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Zum Fernsehen kam der Schauspieler Mitte der 1960er Jahre und war seither neben seiner umfangreichen Arbeit für das Theater vor allem in den letzten Jahren in interessanten Rollen zu sehen. Man erlebte ihn in beliebten Krimis wie "Der Kommissar" "Derrick", "Siska", "Ein Starkes Team", "Rosa Roth" oder "Tatort", aber auch in leichten TV-Filmen wie "Rosamunde Pilcher Wilder Thymian" (1994) oder Carlo Rolas Kinokomödie "Peanuts Die Bank zahlt alles" (1996). In Wolfgang Menges "Spreebogen" beispielsweise mimte er 1995 den Leopold Wirthgen, in der Gaunerkomödie "Drei Gauner, ein Baby und die Liebe" (1999) spielte er an der Seite von Harald Juhnke den Max; in "Nichts als die Wahrheit" (1999), dem Thriller über das Leben des KZ-Arztes und Massenmörders Josef Mengele stand er mit Götz George vor der Kamera und in Julian Pölslers Kriminaldrama "Blumen für Polt"1) (2001) zeigte er sich als Professor Wehdorn. Auf der Leinwand erlebte man Traugott Buhre in Filmen wie "Mit meinen heißen Tränen"1) (Notturno, 1988)", der Verfilmung des Lebens von Franz Schubert, den Komödien "Dumm gelaufen" (1997) und "Alles Bob!" (1999), in dem spannenden Thriller "Anatomie"1) (2000) war er der Heidelberger Professor Grombeck, bei dem die Titelheldin und Medizinstudentin Paula (Franka Potente) einen Elitekurs besucht. Zu seinen jüngeren Arbeiten für das Kino zählten Carlo Rolas Gangsterdrama "Sass. Die Meisterdiebe" (2001) und seine Rolle des NS-Politikers Zörgiebel, Zoltan Spirandellis Road-Movie "Vaya con Dios"1) (2002), wo er den Abt Stefan spielt, sowie die Rolle eines alten Mannes in Michael Hofmanns Drama "Sophiiiie!"1) (2002). Traugott Buhre starb am 26. Juli 20092) im Alter von 80 Jahren nach schwerer Krankheit in Dortmund. Bereits zwei Wochen zuvor hatte der Künstler aus gesundheitlichen Gründen eine Lesung sowie seine Rolle in Andrea Breths Inszenierung "Der zerbrochne Krug" absagen müssen. "Gefeiert als der "König der Käuze" (SZ) und als die "wahrhaft große Natürlichkeitsbegabung" (FAZ)" schrieb Christine Dössel in einem Nachruf bei www.sueddeutsche.de, und meinte weiter "Der Schauspieler Traugott Buhre war einer der großen Charakterdarsteller des deutschsprachigen Theaters nicht als chamäleonartiger Verwandlungskünstler, sondern als imposante Erscheinung, die ihre Kraft aus sich selber schöpfte: aus seiner inneren Autorität. Buhre war nie einer, der sich produzierte oder exponierte. Das hatte dieser starke, stämmige Mann mit den weichen, fleischigen Zügen gar nicht nötig. Oftmals schwieg er auf der Bühne nur, saß da mit der ganzen Gewichtigkeit seiner Person und ließ einfach nur seinen Körper und seinen Blick sprechen oder besser gesagt: stechen. Denn ein Stachel war dieser Schauspieler immer: ein Stachel im Getriebe der Welt. ( ) Mit ihm verliert das deutschsprachige Theater den sanftesten Hünen der Schauspielkunst." Bei WELT ONLINE bezeichnete Kai Luehrs-Kaiser den Schauspieler in seinem Nachruf als "zartfühlendes Kraftpaket", der auch dem Bösen eine joviale Seite abgewinnen konnte: Er war der kindlich Wonnigste unter den Schauspiel-Berserkern. Der Launischste, Unberechenbarste unter den Gutmenschen westdeutscher Regie. Ein scheinbar weicher Fels in politischer Brandung. Traugott Buhre war da wunderbar, wo der Gegensatz von weicher Schale und hartem Kern, von Lebenskonzepten, unter denen der Zweifel lockt, oder von Skeptikern, die doch tapfer ihren Mann stehen, nach einem Schauspieler verlangt. Ein zartfühlendes Kraftpaket, virtuos, aufbrausend und dabei stets tief religiös. ( ) Am Hamburger Thalia-Theater spielte Buhre (an der Seite von Boy Goberts eitlem Mephisto) beide Teile des "Faust" (1979). Lessings stapfender Nathan (Bochum 1981) und Shakespeares tragisch launischer König Leontes im "Wintermärchen" (1984) waren Höhepunkte einer Karriere, in die Buhre, wie er stets meinte, mehr so hereingerutscht sei.
