Thomas Sean Connery wurde am 25. August1930 im schottischen Edinburgh
als Sohn eines Arbeiters geboren. Eigentlich hatte sein Leben wenig verheißungsvoll
begonnen, er wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf, sein Vater arbeitete als
Fernfahrer,
seine Mutter putzte wohlhabenderen Familien den Dreck weg.
Mit 15 Jahren schmiss Sean die Schule um die Familie mit diversen Jobs zu
unterstützen, ging dann 16-Jährig zur Marine aus
gesundheitlichen Gründen wurde er 1945 aus der "Royal Navy"
entlassen. Anschließend übernahm er wieder schlecht bezahlte Gelegenheitsjobs,
war aber auch schon als Reporter tätig in seiner Freizeit betrieb er
Bodybuilding. Das zahlte sich zweifach aus: als Model für Badekleidung
und begleitet von viel Öffentlichkeit als
Vertreter Schottlands 1950 bei der Wahl des "Mister Universum".
Nach dem Besuch der "Edinburgh School of Arts" machte Connery seine
ersten darstellerischen Erfahrungen
in einem Theater in Edinburgh und später in London, tourte dann durch die Provinz und übernahm kleine Aufgaben beim Fernsehen.
Foto: Sean Connery bei den Internationalen Filmfestspielen in Cannes 1999
Quelle: Wikimedia Commons;
es handelt sich um einen Ausschnitt des Fotos Sean
Connery 1999.jpg
Urheber: Georges Biard; Lizenz CC-BY-SA 3.0.
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Ab 1954 folgten erste nennenswertere Rollen bei Film und Fernsehen, Connery trat in
B-Movies wie "Die blinde Spinne" (1956, No Road Back),
"Zwölf Sekunden bis zur Ewigkeit" (1957, Time Lock), "Tarzans größtes Abenteuer" (1959, Tarzans Greatest Adventure)
aber bald auch in dem hochkarätig besetzten
Kriegsfilm "Der längste Tag" (1961, (The Longest Day) oder dem
sehenswerten Fantasyfilm "Das
Geheimnis der verwunschenen Höhle"1) (1959, Darby
O'Gill and the Little People2)) auf,
bevor er die Rolle bekam, die ihn über Nacht zum Weltstar machte: 1962 hatten die Leser des
"London Daily Express" dafür votiert, dass
Connery in Ian Flemings englischem Low-Budget-Film "James Bond 007 jagt Dr. No"1)
(Dr. No2))
den Superagenten verkörpern sollte. Damit legten sie den Grundstein
für eine der längsten und erfolgreichsten Film-Serien der Kinogeschichte. Connery
hatte bereits mit dem ersten Film einen Riesenerfolg, der ihn international
bekannt machte. Es folgten fünf weitere Bond-Filme mit ihm als Agent 007:
"Liebesgrüße aus Moskau"1) (1963,
From
Russia with Love2)),
"Goldfinger"2) (1964),
"Feuerball" (1965, Thunderball2)),
"Du lebst nur zweimal"2) (1967, You Only Live Twice) und
"Diamantenfieber"1) (1971,
Diamonds
Are Forever2)).
Vom Publikum auf die Rolle des smarten und attraktiven Superagenten
festgelegt, war Connery in den 60er Jahren dennoch in Filmen
unterschiedlichsten Genres zu sehen - meist an der Seite schöner Frauen: Etwa neben Gina Lollobrigida in dem Krimi
"Die
Strohpuppe"1) (1964, Woman of Straw), mit Tippi Hedren in Alfred Hitchocks
packendem Psychothriller "Marnie"1) (1964, Marnie2)),
in Sidney Lumets
Kriegsfilm "Ein Haufen toller
Hunde"1) (1965, The Hill)
oder dem Western "Shalako"1) (1968) mit Brigitte Bardot.
Anfang der 70er Jahre verabschiedete er sich von "James Bond" und
startete eine zweite Karriere als charismatischer Held mit Thrillern wie
"Der
Anderson-Clan"1) (1971, The
Anderson Tapes2))
und "Sein
Leben in meiner Gewalt"1) (1972, The Offence). Er agierte
in dem Science-Fiktion-Streifen "Zardoz"2) (1974),
gehörte zur hochkarätigen Besetzung von Sidney Lumets
Agatha Christie-Verfilmung "Mord
im Orient-Express"1) (1974, Murder
on the Orient Express2)). Im gleichen Jahr sah man Connery in
dem Actionkrimi "Die
Uhr läuft ab" (Ransom),
in dem farbenprächtigen Abenteuer
"Der
Mann, der König sein wollte"1) (1975, The Man Who
Would Be King) zeigt er sich an der Seite von Michael Caine, in "Der Wind
und der Löwe" (1975, The Wind and the Lion) war Candice Bergen seine
Partnerin. Als alternder Robin Hood tauchte er wenig später in der Lovestory "Robin und Marian" (1976, Robin and Marian)
neben Audrey Hepburn auf. In dem von Richard Attenborough
mit Starbesetzung inszenierten
Kriegsfilm "Die
Brücke von Arnheim"1) (1977, A
Bridge Too Far2)) gehörte auch Connery als Generalmajor Robert Urquhart
zu den prägnanten Figuren. Ein Jahr später folgte die
Gaunerkomödie "Der
große Eisenbahnraub"1) (1978, The
First Great Train Robbery2)), die Science-Fiction-Geschichte
"Meteor"2) 1979)
und der Politthriller "Explosion
in Cuba"1) (1979, Cuba) beendeten das Filmschaffen der
70er.
