Bud Spencer bei der Weltpremiere der Action-Komödie "Mord ist mein Geschäft, Liebling" im CineStar-Kino im Berliner SONY Center am 19. Februar 2009; Copyright Christian Behring Bud Spencer wurde am 31. Oktober 1929 als Carlo Pedersoli in der italienischen Hafenstadt Neapel geboren. Der Sohn eines Fabrikanten besuchte die Grundschule in Neapel, später, nachdem die Familie nach Rom gezogen war, das dortige örtliche Gymnasium. Schon als Schüler war er aktiver Schwimmer und Mitglied eines römischen Schwimmclubs. Nach dem Abitur begann der junge Pedersoli 1946 ein Chemiestudium, welches jedoch schon bald durch die Übersiedlung der Familie nach Südamerika unterbrochen wurde. Ende 1948 kehrte er nach Italien zurück, nahm das Studium wieder auf, wechselte aber kurz darauf zum Studium der Rechtswissenschaften, nicht zuletzt um sich mehr dem Schwimmsport widmen zu können. Mit Erfolg, wie einige Quellen berichten, denn 1952 soll er für die italienische Nationalmannschaft eine Silbermedaille als Schwimmer und Wasserballspieler bei den olympischen Spielen in Helsinki gewonnen haben; andere Informationen besagen wiederum, er sei beim 100 Meter Freistilschwimmen als 5. im Vorlauf ausgeschieden. Tatsache ist jedenfalls, dass er vier Jahre später an den olympischen Spielen in Melbourne teilnahm, dort jedoch nur das Halbfinale erreichte.
1957 promovierte er zum Doktor der Rechte (auch das ist umstritten) und ging wieder nach Südamerika; dort arbeitete er bei einer großen amerikanischen Straßenbaufirma, anschließend bei einer Automobilfirma in Caracas und kehrte erst 1959 nach Rom zurück.
 
Foto: Bud Spencer bei der Weltpremiere der Action-Komödie "Mord ist mein Geschäft, Liebling"
im CineStar – Kino im Berliner SONY Center am 19. Februar 2009
Foto mit freundlicher Genehmigung des Berliner Fotografen Christian Behring
© Christian Behring (www.christian-behring.com)
Bereits in den 1950er Jahren hatte Carlo Pedersoli immer mal wieder zwischendurch als Edelkomparse und Stuntman in der italienischen Filmstadt Cinecittà gearbeitet und 1952 die erste kleine Rolle in Dino Risis "Vacanze col gangster" übernomen. Nach dem Sandalenfilm "Annibale"1) (1959, Hannibal) erhielt er erst wieder 1963 in Luchino Viscontis "Il Gattopardo" (Der Leopard) einen kurzen Auftritt.
Den Durchbruch als bekannter Schauspieler verdankte er 1968 Giuseppe Colizzis Italo-Western "I quattro dell'Ave Maria"1) (Vier für ein Ave Maria), in dem er erstmals unter dem Namen Bud Spencer auftrat; den Künstlernamen "Spencer" hatte er aus Verehrung zu Spencer Tracy gewählt und den Vornamen "Bud" (Knospe) weil er augenzwinkernd meinte, dass diese Bezeichnung gut zu seiner Figur passe. An der Seite von Terence Hill2) spielte er den Hutch Bessy, einen ungeschickten, fetten Cowboy, der es vorzieht, statt der Pistole seine Fäuste zu benutzen.
Dieser Figur blieb Bud Spencer unter E. B. Cluchers Regie treu und er hatte mit seinem Partner einen überraschenden internationalen Erfolg bis weit in die 1970er Jahre. 1970 entstand der wohl berühmteste Film des Gespanns Spencer/Hill: "Lo chiamavano Trinità"1) (Vier Fäuste für ein Halleluja), der die bisherigen "Italo-Western parodierte und zu einem Kassenerfolg in ganz Europa wurde.


DVD-Cover mit freundlicher Genehmigung von www.e-m-s.de

Vier Fäuste für ein Halleluja
 Die rechte und die linke Hand des Teufels Das Rezept dieses und der nachfolgenden Filme hatte immer das gleiche, einfache "Stickmuster": altkluge Sprüche, arrogante Überlegenheit gegenüber einem großen Arsenal von Prügelknaben und slapstickhafte Keilereien, bei denen weder Blut floss noch Leichen eingesammelt werden mussten. Um auch den USA-Markt zu erreichen, wurden die Filme bald auf englisch gedreht und erreichten auch einen gewissen Bekanntheitsgrad im englischsprachigen Raum. Zu nennen sind etwa "Lo chiamavano Trinità"1) (1970, Die rechte und die linke Hand des Teufels) oder "Più forte, ragazzi!"1) (1972, Zwei Himmelhunde auf dem Weg zur Hölle). 
  
Auch die 1972 gedrehte Kmödie "Anche gli angeli mangiano fagioli"1) (Auch die Engel essen Bohnen) – diesmal mit Giuliano Gemma als Partner – wurde zusammen mit dem Titelsong "Angels and Beans" zu einem Hit an den Kinokassen.
 
