
| Gloria Swanson wurde am 27. März 1899
als Gloria Josephine May Swensson in Chicago geboren. Die Offizierstochter
besuchte zahlreiche Schulen in verschiedenen Städten und studierte später
am "Chicago Art Institute". Sie begann ihre Filmkarriere unter dem Namen Gloria Swanson zunächst
als Statistin in den Essanay Studios ihrer Geburtsstadt, drehte dann eine Reihe von
Komödien mit Wallace Beery, den sie 1916
heiratete. Die Ehe zerbrach jedoch bereits ein Jahr später kurz nach der
Übersiedlung
des Paares nach Hollywood. 1919 ergatterte Gloria Swanson dank ihres Sexappeals die weibliche Hauptrolle in dem Paramount-Streifen "Male and Female" von Cecil B. DeMille: eine Lady der "guten Gesellschaft" erleidet vor einer einsamen Insel Schiffbruch und macht ihren Butler zu ihrem Liebhaber. Der Film wurde zum Kassenschlager, ebenso wie "Beyond the Rocks" von Sam Woods, in dem sie 1921 mit Rudolph Valentino flirtete. Die nur nur 1,50 Meter große Gloria Swanson stieg rasch zur bestbezahltesten Schauspielerin Hollywoods nach Mary Pickford auf und entwickelte sich zum mondänen Filmstar mit entsprechenden Allüren. Als eine der populärsten Hollywood-Diven, zeitweise "Queen of Hollywood" genannt, fuhr sie beispielsweise ein Auto mit echten Tigerfellbezügen und trug nur maßgeschneiderte Roben der teuersten Modemacher. Anders als der Titel des 1919 gedrehten Films "Don’t change your husband" glauben machen könnte, wechselte sie im realen Leben ihre Ehemänner fast so schnell wie ihre teuren Roben. Den dritten, einen echten Grafen, den Marquis Le Bailly de la Falaise de la Coudraye, "importierte" sie 1925 während der Dreharbeiten zu "Madame Sans-Gêne" aus Frankreich. Ihre Devise lautete: "Die beste Art, glücklich verheiratet zu bleiben, ist so zu tun, als sei man nicht verheiratet." Insgesamt "schleppte" sie sechs "Kandidaten" zum Standesamt, ihre zahlreichen Affären gaben den Klatschspalten oft genug Nahrung, so soll sie unter anderem Liebesbeziehungen mit Regisseur Cecil B. DeMille, Leinwandidol Rudolph Valentino und dem Filmpionier Marshall Neilan gehabt haben Ihre erste, 1916 geschlossene kurze Ehe mit Schauspielerkollegen Wallace Beery (1885 1949) war bereits 1919 geschieden worden, Ehemann Nummer zwei wurde noch im gleichen Jahr Herbert K. Somborn (1881 1934), Präsident der "Equity Pictures Corporation", auch diese Verbindung ging trotz der 1920 geborenen gemeinsamen Tochter Gloria nach wenigen Monaten in die Brüche; die offizielle Scheidung erfolgte im Januar 1925, noch während des Verfahrens adoptierte sie einen Jungen, den sie Joseph Patrick Swanson nach ihrem damaligen Liebhaber Joseph Patrick Kennedy Sr., dem Patriarchen des Kennedy Clans nannte. Von dem attraktiven Henri de la Falaise trennte sie sich offiziell Anfang November 1931, um wenige Wochen später den Darsteller Michael Farmer (1902 1975) zu ehelichen; auch dieser Ehe stammt die am 5. April 1932 geborene Tochter Michelle, die Scheidung wurde Anfang November 1934 vollzogen. Nächster Ehemann wurde Ende Januar 1945 George William Davey, dem sie nach 45 Tagen wieder den Laufpass gab. Erst am 2. Februar 1976 legalisierte der Star die Beziehung mit dem Schriftsteller und Bühnenautor William Dufty (1916 2002), den sie bereits 1968 kennen gelernt hatte und der bis zu ihrem Tod an ihrer Seite war. Wie Mary Pickford gründete auch Gloria Swanson eine eigene Produktionsfirma. Allerdings hatte sie damit weniger Glück als diese. Während sie mit dem ersten, 1928 von Raoul Walsh gedrehten Film "Sadie Thompson" (...aber das Fleisch ist schwach), in dem sie die Rolle einer Edelnutte mimte, Gewinn einfuhr und für den Oscar nominiert wurde, brachte sie "Queen Kelly", ebenfalls 1928 gedreht, an den Rand des Ruins: Als 800.000 Dollar ausgegeben und die Produktionszeit um fast ein halbes Jahr überschritten war, ließ sie den Streifen, für den sie Erich von Stroheim, das "enfant terribles" unter den Regisseuren, angeheuert hatte, stoppen; der auf fünf Stunden angelegte Film wurde nicht fertig gestellt, später jedoch als Fragment rekonstruiert. Der Verlust konnte auch durch ihren ersten Tonfilm "The Trespasser" im Jahr darauf nicht mehr wettgemacht werden. Da Gloria Swanson die Gagen ihrer nächsten Filme jedoch äußerst gewinnbringend angelegt hatte, konnte sie sich ihren aufwendigen Lebensstil weiterhin leisten, auch wenn ihre "große" Zeit ab etwa Mitte der 30er Jahre vorüber war.
Ihre letzte Glanzrolle spielte sie 1950 in "Sunset Boulevard" (Boulevard
der Dämmerung), einer Inszenierung von Billy Wilder,
in der sie den gealterten, von der Welt vergessenen Stummfilmstar Norma Desmond, der nur
noch seinen eigenen Phantasien lebt, verkörperte. Für
diese Rolle wurde sie nochmals für den Oscar nominiert. |
| Siehe auch wikipedia.org,
www.cyranos.ch,
www.helloarticle.com Filmografie bei der german.imdb.com, Fotos bei silentladies.com |
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