Doch Connery hatte seinen Zenit noch lange nicht erreicht, 1981 agierte
er in dem Science-Fiction-Streifen
"Outland Planet der Verdammten"1) (Outland2)),
im gleichen Jahr mimte er den griechischen König Agamemnon in dem Fantasy-Film
"Time Bandits"1)
(Time
Bandits2)), um wenig später als Fernsehreporter Patrick Hale
in Richard Brooks' Komödie "Flammen
am Horizont"2) (1982, Wrong Is Right) aufzutauchen;
sehenswert ist auch Fred Zinnemanns
Drama "Am
Rande des Abgrunds"1) (1982, Five Days One Summer).
Auf Drängen der Filmgesellschaft entschloss sich der Schauspieler dann 1983 nach zwölf
Jahren erneut als"007" vor die Kamera zu treten, obwohl er sich geschworen hatte,
nie wieder in die Rolle des Superagenten zu schlüpfen. Der Film kam mit
dem dem symbolträchtigen Titel
"Sag niemals nie"1)
(Never
Say Never Again2)) in die Kinos.
In der zweiten Hälfte der 80er Jahre spielte Connery dann mehr väterliche
und oft auch selbstironisch angelegte Rollen. Herausragend hier 1986 seine
Verkörperung des Undercover-Mönchs in Jean-Jacques Annauds Verfilmung des Umberto-Eco-Bestsellers
"Der Name der Rose", für die Connery mit
dem "Britisch Academy Award" als "Bester Schauspieler" ausgezeichnet wurde.
Der Name der Rose
Deutschland, Italien, Frankreich, 1986
Titel Italien: Il nome della rose
Titel Frankreich: Le nom de la rose
Titel USA: The Name Of The Rose
Genre: Historienkrimi
Regie: Jean-Jacques Annaud
Darsteller:
Sean Connery: William von Baskerville,
Christian Slater: Adson von Melk
Helmut
Qualtinger: Remigio da Varagine, Elya
Baskin: Severinus von St. Emmeram
Michael
Lonsdale: Abt Abbo von Fossanova, Volker
Prechtel: Malachias von Hildesheim
Fjodor
Schaljapin: Jorge de Burgos, William
Hickey: Ubertino da Casale
Leopoldo
Trieste: Michele de Cesena, Michael
Habeck: Berengar von Arundel
Urs
Althaus: Venantius von Salvemec, F. Murray
Abraham: Bernardo Gui
Valentina
Vargas: Das Mädchen, Ron
Perlman: Salvatore
Mark
Bellinghaus: Novize Jorges, Peter Clös: Mönch
Ludger Pistor: Mönch,
und andere
(Die Links führen zu Wikipedia bzw. zum Kurportrait
innerhalb dieser HP) |
Mit seinem Roman "Der Name der Rose" landete der Autor
Umberto Eco1) im Jahre 1980 einen absoluten Hit. Die 23-Millionen-Euro-Verfilmung
von Regisseur Jean-Jacques Annaud1) wurde europaweit einer der größten Kinoerfolge des Jahres 1986.
Nach einer monatelangen, vergeblichen Suche nach einem Klosterbauwerk,
das mit den Beschreibungen des Romans übereinstimmte, baute man schließlich
für die Außenszenen in der Nähe von Rom das Areal der Abtei komplett nach.
Die Konstruktion war damit die größte Filmkulisse unter freiem Himmel seit dem Millionen-Epos
"Cleopatra" (1963).
Kurzinhalt:
Als Botschafter des Kaisers reist der englische Franziskanerpater William von Baskerville
(Sean Connery) anno domini 1327 mit seinem Gehilfen Adson von Melk
(Christian Slater) zu einer reichen Benediktinerabtei
im italienischen Apennin. Dort soll Bruder William ein Treffen zwischen
den Vertretern des reichen Papstes und einer Gruppe von abtrünnigen,
der Ketzerei angeklagten Glaubensgenossen organisieren.
