Family affair
Die Familienserie "Family affair", die man heute als "Sitcom" bezeichnen würde, lief im amerikanischen Sender CBS erstmals 1966 und wurde fünf Jahre und 138 Folgen lang bis zum Sommer 1971 äußerst erfolgreich ausgestrahlt. Das deutsche Fernsehen begann die Serie unter dem Titel "Lieber Onkel Bill" am 8. April 1968 und zeigte bis Februar 1972 insgesamt 72 Episoden zu je 25 Minuten. Ab Ende 1987 wurden bis zum Frühjahr 1992 bei RTL mehrere Male alte Folgen wiederholt bzw. noch nicht gesendete Geschichten auf den Bildschirm gebracht.

Die Handlung war eigentlich ziemlich simpel: Bill Davis, dargestellt von Brian Keith, ist eingefleischter Junggeselle, hat einen hoch dotierten Job als beratender Ingenieur und lebt in einem luxuriösen Appartement in der 5th-Avenue in Manhattan. Um den Haushalt und sonstige lästige Dinge des Alltagslebens kümmert sich sein englischer Butler Mr. Giles French (Sebastian Cabot), ein Pedant und Ordnungsfanatiker, und so führt Bill ein recht angenehmes, unabhängiges Leben. Das ändert sich schlagartig, als sein Bruder und seine Schwägerin bei einem tragischen Verkehrsunfall ums Leben kommen. Bill steht nun vor der Situation, seinen kleinen Neffen Jonathan "Jody" (Johnny Whitacker), dessen Zwillingsschwester Buffy (Anissa Jones) und den 15-jährigen Teenager Cissy (Kathy Garver) bei sich aufnehmen zu müssen. Das Trio sorgt im Verlaufe der Geschichten für manche Turbulenzen und Onkel Bill wäre vermutlich hoffnungslos überfordert, wäre da nicht Mr. French. Bills Leben ändert sich durch den Familienzuwachs total, besonders die sechsjährigen Zwillinge Jody und Buffy sorgen für ziemlich viel Wirbel, inklusive "Mrs. Beasley", Buffys Puppe und "Vertraute", die von dem kleinen Mädchen überall mit herumgeschleppt wird. Doch Onkel Bill liebt die Kinder, mit der Zeit hat er sich nach anfänglichen Problemen an die Großfamilie gewöhnt, auch Mr. French hängt abgöttisch an Bills Verwandten, selbst wenn die neue Aufgabe anfangs etwas an seinen Nerven zerrt. Er übernimmt die Mutterrolle für die drei Waisen, da Bill weiter seinem Beruf nachgeht und oft auf Reisen gehen muss, ist für die großen und kleinen Sorgen zuständig und meistert diese, oft mit sehr viel Humor, bravourös. Er ist ein englischer Butler wie aus dem Bilderbuch und hat Beziehungen zur königlichen Familie; als er einmal mehrere Wochen zum "Special Service" für die Queen nach London abgeordert wird (in Wirklichkeit war Schauspieler Sebastian Cabot erkrankt), kümmert sich sein Bruder Niles (John Williams) um die Kinder. Zum Schluss der Serie verlässt Mr. French die Familie, seine Aufgaben werden nun von der Haushälterin Emily Turner (Nancy Walker) übernommen.

Die einzelnen Geschichten waren nett und unterhaltsam, jedoch ohne besonderen Tiefgang. Mal hängt der Haussegen schief, weil Buffy ihre geliebte "Mrs. Beasley" nicht finden kann, mal hat Cissy Liebeskummer oder die Erwachsenen sind schlichtweg mit der Erziehung überfordert. Bill und Mr. French machen schon mal Fehler und verlieren die Nerven, vor allem der Butler kommt mit der neuen Unordnung im Haushalt nicht klar. Als Anissa Jones und Johnny Whittaker, die mit der Serie zu Kinderstars wurden, aus Altergründen nicht mehr die niedlichen Zwillinge spielen konnten, wurde die Reihe, sehr zum Leidwesen der großen und kleinen Zuschauer, eingestellt.
Übrigens wurde die Puppe "Mrs. Beasley", die von der Firma Mattel hergestellt worden war, zum Verkaufsschlager in den Spielzeuggeschäften, alle kleinen Mädchen wollten wie Buffy diese Seelentrösterin besitzen.

