Die Forsyte Saga
Mit der "Forsyte Saga" wurde einer der erfolgreichsten Romane des britischen Schriftstellers John Galsworthy verfilmt; der sechsbändige Roman-Zyklus, welcher die Zeit von 1879 bis 1920 umspannt und von Galsworthy zwischen 1906 und 1921 geschrieben worden war, wurde 1922 veröffentlicht und zehn Jahre später mit dem Nobelpreis ausgezeichnet. In dem Vorwort erklärt John Galsworthy, er habe in der "Forsyte Saga" den gehobenen Mittelstand "konserviert" und "unter Glas zur Schau gestellt".
  
Produziert von Donald Wilson für die BBC, ging die dramatische Serie über die weitverzweigte Kaufmannsfamilie erstmals 1966 in Großbritannien auf Sendung, 26 Folgen und je 50 Minuten lang konnten die Zuschauer – schon lange vor "Dallas" und "Denver" – Freud und Leid, Lügen und Intrigen, Liebesbeziehungen und Leidenschaften der vier Generationen umfassenden Familienmitglieder verfolgen und die Reihe entwickelte sich zu einem riesigen Erfolg; in Deutschland brachte die ARD die schwarz-weißen Episoden von Februar bis Juli 1973 auf den Bildschirm, auch hier war die Resonanz erheblich, bis zu 30 Prozent durchlitten immer wieder Sonntags ab 17:45 die Schicksalsschläge der englischen Großbürgerfamilie mit. Leider wurden die Folgen bisher nicht mehr wiederholt, da Medienberichten zufolge die Tonqualität der damaligen deutschen Synchronisation zu schlecht sei. Lediglich als Hörbuchversion kann man sich die legendäre Serie neuerdings noch einmal zu Gemüte führen: Mit zwanzig berühmten Schauspielern, unter anderem Hanns Zischler und Rosel Zech, entstanden sechs CDs mit der "Forsyte Saga".
Bleibt zu hoffen, dass die Fernsehgewaltigen ein Einsehen mit den Fans haben und die Serie neu synchronisieren, auch im Originalton ausgestrahlt und in Deutsch untertitelt würde dieses legendäre Epos sicherlich annehmbare Einschaltquoten erzielen.

Einen mehr als vierzig Jahre umspannenden Zeitraum mit all den vielen Handlungssträngen und auftretenden Personen in wenigen Worten wiederzugeben, ist schlicht unmöglich, erst recht angesichts einer nobelpreisgekrönten Romanvorlage; dennoch soll hier der Versuch unternommen werden, die Familienbeziehungen der Forsytes aufzuzeigen bzw. einen Blick auf die dramatischsten Ereignisse zu werfen:
Das Familienepos beginnt im Jahre 1879 und endet, anders als im Roman, im Jahre 1926. Die großbürgerliche Kaufmannsfamilie Forsyte ist auf der Höhe ihrer Macht und gehört zu den einflussreichsten der Londoner Gesellschaft; die Geschwister, zu denen auch die unverheiratete Ann Forsyte (Fay Compton) gehört, sind zwar schon in die Jahre gekommen, dennoch gesund und sehr vermögend. Ihre Kinder werden langsam erwachsen, der junge Jolyon (Kenneth More), Sohn des alten Familienoberhaupts Jolyon Forsyte (Joseph O'Conor), ist in den 30ern, verheiratet und Vater der Tochter June (Susan Penick, später June Barry). Seine Affäre mit der Erzieherin seiner Tochter führt zum Bruch mit der Familie, welche er verlässt, um mit seiner Geliebten Helene Hilmer (Lana Morris) zu leben; um sich über Wasser zu halten, versucht er sich als Maler. Nachdem seine Frau Frances (Ursula Howells) bei einem Reitunfall ums Leben gekommen ist, heiratet er Helene und bekommt mit ihr zwei Kinder, "Jolly" Forsyte (Michael York) und Holly.
   
