Red Skelton
Red Skelton (Richard Bernard Skelton) wurde am 18. Juli 1913 als vierter Sohn von Joseph und Ida Mae Skelton in Vincennes (Indiana) geboren. Sein Vater, der zeitweise Clown im "Circus Hagenbeck & Wallace" und später Kaufmann war, erlebte die Geburt seines Sohnes nicht mehr, da er zwei Monate vorher starb. Seine Mutter ernährte die Familie als Putzfrau und Fahrstuhl-Führerin und lebte mit den vier Kindern in ärmlichen Verhältnissen.
Von Jugend an schien Skelton dazu prädestiniert, in die Fußstapfen seines Vaters zu treten und selbst Clown zu werden; bereits mit zehn Jahren begann der Junge mit ersten Zirkus- und Bühnenauftritten; er spielte Theater, wann immer sich die Gelegenheit dazu bot, verließ mit mit 14 Jahren seine Familie und trat auf einem "Show Boat" auf, dann auch als Clown im "Circus Hagenbeck & Wallace", in Wandertheatern im Mittleren Westen und schließlich 1936 als Varietéstar des "Loew's Montreal-Theatre".
Zu dieser Zeit benutzte er neben "Skelton" auch schon den Künstlernamen "Ehart", da der zweite Mann seiner Großmutter so hieß. Mit 17 Jahren heiratete der junge Skelton Edna Marie Stilwell, eine Platzanweiserin beim Zirkus, die später seine Partnerin, bevorzugte Sketch-Schreiberin und Managerin wurde. 1937 sah man ihn erstmals als Komiker am Broadway, im gleichen Jahr gab er auch sein Debüt beim Rundfunk. Das erste eigenes Radioprogramm wurde 1942 unter dem Titel "Red Skelton's Scrapbook of Satire" gesendet und erreichte ähnliche Popularität wie Sendungen so beachtlicher Konkurrenten wie Bob Hope (1903 – 2003) oder "Jim" Jordan (1896 – 1988) und seiner Frau Marian Driscoll (1898 – 1961), die mit dem Comedy-Dauerbrenner "Fibber McGee und Molly"2) zwischen 1935 und 1959 im Radio Furore machten.
  
Bereits 1938 tauchte Skelton als Filmstar in "Having a Wonderful Time" auf. Der Film war zwar finanziell ein Flop, dennoch wurde Skelton bekannt und die einfache, leicht verständliche Art seines Humors eroberte nun den Film und später das Fernsehen mit unerhörtem Erfolg.
Zu seinen bekanntesten Filmen zählen "The Fuller Brush Man" (1948, Dieser verrückte Mr. Johns!) mit der Fortsetzung "Fuller Brush Girl, auch bekannt als "The Affairs of Sally" (1950, Seine Frau hilft Geld verdienen), weiterhin "Whistling in Dixie" (1942, Gespensterjagd in Dixie), "Whistling in Brooklyn"3) (1943, Gespensterjagd in Brooklyn), "Dood It" (1943, Der Tolpatsch und die Schöne), "A Southern Yankee" (1948, Der Superspion), "The Yellow Cab Man" (1950, Der Unglücksrabe), "Watch the Birdie" (1950, Brustbild bitte!) sowie "Excuse My Dust"4) (1951, Gib Gas, Joe!), eine Filmgroteske, in der Skelton sein komödiantisches Talent voll ausleben konnte. Neben Lucille Ball spielte er 1943 in "Du Barry Was a Lady" und auch in den Esther Williams-Filmen "Bathing Beauty" (1944, Die Badende Venus) und "Neptune's Daughter" (1949, Neptuns Tochter) war er zu sehen; seinen letzen Film als Protagonist drehte drehte Skelton 1957, "Public Pigeon No. One" (Rindvieh Nr. 1) hieß der Steifen. Danach hatte er noch einige kurze Gastrollen in "Ocean's Eleven"4) (1960, Frankie und seine Spießgesellen) und "Those Magnificent Men in Their Flying Machines" (1965, Die Tollkühnen Männer in ihren fliegenden Kisten).

Skeltons Beliebtheit nahm in den 1950er und 1960er Jahren noch zu, als er beim TV-Sender NBC seine eigene Fernsehshow "The Red Skelton Show" erhielt, die von 1950 bis 1971 sowohl bei NBC als auch bei CBS über 20 Jahre wöchentlich überaus erfolgreich lief und zu den "Top 20" der besten Shows zählte. Der Entertainer verabschiedete sich stets von seinem TV-Publikum mit den Worten "Good night, and may God bless."; diese Worte wurden zu seinem "Markenzeichen".
Ab den 1970er Jahren ließ Skeltons Popularität ein wenig nach, da die Art seiner familienfreundlichen Sketche bei dem jüngeren Publikum nicht mehr so ankam. Die bekanntesten von ihm entworfenen und dargestellten Charaktere bzw. Witzfiguren waren "Clem Kaddiddlehopper", ein etwas begriffsstutziger Farmer, "Freddie the Freeloader" ein stummer Tramp, der Säufer "Willie Lump-Lump" und der Halbstarke "Mean Widdle Kid".

