Chuck Berry wurde am 18. Oktober 1926 als Charles Edward Anderson Berry und viertes von sechs Kindern in St. Louis1) (Missouri1)) geboren; sein Vater Henry Berry (1895 – 1987) war Diakon einer Baptistenkirche1), Mutter Martha (1894 – 1980) Leiterin einer Schule. Aufgewachsen im afro-amerikanischen Stadtviertel Ellardsville (heute "The Ville")  im Norden von St. Louis, entdeckte Sohn Chuck schon als College-Schüler seine Liebe zur Musik und wollte schon in frühester Jugend ein geachteter Gitarrenspieler werden; doch zunächst verlief sein Leben anders.
Chuck Berry am 3. Februar 1965; Rechteinhaber: Nationaal Archief (Den Haag, Rijksfotoarchief; Bestandsnummer: 917-3997); Urheber/Fotograf: Joop van Bilsen / Anefo; Quelle: Wikimedia Commons; Lizenz: www.gahetna.nl/over-ons/open-data / CC BY-SA 3.0 NL Noch vor seinem Schulabschluss geriet er mit dem Gesetz in Konflikt, wurde gemeinsam mit zwei vermeintlichen Freunden 1944 wegen eines bewaffneten Raubüberfalls in Kansas City1) zu zehn Jahren Haft im Jugendgefängnis "Algoa Correctional Center" in Jefferson City1) verurteilt. Nach drei Jahren wurde ihm 1947 anlässlich seines 21. Geburtstages der Rest der Strafe erlassen, wenig später heiratete er am 28. Oktober 1948 Themetta "Toddy" Suggs und versuchte sich und seine Frau mit Gelegenheitsjobs über Wasser zu halten; aus der Ehe gingen laut chuckberry.com vier Kinder hervor: Darlin Ingrid (* 03.10.1950), Melody Exes (* 1952), Aloha Isa Lei (* 1959) und Charles Edward Anderson jr. (* 1961).
Ende der 1940er Jahre entschloss sich Chuck Berry, dessen Vorbilder Louis Jordan1), Nat King Cole, und Muddy Waters1) waren, die Musik zur Profession zu machen und trat als Gitarrenspieler mit verschiedenen Bands von St. Louis auf. 1951 traf er auf den Pianisten Johnnie Johnson1) und den Drummer Ebby Hardy, die mit einem anderen Musiker bereits als "Johnnie Johnson Trio" in der örtlichen Szene recht erfolgreich waren. Chuck Berry schloss sich der Truppe an, die Band wurde umbenannt in "Chuck Berry Combo" und die Musiker spielten von Rock'n'Roll über Countrymusic bis hin zu Nat King Cole-Songs alles, was zu jener Zeit populär war. 
 
Chuck Berry am 3. Februar 1965
(Ausschnitt des Fotos: Chuck Berry mit seiner Schwester Lucy Ann)
Rechteinhaber: Nationaal Archief1) (Den Haag, Rijksfotoarchief;
Bestandsnummer: 917-3997)
Urheber/Fotograf: Joop van Bilsen / Anefo;
Quelle: Wikimedia Commons;
Lizenz:  CC0 1.0 (Verzicht auf das Copyright)
Im Mai 1955 machte Chuck Berry zusammen mit einem Schulfreund einen Ausflug nach Chicago1), um dort Howlin' Wolf1), Elmore James1) und Muddy Waters1) bei einem Live-Konzert zu sehen. Dabei kam er in Kontakt mit Leonard Chess1), den Eigentümer der Plattenfirma "Chess Records"1), der viele bekannte Blues-Musiker wie beispielsweise auch Muddy Waters unter Vertrag hatte. Das Demo-Band mit dem Song "Ida May" interessierte Chess, der es dann nach einigen Veränderungen als "Maybellene" (→ Wikipedia (englisch)) im Mai 1955 herausbrachte. Damit legte Chuck Berry den Grundstein zu seinem kometenhaften Aufstieg, der Song wurde ein Hit und erreichte in den US-amerikanischen "Billboard Charts"1) auf Anhieb Platz 1. Bis Ende der 1950er Jahre folgten weitere Rock'n'Roll-Klassiker wie "Roll Over Beethoven"1) (1956), "School Days" (1957; → Wikipedia (englisch)), "Sweet Little Sixteen"1) (1958), "Johnny B. Goode"1) (1958), "Carol" (1958; → Wikipedia (englisch)) oder "Memphis Tennessee"1) (1959), die nicht nur in den USA zu Top-Hits gerieten. Das Lied "Johnny B. Goode" gehört wohl zu Berrys besten Songs und trägt unverkennbar autobiografische Züge, auch mit seinen anderen Texten erzählte er stets von den Alltagsproblemen gewöhnlicher Menschen.
 

