Hafenkrankenhaus
In einem Krankenhaus spielende Serien sind seit Jahrzehnten bei den Zuschauern beliebt, in den USA entstand bereits Anfang der 1960er Jahre der Dauerbrenner "General Hospital"1), der wohl als Vorbild für die in Deutschland produzierte legendäre "Schwarzwaldklinik"1) (1985 – 1989) diente. Auch das tschechische "Krankenhaus am Rande der Stadt"1) (1978 – 1981) fand eine große Fangemeinde, noch heute gehören melodramatische Geschichten rund um Ärzte, Krankenhauspersonal und Patienten wie in "Emergency Room"1) (seit 1994) oder "In aller Freundschaft"1) (seit 1998) zu den Quotenrennern auf den heimischen Bildschirmen.
 
Bei all den berühmten Vertretern des Genres scheint die 1968 entstandene, mit 13 Folgen eher kleine Produktion rund um das Hamburger "Hafenkrankenhaus"1) in Vergessenheit geraten. Im Mittelpunkt der von Erich Neureuther für den NDR in Szene gesetzten 25-minütigen Episoden steht die fürsorgliche Krankenschwester Inge, gespielt von Anneli Granget. Mit viel Engagement und Einfühlungsvermögen kümmert sie sich um ihre Patienten. Diese müssen oft nicht nur mit ihren Verletzungen oder Krankheiten zurecht kommen, auch "Seelenmassagen" sind gefragt, wenn es neben einer Verletzung auch persönliche Probleme oder Auseinandersetzungen im Freundes- und Bekanntenkreis gibt.2)
Inge hat immer ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte ihrer Patienten, weiß immer Rat und löst so manches Problem, oft auch gegen den Willen ihrer Vorgesetzten. Auf Seiten der Mediziner sind Oberarzt Dr. Petersen (Wolfgang Arps) und sein junger Kollege (Fritz von Friedl) zu nennen, weiterhin Dr. Kettelhacke, gespielt von Rolf Schimpf, der fast zwei Jahrzehnte später den Beruf wechselte und als Hauptkommissar Leo Kress bzw. Nachfolger von Siegfried Lowitz in der Krimi-Serie "Der Alte" Furore machen sollte. Guter Geist im Hafenkrankenhaus" ist auch die Krankenschwester Brigitte (Christa Siems), viele vom Hamburger "Ohnsorg Theater" bekannte Gesichter traten neben Christa Siems als Gaststars auf, beispielsweise Edgar Bessen, Ernst Grabbe, Otto Lüthje oder Hilde Sicks.
Die erste Folge mit dem Titel "Sonny und die sechs Kavaliere" wurde im Vorabendprogramm am 19. Februar 1968 ausgestrahlt, bis 22. April 1968 kamen die Zuschauer in den Genuss weiterer zwölf unterhaltsamer Geschichten rund um das Hamburger "Hafenkrankenhaus".
 
1) Der Link führt zu Wikipedia
2) Quelle: Der neue Serien-Guide, Bd. 2, S. 296, Verlag Schwarzkopf & Schwarzkopf

Siehe auch TV-Serien; weitere Links bei www.wunschliste.de

  

Einige der Hauptdarsteller:
Anneli Granget … spielte die Krankenschwester Inge.
 
Geboren am 11. August 1935 im damals ostpreußischen Königsberg (heute: Kaliningrad),
gestorben am 25. April 1971 in Nürnberg.
 
Sie begann ihre Bühnen- und Filmkarriere Ende der 1950er Jahre. Acht Jahre gehörte sie fest zum "Nürnberger Ensemble", seit 1970 auf eigenen Wunsch nur noch als Gast. Neben dem Nürnberger Schauspielhaus gab sie aber auch an zahlreichen anderen Festspielhäusern Gastspiele. So war sie auch bei den Ruhrfestspielen in Recklinghausen zu sehen. Kurz vor ihrem Tod wollte sie an das Staatstheater Hannover wechseln, um einen neuen Weg in ihrer Karriere einzuschlagen. Man erlebte sie vor allem in klassischen Rollen, aber auch im Boulevardfach kannte sie sich aus. Mit ihrer ersten Fernsehrolle als Svanhild Magnussen in der 5-teiligen Fernsehserie "Am grünen Strand der Spree" wurde sie auch einem breiten Publikum bekannt. In diesem "Straßenfeger" spielte sie ein norwegisches Mädchen, das einem zum Tode verurteilten deutschen Soldaten, Ende des Zweiten Weltkriegs zur Flucht ins neutrale Schweden verhilft. Ihre Partner waren u. a. Wolfgang Büttner und Hans Pössenbacher. In den meisten Filmen die nun folgten war sie die Hauptdarstellerin. Unter der Regie von Falk Harnack spielte sie zwei Jahre später mit Edith Schultze-Westrum, Alfred Schieske und Hartmut Reck in "Jeder stirbt für sich allein" von Hans Fallada die Rolle der Trudel Baumann. 1968 verkörperte sie in der 13-teiligen Fernsehserie "Hafenkrankenhaus" die Hauptrolle. In ihrer letzten Fernsehrolle sah man sie 1970 mit Werner Hinz und Cordula Trantow in Gerhart Hauptmanns Drama "Vor Sonnenuntergang".