Siehe auch Wikipedia, tvder60er.de, fernsehserien.de
Weitere Links bei wunschliste.de

Die Hauptdarsteller/-innen:
(Weitere Mitwirkende bei der "Inrernet Movie Database";
fremde Links: Wikipedia, wenn nicht anders vermerkt)
Brian Keith … spielte den Junggesellen Onkel Bill.
 
Geboren am 14. November 1921 als Robert Alba Keith in
Bayonne (US-Bundesstaat New Jersey),
gestorben am 24. Juni 1997 im Alter von 75 Jahren im kalifornischen
Malibu (US-Bundesstaat Kalifornien) durch Suicid.
 
Der Sohn des Schauspielerehepaares Robert Keith (1898 – 1966) und Helen Shipman (1901 – 1984) trat schon früh in einigen Stummfilmen als Kinderdarsteller in die Fußstapfen seiner Eltern und gab im Alter von drei Jahren sein Leinwanddebüt in dem Streifen "Pied Piper Malone" (1924 → Wikipedia (englisch)). Zunächst machte jedoch der 2. Weltkrieg seine Pläne zunichte, Profi-Schauspieler zu werden, nach der "High School" wurde er während des 2. Weltkriegs zum "United States Marine Corps" eingezogen, erhielt als Bordschütze einer "Douglas SBD" bei der "US Navy" für seine Verdienste eine "Air Medal".
Nach seiner Entlassung startete er 1945 seine Schauspielkarriere, musste sich jedoch anfangs mit  kleinen Nebenrollen zufriedengeben. Erst in den 1950er Jahren wurde der athletische, gut aussehende Mann mit größeren Aufgaben betraut, mimte unter anderem an der Seite von Charlton Heston den Captain North in dem Western "Arrowhead" (1953, "Die Bestie der Wildnis") oder neben Ginger Rogers und Edward G. Robinson den Polizisten Vince Striker in dem Krimi "Tight Spot" (1955, "In die Enge getrieben"). Zu seinen bekanntesten Filmen/Rollen jener Jahre zählte der Ex-Soldat Brick in dem Film noir "5 Against the House"1) (1955 → Wikipedia (englisch)), als Partner von Bette Davis der ehrgeizige Anwalt und angehende Politiker Paul Duncan in dem Frama "Storm Center" (1956) und der Gangster John in "Nightfall"1) (1957, "Wenn die Nacht anbricht" → Wikipedia (englisch)) an der Seite von Aldo Ray und Anne Bancroft, ebenfalls ein Film der "Schwarzen Serie". Es folgten Produktionen wie der Western "Fort Dobbs" (1959, "Im Höllentempo nach Fort") mit seinem Part des Waffenhändlers Clett oder das auf dem Roman "The Philadelphian" von Richard P. Powell basierende, mit Paul Newman gedrehte Melodram "The Young Philadelphians" (1959, "Der Mann aus Philadelphia"), wo er sich als grobschlächtiger Mike Flanagan zeigte.
In den 1960er Jahren tauchte Brian Keith in verschiedenen Jugendfilmen auf, so in "The Parent Trap" (1961, "Die Vermählung ihrer Eltern geben bekannt"), basierend auf dem Buch "Das doppelte Lottchen"1) von Erich Kästner, als Mitch Evers, Ex-Mann von Maggie McKendrick (Maureen O’Hara) und Eltern der Zwillinge Hedy und Susi (Hayley Mills).  In dem Indianerabenteuer "Savage Sam"2) (1963," Im Tal der Apachen"), der von den Walt Disney-Studios produzierten Geschichte über drei Farmerskinder, die 1870 von Apachen entführt werden, mimte er den Onkel der Kinder und in dem Disney-Abenteuer "A Tiger Walks" (1964, "Der Tiger ist los") kam er als Sheriff Pete Williams daher, der zusammen mit seiner Tochter Julie (Pamela Franklin) einen aus dem Zirkus entlaufenen Tiger vor dem sicheren Tod rettet → Wikipedia (englisch). In der Komödie "Those Calloways"3) (1965, "Diese Calloways"), einem Disney-Film, der sich mit den Problemen des Naturschutzes auseinander setzte, spielte er die Hauptrolle des Holzfällers Cam Calloway, der gemeinsam mit seiner Familie ein Vogelschutzgebiet für Wildgänse errichten möchte ( → Wikipedia (englisch)), im selben Jahr erlebte man ihn an der Seite von Burt Lancaster und Lee Remick unter der Regie von John Sturges in der brillanten Westernparodie "The Hallelujah Trail" (1965, "Vierzig Wagen westwärts"). Mit James Stewart und Maureen O'Hara präsentierte er sich in dem Western "The Rare Breed" (1966, "Rancho River") als der reiche texanische Rancher Alexander Bowen, in der Kriegs-Satire "The Russians Are Coming, the Russians Are Coming" (1966, "Die Russen kommen! Die Russen kommen!") als der Polizeichef Link Mattocks, der in einem kleinen Dorf auf einer Insel vor der Ostküste Amerikas gemeinsam mit einigen Freiwilligen gegen die vermeintliche Russen-Invasion zu Felde zieht.
   