Jolyons Bruder James (John Welsh) hat den Sohn Soames (Eric Porter), ein angehender Rechtsanwalt, der vom alten Jolyon gehasst wird, sowie Tochter Winifred (Margaret Tyzack), die mit dem leichtsinnigen MontagueDartie (Terence Alexander) verlobt ist, dessen Ehefrau sie später wird. Der gefühlskalte und unberechenbare Soames verliebt sich in Irene Héron (Nyree Dawn Porter), eine mittellose Musiklehrerin, die seine Liebe nicht erwidert, ihn aber dennoch heiratet. Wegen ihrer unglücklichen Ehe beginnt sie schon bald ein Verhältnis mit dem Architekten Phillip Bosinney (John Bennett), der mit Jolyons Tochter June Forsyte verlobt ist und für Soames und Irene ein Haus bauen soll. Irene bittet ihren Mann, sie frei zu geben, um jedoch seine Liebe zu retten entlässt Soames den Architekten, vergewaltigt in seiner rasenden Eifersucht seine Frau Irene, die bald darauf ihren Mann verlässt. Zum "Happy End" mit Phillip Bosinney kommt es nicht, da dieser bei einem Unfall sein Leben verliert. 1899 betreibt der verbitterte Soames seine Scheidung von Irene, doch als er sie wiedersieht, erwacht seine Liebe erneut. Irene, die inzwischen eine Liebesbeziehung mit ihrem inzwischen älter gewordenen Schwager Jolyon Forsyte (Kenneth More) hat, zeigt jedoch offen ihre Abscheu. Nach dem Tod von Joylans zweiter Frau Helene heiraten beide, aus der Verbindung stammt Sohn Jolyon "Jon" Forsyte (Martin Jarvis); auch Soames hat erneut geheiratet, aus dieser Ehe mit der Französin Annette Lamotte (Dallia Penn) stammt Tochter Fleur (Susan Hampshire).
  
Im Jahre 1920 treffen sich Fleurs Sohn Jon und Soames Tochter Fleur in einer Kunstgalerie, gegen den Widerstand der Eltern verlieben sie sich ineinander, doch die Beziehung währt nur kurz, als Jolyon seinem Sohn alles über die Ehe zwischen Soames und seiner Mutter Irene bzw. die Familienfehde erzählt; kurz nach der "Beichte" verstirbt Jolyon an Herzversagen. Jon flieht mit seiner geliebten Mutter nach Südamerika und arbeitet als Farmer, Fleur heiratet den jungen Baron Michael Mont (Nicholas Pennell), doch ihr Leben in der feinen Londoner Gesellschaft wirft erneute Probleme auf. 1926 kehrt Jon aus Amerika zurück und trifft erneut auf Fleur, eine kurze, aber heftige Liebesbeziehung ist die Folge. Als auch diese neuerliche Leidenschaft zu Ende geht, zündet Fleur aus Verzweiflung das Haus ihres Vaters an, der sie dann unter Einsatz seines eigenen Lebens vor dem sicheren Tod rettet. Vom Glanz des ehemaligen Familienclans ist nichts mehr übrig geblieben, die ganze Familie Forsyte ist an den Affären zerbrochen.

Bereits 1949 war der erste Teil von John Galsworthys "Forsyte Saga" von Compton Bennett unter dem Titel "That Forsyte Woman" (Das Schicksal der Irene Forsyte) verfilmt worden; in den Hauptrollen sah man Errol Flynn als Soames Forsyte, Greer Garson als Irene Forsyte, Robert Young als Philip Bosinney und Janet Leigh als June Forsyte. 2002 inszenierten Christopher Menaul und Dave Moore einen weiteren Mehrteiler: Damian Lewis spielte den Soames Forsyte, Gina McKee die Irene und Rupert Graves den Jolyon Forsyte.

Siehe auch www.bamby.de.
   