Chuck Berry bei einem Konzert im Jahre 1987
im französischen Deauville1)
Quelle: Wikipedia bzw. Wikimedia;
Urheber: Roland Godefroy;  Lizenz CC-BY-SA 3.0

Chuck Berry bei einem Konzert im Jahre 1987 im französischen Deauville; Quelle: Wikipedia bzw. Wikimedia; Urheber: Roland Godefroy; Lizenz CC-BY-SA 3.0.; Diese Datei ist unter der Creative Commons-Lizenz Namensnennung 3.0 Unported lizenziert. Es ist erlaubt, die Datei unter den Bedingungen der GNU-Lizenz für freie Dokumentation, Version 1.2 oder einer späteren Version, veröffentlicht von der Free Software Foundation, zu kopieren, zu verbreiten und/oder zu modifizieren; es gibt keine unveränderlichen Abschnitte, keinen vorderen und keinen hinteren Umschlagtext. Der vollständige Lizenztext ist im Kapitel GNU-Lizenz für freie Dokumentation verfügbar.
Chuck Berry avancierte zum absoluten Star der Rock-Szene, seine Erfolge gelten als phänomenal. Verschiedene Auftritte wurden auf die Leinwand gebannt, wie 1958 beim "Newport Jazz Festival"1), das als "Jazz on A Summer Day" (1960) auch in die Kinos kam und in dem die Fans ihr Idol mit seinem Markenzeichen, dem legendären "Duckwalk"1) (Entengang) bewundern konnten → Wikipedia (englisch).
Im Dezember 1959 geriet Chuck Berry erneut in das Visier der Justiz, wurde des Vergehens gegen den so genannten "Mann Act"1) (Transport minderjähriger Personen über Bundesstaatsgrenzen zu "unmoralischen" Zwecken)  beschuldigt und in zweiter Instanz im März 1961 zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Vorausgegangen war ein Streit mit den Behörden, 1959 hatte Chuck Berry in St. Louis seinen eigenen Nachtclub "Bandstand" eröffnet, der den örtlichen Gesetzeshütern ein Dorn im Auge war, da dort die üblichen Rassenschranken nicht eingehalten wurden. Nach Schließung des Club wurde der Berry angeklagt, die Prostitution Minderjähriger gefördert zu haben und schließlich von einem Richter verurteilt, der nachweislich rassische Vorurteile hatte.
Währen der 20-monatigen Haftstrafe schrieb Chuck Berry weitere Songs, seine Schallplattenkarriere schien jedoch, nicht zuletzt auch wegen des sich wandelnden Musikgeschmacks, beendet. Weltweit war das "Beat"-Fieber ausgebrochen, doch Gruppen wie die "Beatles"1) und "Rolling Stones"1) machten mit Coverversionen von "Roll Over Beethoven" oder "Come On" (→ Wikipedia (englisch)) den Sänger nun auch in Europa berühmt.
Anfang der 1970er Jahre gelang Chuck Berry mit "My Ding-A-Ling" (1972; → Wikipedia (englisch)) ein Comeback, der Song stürmte nicht nur in den USA die Hitparaden. Weitere, wenn auch nicht so spektakuläre Erfolge, verzeichnete Chuck Berry noch mit dem Bill Haley-Hit "Shake, Rattle and Roll"1) (1975) und dem Titel "Oh What a Thrill" (1979) → Diskografie bei Wikipedia.
1979 kam der Künstler wegen Steuerhinterziehung einmal mehr mit dem Gesetz in Konflikt und musste eine weitere kurze Haftstrafe absitzen, was seiner Popularität jedoch keinen Abbruch tat. 1984 würdigte man sein Lebenswerk mit dem "Grammy Lifetime Achievement Award"1), 1985  wurde er in die "Blues Hall of Fame"1) sowie im Folgejahr als erstes Mitglied in die "Rock and Roll Hall of Fame"1) aufgenommen. Am 8. Oktober 1987 widmete man ihm einen Stern auf dem "Hollywood Walk of Fame"1) (Adr. 1777 N Vine Street) in der Kategorie "Musikaufnahmen" ("Recording"). Kurz zuvor erschien seine Autobiografie unter dem Titel "Chuck Berry: The Autobiography", in der er unter anderem über die Anfänge seiner Karriere, seine Schwierigkeiten als Jugendlicher, aber auch über seine zahlreichen Frauengeschichten erzählt.