Anneli Granget war mit dem Schauspieler Hannes Riesenberger verheiratet, mit dem sie auch gemeinsam auf der Bühne stand. Sie hatten zusammen einen Sohn. Auf Grund ihrer depressiven Erkrankung nahm sie sich am 25. April 1971 im Alter von 35 Jahren, für Angehörige und Freunde völlig unerwartet das Leben.

Quelle: Wikipedia Stand Juli 2008 (Die Links führen zu Wikipedia)
 
Weitere Filme*) mit Anneli Granget
Wolfgang Arps … spielte den Oberarzt Dr. Petersen.
 
Geboren am 23. Februar 1926 in Hamburg,
gestorben am 11. Mai 2001 im bayerischen Wildbad-Kreuth.

Wolfgang Arps verbrachte seine Kindheit und Jugend in seiner Geburtsstadt, nach dem Abitur besuchte er ab 1944 in Hamburg die Schauspielschule des Deutschen Schauspielhauses sowie die Schauspielschule von Helmuth Gmelin (1890 – 1959). Seine Theaterkarriere begann nach Kriegsende in Hamburg mit Gastspielen am Deutschen Schauspielhaus und am "Theater Junge Bühne" (1946/47), weitere Stationen wurden das Stadttheater in Lüneburg (1947/48) und das von Helmuth Gmelin gegründete "Theater im Zimmer" in Hamburg (1947/48); 1949 kehrte Arps an das Deutsches Schauspielhaus Hamburg zurück, wo er bis 1955 auf der Bühne stand. Nach einem kurzen Intermezzo zur Spielzeit 1955/56 am Württembergischen Staatstheater in Stuttgart folgte der Schauspieler einem Ruf an das Düsseldorfer Schauspielhaus, wo er mehr als vier Jahrzehnte zu den Protagonisten in zahlreichen Inszenierungen zählte. Darüber hinaus gab er Gastspiele an bedeutenden deutschsprachigen Bühnen, etwa am Hamburger "Thalia-Theater", am Berliner "Renaissance-Theater" oder bei den Ruhrfestspielen in Recklinghausen und ging auf verschiedene Tourneen.
 
Wolfgang Arps machte sich sowohl in klassischen als auch modernen Stücken einen Namen als herausragender Charakterdarsteller und interpretierte im Laufe seiner langen Bühnenkarriere eindrucksvoll viele Figuren der Weltliteratur. Die Bandbreite seiner Ausdruckskraft war enorm, zu nennen sind etwa Titelrollen wie in Kleists "Amphitryon" und "Prinz Friedrich von Homburg" sowie in Wedekinds "Der Kammersänger". In Düsseldorf glänzte er beispielsweise als "Brutus" in Shakespeares "Julius Cäsar", als "Alceste" in Molières "Der Misanthrop", als "Max Piccolomini" in Schillers Trilogie "Wallenstein" (1968 mit O. E. Hasse als "Wallenstein"), als "Möbius" in Hasenclevers "Ein besserer Herr", aber auch als "Selim Bassa" in der Mozart-Oper "Die Entführung aus dem Serail" – um nur einiges aus Arps' umfangreichen Rollenrepertoire zu nennen.
 
Vor die Kamera trat Arps, dessen ganze Liebe dem Theater galt, nur selten. So erlebte man ihn 1953 im Fernsehen in der Calderón de la Barca-Adaption "Dame Kobold" als Don Manuel, zwei Jahre später spielte er unter der Regie von Volker von Collande in "Die letzte Nacht der Titanic" einen 1. Offizier. Die Rolle des Oberarzt Dr. Petersen in der TV-Serie "Hafenkrankenhaus zählt zu den wenigen Ausflügen von Arps in das unterhaltende, leichtere Fach auf dem Bildschirm, überwiegend zeichnet sich seine seltene Arbeit für das Fernsehen durch ambitionierte TV-Filme aus, etwa wie das Doku-Drama "Der Fall Sacco und Vanzetti" (1963) oder die ZDF-Dokumentation "Deutscher Widerstand" (1969), wo er den Oberst Stauffenberg verkörperte. In Herbert Ballmanns Marlitt-Verfilmung "Im Hause des Kommerzienrates" mimte er 1975 neben Karlheinz Böhm und Marianne Hoppe die Titelrolle, im gleichen Jahr sah man ihn – erneut unter der Regie von Herbert Ballmann – als Herzog in der Serie "Hoftheater", in Eberhard Itzenplitz' Dokumentarspiel "Hambacher Frühling" (1982) gab er den Fürst von Metternich. Zuletzt sah man Arps 1992 in Frank Beyers zweiteiligem Ehedrama "Sie und Er" sowie 1993 in dem Gorki-Stück "Sommergäste" in einer Inszenierung des Düsseldorfer Schauspielhauses auf dem Bildschirm.
Darüber hinaus erfreute Arps das Publikum mit Rezitationsabenden, übernahm gelegentlich Aufgaben in ambitionierten Hörspielproduktionen sowie für die Synchronisation.
 