Die prägnante Rolle des "Onkel Bill", die Brian Keith ab 1966 bis 1971 in der populären TV-Serie "Family affair" spielte, war in den nachfolgenden Jahren nur eine von vielen weiteren, beispielsweise erlebte man ihn zusammen mit Elizabeth Taylor und Marlon Brando in dem von John Huston gedrehten Ehedrama "Reflections in a Golden Eye" (1967, "Spiegelbild im goldenen Auge") als Lieutenant Colonel Morris Langdon, mit Beau Bridges und Melina Mercouri stand er für die Komödie "Gaily, Gaily"1) (1969, "Heißes Pflaster Chicago"  → Wikipedia (englisch)) vor der Kamera und mimte den trinkfesten Reporter Sullivan, in dem humorvollen Western "Scandalous John"3) (1971, "Cowboy John – Der letzte Held im Wilden Westen") des betagten John McCanless, dessen heruntergewirtschafteten Ranch in New Mexico einem Dammprojekt Platz machen soll  → Wikipedia (englisch). In dem Thriller "The Yakuza" (1974, "Yakuza") trat er als George Tanner, Freund des Privatdetektivs Harry Kilmer (Robert Mitchum), in Aktion, in dem romantischen Abenteuerstreifen "The Wind and the Lion" (1975, "Der Wind und der Löwe") verkörperte er neben Sean Connery und Candice Bergen den US-Präsidenten Theodore Roosevelt. In der von Peter Bogdanovich mit Ryan O’Neal, Burt Reynolds und Tatum O’Neal gedrehten, amüsanten Geschichte "Nickelodeon" (1976) sah man ihn als Produzent H. H. Cobs,  einmal mehr zusammen mit Sean Connery sowie Natalie Wood und Karl Malden in dem Science-Fiction-Streifen "Meteor" (1979) als russischen Wissenschaftler Dr. Alexei Dubov, als Veteran "Papa", einer der neuen Partner des Drogenfahnders Tom Sharky (Burt Reynolds), in  dem Action-Krimi "Sharky's Machine" (1981, "Sharky und seine Profis"); danach wurden seine Leinwandauftritte seltener.
   . 
Brian Keith blieb jedoch,wie schon zuvor, ein vielbeschäftigter Darsteller beim Fernsehen, trat in zahlreichen TV-Spielen und Serien auf. Er zeigte sich beispielsweise als Arnold Curtis, Vater von John (Lance Kerwin (jung)/ Michael Landon (erwachsen)) in in dem Drama "The Loneliest Runner" (1976, "Der Sieg seines Lebens"), in dem nach der Romanvorlage von James  Michener entstandenen, mehrteiligen Historienepos "Centennial" (1978/79, "Colorado Saga") gehörte er als Sheriff Axel Dumire zur Besetzung, in der Actionserie "Hardcastle & McCormick" (1983–1986) kam er als der gestrenge, pensionierte Richter Milton C. "Hardcase" Hardcastle daher, der bei der Aufklärung seiner nicht abgeschlossenen Fälle von dem ehemaligen Rennfahrer/Kleinkriminellen Mark "Skid" McCormick (Daniel Hugh Kelly) unterstützt wird → fernsehserien.de. Nennenswert ist auch seine Rolle des Kriegshelden Colonel Davy Crockett in dem Western "The Alamo: Thirteen Days to Glory" (1987, "Alamo – 13 Tage bis zum Sieg") über die Schlacht von Alamo Ende Februar/Anfang März 1836, In seinen letzten Lebensjahren wurde Keith gerne als "mürrischer Alter" besetzt, einen seiner letzten Fernsehauftritte hatte er 1997 als US-Präsident William McKinley in dem Historien-Zweiteiler "Rough Riders"4) (1997, "Das furchtlose Regiment") über die "Rough Riders", das 1. US-Freiwilligen-Kavallerieregiment während des Spanisch-Amerikanischen Krieges im April 1898, das unter dem Befehl des späteren US-Präsidenten Theodore Roosevelt, dargestellt von Tom Berenger, stand → Wikipedia (englisch). Eine letzte Arbeit vor der Kamera war der Part des Roddy Thompson, Vater des Millionärs Scott (Jack Scalia), in der von Lorenzo Doumani 1997 gedrehten, heiteren Romanze "Follow Your Heart"4) ("Liebe und andere Missverständnisse"), die erst nach seinem Tod veröffentlicht wurde → IMDb, tvspielfilm.de.