"Stern" für Chuck Berry auf dem "Hollywood Walk of Fame"
Urheber des Fotos; Dietmar Rabich → www.rabich.de
Lizenz: CC BY-SA 4.0; Quelle: Wikimedia Commons 

"Stern" für Chuck Berry auf dem "Hollywood Walk of Fame"; Urheber des Fotos; Dietmar Rabich (www.rabich.de); Lizenz: CC BY-SA 4.0; Quelle: Wikimedia Commons 
In Deutschland wurde der berühmte Künstler ebenfalls geehrt, am 6. Februar 2008 erhielt er in Berlin die "Goldene Kamera"1) für sein Lebenswerk ("Lebenswerk Musik international").
Chuck Berry am 18. Juli 2007 bei einem Konzert auf dem "Brunnsparken" in Örebro (Schweden); Urheber: Håkan Henriksson (Wikimedia-User Narking); Lizenz: CC BY 3.0; Quelle: Wikimedia Commons Die Platteneinnahmen und die Gagen seiner zahllosen Konzerte ließen den einstigen Jungen aus dem Schwarzen-Viertel zu einem "gemachten Mann" werden; geschäftstüchtig investierte er das Geld in lukrative Betriebe wie beispielsweise 1970 in den Berry-Vergnügungspark ("Berry Park") in Wentzville1) (Missouri). Auch als Produzent tat er sich hervor und brachte das von Taylor Hackford1) gedrehte, filmische Portrait "Chuck Berry –  Hail! Hail! Rock'n'Roll"2) (1987) heraus, ein Konzertfilm, der anlässlich seines 60. Geburtstages mit Musik-Veteranen wie Eric Clapton1), Bo Diddley1), Keith Richards1), Little Richard und natürlich ihm selbst veröffentlicht wurde. Noch in jüngerer Zeit tourte die Rocklegende, der in einem Atemzug mit Stars wie Little Richard und Fats Domino genannt wird, durch die Welt, 2005 gab der damals 79-Jährige mit seiner Tochter Ingrid Berry und seinem Sohn Charles Berry gefeierte Konzerte in Deutschland und in der Schweiz, 2008 folgten weitere Konzerte in Europa.
   
Chuck Berry am 18. Juli 2007 bei einem Konzert
im "Brunnsparken" in Örebro1) (Schweden)
Urheber: Håkan Henriksson (Wikimedia-User Narking)
Lizenz: CC BY 3.0; Quelle: Wikimedia Commons
Mit regelmäßigen Auftritten im legendären Musik-Club "Blue Berry Hill" in St. Louis sowie vereinzelten Konzerten in Las Vegas1) brachte sich der Pionier des Rock'n'Roll auch im hohen Alter immer wieder in Erinnerung. John Lennon soll einmal gesagt haben: "If you tried to give rock'n'roll another name, you might call it 'Chuck Berry'".
Verschiedene Biografien – allerdings in englischer Sprache – sind inzwischen über den "Vater des Rock'n'Roll" veröffentlicht worden. So das Buch von John Collis "Chuck Berry: The Biography", welches den exzentrischen Künstler bzw. dessen komplexes Leben zum Teil recht schockierend portraitiert. Von Bruce Pegg stammt "Brown Eyed Handsome Man: The Life and Hard Times of Chuck Berry: An Unauthorized Biography" → Literatur bei Wikipedia.
 
Chuck Berry, der als einer der größten Songschreiber und besten Gitarristen seiner Zeit galt, starb am 18. März 2017 im Alter von 90 Jahren bzw. wurde in seinem Haus nahe Wentzville1) (St. Charles County1), Missouri) tot aufgefunden. Die letzte Ruhe fand er in einem Mausoleum auf dem "Bellerive Gardens Cemetery" in seiner Heimatstadt St. Louis1) → findagrave.com. Wie man bei Wikipedia lesen kann, kündigte er anlässlich seines 90. Geburtstags im Herbst 2016 noch die Veröffentlichung eines neuen Albums mit dem Titel "Chuck" für 2017 an. Das Album erschien dann posthum Anfang Juni 2017 beim Label "Dualtone" und war Berrys Witwe Themetta, genant "Toddy" (30.11.1926 – 13.08.2024), gewidmet, mit der er zum Zeitpunkt der Ankündigung seit 68 Jahren verheiratet war → Wikipedia (englisch).
  
Webpräsenz (in englisch): www.chuckberry.com
Siehe auch www.chuckberry.de sowie Wikipedia (deutsch, mit Diskografie)
und Wikipedia (englisch) sowie den Nachruf bei spiegel.de
Fotos bei Wikimedia Commons
Fremde Links: 1) Wikipedia, 2) filmdienst.de
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