Der Schauspieler war verheiratet, hatte zwei Kinder und lebte in Düsseldorf. Seine letzte Ruhestätte fand er auf dem Düsseldorfer Nordfriedhof.
 
Siehe auch Wikipedia
 
Weitere Filme*) mit Wolfgang Arps
Rolf Schimpf

Rolf Schimpf; Copyright Virginia Shue

… spielte den Arzt Dr. Kettelhacke.
 
Geboren am 14. November 1924 in Berlin.
 
Kurzbiografie zu
Rolf Schimpf innerhalb dieser Homepage.
 
Siehe auch Wikipedia, www.deutsches-filmhaus.de
 
Weitere Filme*) mit Rolf Schimpf
 
 
Das Foto wurde mir freundlicherweise von der Fotografin Virginia Shue (Hamburg)
zur Verfügung gestellt. Das Copyright liegt bei Virginia Shue.
Fritz von Friedl … spielte einen jungen Arzt.
 
Geboren am 17. April 1941 in Berlin.
 
Bereits als Junge stand
Fritz von Friedl stand schon als Junge bis Mitte der 1950er Jahre für rund 15 Kinoproduktionen vor der Kamera. Nach seiner Ausbildung zum Schauspieler am renommierten Wiener Max-Reinhardt-Seminar setzte von Friedl seine Filmkarriere neben seiner Theatertätigkeit – u. a. seit Anfang der 1970er Jahre in Wien am Burgtheater, im Theater in der Josefstadt, am Ensembletheater und an George Taboris Theater "Der Kreis" – erfolgreich fort. Bis heute gehört er zu den vielbeschäftigten Darstellern und zählt zu den festen Größen sowohl in der deutschsprachigen Theaterszene als auch im Fernsehen. Darüber hinaus erfreut der Künstler das Publikum mit Leseabenden, ist als Off-Sprecher von Filmdokumentationen zu hören und arbeitet für die Synchronisation.
 
Die TV-Serie "Hafenkrankenhaus" ist nur eine von vielen beliebten Fernsehproduktionen, in denen von Friedl im Laufe der letzten Jahrzehnte zu sehen war. Besonders seit Ende der 1980er Jahre intensivierte der Schauspieler seine Arbeit vor der Kamera, spielte in Quotenrennern wie "Kaisermühlen Blues", "Kommissar Rex", "Julia – Eine ungewöhnliche Frau", "Schloßhotel Orth" oder "Der Winzerkönig". Zur TV-Filmografie gehören internationale Erfolgsproduktionen, beispielsweise der Mehrteiler "The Winds of War" (1983, Der Feuersturm), das Doku-Drama "Murderers Among Us: The Simon Wiesenthal Story" (1989, Recht, nicht Rache) mit Ben Kingsley als Simon Wiesenthal) oder die zweiteilige Biografie "Princesse Marie" (2004, Marie und Freud) mit Catherine Deneuve und Heinz Bennent in den Hauptrollen. Populäre Krimis wie "Tatort", "Der Bulle von Tölz" oder "Polizeiruf 110", aber auch Komödien und Melodramen wie in jüngerer Zeit "Der Weihnachtshund" (2005), "Schön, dass es dich gibt" (2005), "Ein Paradies für Pferde" (2007) oder "Die Liebe ein Traum" (2008) zeigen von Friedls darstellerische Vielseitigkeit. Zuletzt sah man ihn Anfang Dezember 2008 neben den Protagonisten Peter Simonischek und Iris Berben in dem spannungsgeladenen Simmel-Remake "Gott schützt die Liebenden" sowie wenige Wochen später in dem Pilcher-Melodram "Hannas Fest" (2009).
 
Auch auf der Leinwand spielte von Friedl in den letzten Jahren prägnante Nebenrollen unter anderem in Christian Mehofers Antikriegsfilm "Die Dritte Minute" (2004) sowie in dem Biopic "Klimt" (2006) über den Jugendstilmaler Gustav Klimt von Regisseur Raúl Ruiz mit John Malkovich in der Titelrolle.
 
Quelle (u.a.): kundendienst.orf.at

Weitere Filme*) mit Fritz von Friedl

Stand Januar 2009

Christa Siems

Christa Siems; Copyright Virginia Shue

… spielte die Krankenschwester Brigitte.
 
Geboren am 28. Mai 1916,
gestorben am 27. Mai 1990 in Hamburg.
 
Kurzbiografie zu Christa Siems innerhalb dieser Homepage.

Siehe auch Wikipedia
 
Weitere Filme*) mit Christa Siems
 
 
Das Foto wurde mir freundlicherweise von der Fotografin Virginia Shue (Hamburg)
zur Verfügung gestellt. Das Copyright liegt bei Virginia Shue.

*) Der Link führt zur "german.imdb.com".
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