Die Hauptdarsteller:
Joseph O'Conor … spielte das Familienoberhaupt, den alten Jolyon Forsyte.
 
Geboren am 14. Februar 1916 in Dublin (Irland),
gestorben am 21. Januar 2001 in London.
 
Weitere Filme1) mit Joseph O'Conor
Kenneth More … spielte dessen Sohn, den jungen Jolyon Forsyte.
 
Geboren am 20. September 1914 in Gerrards Cross (Buckinghamshire),
gestorben am 12. Juli 1982 in London an den Folgen seiner Parkinson-Erkrankung.
  
Der attraktive Kenneth More, der vom Theater kam, stammte aus einer gut-bürgerlichen Familie und hatte vor allem in den 50er Jahren seine große Zeit als Filmschauspieler. Sowohl in (Melo)Dramen als auch Komödien zeigte er sein schauspielerisches Talent, agierte in vielen populären Kinoproduktionen, wie beispielsweise "Genevieve" (1953), "Doctor in the House" (1954), "Reach for the Sky" (1956, Allen Gewalten zum Trotz), "A Night to Remember" (1958, Die letzte Nacht der Titanic), "Northwest Frontier" (1959, Brennendes Indien) oder "Sink the Bismarck" (1960, Letzte Fahrt der Bismarck). Als ihm Mitte der 60er Jahre von der Filmindustrie keine interessanten Rollen mehr angeboten wurden konzentrierte sich More vermehrt auf seine Arbeit beim Fernsehen. Mit der Rolle des jungen Jolyon Forsyte war er dann wieder in aller Munde, ebenso wie mit der Hauptrolle in der Serie "Father Brown" (1974).
Auch mit seinem Privatleben füllte er die einschlägigen Gazetten, er war drei Mal verheiratet, zuletzt mit Schauspielerkollegin Angela Douglas, die er bei den Dreharbeiten zu "Some People" (1962) kennen gelernt hatte. Aus seiner 1939 geschlossenen Ehe mit Beryl Johnstone stammt die 1941 geborene Tochter Susan Jane; 1946 ließ er sich scheiden, heiratete später im Jahre 1958 Bill Barkby, mit der er ebenfalls eine Tochter hatte, die 1954 geborene Sarah Elizabeth. Nach erneuter Scheidung im Jahre 1968 ging er die Ehe mit Angela Douglas ein, die bis zu seinem Tod an seiner Seite war.
 
Weitere Filme1) mit Kenneth More
Martin Jarvis … spielte den Sohn Jolyon "Jon" Forsyte aus der Verbindung zwischen Jolyon Forsyte (dem Jüngeren) und Irene Forsyte.
 
Geboren am 4. August 1941 in Cheltenham (Gloucestershire).
  
Die Rolle in der "Forsyte Saga" war eine seiner ersten Auftritte im Film und zugleich sein Durchbruch als Schauspieler. In den folgenden Jahren trat er in verschiedensten Fernsehproduktionen auf und auch auf der Bühne war er als Charakterdarsteller erfolgreich. 1974 heiratete er seine Schauspielerkollegin Rosalind Ayres, mit der er dann  1998 eine Produktionsgesellschaft gründete, die Hörbücher und Stücke für den Rundfunk herstellt. Jarvis ist inzwischen einer der bekanntesten Hörbuchsprecher und wurde mit vielen Preisen ausgezeichnet.
Aus der Verbindung mit Rosalind Ayres stammen zwei Kinder.
 
Weitere Filme1) mit Martin Jarvis
Michael York … spielte Sohn "Jolly" Forsyte, Sohn aus der Verbindung zwischen dem jungen Jolyon Forsyte und dessen zweiten Frau Helene Hilmer.
 
Geboren am 27. März 1942 im britischen Fulmer (Buckinghamshire).
  
