Rund zwei Jahre nach Sendestart des deutschen Fernsehens kam mit
"Unsere Nachbarn heute Abend Familie Schölermann" die erste
Familienserie auf den Bildschirm. Der "Startschuss" erfolgte am
15. September 1954, die Zuschauer erlebten den Alltag einer Familie, mit der
sie sich identifizieren konnten. Anfangs wurden die schwarz-weiß Sendungen
noch live ausgestrahlt, später aufgezeichnet. Bis März 1960 bzw. 111 Folgen lang
konnte man anfangs regelmäßig alle 14 Tage am Alltag dieser
Fernsehfamilie teilnehmen, die Resonanz war in den ersten Jahren gemessen
an den heutigen Verhältnissen phänomenal, auch wenn man bedenkt, dass es
damals nur einen Sender gab; die Einschaltquote betrug durchschnittlich
zwischen 70 und 90 Prozent.
Von Ruprecht Essberger in Szene gesetzt, wurden die kleinen und großen
Sorgen, aber auch Freuden einer ganz normalen deutschen
Durchschnittsfamiliegezeigt, die aus Menschen wie "Du und ich"
bestand und die in der heilen Welt des Wirtschaftswunders lebte.
"Oberhaupt" war Vater Schölermann, gespielt von Willy Krüger, Lotte Rausch
stellte Ehefrau "Trudchen" dar; die zwei bereits erwachsenen
Kinder Heinz und Evchen wurden von Charles Brauer und
Margit Cargill gespielt, "Nesthäkchen" Jockeli von Harald Martens
und die kleine Bärbel von der damals fünfjährigen Giulia Follina.
Natürlich besteht eine richtige Familie nicht nur aus Vater, Mutter und Kindern, sondern auch aus der manchmal ungeliebten
Verwandtschaft, so gehörte zu den Schölermanns auch ein Onkel Eduard
alias Joachim Wolff sowie eine Tante Marie alias Lotte Brackebusch.
Nach fast fünf Jahren wurde die beliebte Sendung dann sehr zum Leidwesen
mancher Zuschauer am 25. März 1960 eingestellt, heute ist die
"Mutter" aller Familienserien fast in Vergessenheit geraten,
ebenso wie einige ihrer Hauptdarsteller. Aber die Zuschauer mussten nicht
auf Episoden aus dem Alltag einer Fernsehfamilie verzichten, bereits im
Januar 1960 war die "Familie Hesselbach" auf Sendung gegangen, den
turbulenten Geschichten um eine Familie bzw. Firma im Hessischen.
Siehe auch www.tvder60er.de
sowie www.bamby.de
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Die Hauptdarsteller:
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| Willy Krüger |
spielte den Vater Schölermann.
Geboren am am 15.Mai 1902 in Berlin als Sohn des Betriebsaufsehers Hermann Krüger
gestorben 1980 in Bad Tölz.
Nach dem Abitur absolvierte Krüger eine Handelsschule, machte
anschließend eine Schauspielausbildung bei Jacques Burg. Als
Schauspieler und Oberspielleiter war er zunächst an Provinzbühnen
tätig, wirkte bis Kriegsende bei der Berliner Soldatenbühne mit.
Zwischen 1945 und 1953 war er Direktor der "Niedersachsen-Bühne",
machte sich auch als Schauspieler mit zahlreichen Gastspielen einen
Namen, unter anderem am "Arkaden-Theater" in München;
außerdem arbeitete er als Synchronsprecher.
Nach dem Ende der Familienserie fand Willy Krüger,
abgestempelt als "Fernsehvater der Nation" nur noch selten
Gelegenheit, sein schauspielerisches Können zu beweisen. Meist
erhielt er nur noch Nebenrollen.
Willy Krüger war mit der Schauspielerin Lotte Göbel
verheiratet und hatte einen Sohn.
1980 verstarb er 77-jährig vereinsamt und verarmt in einem Altenheim
in Bad Tölz.
Er gehört zu den "vergessenen" Schauspielern, in allgemein
zugänglichen Quellen ist nichts über seinen Lebensweg zu
finden.
Weitere
Filme1) mit Willy Krüger |
| Lotte Rausch |
spielte die Mutter "Trudchen" Schölermann.
Geboren am 24. Mai 1913 in Köln,
gestorben am 11. März 1995 in Offenbach.
Nach dem Besuch einer Schauspielschule hatte sie Engagements in Köln
und Berlin.