Im selben Jahr nahm Brian Keith sich am 24. Juni 1997 im Alter von 75 Jahren im kalifornischen Malibu mit einem Gewehr das Leben, nachdem er von seinen unheilbaren Lungenkrebserkrankung erfahren hatte und wegen eines Lungenemphysems unter großen Atemproblemen litt. Die letzte Ruhe fand der Schauspieler auf dem "Westwood Village Memorial Park Cemetery" in Los Angeles → Foto der Grabstelle bei knerger.de.
Brian Keith war seit Anfang Januar 1948 bis zu seiner Scheidung Mitte 1954 in erster Ehe mit seiner Kollegin Frances Helm (1926 – 2006 → Wikipedia (englisch)) verheiratet, wenig später ehelichte er die Schauspielerin Judy Landon (1932 – 2021  → Wikipedia (englisch)), Aus der Verbindung gingen Tochter, Mimi sowie Sohn Michael hervor, der als 8-Jähriger 1963 an den Folgen einer Lungenentzündung verstarb, drei weitere Kinder (Barbra, Betty und Rory) wurden von dem Paar adoptiert. Doch auch diese Beziehung endete 1969 vor dem Scheidungsrichter, kurz darauf ging der Schauspieler 1970 die Ehe mit Schauspielerkollegin Victoria Young (* 1945) ein, die bis zu seinem Tod an seiner Seite war. Aus dieser dritten Ehe stammen weitere zwei Kinder, die 1969 geborene Tochter Daisy erschoss sich im Mai 1997 – wenige Wochen vor dem Suizid ihres Vaters.
Am 26. Juni 2008 widmete man Brian Keith posthum einen "Stern" auf dem "Hollywood Walk of Fame" (Adr.: 7021 Hollywood Blvd.) in der Kategorie "Fernsehen" ("Television). Drei Mal (1967, 1968, 1969) war er seine Rolle in "Lieber Onkel Bill" für einen "Primetime Emmy Award" in der Kategorie "Best Actor in a Comedy Series" nominiert, unterlag jedoch stets seinen Konkurrenten.
 