Der vielseitige Schauspieler wirkte neben der Theaterarbeit in über 100 TV- und zahlreichen Kinofilmen mit, war am Broadway erfolgreich und machte sich auch mit seiner 1991 erschienenen Autobiographien "Travelling Plague" als Schriftsteller einen Namen; überaus erfolgreich ist er auch mit bisher über 50 Hörbüchern, zu denen auch seine Autobiographie zählt.
 
 Kurzbiografie zu Michael York innerhalb dieser Homepage.
Weitere Filme1) mit Michael York
John Welsh … spielte den alten James Forsyte.
Geboren am 7. November 1904 in Wexford (Irland), 
gestorben am 21. April 1985 in London.
  
Der Schauspieler begann seine Karriere am "Gate Theatre" in Dublin und machte sich rasch einen Namen als herausragender Charakterdarsteller. 1956 gründete er zusammen mit anderen die "English Stage Company" am Londoner "Royal Court Theatre", wo er im gleichen Jahr in "Cards of Identity", einer Satire von Nigel Dennis, sowie in "The Crucible" von Arthur Miller glänzte. 1963 wurde er Mitglied der "Royal Shakespeare Company" (RSC), brillierte als "Gloucester" in Shakespaeres "The Wars of the Roses" sowie als "Aegeon" in dessen "The Comedy of Errors" (Komödie der Irrungen). Bei der RSC beeindruckte er auch in Stücken wie Edward Albee's Dreiakter "A Delicate Balance" (Empfindliches Gleichgewicht) oder George Bernard Shaw's Komödie "Too True To Be Good" (Zu wahr um schön zu sein).
Neben seiner umfangreichen Arbeit für das Theater übernahm John Welsh seit Anfang der 50er Jahre zahllose Aufgaben bei Film und Fernsehen. Neben seiner Rolle des James Forsyte sah man ihn im Fernsehen beispielsweise als Sir Pitt  Crawley in den TV-Serien "Vanity Fair" (1967) oder als Butler Merriman in "The Duchess of Duke Street" (1976). Seine bedeutendsten Leinwandauftritte hatte er als Lord Bethane dem Thriller "The Thirty-Nine Steps" (1978, Die 39 Stufen) nach dem Roman von John Buchan; das Buch war bereits 1935 von Alfred Hitchcock verfilmt worden.
 
Weitere Filme1) mit John Welsh
Eric Porter … spielte dessen Sohn Soames Forsyte.
 
Geboren am 8. April 1928 in London,
gestorben am 15. Mai 1995 in London an den Folgen seines Krebsleidens.
  
Der Theatermann Eric Porter gehörte lange zur "Royal Shakespeare Company", hatte sich einen Namen als brillanter Tragöde auf der Bühne gemacht, so vor allem als "Macbeth" und "König Lear". Bereits mit 17 Jahren hatte er nach dem Studium am "Wimbledon Technical College" am "Arts Theatre" in Cambridge sein Bühnendebüt gegeben, wurde dann für zwei Jahre zur Royal Air Force eingezogen und konnte erst anschließend seine Theaterkarriere fortsetzen. Neben seinen herausragenden Shakespeare-Interpretationen glänzte er auch in Stücken von Ibsen, so gewann er 1959 für seine Darstellung in "Romersholm" den Preis des "London Evening Standard".
Erst spät kam Porter zum Film, 1964 sah man ihn erstmals in Anthony Manns Historienspektakel "The Fall of the Roman Empire" (Der Untergang des römischen Reiches) als Julianus neben Sophia Loren und Stephen Boyd auf der Leinwand; weltberühmt wurde er dann durch seine beeindruckende Darstellung des Soames Forsyte in der "Forsyte Saga", in späteren Jahren trat er weiter erfolgreich in verschiedenen Fernsehproduktionen auf: So beispielsweise 1977 als betrogener Ehemann Karenin in der mehrteiligen Tolstoi-Verfilmung "Anna Karenina", 1985 als finsterer Hehler Fagin in dem Mehrteiler "Oliver Twist" oder 1988 als rätselhafter Professor Moriarty in den Sherlock Holmes-Geschichten (The Secret of Sherlock Holmes) mit Jeremy Brett in der Titelrolle.
 