Die Schauspielerin war in den 50er Jahren mit Nebenrollen in Filmen
wie "Der fröhliche Weinberg" (1952), "Du bist die Rose vom Wörthersee" (1952),
"Die spanische Fliege" (1954), "Witwer mit fünf Töchtern" (1957)
oder "Der Maulkorb" (1958) auch auf der Leinwand vertreten.
Lotte Rausch war mit einem Werbekaufmann verheiratet und hatte
zwei Söhne.
Weitere
Filme1) mit Lotte Rausch |
Charles Brauer
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spielte den Sohn Heinz Schölermann.
Geboren am 3. Juli 1935 in Berlin.
Für Charles Brauer begann mit den "Schölermanns" eine
ungeahnte Fernsehkarriere.
Kurzportrait
zu Charles Brauer innerhalb dieser Homepage
Charles Brauer im Internet: www.charlesbrauer.de
Weitere
Filme1) mit Charles Brauer
Das Foto wurde mir freundlicherweise von der
Fotografin Ute Schendel zur Verfügung gestellt.
© Ute Schendel (www.uteschendel.ch)
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Margaret Cargill
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spielte die Tochter "Evchen".
Geboren am 31. Oktober 1935 in Leeds (Großbritannien).
Margaret Cargill schloss eine Schauspielausbildung bei Lola Rogge in Hamburg ab und drehte nach den
"Schölermanns" noch einige weitere Filme. Doch es gelang ihr nicht mehr, bei Film und Fernsehen
Fuß zu fassen, da ihr Gesicht und ihre Person zu eng mit der des
"Evchen Schölermann" verbunden waren; niemand hätte das
"Evchen" beispielsweise im "Tatort" als potentielle Mörderin
sehen wollen. Daher spielte sie in der Folgezeit hauptsächlich
Theater unter anderem war sie mit Heinz Erhardt auf Tournee , lebte einige
Zeit in Stuttgart, wo sie im Kabarett auftrat. Später gab sie
die Schauspielerei ganz auf und arbeitete als Bewegungstherapeutin mit psychisch-erkrankten Menschen.
Heute lebt Margaret Cargill mit ihrem Mann, einem Arzt, in Schleswig-Holstein.
(Die Informationen stammen von
Margaret Cargills Nichte. Herzlichen Dank!)
Weitere
Filme1) mit
Margaret Cargill
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| Harald Martens
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spielte den Sohn "Jockeli".
Geboren 1944.
Harald Martens machte später bei der Bundeswehr Karriere und
wurde Generalstabsoffizier bei der Luftwaffe.
Weitere
Filme1) mit Harald Martens
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Giulia Follina
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spielte das Nesthäkchen Bärbel.
Geboren 1952.
Mit nur 5 Jahren erhielt sie die Rolle der "jüngsten Tochter" in der Fernsehfamilie Schölermann,
mit acht Jahren wurde sie als Tochter von Heinz Rühmann in dem Film
"Der Lügner", zum Kinderstar und avancierte im Verlaufe der
Jahre zu einer renommierten Charakterdarstellerin.
Weitere
Filme1) mit Giulia Follina
Kontaktadresse: www.agentur-delaberg.de
Das Foto wurde mir freundlicherweise von der Fotografin
Virginia Shue
(Hamburg) zur Verfügung gestellt.
Das Copyright liegt bei Virginia Shue. |
Joachim Wolff
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spielte den Onkel Eduard.
Geboren am 22. Juli 1920 im pommerschen Stargard (heute Polen),
gestorben am 30. November 2000.
Ein Kurzportrait innerhalb dieser Seiten findet man hier;
Weitere
Filme1) mit Joachim Wolff
Das Foto wurde mir freundlicherweise von der Fotografin
Virginia Shue
(Hamburg) zur Verfügung gestellt.
Das Copyright liegt bei Virginia Shue. |
| Lotte Brackebusch
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spielte die Tante Marie.
Geboren am 19. Februar 1898 in Berlin
gestorben 1978 bei Husum.
Lotte Brackebusch war mit dem 1948 verstorbenen Schauspieler Hans Brackebusch
verheiratet.
Bevor sie zu einer renommierten Darstellerin auf der Bühne
avancierte, hatte sie in ihrer Geburtstadt Schauspielunterricht
genommen und dort auch ihr Bühnendebüt gegeben. Weitere
Verpflichtungen führten sie im Laufe der Jahre an viele bedeutende
Theater, unter anderem nach Stuttgart, Frankfurt und Hamburg.
Obwohl sie in vielen Spielfilmen und Fernsehproduktionen mitwirkte, gehört Lotte Brackebusch
heute zu den
"vergessenen" Schauspielerinnen.
Weitere
Filme1) mit Lotte Brackebusch |
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