Robert Duvall wurde am 5. Januar 1931 in San Diego (Kalifornien) als
zweiter Sohn eines Marineadmirals und einer ehemaligen Laienschauspielerin
geboren, zu deren Vorfahren der legendäre General
Robert Edward Lee1) (1807 1870) gehörte.
Eigentlich strebte Duvall eine Sportlerkarriere an, seine
Mutter überredete ihn jedoch, die Theaterlaufbahn einzuschlagen. Zunächst
studierte Duvall am "Princeton College" in Illinois und begann nach seiner
Teilnahme am Koreakrieg 1955 sein Schauspielstudium bei Sanford Meisner
am New Yorker "Neighborhood Playhouse". Ende der 1950er und während der
1960er Jahre
trat er in der Provinz und am Broadway in rund 75 Bühnenproduktionen
auf; erste Erfolge konnte er in dem Stück von Horton Foot "The Midnight Caller"
verzeichnen, weitere große Bühnenerfolge folgten 1965 mit "A View from the Bridge"
(Blick von der Brücke) am "Sheridan Square Playhouse". Ein Jahr
später brillierte Duvall am Broadway neben Lee Remick in dem Krimi "Wait Until Dark"
von Frederick Knott ein Stück, welches 1967 mit Audrey Hepburn
verfilmt wurde (Warte,
bis es dunkel ist1)).
Foto: Robert Duvall 2007
Quelle: Wikimedia Commons;
Ausschnitt des Fotos "Robert
Duvall by David Shankbone.jpg";
Urheber: David Shankbone (blog.shankbone.org); Lizenz CC-BY-SA 3.0.
Lizenz zur Veröffentlichung siehe hier
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Überragende Kritiken erhielt Duvall auch 1977 mit der Figur des Teach in dem Drama
"American Buffalo" von David Mamet, einem Kammerspiel über drei Männer aus dem Milieu der Spieler
und Kleinkriminellen, die einen Einbruch vorbereiten.
Die "New Broadway"-Produktion bzw. die Inszenierung von Ulu Grosbard
wurde erstmals am 16. Februar 1977 am "Ethel Barrymore Theatre" aufgeführt, neben Duvall spielten
John Savage (Bobby) und Kenneth McMillan (Donny). Später wurde David Mamets
Schauspiel auch verfilmt, in "American
Buffalo Das Glück liegt auf der Straße"1) (1996) übernahm Dustin Hoffman die Rolle des
Teach.
Produzenten und Regisseure in Hollywood waren inzwischen auf
den talentierten Schauspieler aufmerksam geworden.
1962 gab Duvall sein Filmdebüt als einfältiger Boo Radley in Robert Mulligans
melodramatischer
Gesellschaftskritik "To Kill a Mockingbird"1) (Wer die Nachtigall stört)
mit Gregory Peck, nach dem Bestseller von Harper Lee.
Ab Mitte der 1960er Jahre arbeitete Duvall dann häufig mit Regisseuren des
"New-Hollywood"1) zusammen. Er agierte in so erfolgreichen Filmen wie neben Marlon Brando
in Sam Spiegels Südstaatendrama "The
Chase"1) (1966, Ein Mann wird gejagt), in Robert Altmanns "Countdown" (1967,
Countdown: Start zum Mond), Gordon Douglas' "The Detective" (1967,
Der Detektiv) sowie als Polizist Weissberg in dem legendären Action-Thriller "Bullitt"1) (1968) neben Steve McQueen.
1969 war er in dem John Wayne-Western "True Grit"1) (Der Marshal)
zu sehen und 1970 als hartgesottener Kommunist in "The Revolutionary".
Ebenfalls 1970 spielte Duvall den prüden Major Frank Buras in
Robert Altmanns Satire "M*A*S*H*"1)
(M.A.S.H.), zeigte sich ein Jahr später ald der titelgebende Roboter in George Lucas' Frühwerk "THX-1138"2)
(siehe auch Wikipedia).
Eine weitere
Glanzleistung war dann 1972 seine Interpretation des Jackson Fentry, dem
sprachbehinderten Farmer in Joseph Anthonys "Tomorrow" (Heute und morgen und in alle
Ewigkeit), nach der Kurzgeschichte von William Faulkner. Die Rolle des Fentry,
der eine schwangere Frau aufnimmt, sie bis zur Geburt des Kindes versorgt und
nach ihrem Tod das Kind als Eigenes annimmt, wurde von Duvall eindringlich und
sensibel dargestellt.
Häufig wurde er
auch in Filmen von Francis Ford Coppola besetzt, in nachhaltigster
Erinnerung dürfte er wohl mit der Figur des skrupellosen
Mafia-Anwaltes Tom Hagen in dem Klassiker "The Godfather"1) (1972, Der Pate)
geblieben sein;
für seine Leistung als Vito Corleones alias Marlon Brandos
angenommener Sohn wurde Duvall für einen Oscar nominiert und er spielte diese
Figur auch 1974 in
der Fortsetzung "The
Godfather Part II"1) (Der Pate II).