  
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Auch die Engel essen Bohnen
Original-Titel: Anche gli angeli mangiano fagioli
Italien/Frankreich/Spanien, 1973
Genre: Komödie
Regie: Enzo Barboni
Drehbuch: Tulio Demicheli, J. Fortini,
Ángel G. Gauna, Marie Claire Solleville
Musik: Oliver Onions 
Kamera: Francisco Marín
Darsteller:
Giuliano Gemma: Sonny Abernathy, Bud Spencer: Charlie Smith,
Robert Middleton: Angelo, Bill Vanders: Inspector Mackintosh,
Steffen Zacharias: Gerace, Víctor Israel: Giudà,
Lara Sender: Geraces Frau, Riccardo Pizzuti: Angelos Schläger,
George Rigaud: Senator O'Riordan, und andere
 
  
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(Die Links führen zu Wikipedia bzw. zum Kurportrait innerhalb dieser HP)
Auch die Engel essen Bohnen
   

Kurzinhalt:
Der "Dicke" Charlie (Bud Spencer) verdient sein Unterhalt mit Catchen, denn das fällt ihm nicht schwer und es reicht zum Leben. Doch darin ist er zu gut. Seine zahlreichen Siege ziehen die Aufmerksamkeit der Mafia auf sich. Sie fordern ihn auf seine Siege einzustellen und selbst zu Boden zugehen, denn in diesem Ort entscheidet die Mafia, wer gewinnt oder verliert. Falls er dem nicht nachgeht, wird er einen Unfall haben. Charly lässt sich darauf nicht ein und gewinnt sein nächstes Match, muss aber schnell aus der Arena fliehen. Dabei ist ihn sein zukünftiger Freund, der schmale Sonny (Giuliano Gemma) behilflich. Gemeinsam überlegen sie, wie man den Drahtziehern aus dem Hintergrund die geeignete Antwort verpassen könnte. Da besinnt sich Charly der Urgewalt seiner Fäuste und das man sie außerhalb der Arena auch nutzen kann. Gemeinsam lernen sie der Mafia das fürchten. Ihnen schlackern die Knie und sie merken, das man einen Charly lieber in Ruhe lassen sollte…
 
Lexikon des internationalen Films:
Zum Geblödel ausartende Parodie auf Gangsterfilme mit wenigen gelungenen Gags und vielen Prügeleien.

Siehe auch www.prisma.de und Wikipedia

   
Unter Stenos Regie passte Spencer seine bisherige Figur dann dem Geschmack eines jüngeren Publikums an und begann 1973 als Inspektor Rizzo in der klassischen Krimi-Komödie "Piedone lo sbirro"1) (Sie nannten ihn Plattfuß) eine neue Serienfigur, in der er den schlagkräftigen Polizisten "Plattfuß" spielte, der in exotische Abenteuer gerät; Inspektor Rizzo ist auf Drogenfälle spezialisiert und benutzt keine Waffen sondern nur seine Fäuste. Nach "Piedone a Hong Kong" (1976, Plattfuß räumt auf) und "Piedone l'africano"1) (1977, Plattfuß in Afrika) drehte Spencer 1979 mit "Piedone d'Egitto"1) (Plattfuß am Nil) den letzten "Plattfuß"-Film.
In die gleiche Richtung gingen Ende der 70er Jahre die Filme von "Lo chiamavano Bulldozer"1) (1978, Sie nannten ihn Mücke) bis "Occhio alla penna"1) (1981, Eine Faust geht nach Westen) unter der Regie von Michele Lupo, die Spencer ohne seinen Dauerpartner Hill drehte. Für den Film "Sie nannten ihn Mücke" schrieb er einige Lieder, die er auch selbst sang.
Anfang der 1970er Jahre war das Duo Spencer/Hill auseinander gegegangen, um nach mehrjähriger Trennung mit anhaltendem Erfolg wieder gemeinsam vor der Kamera zu stehen; beispielsweise drehten sie in Italien "Io sto con gli ippopotami"1) (1979, Das Krokodil und sein Nilpferd), in den USA "Chi trova un amico, trova un tesoro"1)  (1981, Zwei Asse trumpfen auf) und waren dann nach "Nati con la camicia"1) (1983, Zwei Bärenstarke Typen)  und "Non c’è due senza quattro" (1984, Vier Fäuste gegen Rio) zunächst letztmalig 1985 in "Miami Supercops"1) (Die Miami Cops) gemeinsam auf der Leinwand zu sehen. 1994 erschienen die beiden dann noch einmal in "Botte di Natale"1) (Die Troublemaker) im Kino; insgesamt spielen Hill und Spencer bisher in 17 Filmen zusammen und fanden besonders außerhalb Italiens – vor allem in Deutschland und Südamerika – trotz der zum Teil einfältigen und stereotypen Handlungen großen Anklang.
Weitere Streifen ohne Terence Hill mit Spencer in der Hauptrolle waren "Banana Joe"1) (1981), "Bomber"1) (1982, Der Bomber), "Cane e gatto"1) (1982, Bud, der Ganovenschreck), "Superfantagenio"1) (1986, Aladin) und "Un piede in paradiso"1)  (1991, Wenn man vom Teufel spricht).
 