Weitere Filme1) mit Eric Porter
Nyree Dawn Porter … spielte die Irene und unglückliche Ehefrau von Soames.
 
Geboren am 22. Januar 1937 als Ngaire Dawn Porter und Tochter eines Metzgers im neuseeländischen Napier,
gestorben am 10. April 2001 in London im Alter von 61 Jahren an Leukämie.
  
Die Schauspielerin, welche in den späten 50er Jahren ihre Heimat Neuseeland verlassen hatte, obwohl sie dort bereits ein Theaterstar war, wurde mit der Rolle der Irene in "Die Forsyte Saga" nun auch in Europa berühmt. Sie erhielt anschließend viele interessante Angebote, spielte in den 70er Jahren in Kinofilmen wie "Jane Eyre" (1970) oder TV-Reihen wie der Agentenserie "The Protectors" (1972) mit Robert Vaughn in der Hauptrolle. In den 80er und 90er Jahren stand sie nur noch sporadisch vor der Kamera. Ihren letzten Filmauftritt hatte sie 1998 als Margot Fonteyn in "Hilary and Jackie", der tragischen Lebensgeschichte der international gefeierten Cellistin Jacqueline Du Pré (1945 – 1987) und deren Schwester Hilary.
Die Schauspielerin Nyree Dawn Porter war zwei Mal verheiratet, ihr erster Ehemann Byron O'Leary verstarb 1970 an den Folgen eines übermäßigen Drogenkonsums. Ab 1972 lebte sie mit dem Schauspieler Robin Halstead zusammen; aus der Verbindung, die 1987 geschieden wurde, stammt die 1975 geborene Tochter Talya.
 
Weitere Filme1) mit Nyree Dawn Porter
Susan Hampshire … spielte die Tochter Fleur aus Soames zweiter Ehe mit der Französin Annette Lamotte.
 
Geboren am 12. Mai 1937 in London.
  
Susan Hampshire ist eine vielbeschäftigte Film- und Fernsehschauspielerin; erste Popularität erlangte sie 1962 mit der Hauptrolle der Katy Carr in der TV-Serie "Katy", einen weiteren Erfolg brachten ihr die Rolle Lori MacGregor in dem familienfreundlichen Kinofilm "The Three Lives of Thomasina" (1964, Die drei Leben der Thomasina) sowie die Figur der Kathleen McSweeney in dem Abenteuerstreifen "The Fighting Prince of Donegal" (1966, Donegal, König der Rebellen). Als "Fleur Forsyte" wurde sie ebenso geliebt wie als Sarah Churchill in dem Mehrteiler "The First Churchills" (1969), 1974 spielte sie eine weitere Hauptrolle in der 26teiligen Serie "The Pallisers". Bis heute steht sie für viele erfolgreiche Filmproduktionen vor der Kamera, daneben engagiert sie sich für Legastheniker, Menschen mit der Lese- und Schreibschwäche, von der sie selbst betroffen ist und über die sie auch in in ihren Memoiren "Susan's Story" erzählt; 1995 wurde sie für ihr Engagement ausgezeichnet und mit dem "Order of the British Empire" geehrt.
Susan Hampshire war von 1967 bis 1974 in erster Ehe mit dem Regisseur und Drehbuchautor Pierre Granier-Deferre verheiratet; aus der Verbindung stammt Sohn Christopher. In zweiter Ehe heiratete sie 1981 den Broadway-Produzenten Eddie Kulukundis.
 
Weitere Filme1) mit Susan Hampshire
Fay Compton … spielte die Tante Ann Forsyte
Geboren am 18. September 1894 als Virginia Lilian Emmeline Mackenzie Compton im Londoner Stadtteil West Kensington, gestorben am 12. Dezember 1978 in London.
  