Siehe auch Wikipedia (deutsch), Wikipedia (englisch),
Fotos bei Wikimedia Commons

   
Weitere Filme
*) mit Brian Keith;
siehe auch (Auswahl) bei filmdienst.de, Wikipedia
 
1) der-film-noir.de, 2) wunschliste.de, 3) filmdienst.de, 4) fernsehserien.de
Sebastian Cabot … spielte den Butler Mr. Giles French.
 
Geboren am 6. Juli 1918 als Charles Sebastian Thomas Cabot in London (UK),
gestorben am 22. August 1977 im Alter von nur 59 Jahren in Deep Cove
im kanadischen Bezirk North Saanich (Provinz British Columbia).
 
Bevor Cabot zu einem anerkannten Darsteller bei Theater, Film und Fernsehen reüssierte, arbeitete er nach der Schule, die er mit 14 Jahren abbrach, unter anderem als Koch,  war drei Jahre als Ringer aktiv, bevor er den Sport wegen einer Verletzung aufgeben musste. Zudem verdiente er sich seinen Lebensunterhalt zeitweise als Chauffeur des britischen Schauspielers Frank Pettingell (1891 – 1966, → Wikipedia (englisch)). Mitte der der 1930er Jahre startete er dann, ohne jegliche entsprechende Ausbildung, seine eigene Karriere als Darsteller im Film.
Einen ersten, wenn auch Rollen-mäßig unerwähnten Auftritt hatte Cabot in der von (Regie) und mit Tom Walls gedrehten Komödie "Foreign Affaires" (1935, → IMDb), auch in dem von Alfred Hitchcock gedrehten, auf zwei Kurzgeschichten von William Somerset Maugham basierenden Spionage-Thriller "Secret Agent" (1936, "Geheimagent") stand er noch unter "ferner liefen" auf der Besetznngsliste. In den nachfolgenden Jahren wirkte er in mehreren britischen Kinoproduktionen mit, blieb jedoch weiterhin auf kleinere Rollen reduziert. Während des 2. Weltkrieg trat er zur Unterhaltung alliierter Soldaten auf, nach dem Krieg wechselte Cabot ins Theaterfach und gab unter anderem seit Ende Mai 1947 am New Yorker "Broadway" in der Restaurationskomödie "Love for Love" des britischen Dramatikers William Congreve (1670 – 1729) an der Seite von John Gielgud (auch Regie) in der Rolle des verschwenderischen Lebemanns Valentine den Anwalt Buckram → Wikipedia (englisch). Sein Bühnenengagement war jedoch nur von kurzer Dauer und schon bald verlegte er sich erneut auf die Arbeit vor der Kamera, blieb jedoch zunächst erneut auf Nebenrollen beschränkt wie als Präfekt von Amiens in in dem britischen Krimi "The Spider and the Fly" (1949, "Der Meisterdieb von Paris"), als Bruder Tuck in dem von Richard Thorpe nach dem Roman "Ivanhoe" von Sir Walter Scott mit Robert Taylor, Elizabeth Taylor und Joan Fontaine gedrehten US-amerikanisch-britischen Abenteuer "Ivanhoe" (1952, "Ivanhoe – Der schwarze Ritter") oder als Ali in der Komödie "The Captain’s Paradise" (1953, "Der Schlüssel zum Paradies") mit Alec Guinness.
. Erst in der italienisch-britischen Co-Produktion bzw. der von Renato Castellani nach der gleichnamigen Tragödie von William Shakespeare in Szene gesetzten Adaption "Romeo and Juliet"1) (1954, "Romeo und Julia") fand er an der Seite der Protagonisten Laurence Harvey (Romeo) und Susan Shentall (Julia) mit der Figur des Lord Capulet, Vater von Julia, größere Beachtung  → Wikipedia (englisch).
Langsam etablierte sich Cabot in der Filmszene, um seine Karriere in Schwung zu bringen, zog er 1954 r nach Hollywood und avancierte bald zu einem vielbeschäftigten Darsteller. Unter der Regie von William Beaudine zeigte er sich in dem von den Walt Disney-Studios produzierten Western "Westward Ho the Wagons!" (1956, "Zug der Furchtlosen") als Bissonette, Kommandant des Forts Laramie, in dem Disney-Abenteuer
"Johnny Tremain" (1957, → Wikipedia (englisch)) nach dem gleichnamigen Jugendbuchklassiker (dt. "Johnny reitet") von Esther Forbes neben Titelheld Hal Stalmaster   (→ Wikipedia (englisch)) als der wohlhabende Jonathan Lyte oder in dem Western "Dragoon Wells Massacre" (1957, "Massaker") als indianischer Händler Jonah McAdam. In dem von George Pal (Regie) realisierten Science-Fiction-Film "The Time Machine" (1960, "Die Zeitmaschine") nach dem gleichnamigen Roman von H. G. Wells mit Rod Taylor als Wissenschaftler George mimte er den Dr. Philip, tauchte neben Vincent Price in dem frei nach Kurzgeschichten von Nathaniel Hawthorne entstandenen Horrorstreifen "Twice-Told Tales"1) (1963, "Das Gift des Bösen") in der Episode "Dr. Heidegger's Experiment" als Dr. Carl Heidegger auf → Wikipedia (englisch), In dem Lustspiel "The Family Jewels" (1965, "Das Familienjuwel") präsentierte er sich zusammen mit Jerry Lewis (in sieben Rollen) als Dr. Matson, Gehilfe von Privatdetektiv Skylock Peyton (Lewis), dem Onkel Nummer fünf des kleinen Waisenmädchens Donna Peyton (Donna Butterworth), das von dem tollpatschigen, aber gutherzigen Chauffeur Willard (Lewis) zu ihren Onkeln begleitet wird → wunschliste.de.
   