Der Künstler, der in fast 50 Kinofilmen und zahlreichen Fernsehproduktionen mitgewirkt hat, war ein Mann mit vielen Talenten: Neben der Schauspielerei und seinen Auftritten als Clown schrieb er Romane, veröffentlichte Kinderbücher und zahlreiche Kurzgeschichten, war Designer für Porzellanteller, trat auch als Sänger auf und komponierte; so schrieb er unter anderem über 2.500 Musical-Stücke und 13 Symphonien. Als Maler konnte er durchaus kommerziellem Erfolg verzeichnen; seine Bilder zeigen Stillleben und Landschaften, doch seine Portraits von Spaßmachern und Clowns waren ohne Zweifel seine Stärke und sind auch noch heute überaus beliebt. Skelton machte Millionen mit seinen Clown-Lithographien und seine Originale werden heute ab 80.000 Dollar aufwärts gehandelt, nach oben sind keine Grenzen gesetzt. Allein mit seinen Bildern soll Skelton 2,5 Millionen Dollar im Jahr verdient haben. 
Beispiele für seine
Bilder findet man bei www.exoticsiam.com.    

Das Privatleben von Skelton war nicht immer nur "eitel Sonnenschein", 1930 hatte er 17-jährig Edna Marie Stilwell geheiratet; diese Ehe wurde 1943 geschieden. 1945 heiratete Skelton in zweiter Ehe Georgia Davis (1921 – 1976), mit der er eine Tochter Valentina (geb. 1947) und Sohn Richard, genannt Dick (geb. 1948) hatte; das Paar trennte sich 1971. Im Mai 1958 starb sein Sohn Dick, knapp zehn Jahre alt, an Leukämie. Der Fall erregte weltweites Aufsehen, als Skelton den letzten Wunsch seines Sohnes, eine Weltreise, erfüllend, sich bewusst in der Öffentlichkeit zeigte, in der Hoffnung, Spezialisten auf die Krankheit aufmerksam zu machen. Schwer traf ihn der Vorwurf, dass er das Schicksal des Sohnes zu eigenen Publicity-Zwecken ausnütze.
1976 heirate Skelton zum dritten Male Lothian Toland, mit der er bis zu seinem Tod zusammen lebte. Der vielseitige Künstler starb am 17. September 1997 im Alter von 84 Jahren im kalifornischen Rancho Mirage in einem Krankenhaus an den Folgen einer Lungenentzündung.

"Ich wollte stets 'der Größte' oder wenigstens 'einer der Größten' genannt werden" sagte Skelton einmal. "Sollen andere Burschen doch für sich behaupten, sie seien die Besten. Ich möchte als Clown in Erinnerung bleiben, das ist das Ziel meines Berufes. Das bedeutet nämlich, das Du alles alles kannst – singen, tanzen und, an erster Stelle, Menschen zum Lachen zu bringen". Zeitlebens hatte er sich einen Rat seiner Mutter zur Devise gemacht: "Nimm das Leben nicht zu ernst, Sohn; Du überstehst es so oder so nicht."
  
Link: 1) Kurzportrait innerhalb dieser HP, 2) Wikipedia (englisch) , 3)  prisma-online.de, 4) Wikipedia (deutsch)
Siehe auch Wikipedia
umfangreichere Informationen gibt es auf der englischsprachigen Seite von Wikipedia.
  
Kinofilme (Auszug)
Filmografie bei www.imdb.de
1938: Having Wonderful Time
1939: Seeing Red
1940: Flight Command
1941: Dr. Kildare vor Gericht (The People vs. Dr. Kildare)
1941: Whistling in the Dark
1941:  Dr. Kildare – Der Hochzeitstag (Dr. Kildare's Wedding Day)
1941: Lady Be Good
1942: Schiff ahoi! (Ship Ahoy)
1942: Maisie Gets Her Man
1942: Trubel in Panama (Panama Hattie)
1942: Gespensterjagd in Dixie (Whistling in Dixie)
1943: Der Tolpatsch und die Schöne (I Dood It)
1943: Gangsterjagd in Brooklyn (Whistling in Brooklyn)
1944: Badende Venus (Bathing Beauty)
1945: Broadway-Melodie 1950 (The Ziegfeld Follies)
1946: The Show-Off
1947: Hoppla, hier kommt Merton! (Merton of the Movies
1948: Dieser verrückte Mr. Johns! (The Fuller Brush Man)
1948: Der Superspion (A Southern Yankee)
1949: Neptuns Tochter (Neptune's Daughter)
1950: Der Unglücksrabe (The Yellow Cab Man)
1950: Drei kleine Worte (Three Little Words)
1950: Die Venus verliebt sich ( The Duchess of Idaho)
1950: Seine Frau hilft Geld verdienen (The Fuller Brush Girl)
1950: Brustbild bitte! (Watch the Birdie)
1951: Gib Gas, Joe! (Excuse My Dust)
1951: Karneval in Texas (Texas Carnival)
1952: Männer machen Mode (Lovely to Look at)
1952: Die Tränen des Clowns (The Clown)
1953: Half a Hero
1953: The Great Diamond Robbery
1956: In 80 Tagen um die Welt (Around the World in Eighty Days)
1957: Rindvieh Nr. 1 (Public Pigeon No. One)
1960: Frankie und seine Spießgesellen (Ocean's Eleven)
1965: Die tollkühnen Männer in ihren fliegenden Kisten (Those Magnificent Men in Their Flying Machines)
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