 

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Das Krokodil und sein Nilpferd
Bud Spencer konzentrierte sich ab Mitte der 1980er Jahre verstärkt auf seine Arbeit beim Fernsehen und trat vor allem zwischen 1990 und 1993 als Jack 'Extralarge' Costello in der TV-Serie "Zwei Supertypen in Miami" auf. Die Serie umfasste 12 Episoden, welche in Spielfilmlänge gedreht wurden. Spencers Partner war in den ersten Folgen Michael Philipp Thomas, der auch in der Serie " Miami Vice" mitgewirkt hatte.
In jüngerer Zeit war es ein wenig stiller um den Schauspieler geworden; so konnte man ihn nur noch in wenigen kleineren Rollen sehen, in denen er auch schon mal ernsthaftere Charaktere verkörperte. Zuletzt spielte er in Sebastian Niemanns Agentenparodie "Mord ist mein Geschäft, Liebling"1), einer actiongeladenen Screwball-Komödie mit Dean-Martin Flair, den alten Freundes Pepe des Profikillers Toni Ricardelli alias Rick Kavanian; der Streifen kam am 26. Februar 2009 in die Kinos.
 
1959 hatte Bud Spencer die sechs Jahre jüngere Maria Amato geheiratet, die er schon seit 15 Jahren kannte. 1961 wurde Sohn Giuseppe geboren und 1962 kam Tochter Christina zur Welt; Spencers jüngste Tochter Diamante erblickte 1972 das Licht der Welt.
Seine Lebenserinnerungen sind inzwischen auch in deutscher Sprache unter dem Titel "Bud Spencer – Mein Leben, meine Filme – Die Autobiografie" erschienen. Spencer stellte das im Verlag "Schwarzkopf & Schwarzkopf" erschienene, reich bebilderte Buch am 13. und 14. April 2011 persönlich in Berlin der Öffentlichkeit vor. "Carlo Pedersoli ist so imposant wie die von ihm verkörperten Figuren, aber er ist noch viel mehr: ein intelligenter Jurist, ein ehemaliger Hochleistungsschwimmer, der zweimal an den Olympischen Spielen teilgenommen hat, und ein Kosmopolit, der viel gereist ist und noch mehr erlebt hat. Seine Autobiografie wird nicht nur alle Bud-Spencer-Fans begeistern. (…) In seiner humorvoll geschriebenen und mit vielen Anekdoten gespickten Autobiografie zeigt sich Bud Spencer von seiner ganz persönlichen Seite." notiert unter anderem der Verlag "Schwarzkopf & Schwarzkopf".
Ebenfalls bei "Schwarzkopf & Schwarzkopf" kam nach dem großen Erfolg von "Mein Leben, meine Filme" (zeitweise Platz 1 der SPIEGEL-Bestsellerliste) ein zweiter Teil von Spencers Erinnerungen auf den Markt, "In achtzig Jahren um die Welt" hieß ein neuerliches Werk des vielseitigen Künstlers, das in Zusammenarbeit mit Lorenzo de Luca entstanden und seit 15. März 2012 in deutscher Sprache im Handel ist. "In achtzig Jahren um die Welt" ist ein sehr persönliches, humorvolles Buch über die Erfolge und Rückschläge im Leben des großen Schauspielers, eine Liebeserklärung an seine Familie und ein großes Dankeschön an seine Fans. kann man bei www.schwarzkopf-verlag.de lesen. Mit "Ich esse, also bin ich" publizierte Spencer anlässlich seines 85. Geburtstages am 31. Oktober 2014 "ein philosophisches Duell mit kulinarischen Spezialeffekten in zwölf Kapiteln". Er liefert sich "mit Philosophen wie Sokrates, Konfuzius oder Rousseau herrliche philosophische Duelle voller Witz und ironischer Seitenhiebe. Wenn die Worte ihn im Stich lassen, bereitet er seinen ungebetenen Gästen köstliche italienische Speisen von Pasta- und Fischgerichten bis hin zu typisch neapolitanischem Gebäck zu, woraufhin sie sich satt und zufrieden geschlagen geben – doch der nächste Plagegeist lässt nicht lange auf sich warten. Bud Spencer ist ein einzigartiges Kochbuch gelungen, das zum Mitlachen, Mitdenken und Mitkochen inspiriert." (Quelle: www.schwarzkopf-verlag.de)
  
Link: 1) Wikipedia, 2) Kurzportrait inner halb dieser HP Stand Oktober 2014
Siehe auch Wikipedia, www.prisma.de
Fanseite: Bud Spencer & Terence Hill
 
Kinofilme (Auszug)
Filmografie bei der Internet Movie Database
(Link: Wikipedia)
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