Sie stammte aus einer Künstlerfamilie, ihre Eltern Edward Compton und Virginia Bateman waren beide anerkannte Bühnendarsteller, auch ihr Großvater Henry Compton war im 19. Jahrhundert als Darsteller berühmt gewesen. Ihre Bruder, Sir Compton MacKenzie (1883 – 1972) war ein bekannter Schriftsteller, Schwester Viola Compton (1886 – 1971) wurde ebenfalls Schauspielerin, Fay Comptons Sohn Anthony Pelissier (1912 – 1988) machte sich einen Namen als Regisseur und Drehbuchautor.
Fay Compton begann ca. 1911 als Schauspielerin beim Theater und wurde schon nach wenigen Jahren als Bühnenstar gefeiert. Sowohl in klassischen als auch modernen Rollen begeisterte sie das Publikum jener Zeit; so brillierte sie auch neben den gefeierten Hamlet-Interpreten John Barrymore und John Gielgud.
Erste Leinwanderfahrungen sammelte sie ab 1914 beim Stummfilm und avancierte dann in den 20er Jahren auch dort zum Star. Mit Beginn der Tonfilmära trat sie nur noch sporadisch vor die Kamera, widmete sich überwiegend ihrer Arbeit am Theater; die Rolle der "Ann Forsyte" war eine ihrer letzten prägnanten Filmauftritte.
 
Siehe auch die Kurzbiografie bei www.cyranos.ch
Weitere Filme1) mit Fay Compton
John Bennett … spielte den Architekten Phillip Bosinney.
Geboren am 8. Mai 1928 in in Beckenham ( Kent),
gestorben am 11.  April 2005 in London.
 
Bennett war ausgebildeter Schauspieler und gab sein Theater-Debüt im Jahre 1949.
1960 tauchte er erstmals in "The Challenge" (auch "It takes a Thief") neben Jayne Mansfield im Film auf, spielte im Laufe der Jahre in zahllosen Kino- und Fernsehproduktionen.
 
Englischsprachiger Artikel bei Wikipedia
Weitere Filme1) mit John Bennett
1) Der Link führt zur "us.imdb.com".
   