Parallel zu seiner Filmkarriere arbeitete Cabot seit Mitte der 1950er Jahre für das Fernsehen, so sah man ihn unter andrem in der Serie "The Three Musketeers" (1955/56, "Die Abenteuer der drei Musketiere") nach dem Roman "Les trois mousquetaires" von Alexandre Dumas d. Ä. neben Jeffrey Stone (→ Wikipedia (englisch); d'Artagnan), Paul Campbell (1923–1999; (Aramis) und George Gonneau (1925–1997; Athos) als Musketier Porthos → IMDb. In den legendären Geschichten "The Adventures of Hiram Holliday" ("Die seltsamen Abenteuer des Hiram Holliday")  zeigte er sich 1956/57 in drei Episoden (05. The Sea Cucumber/15. Moroccan Hawk Moth/18. Ersatz Joel) neben Titelheld Wally Cox als Monsieur Cerveaux, in der von Eric Ambler kreierten Serie "Checkmate" (1960–1962) trat er 70 Folgen lang als der Kriminologe Doktor Carl Hyatt in Aktion, der gemeinsam mit Don Corey (Anthony George → Wikipedia (englisch)) und Jed  Silk (Doug McClure) die Detektivagentur "Checkmate" leitet → Wikipedia (englisch). Eine weitere durchgehende Rolle war der Commissioner Andrew Crippen in der Abenteuer-Serie "The Beachcomber" (1962; 39 Episoden) → Wikipedia (englisch). Doch so richtig populär wurde Cabot erst mit der Figur des pingeligen Butlers Mr. French in der Serie "Family affair". Danach fungierte er vierzehn Folgen als Moderator Winston Essex in der Gruselserie "Ghost Story" (1972/73, "Teufelskreis der Angst") und führte in die im New Yorker Hotel "Essex House" spielenden Geschichten um Geister, Vampire, Hexen und anderen übernatürlichen Begebenheiten ein. Einen seiner letzten TV-Auftritte hatte er in dem Weihnachtsfilm "Miracle on 34th Street" (1973) als der alte Kris Kringle, der als Weihnachtsmann in einem Kaufhaus mitten in Manhattan engagiert wird  → Wikipedia (englisch) sowie den Kinofilm 1947 und den Kinofilm 1994.
Zudem betätigte sich Cabot als Synchronsprecher, lieh seine Stimme verschiedenen Figuren in "Walt-Disney"-Zeichentrickfilmen. Am bekanntesten sind der Panther Baghira in "The Jungle Book" (1967, "Das Dchungelbuch") sowie der Erzählers in den Geschichten um den Bären "Winnie Puuh"; in den deutschen Fassungen übernahm hier jeweils Joachim Cadenbach diese Parts → Wikipedia.
   
