Rod Taylor
Rod Taylor (Rodney Sturt Taylor) wurde am 11. Januar 1930 als einziges Kind von William Sturt Taylor und Mona Stewart Taylor, einer Schriftstellerin von Theaterstücken und Kinderbüchern, im australischen Sydney (New South Wales) geboren. Der Name "Sturt" kam von Capt. Charles Sturt, einem bekanten Entdecker des australischen Kontinents und Urgroßonkel Taylors.
Nach Abschluss der High School im Jahre 1944 studierte Taylor zunächst Kunstgeschichte, da er Maler werden wollte, entdeckte jedoch mit zwanzig Jahren seinen Hang zur Schauspielkunst und begann sich – sehr zum Leidwesen seiner Eltern – für die Bühne zu interessieren. Er spielte einige Jahre in Australien Theater und nach zwei australischen Filmen – "The Stuart Exposition" und "Long John Silver" (1954, Der Schatz der Korsaren) – hatte er bewiesen, dass er in der Lage war richtig gute Rollen zu spielen. Er entschied sich Australien zu verlassen und wollte in England seine Karriere fortführen, blieb jedoch auf seinem Weg dorthin im kalifornischen Los Angeles hängen.  

Im Jahre 1957 unterschrieb er nach einigen Probeaufnahmen bei MGM einen Vertrag und bekam in Hollywood erste kleinere Rollen neben Elizabeth Taylor in "Giganten"1) (1956, Giant) und "Das Land des Regenbaums" (1957, Raintree County). Der Science-Fiction-Streifen bzw. die Rolle des Erfinders George brachte ihm dann in "Die Zeitmaschine"1) (1960, The Time Machine) den endgültigen Durchbruch zum populären Leinwanddarsteller, glänzend gespielte Hauptrollen wie in den Doris-Day-Komödien "Getrennt von Tisch und Bett"1) (1958, Separate Tables) und "Spion in Spitzenhöschen"1) (1966, The Glass Bottom Boat2)) oder als Sir Francis Drake in dem Abenteuer "Pirat der sieben Meere" (1962, (Il Dominatore dei sette mari) ließen Rod Taylor zum Publikumsliebling werden. Ruhm erlangte er als junger Anwalt mit Alfred Hitchcocks Klassiker "Die Vögel"1) (1962, The Birds2)), weitere Produktionen wie die Liebeskomödie "Sonntag in New York"1) (1962, Sunday in New York2)), das Biopic "Cassidy, der Rebell"2) (1964, Young Cassidy), der Spionagethriller "36 Stunden"1) (1964, 36 Hours2)) oder das Melodram "Hotel International"1) (1963, The VIPs) zeigten den Schauspieler Ende der 50er und in den 60er Jahren auf dem Höhepunkt seiner Popularität. In vielen weiteren Filmen wurde er in den folgenden Jahren als wenig differenzierter Action-Held eingesetzt wie unter anderem als Söldnerführer Curry in Jack Cardiffs durchaus sehenswertem Abenteuer "Katanga"2) (1967, The Mercenaries), in den 1970ern bekam der Schauspieler jedoch nur noch selten interessante Aufgaben. 
Taylor übernahm auch sporadisch Fernsehrollen in Serien wie 1961 in "Hong Kong", 1971 in "Bearcats" (Ohne Furcht und Sattel) oder 1977 in "The Oregon Trail" (Westwärts nach Oregon); auch in einigen Episoden des Dauerbrenners "Falcon Crest"
1) war er zu sehen. Außerdem spielte er in zahlreichen europäischen B-Produktionen.

In den 70er Jahren lief Rod Taylors Karriere eigentlich grundlos aus und man sah in – von wenigen Kinofilmen abgesehen – fast nur noch in TV-Produktionen. Taylor hing sehr an Amerika und an Hollywood und ging erst 1977 wieder für einige Zeit zurück nach Australien; hier drehte er noch im selben Jahr den Film "The Picture Show Man" (Wanderkino Pym). In den letzten Jahrzehnten übernahm Taylor nur noch selten Aufgaben vor der Kamera spielte kleinere Rollen in den Produktionen "Welcome to Woop Woop" (1997, Welcome to Woop Woop) und "Starship Osiris" (1997, Starship Osiris). 2007 tauchte er in dem Horror-Streifen "Die Vögel – Attack From Above"1) (KAW), einem durchaus spannendem Fernseh-Remake von Alfred Hitchcocks Klassiker "Die Vögel" auf, zuletzt verkörperte er in Quentin Tarantinos "Inglourious Basterds"1) (2009) den britischen Staatsmann Winston Churchill.
 