Der Autor:
John Galsworthy wurde am  am 14. August 1867 in Coombe in der im Südosten Englands gelegenen Grafschaft Surrey als Sohn eines wohlhabenden Rechtsanwalts und einer Fabrikantentochter geboren; er verbrachte seine Kindheit in genau der herrschenden Klasse, die er später in seinen Werken verzerrte. Er ging in Harrow zur Schule, studierte anschließend zunächst Rechtswissenschaften am "New College" der Universität Oxford. Doch eigentlich interessierte er sich mehr für Literatur, seine Lieblingsschriftsteller waren Charles Dickens, Gustave Flaubert, Rudyard Kipling, Herman Melville, Ivan Turgenev, Leo Tolstoy und Emile Zola. 1890 ließ er sich für kurze Zeit als Anwalt nieder, ging dann jedoch – um dem ungeliebten Beruf zu entgehen – 1893 auf eine ausgedehnte Weltreise, bei der er die Bekanntschaft des später für seine Abenteuergeschichten berühmt gewordenen Schriftstellers Joseph Conrads (1857 – 1924; Werke u.a. "Der Verdammte der Inseln", "Lord Jim") machte. Im Alter von 28 Jahren begann dann auch Galsworthy zu schreiben, 1897 erschien noch unter dem Pseudonym John Sinjohn sein erste Buch mit Kurzgeschichten unter dem Titel "From the Four Winds" (Über die vier Winde). 1904 veröffentlichte er dann unter seinem richtigen Namen den Roman "The Island Pharisees", im gleichen Jahr verstarb sein Vater und Galsworthy wurde aufgrund der Erbschaft finanziell unabhängig. Er heiratete Ada Person Cooper, mit der er bereits seit zehn Jahren heimlich zusammen lebte und widmete sich nun ganz der Schriftstellerei.
Ganz in der britischen Tradition, einen Roman für soziale Kritik zu nutzen, glaubte auch er, dass es die Aufgabe eines Schriftstellers sei, ein Problem aufzuzeigen, die Gesellschaft selbst musste dann eine Lösung finden. Der 1906 erschienen Roman "The Man of Property" – erster Band des Roman-Zyklus "Forsyte Saga" – basierte auf der unglücklichen Liebe seines Cousins Arthur; das Werk, welches harsch mit der gehobenen englischen Mittelklasse ins Gericht ging, wurde von der Kritik als "neuer Romantypus" gefeiert. Mit dem Bühnenstück "The Silver Box" gelang ihm dann ebenfalls 1906 der Durchbruch als Dramatiker, sein berühmtestes Theaterstück "Justice" (1910) führte zu einer Reform in den britischen Gefängnissen.
Während des 1. Weltkrieges stellte Galsworthy seinen Familienbesitz der Armee als Pflegeheim für britische Verwundete zur Verfügung, er selbst – zu alt für den Kriegsdienst – arbeitete in einem französischen Lazarett für kriegsversehrte Soldaten. Seine Erfahrungen während des Weltkrieges verarbeitete er später in den Theaterstücken "The Mob" (1914) und "The Skin Game" (1920), letztgenanntes wurde 1931 von Alfred Hitchcock verfilmt. Zwei weitere Stücke wurden ebenfalls verfilmt: Das 1922 entstandene "Loyalties", eine Studie über Antisemitismus, wurde erstmals 1933 von Regisseur Basil Dean mit Basil Rathbone auf die Leinwand gebracht, 1976 wurde eine Fernsehfassung produziert; "Escape" aus dem Jahre 1926 wurde 1948 von Joseph L. Mankiewicz mit Rex Harrison in der Hauptrolle in Szene gesetzt.
Nach Ende des 1. Weltkrieges nahm Galsworthy das mit "The Man of Property" begonnene "Forsyte"-Thema auf und erweiterte sein zunächst als Trilogie ausgelegtes Sittengemälde der Viktorianischen Epoche mit deren Besitzethos und verlogenen Moral: 1920 erschien "In Chancery", ein Jahr später "To Let", 1922 wurden die ersten drei Bücher in einer Gesamtausgabe zusammengefasst und Galsworthy begründete damit seinen literarischen Weltruhm. 1924 folgte mit "The White Monkey" der vierte Band, 1926 schrieb er "The Silver Spoon" und 1928 "Swan Song". Mit den Fortsetzungen "A Modern Comedy (Eine Moderne Komödie, geschrieben 1924 – 1928) und "End of the Chapter" (Das Ende vom Lied, geschrieben 1931 – 1933) schilderte er Aufstieg und Zerfall einer englischen Familie von 1886 bis 1920.
 
Er war auf dem Höhepunkt seines schriftstellerischen Schaffens angelangt, 1932 wurde ihm für sein großes Werk "Forsyte Saga" der Literaturnobelpreis verliehen, in seiner Heimat war er drei Jahre zuvor mit dem britische Verdienstorden geehrt worden. Galsworthy ist auch die Gründung des PEN-Clubs zu verdanken, gemeinsam mit der Schriftstellerin Catherine Dawson Scott hatte er diese inzwischen weltweite Schriftstellervereinigung aus der Taufe gehoben, dem er das mit dem Nobelpreis verbundene Geld spendete und deren erster Präsident er war.
John Galsworthy verstarb am 31. Januar 1933 im Alter von 65 Jahren in London an den Folgen eines Gehirntumors. Während seiner schriftstellerischen Laufbahn verfasste er 20 Romane, 27 Bühnenstücke, drei Gedichtbände und 173 Kurzgeschichten; außerdem befanden sich in seinem Nachlass rund 700 Briefe.
 
Siehe auch Wikipedia
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