Seine letzten Lebensjahre verbrachte der Brite im kanadischen Sydney. 1974 erlitt er einen ersten Schlaganfall, der seine Karriere als Schauspieler abrupt beendete. Nach einem weiteren Schlaganfall  starb Sebastian Cabot im Alter von nur 59 Jahren in Deep Cove im kanadischen Bezirk North Saanich. Sein Grab befindet sich im Urnengarten des "Westwood Village Memorial Park Cemetery" in Los Angeles → findagrave.com; im selben Bereich wurde auch Brian Keith, der mit Cabot in "Lieber Onkel Bill" spielte, beigesetzt.
Sebastian Cabot, der auch liebevoll "Sabby" genannt wurde, war seit 1940 mit Ehefrau Kathleen (1919 – 1988) verheiratet; aus der Verbindung gingen die beiden Töchter Annette (* 1941) und Yvonne sowie der 1943 geborene Sohn Christopher hervor; Annette und Christopher Cabot ergriffen ebenfalls den Schauspielerberuf.
 
Siehe auch Wikipedia (deutsch), Wikipedia (englisch)f
Fotos bei Wikimedia Commons
 
Weitere Filme*) mit
Sebastian Cabot;
siehe auch fernsehserien.de (Auszug)
 
Link: 1) filmdienst.de, 2) fernsehserien.de
Anissa Jones … spielte die kleine Buffy.
 
Geboren am 11. März 1958 in West Lafayette (Indiana),
gestorben am 28. August 1976 im Alter von 18 Jahren im kalifornischen Oceanside an einer Überdosis Drogen.
 
Zum Kinderstar wurde Anissa Jones durch die Rolle der niedlichen Buffy mit den Korkenzieherlocken in der TV-Serie "Family affair"; sie trat verschiedentlich in Talk-Shows auf und spielte auch in dem Elvis Presley-Streifen "The Trouble With Girls" (1968) eine kleine Rolle.
Als die Serie beendet wurde, war sie grade mal dreizehn Jahre alt und der Liebling der Fernsehzuschauer. Eigentlich hätte sie nun ein ganz normales Leben führen können, sie ging regelmäßig zur Schule, doch das zerrüttete Familienleben ließ das heranwachsende Mädchen nicht zur Ruhe kommen: Ihre Eltern hatten sich Mitte der 1960er Jahre getrennt und stritten viele Jahre um das Sorgerecht. Anissa hielt dem Druck nicht mehr stand, sich für ein Elternteil entscheiden zu müssen, verließ mit sechzehn Jahren die High School und rutschte allmählich in die Drogenszene ab – mit 18 Jahren starb sie an einer Überdosis. Bis heute ist nicht sicher, ob Anissa Jones unbeabsichtigt an den Drogen verstorben ist oder Suizid begangen hat. Ihr Leichnam wurde eingeäschert und die Asche am 1. September 1976 in den Pazifik gestreut.1)
Ihr jüngerer Bruder Paul verstarb acht Jahre später (1984) ebenfalls an Überdosis Drogen.
  
