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Noch vor seinem Schulabschluss geriet er
mit dem Gesetz in Konflikt, wurde gemeinsam mit zwei vermeintlichen Freunden
1944 wegen eines bewaffneten Raubüberfalls in Kansas City1) zu zehn Jahren
Haft im Jugendgefängnis "Algoa Correctional Center" in Jefferson City1) verurteilt. Nach drei Jahren wurde ihm 1947 anlässlich seines
21. Geburtstages der Rest der
Strafe erlassen, wenig später heiratete er am 28. Oktober 1948 Themetta "Toddy" Suggs und
versuchte sich und seine Frau mit Gelegenheitsjobs über Wasser zu halten;
aus der Ehe gingen laut chuckberry.com
vier Kinder hervor: Darlin Ingrid (* 03.10.1950), Melody Exes (* 1952), Aloha Isa Lei
(* 1959) und Charles Edward Anderson jr. (* 1961).
Ende der 1940er Jahre entschloss sich Chuck Berry, dessen Vorbilder
Louis Jordan1),
Nat King Cole, und
Muddy Waters1) waren, die Musik zur Profession zu machen und trat als Gitarrenspieler
mit verschiedenen Bands von St. Louis auf. 1951 traf er auf den Pianisten
Johnnie Johnson1)
und den Drummer Ebby Hardy, die mit einem anderen Musiker bereits als "Johnnie
Johnson Trio"
in der örtlichen Szene recht erfolgreich waren. Chuck Berry schloss sich
der Truppe an, die Band wurde umbenannt in "Chuck Berry Combo" und
die Musiker spielten von
Rock'n'Roll über Countrymusic bis hin zu Nat King Cole-Songs alles, was zu
jener Zeit populär war.
Chuck Berry am 3. Februar 1965
(Ausschnitt des Fotos: Chuck
Berry mit seiner Schwester Lucy Ann)
Rechteinhaber: Nationaal
Archief1) (Den Haag, Rijksfotoarchief;
Bestandsnummer: 917-3997)
Urheber/Fotograf: Joop van Bilsen / Anefo;
Quelle: Wikimedia
Commons;
Lizenz: CC0
1.0 (Verzicht auf das Copyright)
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Im Mai 1955 machte Chuck Berry zusammen mit einem Schulfreund einen Ausflug nach
Chicago1),
um dort Howlin' Wolf1),
Elmore James1)
und Muddy Waters1)
bei einem Live-Konzert zu sehen. Dabei kam er in Kontakt mit Leonard Chess1), den Eigentümer
der Plattenfirma "Chess Records"1), der viele bekannte Blues-Musiker
wie beispielsweise auch Muddy Waters unter Vertrag hatte. Das Demo-Band mit dem
Song "Ida May" interessierte Chess, der es dann nach
einigen Veränderungen als "Maybellene" (→ Wikipedia (englisch)) im Mai 1955
herausbrachte. Damit legte Chuck Berry den Grundstein zu seinem kometenhaften
Aufstieg, der Song wurde ein Hit und erreichte in den US-amerikanischen "Billboard
Charts"1) auf Anhieb Platz 1. Bis Ende der 1950er Jahre folgten weitere Rock'n'Roll-Klassiker
wie "Roll Over Beethoven"1) (1956),
"School Days" (1957;
→ Wikipedia (englisch)),
"Sweet Little Sixteen"1) (1958), "Johnny B. Goode"1)
(1958), "Carol" (1958; → Wikipedia (englisch)) oder "Memphis Tennessee"1) (1959),
die nicht nur in den USA zu Top-Hits gerieten. Das Lied "Johnny B. Goode"
gehört wohl zu Berrys besten Songs und trägt unverkennbar autobiografische
Züge, auch mit seinen anderen Texten erzählte er stets von den Alltagsproblemen
gewöhnlicher Menschen.
Chuck Berry bei einem Konzert im Jahre 1987
im französischen Deauville1)
Quelle: Wikipedia
bzw. Wikimedia;
Urheber: Roland Godefroy; Lizenz CC-BY-SA
3.0 |
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Chuck Berry avancierte zum absoluten Star der Rock-Szene, seine Erfolge
gelten als phänomenal. Verschiedene Auftritte wurden
auf die Leinwand gebannt, wie 1958 beim "Newport Jazz
Festival"1), das als "Jazz on A Summer Day" (1960)
auch in die Kinos kam und in dem die Fans ihr Idol mit seinem Markenzeichen, dem legendären "Duckwalk"1)
(Entengang) bewundern konnten
→ Wikipedia (englisch).
Im Dezember 1959 geriet Chuck Berry erneut in das Visier der Justiz, wurde
des Vergehens gegen den so genannten "Mann Act"1)
(Transport minderjähriger Personen über Bundesstaatsgrenzen zu
"unmoralischen" Zwecken) beschuldigt und in zweiter Instanz im März
1961 zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Vorausgegangen war ein Streit mit den Behörden, 1959 hatte
Chuck Berry in St. Louis seinen eigenen Nachtclub "Bandstand"
eröffnet, der den örtlichen Gesetzeshütern ein Dorn im Auge
war, da dort
die üblichen Rassenschranken nicht eingehalten wurden. Nach Schließung des
Club wurde der Berry angeklagt, die Prostitution Minderjähriger gefördert zu haben
und schließlich von einem Richter verurteilt, der nachweislich rassische
Vorurteile hatte.
Währen der 20-monatigen Haftstrafe schrieb Chuck Berry weitere Songs,
seine Schallplattenkarriere schien jedoch, nicht zuletzt auch wegen des sich
wandelnden Musikgeschmacks, beendet. Weltweit war das "Beat"-Fieber ausgebrochen,
doch Gruppen wie die "Beatles"1) und "Rolling Stones"1)
machten mit Coverversionen von "Roll Over Beethoven" oder "Come On"
(→ Wikipedia (englisch))
den Sänger nun auch in Europa berühmt.