In den 1970er Jahren verkörperte der
Star eine Reihe von unerbittlichen Bullen und Gangstertypen
wie 1973 in "The Outfit" (Revolte in der Unterwelt) oder 1975 in
"The Killer Elite"1)
(Die
Killer-Elite2)). Eher außerhalb dieses Klischees liegt die Figur des Dr. Watson,
den Duvall in der gelungenen Krimiparodie "The
Seven-Per-Cent Solution"2) (1976, Kein Koks für Sherlock Holmes)
mimte, 1979 spielte er neben Marlon Brando in Francis Ford Coppolas Vietnam-Film "Apocalypse Now"1) den wahnsinnigen Lieutnant Bill Kilgore,
der ein Dorf dem Erdboden gleichmachen lässt, nur um dort Surfen zu können;
für diese Darstellung erhielt er wiederum eine Oscar-Nominierung.
Für das differenzierte Portrait des Country-Sängers Max Sledge
in Bruce Beresfords "Tender Mercies" (Comeback der Liebe)
konnte Duvall 1983
dann endlich den lang verdienten Oscar entgegennehmen; die Lieder, die von ihm
geschrieben waren, sang er selbst.
Sehenswert ist auch Ulu Grosbards Thriller
"True
Confessions"1) (1981, Fesseln der Macht2)) mit Duvall als
Polizeiinspektor Thomas Spellacy und Robert De Niro als seinem Bruder bzw.
katholischem Priester. In dem Drama "Colors"1) (1988, Colors Farben der Gewalt)
gab er erneut überzeugend einen
erfahrenen Polizisten. Als Calvin Caspary bzw. Gegenspieler von Klaus Maria Brandauer
(Kapitän Miller) zeigte er sich 1985 in Jerzy Skolimowskis Siegfried-Lenz-Verfilmung
"The Lightship" (Das Feuerschiff), in Volker Schlöndorffs
steriler Utopie "The Handmaid's Tale"1) (Die
Geschichte der Dienerin) sah man Duvall 1990 neben Faye Dunaway als autoritären
Kommandanten. 1993 schlüpfte er in
"Falling
Down"1) (Falling Down Ein ganz normaler
Tag) in die Maske des kurz vor der Pensionierung stehenden Kriminalpolizisten
Martin Prendergast, der einen amoklaufenden Mörder alias Michael Douglas
zur Strecke bringt, im gleichen Jahr brillierte Duvall an der Seite von Richard Harris in
"Wrestling
Ernest Hemingway"1) (Walter & Frank Ein schräges Paar).
1996 beispielsweise war er als Kleinstadt-Arzt und väterlicher
Freund John Travoltas in "Phenomenon"1)
(Phenomenon Das Unmögliche wird wahr) zu sehen, für
seine großartige Leistung als ekelhafter Anwalt
Jerome Facher in dem Gerichtsdrama "A Civil Action"1) (1999,
Zivilprozess) erneut mit John Travolta erhielt Duvall seine vorerst
letzte Oscar-Nominierung. Zu seinen
jüngeren Arbeiten für das Kino zählt der im amerikanischen Sezessionskrieg
angesiedelte Historienstreifen "Gods
And Generals"1) (2003, Gods
and Generals2)) mit Duvall als legendärem General
Robert Edward Lee, mit
Kevin Costner als Regisseur und Partner drehte er den Spätwestern "Open
Range"1) (2003, Open Range Weites
Land2)) und präsentierte sich als aufrechter Cowboy Boss Spearman.
Das Abenteuer "Secondhand
Lions"1) (2003, Löwen aus zweiter
Hand2)) zeigt den
Hollywoodstar überzeugend neben Michael Caine, Curtis Hanson konnte den
Hollywoodstar dazu überreden, in seinem Pokerfilm "Lucky
You"1) (2007, Glück im Spiel) eine Rolle zu übernehmen.
In "We
Own the Night"1) von Regisseur James Gray, ein
Krimi-Drama, das 2007 bei
den Internationalen Filmfestspielen von Cannes als Wettbewerbsbeitrag
gezeigt wurde und für eine "Goldene Palme" nominiert war, konnte
Duvall als Deputy Chief Albert Grusinsky überzeugen, in der
Weihnachtskomödie "Four Christmases"1) (2008, Mein Schatz, unsere Familie und ich)
machte er als Vater des jungen Brad (Vince Vaughn) ebenfalls eine gute Figur.
Am 4. März 2010 kam in Deutschland mit "Crazy
Heart"1) das hochgelobte Regiedebüt des Schauspielers
Scott Cooper in die Kinos, dessen Handlung von der Biographie des 2007 verstorbenen Country-Sängers Hank Thompson1)
inspiriert wurde; Duvall spielt hier den Wayne Kramer,
Barbesitzer und echter Freund des Protagonisten Bad Blake (Jeff Bridges).