Der Aufenthalt der beiden Besucher gestaltet sich zum wahren Alptraum.
Eine grauenvolle Mordserie stört den Frieden der Abtei. William von Baskerville glaubt
vielleicht an Gott, aber nicht an den Teufel. Doch sein Aufenthalt in
einer reichen Benediktinerabtei stellt ihn auf eine harte Probe:
Ein Mönch ist aus dem Fenster gesprungen, ein anderer wird tot
im Schweineblut-Bottich gefunden, ein dritter liegt ermordet im
Badehaus überall weisen die Spuren auf den leibhaftigen Satan.
William wird vom Untersuchungsfieber gepackt und dringt immer tiefer
in die Geheimnisse der Abtei ein. Mit detektivischem Spürsinn verfolgt
Baskerville die Spur im geheimnisvollen Labyrinth des Gewölbes. Und er
muss sich beeilen, denn Bernardo Gui (F. Murray Abraham), ein erbarmungsloser Hexenjäger,
ist eingetroffen. Er will die Abtei von allen Teufeln säubern und hat
seine Sündenböcke rasch gefunden. Die Scheiterhaufen brennen schon, als William
vor der überraschenden Lösung des Rätsels steht
Quelle: Dirk
Jasper FilmLexikon
Im Gegensatz zu dem Buch konzentriert sich Annaud in seiner Verfilmung ganz
auf die vordergründigen Aspekte der Kriminalgeschichte. Das geht so weit,
dass nicht einmal der Titel des Filmes erklärt wird. Herausgekommen
ist ein pompös inszenierter, spannungstechnisch solider historischer Krimi,
der damit eine ganze Modewelle
los trat. Aber was den Stoff eigentlich interessant macht,
wurde offenbar als philosophischer Ballast angesehen und getilgt.
(Quelle: prisma-online.de)
"Der Name der Rose" bietet gruseliges Mittelalter pur. Mit einem garstigen
Großinquisitor, einem aufgeklärten Sean Connery, der hier zum ersten Mal ohne Toupet auftrat,
und einem gut aussehenden Christian Slater, der trotz seines Gelübdes eine
heiße Liebesszene aufs Parkett legt. Auch die ausgemergelten Bauern und
die unhygienischen Verhältnisse lassen jede romantische Vorstellung,
wie man sie aus Ritterfilmen der 50er Jahre kennt, in den Nebelschwaden der
italienischen Alpen aufgehen. Dennoch wirkt der Realismus in diesem Streifen nicht
gewollt, nach dem Motto: Je ekliger, desto besser, wie man ihn beispielsweise aus
den Filmen von Michael Caton-Jones kennt. Dem Produzent Bernd Eichinger ist
es hier vielmehr gelungen, die unheimliche Atmosphäre des dunklen Zeitalters
aufzufangen, in dem man den Teufel an jeder Ecke förmlich riechen konnte. Kurz: Dem Zuschauer
wird eine gekonnte Umsetzung des Roman-Klassikers von Umberto Eco geboten,
die zum Glück nicht ganz so dramatisch endet wie seine literarische Vorlage.
(Quelle: www.cinecentral.de)
Lexikon des internationalen Films:
Die Verfilmung des Romans von Umberto Eco, dessen theologische, kunstgeschichtliche,
philosophische und historische Exkurse, vor allem das Motiv des Ringens von Verstand
und Vernunft mit Irrationalität und Dämonenglaube, nur noch teilweise eine überzeugende
bildliche Darstellung finden. Zwiespältig ist vor allem die Veränderung des Schlussteils,
die die eher pessimistische Parabel
allzu sehr glättet. Als Unterhaltungsfilm, der die Welt des
Mittelalters detailgenau und sorgfältig rekonstruiert und
verlebendigt, dennoch ansprechend.
Siehe auch Wikipedia,
www.filmzentrale.com,
www.dieterwunderlich.de Link:
1) Wikipedia |
Bleibenden Eindruck hinterließ Connery 1986 auch als Juan S. V.-L. Ramirez
in dem Fantasy-Spektakel
"Highlander"2)
an der Seite von Christopher Lambert. 1987 trug
Hollywood seinem Star mit dem Oscar für die "Beste Nebenrolle" in Brian De Palmas
Actionstreifen
"Die Unbestechlichen"1)
(The Untouchables2))
Rechnung, glänzend auch seine Rolle in
der Krimikomödie "Family
Business"1) (1989, auch: Ehrbare
Ganoven2)) mit Dustin Hoffman und Matthew Broderick.