In kurzer, erster Ehe war Taylor zwischen 1951 und 1954 mit dem Model Peggy Williams verheiratet. 1963 heiratete er das New Yorker Mannequin Mary Hilem, von dem er sich 1969 wieder scheiden ließ; aus der Verbindung stammt die 1964 geborene Tochter Felicia Taylor3). Seit 1980 ist mit Carol Kikumura Ehefrau Nummer 3 an seiner Seite.
Heute lebt Rod Taylor, zu dessen Hobbys nach wie vor die Malerei zählt, wieder in den USA, im kalifornischen Beverly Hills.
 
Anlässlich des 80. Geburtstages des Hollywood-Mimen am 11. Januar 2010 schrieb die F.A.Z. unter anderem: "Er kommt aus einer Zeit, als die Gesichter der Stars noch aus einem anderen Holz geschnitzt zu sein schienen. Kantiger Schädel, markantes Kinn, scharfer Scheitel. Allenfalls Kirk Douglas sah noch geschnitzter aus als Rod Taylor, dessen Gesicht überhaupt nur aus gerade Linien bestand: Nase, Brauen, Mund, wie mit dem Messer gezogen." (www.faz.net)
  

Link: 1) Wikipedia (deutsch),  2)  prisma-online.de, 3) Wikipedia (englisch)
Textbausteine des Kurzportraits von www.prisma-online.de
Siehe auch Wikipedia
Filme (Auszug)
Filmografie bei www.imdb.de
(Links: Wikipedia)
1951: Inland with Sturt
1953: King of the Coral Sea
1954: Der Schatz der Korsaren (Long John Silver)
1955: Blutige Straße (Hell on Frisco Bay(
1955: Unbesiegt (Top Gun)
1955: Rebell Ihrer Majestät (The Virgin Queen)
1956: Giganten (Giant)
1956: Mädchen ohne Mitgift (The Catered Affair)
1956: Planet des Grauens (World Without End)
1957: Das Land des Regenbaums (Raintree County)
1958: Immer diese verflixten Frauen (Ask any girl)
1958: Getrennt von Tisch und Bett (Separate Tables)
1960: Die Zeitmaschine (The Time Machine)
1960: Ursus im Reich der Amazonen (La regina delle Ammazzoni)
1962: Pirat der sieben Meere (Il Dominatore dei sette mari)
1963: Der Kommodore (A Gathering of Eagles)
1963: Die Vögel (The Birds)
1963: Sonntag in New York (Sunday in New York)
1963: Hotel International (The VIPs)
1964: 36 Stunden (36 Hours)
1964: Bezwinger des Todes (Fate Is the Hunter)
1964: Cassidy, der Rebell (Young Cassidy)
1965: Bitte nicht stören (Do Not Disturb)
1965: L – Der Lautlose (The Liquidator)
1966: Hotel (Hotel)
1966: Spion in Spitzenhöschen (The Glass Bottom Boat)
1967: Chuka – Alleingang am Fort Clendennon (Chuka)
1968: Katanga (The Mercenaries)
1968: Die mit den Wölfen heulen (The Hell with Heroes)
1968: Haftbefehl (Nobody Runs Forever)
1969: McGee der Tiger (Darker Than Amber)
1970: Der Mann der die Frauen beherrschte (The Man Who Had Power Over Women)
1970: Zabriskie Point
1971: Pulverfaß (Powderkeg)
1971: Schatz in der Tiefe (The Treasure Seekers)
1972: Start ins Ungewisse (Family Flight)
1972: Die Helden von Afrika (Gli Eroi)
1972: Dreckiges Gold (The Train Robbers)
1973: Bis zum letzten Atemzug (The Deadly Trackers)
1973: Trader Horn (Trader Horn)
1974: Der letzte Haufen der 7. Division (Partizani)
1977: Wanderkino Pym (The Picture Show Man)
1978: Zeitbombe (Murder By Proxy)
1980: Hellingers Gesetz (Hellinger's Law)
1981: Das Leben der Jackie Kennedy (Jacqueline Bouvier Kennedy; TV)
1983: Operation Maskerade: Pariser Sünden (Masquerade)
1983: Zeit zu sterben (Seven Graves for Rogan)
1985: Investigator (The Investigator)
1986: Hot Spot (Hot Spot)
1986: Outlaws (Outlaws)
1991: Palomino (Danielle Steel's Palomino)
1997: Welcome to Woop Woop (Welcome to Woop Woop)
1997: Starship Osiris (Starship Osiris; TV)
2007: Die Vögel – Attack From Above (Kaw; TV)
2009: Inglourious Basterds
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