Anfang der 1970er Jahre gelang Chuck Berry mit "My
Ding-A-Ling" (1972; → Wikipedia (englisch)) ein Comeback, der Song stürmte nicht nur in den USA
die Hitparaden. Weitere, wenn auch nicht so spektakuläre Erfolge,
verzeichnete Chuck Berry noch mit dem Bill Haley-Hit "Shake, Rattle and Roll"1) (1975)
und dem Titel "Oh What a Thrill" (1979) → Diskografie bei Wikipedia.
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1979 kam der Künstler wegen Steuerhinterziehung einmal mehr mit dem Gesetz in
Konflikt und musste eine weitere kurze Haftstrafe absitzen, was seiner
Popularität jedoch keinen Abbruch tat. 1984 würdigte man sein
Lebenswerk mit dem "Grammy Lifetime Achievement Award"1),
1985 wurde er in die
"Blues Hall of Fame"1) sowie im Folgejahr als
erstes Mitglied in die
"Rock and Roll Hall of Fame"1)
aufgenommen. Am 8. Oktober 1987 widmete man ihm einen Stern auf dem
"Hollywood Walk of Fame"1)
(Adr. 1777 N Vine Street) in der Kategorie "Musikaufnahmen"
("Recording"). Kurz zuvor erschien
seine Autobiografie unter dem Titel "Chuck Berry: The Autobiography", in der er unter anderem über die Anfänge seiner
Karriere, seine Schwierigkeiten als Jugendlicher, aber auch über seine
zahlreichen Frauengeschichten erzählt.
"Stern" für Chuck Berry auf dem "Hollywood Walk of Fame"
Urheber des Fotos; Dietmar Rabich → www.rabich.de
Lizenz: CC BY-SA 4.0;
Quelle: Wikimedia Commons
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In Deutschland wurde der berühmte Künstler ebenfalls geehrt, am 6. Februar 2008
erhielt er in Berlin die
"Goldene Kamera"1) für sein
Lebenswerk ("Lebenswerk Musik international").
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Die Platteneinnahmen und die Gagen seiner zahllosen Konzerte ließen den einstigen
Jungen aus dem Schwarzen-Viertel zu einem "gemachten Mann" werden; geschäftstüchtig investierte er das Geld in lukrative Betriebe wie
beispielsweise 1970 in den Berry-Vergnügungspark ("Berry Park") in
Wentzville1) (Missouri). Auch als Produzent tat er sich hervor und
brachte das von Taylor Hackford1)
gedrehte, filmische Portrait "Chuck Berry Hail! Hail!
Rock'n'Roll"2) (1987) heraus, ein Konzertfilm, der anlässlich
seines 60. Geburtstages mit Musik-Veteranen wie Eric Clapton1),
Bo Diddley1),
Keith Richards1),
Little Richard
und natürlich ihm selbst veröffentlicht wurde. Noch in jüngerer
Zeit tourte die Rocklegende, der in einem Atemzug mit Stars wie Little Richard und
Fats Domino genannt wird,
durch die Welt, 2005 gab der damals 79-Jährige mit seiner Tochter Ingrid Berry und seinem Sohn Charles Berry
gefeierte Konzerte in Deutschland und in der Schweiz, 2008 folgten weitere Konzerte in Europa.
Chuck Berry am 18. Juli 2007 bei einem Konzert
im "Brunnsparken"
in Örebro1) (Schweden)
Urheber: Håkan Henriksson (Wikimedia-User Narking)
Lizenz: CC BY 3.0;
Quelle: Wikimedia Commons
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Mit regelmäßigen
Auftritten im legendären Musik-Club "Blue Berry Hill" in St. Louis sowie
vereinzelten Konzerten in Las Vegas1)
brachte sich der Pionier des Rock'n'Roll
auch im hohen Alter immer wieder in Erinnerung.
John Lennon soll einmal gesagt haben: "If you tried to give rock'n'roll another
name, you might call it 'Chuck Berry'".
Verschiedene Biografien allerdings in englischer Sprache sind inzwischen
über den "Vater des Rock'n'Roll" veröffentlicht worden. So das
Buch von John Collis "Chuck Berry: The Biography", welches den
exzentrischen Künstler bzw. dessen komplexes Leben zum Teil recht schockierend
portraitiert. Von Bruce Pegg stammt "Brown Eyed Handsome Man: The Life and Hard Times of Chuck Berry: An Unauthorized Biography"
→ Literatur bei Wikipedia.
Chuck Berry, der als einer der größten Songschreiber und besten Gitarristen seiner Zeit
galt, starb am 18. März 2017 im Alter von 90 Jahren bzw.
wurde in seinem Haus nahe Wentzville1) (St. Charles County1),
Missouri) tot aufgefunden. Die letzte Ruhe fand er in einem Mausoleum auf dem
"Bellerive Gardens Cemetery" in seiner Heimatstadt St.
Louis1) → findagrave.com. Wie man bei Wikipedia
lesen kann, kündigte er anlässlich seines 90. Geburtstags im Herbst 2016
noch die Veröffentlichung eines neuen Albums mit dem Titel
"Chuck" für 2017 an. Das Album erschien dann
posthum Anfang Juni 2017 beim Label "Dualtone" und war Berrys
Witwe Themetta, genant "Toddy" (30.11.1926 13.08.2024), gewidmet, mit der er zum
Zeitpunkt der Ankündigung seit 68 Jahren verheiratet war → Wikipedia (englisch).
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