Stets war Connery gefragt, wenn der Spannungsbogen zwischen einem gereiften
Charakter und einem jungen Helden geschlagen werden sollte, so auch 1989 als der
kauzig-verschrobene Vater von Harrison Ford in Steven Spielbergs
"Indiana Jones und der letzte Kreuzzug"1)
(Indiana
Jones and the Last Crusade2)). Filme mit Sean Connery
versprachen und versprechen packende Kinoabende,
so 1990 John McTiernans
U-Boot-Abenteuer "Jagd auf Roter
Oktober"1) (The
Hunt for Red October2))
oder der Spionagethriller "Das Russland-Haus"1)
(The Russia
House2)) nach dem gleichnamige Roman von John Le Carré. Nach
"Highlander II Die Rückkehr"2) (1990, Highlander II The
Quickening) gab er die eher kleine Rolle des Königs Richard Löwenherz
in dem Abenteuer "Robin Hood König der Diebe"2) (1991, Robin Hood: Prince of Thieves)
neben Kevin Costner
und Morgan Freeman.
Nach dem Abenteuer "Medicine Man Die letzten Tage von
Eden"1) (The Last Days of Eden) konnte man Connery mit der
Hauptrolle in dem packenden
Thriller "Die
Wiege der Sonne"1) (1993, Rising
Sun2)) erleben, es folgten
die Komödie "Der
letzte Held von Afrika"1) (1993, A
Good Man In Africa2)),
das Historienabenteuer "Der
Erste Ritter"1) (1995, First
Knight), wo Connery den König Arthur verkörperte und Richard Gere den Protagonisten Lancelot.
Connery, der in zahlreichen Filmen vor allem die Herzen der Frauen höher
schlagen ließ, erhielt neben seinem Oscar 1987 für die Rolle in "The Untouchables" noch
zahlreiche weitere Ehrungen.
Unter diesen ist die Aufnahme in die französische "Légion d'Honneur" und der
"Commandeut des Arts et des Lettres", die höchsten Auszeichnungen, die Frankreich zu vergeben
hat; weiter die Ehrung als bester Schauspieler durch die "British Academy of Film and
Television Arts" für
"Der Name der Rose" ebenfalls 1987 sowie auch
der "Lifetime Achievement Award" im Jahre 1990 eine besondere Maske
aus Silber der BAFTA, die durch Prinzessin Anne dem oder der Schauspieler/in überreicht wird,
die sich um den internationalen Film besonders verdient gemacht haben. Für seine Engagement
für Schottland wurde Connery im Jahre 2000 von der britischen Königin zum Ritter
geschlagen und darf sich seitdem "Sir Sean Connery, Knight of the Order
of the British Empire" nennen. Am 3. Dezember 2005 erhielt der Mime von der Europäischen Filmakademie
in Berlin den "Europäischen Filmpreis" für sein Lebenswerk; analog dazu wurde ihm im Juni 2006 durch das
"American Film Institute" (AFI) in Los Angeles der "Life Achievement
Award" verliehen. Wie 2005 durch die Medien ging, hat sich Connery in den
Ruhestand verabschiedet und will keine Filme mehr drehen; so lehnte er es ab,
im 4. Teil von "Indiana Jones" erneut die Rolle des
abenteuerlustigen Archäologen Henry Jones bzw. des Vaters des Titelhelden (Harrison Ford) zu übernehmen.
Rechtzeitig zu seinem 78. Geburtstag stellte die Leinwand-Legende in seiner Heimatstadt
Edinburgh im Rahmen des Internationalen Buchfestivals Ende August 2008 seine Memoiren "Being A Scot"
vor. Auf insgesamt 300 Seiten zieht Connery darin einen Bogen von seiner Kindheit in ärmlichen Verhältnissen
bis zu seinem heutigen Status als Weltstar. Besonderes Augenmerk erhält seine schottische Heimat,
zu der Connery eine innige Beziehung pflegt. Eher spärlich vertreten ist hingegen die Zeit als
Bond-Darsteller, mit der Connery wohl bereits innerlich abgeschlossen hat.*) Das
Buch, welches in Zusammenarbeit mit Connerys Freund, dem schottischen Filmemacher Murray Grigor,
entstanden ist, soll im Frühjahr 2009 in der deutschen Übersetzung
erscheinen.
*) Quelle: Artikel bei rp-online.de vom 25.08.2008
Sir Sean Connery hat einen Sohn, der 1963 geborene Jason Connery2) ebenfalls
inzwischen recht erfolgreicher Schauspieler , stammt aus
seiner ersten, 1962 geschlossenen Ehe mit der australischen Schauspielerin
Diane Cileno2).
Nach der Scheidung Anfang September 1973 gab er am 6. Mai 1975
der französisch-marokkanischen Malerin Micheline Roquebrunne
das Ja-Wort. Das Paar lebt wechselweise in Marbella und auf den Bahamas.
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