Siehe auch Wikipedia

Weitere Filme*) mit Anissa Jones
 
1) Quelle: Wikipedia (abgerufen 03.07.2012)

Johnny Whitacker
      
Johnny Whitaker 1973; Quelle: Wikimedia Commons von "UCLA Library Digital Collection"; Urheber: Michael Mally von "Los Angeles Times"; Lizenz: CC BY 4.0 Deed 
Johnny Whitaker 1973
Quelle: Wikimedia Commons von
"UCLA Library Digital Collection"
Urheber: Michael Mally von
"Los Angeles Times";
 Lizenz: CC BY 4.0 Deed
 
… spielte den kleinen Jody.
 
Geboren am 13. Dezember 1959 im kalifornischen Van Nuys.
 
Whitaker war das fünfte von acht Kindern von Thelma und John O. Whitaker, Sr. Er begann seine Karriere bereits als Dreijähriger, indem er in mehreren Werbespots mitwirkte.1) Auch der rothaarige Johnny Whitacker wurde durch die Rolle des Jody in "Family affair" zum Kinderstar. Nach Ende der Serie trat er unter anderem noch als "Johnny Stuart" in der Kindersendung "Sigmund and the Sea Monsters" (1973) auf und übernahm die Titelrolle in der musikalischen Kinokomödie "Tom Sawyer"2) (1973, Tom Sawyers Abenteuer), in dem auch Jodie Foster als Becky Thatcher mitspielte. Bis Ende der 1970er Jahre übernahm Whitacker noch einige Rollen beim Fernsehen, dann zog er sich vom Filmgeschäft zurück. Nach dem Abschluss des Studiums der Kommunikationswissenschaften (1986) an der "Brigham Young University" in Utah arbeitete er in der Computerbranche, später leitete er zusammen mit seiner Schwester eine Agentur für Nachwuchstalente und Kinderdarsteller.
 
Seit 2001 war Johnny Whitaker auch öfter zu sehen in der Talkshow-Parodie "Nighty Nite San Francisco". Er spricht mehrere Sprachen fließend, unter anderem auch die Gebärdensprache für Gehörlose.
Eine Ehe mit der Theateragentin Symbria Wright hielt nur von 1984 bis 1988. Er nahm später auch an einem Drogenentzugsprogramm teil. 1999 outete Whitaker seine Homosexualität bei KWCO.
1)
 
Siehe auch Wikipedia

Weitere Filme*) mit Johnny Whitacker
 
1) Quelle: Wikipedia (abgerufen 03.07.2012)
2) Link Wikipedia

Kathy Garver … spielte den Teenager Cissy.
 
Geboren am 13. Dezember 1945 als Kathleen Marie Allison Garver im kalifornischen Long Beach.
 
Zusammen mit ihren zwei Brüdern wuchs sie in ihren Geburtsort auf, besuchte die dortige High School, die sie 1966 mit Abschluss verließ.
Bereits mit sieben Jahren war sie 1955 mit einer kleinen Kinderrolle in dem Film "I'll Cry Tomorrow" (Und Morgen werd' ich weinen), einer Verfilmung der gleichnamigen Autobiographie von Lilian Roth, an der Seite von Susan Hayward zu sehen gewesen, ein Jahr später folgte ihr Auftritt als Sklavin Rachel in Cecil B. DeMilles Bibelepos "The Ten Commandments" (Die Zehn Gebote). So richtig beliebt wurde Kathy Garver mit der Rolle des Teenagers Cissy in der TV-Serie "Family affair"; als die Reihe beendet war, ging sie nach Israel und trat bis 1973 in verschiedenen Fernsehshows auf. Zurück in den USA trat sie nur noch gelegentlich vor die Kamera, erst seit Mitte der 1990er Jahre übernimmt sie sporadisch wieder Aufgaben für Film und Fernsehen.
Kathy Garver ist seit 1981 mit David Travis verheiratet und Mutter des gemeinsamen Sohnes Reid, der 1991 geboren wurde.
 
Siehe auch Wikipedia
 
Weitere Filme*) mit Kathy Garver
*) Link: Internet Movie Database
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