen. In Dieter Wedels Mehrteiler "Wilder Westen, inclusive"1) (1988) mimte er den Mr. Keiffenheim, man erlebte ihn beispielsweise in Krimis wie "Der Absurde Mord" (1992) oder "Lautlose Schritte" (1996), in Dramen wie "Zerrissene Herzen" (1996) und "Davids Rache" (1997). Bis Ende der 1990er Jahre stand Kernen für TV-Spiele wie "Napoleon Fritz" (1997), "Der Weihnachtsmörder" (1997), "Ein Vater sieht rot" (1997), "Wut im Bauch" (1998) oder "Eine Frau mit Pfiff" (1998) vor der Kamera, 2001 erlebte man ihn als Richter Walter Türolf in Dokudrama "Jud Süß – Ein Film als Verbrechen?"2) sowie in jüngerer Zeit als Anwalt Dr. Böttner in dem hochkarätig besetzten zweiteiligen Politthriller "Im Schatten der Macht"1) (2003), dem sensiblen Porträt des schon zu seinen Lebzeiten zum Mythos gewordenen Politikers Willy Brandt von Oliver Storz. Weitere Auftritte hatte Kernen beispielsweise in dem Tatort "Der Name der Orchidee" (2005) sowie in der "Polizeiruf 110"-Folge "Die Prüfung" (2005).
 
 
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Auf der Kinoleinwand war der Schauspieler eher selten zu sehen, so wirkte er in Filmen wie "Der Schnüffler"1) (1983), "Mann ohne Gedächtnis" (1984), "Didi auf vollen Touren"1) (1986), "Der Sommer des Samurai"1) (1986), "Jacob hinter der blauen Tür" (1987) und "Fifty Fifty" (1988) mit. Kernen zeigte sich auch in der Paul Maar-Verfilmung "Lippels Traum" (1991, Regie: Karl-Heinz Käfer) und Urs Odermatts Spielfilm "Der Tod zu Basel"1) (1990), zuletzt trat er mit dem Part des älteren jüdischen Mannes Ali in Oliver Hirschbiegels Drama "Ein ganz gewöhnlicher Jude"1) (2005), inszeniert nach dem gleichnamigen Kammerspiel von Charles Lewinsky, an der Seite von Ben Becker in Erscheinung.
 
Neben seiner umfangreichen Tätigkeit für Theater, Film und Fernsehen, findet Siegfried W. Kernen, der heute in Hamburg lebt, immer wieder Zeit für vielbeachtete Literaturlesungen sowie zahlreiche Hörbuchproduktionen.
 
Link: 1) Wikipedia, 2) prisma.de Stand: Februar 2012
Kontaktadresse: Schauspielagentur Nathalie Danilow
Siehe auch Wikipedia; Filmografie bei www.imdb.de
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