Marina Vlady
Marina Vlady wurde am 10. Mai 1938 mit dem klingenden Namen Marina Catharina de Poliakoff-Baidaroff im französischen Clichy-la-Garenne geboren. Die Tochter eines Opernsängers trat schon als Kind unter dem Namen Marina Versois im Ballett der Pariser Oper auf und wurde 1949 mit elf Jahren für den Film entdeckt. Sie spielte zunächst als verführerischen Teenager Rollen in italienischen, französischen und deutschen Produktionen der 50iger Jahre. 1954 wurde sie mit dem "Prix Suzanne Bianchetti" für ihre Darstellung der Liliane Noblet in André Cayattes "Avant le déluge" (Vor der Sintflut) ausgezeichnet. Nach den aufreizenden Teenager-Rollen wandelte die Vlady sich zum verführerischen Vamp und die Rolle der Ina in André Michels "La sorcière" (Die blonde Hexe) wurde 1955 zum größten Publikumserfolg ihrer Karriere. Im gleichen Jahr hatte sie ihren Kollegen Robert Hossein geheiratet und trat mit diesem auch mehrfach auf der Leinwand auf; aus der Verbindung stammen die Söhne Igor und Pierre.  

Ab Ende der 50iger Jahre war die Schauspielerin in eher konventionellen Filmen zu sehen, wie etwa 1960 in Jean Delannoys Melodram "Princesse de Clèves"1) (Prinzessin Cleve). Es gelang ihr jedoch das Image des Sexstars abzulegen, so lehnte sie beispielsweise die Hauptrolle in den "Angélique"-Filmen ab, in denen dann Michèle Mercier neben ihrem Mann Berühmtheit erlangte.
1963 erhielt Marina Vlady in Cannes eine Auszeichnung für ihre Titelrolle als sich emanzipierende Ehefrau Regina in Marco Ferreris moralkritischem Film "Una storia moderna"1) (Die Bienenkönigin). Drei Jahre später arbeitete sie mit Orson Welles in dessen Falstaff-Variante "Campanadas a medianoche" zusammen und übernahm dann 1967 die Hauptrolle der Juliette Jeanson in Jean-Luc Godards Parabel "Deux ou trois choses que je sais d'elle"1) (Zwei oder drei Dinge, die ich von ihr weiß).
Während ihrer Arbeit für den Film gab Marina Vlady auch Theatergastspiele, unter anderem in Rumänien und der Sowjetunion, wo sie 1970 in dritter Ehe den Schauspieler und Sänger Vladimir Vysockij heiratete; in Márta Mészarós "Ök ketten" (Marie und Julie) hatte das Ehepaar 1977 den einzigen gemeinsamen Filmauftritt.

In den 80er Jahren war Marina Vlady neben ihrer umfangreichen Tätigkeit für das Fernsehen zuletzt 1988 auf der Leinwand mit der herausragenden Rolle der Bordellwirtin in Maria Knillis Emigrationsstudie "Follow Me" zu sehen sowie als Partnerin Marcello Mastroiannis in Ettore Scolas Abgesang auf bessere Kinozeiten "Splendor".
1987 veröffentlichte die Schauspielerin ihre Erinnerungen an ihren 1980 verstorbenen Mann Vladimir Vysockij, die in der Sowjetunion zum Bestseller wurden; in Deutschland kam das Buch 1991 mit dem Titel "Eine Liebe zwischen zwei Welten – Mein Leben mit Wladimir Wyssozki" in die Buchhandlungen.
Die erste Ehe des Stars mit Robert Hossein war 1959 geschieden worden, auch die 1963 geschlossene Ehe mit dem Geschäftsmann Jean-Claude Brouillet war nach nur drei Jahren gescheitert. Nach dem Ableben von Vladimir Vysockij ehelichte Marina Vlady den Krebsforscher Dr. Léon Schwartzenberg, mit dem sie bis zu dessen Tod im Jahre 2003 verheiratet war.
  

1) Der Link führt zu prisma-online.de
Siehe auch wikipedia.org, www.cyranos.ch
Kinofilme
Filmografie bei der german.imdb.com
1949: Orage d'été
1951: Due sorelle amano
1951: Pardon My French
1952: Dans la vie tout s'arrange
1952: La figlia del diavolo
1952: Penne nere
1953: Canzoni, canzoni, canzoni
1953: Fanciulle di lusso (Mädchen ohne Moral)
1953: L'età dell'amore (Erste Liebe)
1953: Le infedeli (Untreue)
1954: Avant le déluge (Vor der Sintflut)
1954: Giorni d'amore (Tage der Liebe)
1954: Le avventure di Giacomo Casanova (Casanova - seine Lieben und Abenteuer)
1954: Musoduro
1954: Sie
1954: Sinfonia d'amore (Schubert)
1955: La sorcière (Die blonde Hexe)
1955: Le crâneur (Mädchen in schlechter Gesellschaft)
1955: Sophie et le crime (Das Mädchen vom dritten Stock)
1956: Crime et châtiment (Schuld und Sühne)
1956: Les salauds vont en enfer (Die Lumpen fahren zur Hölle)
1956: Pardonnez nos offenses (Die Wölfe)
1958: Liberté surveillée (In den Strömen)
1959: La nuit des espions (Die Nacht der Spione)
1959: La sentence
1959: Toi le venin (Nachts fällt der Schleier)
1960: Les canailles (Die Kanaille)
1960: Princesse de Clèves (Prinzessin Cleve)
1961: La ragazza in vetrina (Mädchen im Schaufenster)
1962: Adorable menteuse
1962: Climats (Die Nacht und die Versuchung)
1962: La cage
1962: La steppa (Die Steppe)
1962: Les bonnes causes (Des Teufels schwache Seite)
1962: Les sept péchés capitaux (Die sieben Todsünden)
1963: Dragées au poivre (Bonbons mit Pfeffer) 1963: Una storia moderna (Die Bienenkönigin)
1963: Le meurtrier (Im Schatten einer Nacht) 1965: Campanadas a medianoche (Falstaff)
1965: Mona, l'étoile sans nom 1966: Atout coeur à Tokyo pour O.S.S. 117
1966: Il ladro della Gioconda
(Der Dieb der Mona Lisa)
1966: Una moglie americana
(Schlüsselparty in Texas)
1967: 2 ou 3 choses que je sais d'elle
(Zwei oder drei Dinge, die ich von ihr weiß)
1968: Le temps de vivre (Junge Frau in Frankreich)
1969: La nuit Bulgare 1969: Téli sirokkó
1969: Syuzhet dlya nebolshogo rasskaza 1970: Contestazione generale
1970: Pour un sourire 1970: Sapho ou la fureur d'aimer
1972: Tout le monde il est beau, tout le monde il est gentil
(Die große Masche)
1973: Le complot
1974: Que la fête commence…(Das Fest soll beginnen) 1975: Sept morts sur ordonnance
1977: Ök ketten (Marie und Julie) 1978: Il triangolo delle Bermude
(SOS-SOS-SOS Bermuda-Dreieck)
1979: Duos sur canapé
(Lasst uns doch das Sofa teilen)
1979: Il malato immaginario
1980: L'oeil du maître 1980: Les jeux de la Comtesse Dolingen de Gratz
1982: L'ogre de barbarie 1984: Bis später, ich muss mich erschießen
1985: Bordello 1986: Sapore del grano
1986: Tangos, l'exil de Gardel (Tango im Exil) 1986: Una casa in bilico
1986: Twist again à Moscou 1987: Les exploits d'un jeune Don Juan
1988: Notes pour Debussy 1988: Follow  Me
1988: Splendor
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