In "The Road"1) (2009), einer Adaption von John Hillcoat nach dem Roman
"Die Straße" von Cormac McCarthy, mit dem die Reise eines Vaters (Viggo Mortensen) und
seines Sohnes (Kodi Smit-McPhee) durch ein postapokalyptisches Amerika thematisiert
wird, spielte Duvall einen alten Mann, auf den die beiden während ihrer
Reise treffen. Eine weitere Arbeit Duvalls für das Kino war die Tragikomödie "Get Low" (2009, Am Ende des Weges)
mit seiner Interpretation des alten Einsiedlers Felix Bush, der im Angesicht des nahenden Todes mit Hilfe des örtlichen Bestatters
Frank Quinn (Bill Murray) seine eigene Beerdigung plant. Das Spielfilm-Regiedebüt von Aaron Schneider
wurde nach einer wahren Begebenheit gedreht ein Mann aus Tennessee namens Felix Breazeale plante im Jahre 1938 sein
eigenes Begräbnis und feierte dieses zu
Lebzeiten mit einem riesigen Happening.
Aktuell stand bzw. steht Duvall für Kinoproduktionen wie die
Literaturadaption "Seven Days in Utopia"3) (2011; Regie: Matt Russell),
den Thriller "Mississippi Wild" (2012; Regie: Jesse Baget) und das
Drama "Jayne Mansfield's Car"3) (2013; Regie: Billy Bob Thornton) vor der Kamera.
Duvall machte sich auch als Regisseur einen Namen, 1977 gab er sein
Regiedebüt mit dem Dokumentarfilm über eine Rodeo-Familie in Nebraska
"We're Not the Jet Set", 1983 folgte sein Spielfilm "Angelo, My Love",
eine poetische Saga über amerikanische Zigeuner, die ein durchaus positives, kritisches
Echo erfuhr. 1997 inszenierte er den mit mehreren Preisen ausgezeichneten
Film "The Apostle"1) (Apostel!), in dem er auch
die Titelrolle des
Predigers Euliss Dewey spielte und für seine brillante Darstellung eine weitere Oscar-Nominierung
als "Bester Hauptdarsteller" verbuchen konnte. 2002 folgte
eine weitere Regiearbeit mit dem Thriller "Assassination Tango"1)
(Killing Moves),
in dem er als Auftragskiller John J. Anderson wiederum einen glänzenden
Protagonisten abgab.
Seit dem Beginn seiner Karriere ist Duvall, der seit Jahrzehnten zu den
gefragtesten Mimen bzw. Charakterdarstellern Hollywoods zählt bzw. als wichtiger Vertreter der
"New-Hollywood"-Bewegung
gilt, neben seiner Theater- und Kinoarbeit auch in
zahlreichen TV-Produktionen präsent. Er wirkte in verschiedensten populären Serien mit, wie zwischen 1958
und 1965 beispielsweise in
"Naked City" (Gnadenlose Stadt), "The Untouchables" (Chicago 1930), "The Fugitive"
(Auf der Flucht) oder
1961 bis 1964 in "The Defenders" (Preston & Preston). 1989 sah man ihn in
der Western Saga "Lonesome Dove",
in der er einen ehemaligen Texas Ranger spielte und 1992 verkörperte er
den sowjetischen Diktator Stalin
in der US-Mini-Serie "Stalin"3), wurde für seine Leistung mit einem
"Golden Globe" ausgezeichnet. Hochgelobt wurde auch seine
Verkörperung des Cowboys Print Ritter in dem Zweiteiler "Broken
Trail"1) (2006), ein "Emmy" als "Bester
Hauptdarsteller in einer Miniserie oder einem Fernsehfilm" war der
Lohn für sein exzellentes Spiel. outnow.ch
notiert unter anderem: "Der Film zehrt neben der Umsetzung denn auch von der enormen Präsenz
der Darsteller allen voran der bemerkenswerte (herrlich o-beinige und Erdnüsse verteilende) Robert Duvall und
"Sandman" Thomas Haden Church, die beide mit kantigem Gesichtsausdruck,
eben solcher Sprache und gleichzeitig viel Einfühlungsvermögen überzeugen."
Ende Dezember 1964 hatte Robert Duvall die Produzentin seines Films "We're Not the Jet Set",
Barbara Benjamin, geheiratet; nach der Scheidung 1975 ehelichte er 1982
die Schauspielerin Gail Youngs, doch diese Verbindung hielt nur bis 1986. 1991 heiratete
er in dritter Ehe Sharon Brophy, wenige Jahre später trennte
sich das Paar
1996 offiziell. Seit 1997 lebt der Schauspieler mit seiner 41 Jahre
jüngeren Kollegin, der Argentinierin Luciana Pedraza3) zusammen, 2005 gab sich das Paar
dann offiziell das Ja-Wort.
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