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Die Presse würdigte Buhres schauspielerische Leistungen auf vielfältige Weise, "Federleichtes Schwergewicht" titelte die F.A.Z., "Bühnen-Ekstatiker" nannte ihn Brita Jannssen in der "Westdeutschen Zeitung", "faszinierend durch Wahrhaftigkeit in seiner einfühlsamen Darstellung vielschichtiger, oft widersprüchlicher Charaktere. Mal wortgewaltig und laut, dann grüblerisch und flüsternd fast. Der Künstler mit dem massigen Körper und dem fleischigen, staunenden Gesicht war Mahner und Suchender, Philosoph und wie er selber einmal sagte ein "Egozentriker". Einer der "letzten wahren Tragöden" stand in "Der Tagesspiegel" zu lesen, Buhre sei ein Typ gewesen, "wie es ihn heute kaum noch gibt, fast urviechhaft, ein Dino des alten Theaters der so genannten "schweren Männer". Aber einer, der in seiner dicken Haut ganz nervenzart und schwebend werden konnte und daher gar nicht an irgendeinem alten, dröhnenden, charakterfachlichen Schubladentheater hing. Für das "Hamburger Abendblatt" beherrschte Buhre "die ganze Spannbreite der menschlichen Natur vom großmütigen Kind bis zum verbissenen Tyrannen. Seine Auftritte oft bescheiden zurückgenommen, dann wieder sich unverschämt an der Rampe in Szene setzend wurden stets zum Ereignis." Das Geheimnis seiner charismatischen Bühnenkunst hat Traugott Buhre einmal in einem Interview preisgegeben: "Auf der Bühne bin ich mir ständig des Spielens bewusst. Genau das macht für mich den Lustvorgang aus: Aus sich herauszugehen und trotzdem selbst zu bleiben." Zuletzt stand der brillante Charakterschauspieler im Juni am Zürcher Schauspielhaus als "Admiral" in Thomas Bernhards "Immanuel Kant" auf der Bühne. Im Rahmen der Ruhrtriennale 2009 (15.8. bis 11.10.2009) hätte er noch einmal in der von Andrea Breth für September angesetzten Inszenierung von "Der zerbrochene Krug" als Büttel auftreten sollen, musste jedoch wegen gesundheitlicher Probleme absagen. Seine letzten Fernsehrollen hatte Buhre in der "Tatort"-Folge "Krumme Hunde"3) (EA: 18.05.2008) neben dem Ermittler-Team aus Münster, gespielt von Axel Prahl und Jan Josef Liefers, sowie in dem erst nach seinem Tod Anfang Februar 2010 ausgestrahlten Thriller "Die Toten vom Schwarzwald"3) mit Heino Ferch. Seit 1971 war er der Vater von sieben Kindern in zweiter Ehe mit seiner Schauspielerkollegin Brigitte Buhre (geborene Graf) verheiratet. Über das Privatleben des Schauspielers, der ungern in der Öffentlichkeit von sich reden machte, ist wenig bekannt; lediglich so viel, dass Traugott Buhre zuhause eine Tischlerwerkstatt hatte und in seiner knapp bemessenen Freizeit Möbel baute. |
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| Link: 1) Wikipedia, 3) prisma.de 2) in der Nacht vom 25. auf den 26. Juli 2009 |
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| Siehe auch Wikipedia,
www.whoswho.de Filmografie bei www.imdb.de |
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